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Montag, 21.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 1. Oktober 2018

Berliner Parreno-Ausstellung in London ausgezeichnet

Schau im Gropius-Bau als Beste Ausstellung 2018 ausgezeichnet

Die Gropius Bau-Ausstellung des Künstlers Philippe Parreno wurde in London im Rahmen der "Leading Culture Destinations Awards" als "Beste Ausstellung 2018" ausgezeichnet. Parreno hatte in seiner Schau von Ende Mai bis Anfang August ein Gefüge aus Licht, Geräuschen und Objekten errichtet, das anhand eines dynamischen Skripts von einer sich vermehrenden Hefebakterienkultur gesteuert wurde. Dabei erlaubte es die Anwendung von Zufallsmethoden der Ausstellung sich über einen bestimmten Zeitraum zu verändern. Parrenos Ausstellung war die vierte Ausstellung im Rahmen der Programmreihe "Immersion". die seit 2016 von den Berliner Festspielen realisiert wird. Darin präsentieren die Berliner Festspiele Werke, die sich im Grenzbereich zwischen Ausstellung und Aufführung bewegen.

Jazzmusiker Jerry González gestorben

Latin-Jazz-Pionier erlag einer Rauchvergiftung

Der amerikanische Trompeter und Perkussionist Jerry González, einer der wichtigsten Vertreter des Latin Jazz, ist in Madrid an den Folgen einer Rauchvergiftung gestorben. Der als Sohn puertoricanischer Einwanderer geborene und in der New Yorker Bronx aufgewachsene Musiker wurde 69 Jahre alt. "Wir sind tief betroffen über den Tod von Jerry González, einem der Pioniere des Latin Jazz", schrieb die spanische Autoren-Vereinigung SGAE auf Twitter. Spanischen Medienberichten zufolge war in González' Haus im Madrider Stadtteil Lavapiés in der Nacht zum Montag ein Brand ausgebrochen. Der Künstler sei in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er den Folgen einer Rauchgasvergiftung erlegen sei, hieß es. Jerry González hat in seiner langen Karriere zahlreiche Alben veröffentlicht. Sein Fusion-Stil war dabei zumeist ein Mix aus Jazz und afrokubanischen Rhythmen. Bevor er Ende der 1970er Jahre zusammen mit seinem Bruder Andy und weiteren Musikern die Fort Apache Band gründete, die auch auf weltweiten Festivals Erfolge feierte, war er in jungen Jahren unter anderem Mitglied der Band von Jazzlegende Dizzy Gillespie.

Neue Vertrauensstelle gegen Belästigung beim Film

"Themis" soll sich für Prävention und Aufklärung einsetzen

Betroffene von sexueller Belästigung und Gewalt in der Film- und Medienbranche können sich ab sofort an eine neue Vertrauensstelle wenden. Die "Themis" genannte Einrichtung soll zwischen Belästigten und Arbeitgebern vermitteln und sich für Prävention und Aufklärung einsetzen. In einem geschützten Raum sollen sich von sexueller Belästigung und Gewalt betroffene Beschäftigte an eine Juristin oder eine Psychologin wenden können. Das Vorstandsmitglied von Themis und pro Quote Film, Barbara Rohm, sagte, dass in der vergleichsweise kleinen Film-, Fernseh- und Bühnenwelt schnell Abhängigkeiten und Näheverhältnisse entstünden. Bei Betroffenen herrsche oft Angst vor beruflichen Nachteilen im Fall einer Beschwerde, meinte Rohm. Diese Angst solle die Vertrauensstelle nehmen.

Chansonnier Charles Aznavour gestorben

Sänger hat in seiner Karriere über 1300 Chansons komponiert

Der Sänger, Liedtexter und Schauspieler Charles Aznavour ist im Alter von 94 Jahren im südfranzösischen Alpilles gestorben. In seiner mehr als 70-jährigen Karriere hat Aznavour über 1300 Chansons komponiert, mehr als 180 Millionen Platten weltweit verkauft und in mehr als 60 Filmen mitgewirkt. Schon als Neunjähriger sang er im Restaurant seiner armenischen Eltern, die vor den Gräueltaten in ihrem Land geflohen waren. Entscheidend für seine Karriere war die Begegnung mit Edith Piaf, die 1946 auf ihn aufmerksam wurde und ihn auf eine Tournee durch Frankreich und die Vereinigten Staaten mitnahm. Seinen Durchbruch zum Schauspieler schaffte er im Jahr 1960 mit "Schießen Sie auf den Pianisten" von François Truffaut. Mit der Oscar-prämierten Verfilmung "Die Blechtrommel" von Volker Schlöndorff machte er sich als Schauspieler auch in Deutschland einen Namen. Die Pariser Kulturministerin Françoise Nyysen schrieb, das Land verliere "einen seiner größten Poeten, immer in der Avantgarde, eine echte Legende, die Grenzen und Epochen überquert hat".

Historiker Walter Laqueur gestorben

Er beschäftigte sich vorwiegend mit dem Kalten Krieg und dem Zionismus

Der Historiker und politische Publizist Walter Laqueur ist gestorben. Wie die Washington Post heute meldet, verstarb er gestern in seinem Haus in Washington, D.C. Er wurde 97 Jahre alt. Laqueur wurde in Breslau als Sohn jüdischer Deutscher geboren. Er emigrierte 1938 nach Palästina und studierte an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Bekannt wurde er unter anderem als Historiker des Kalten Krieges und des Zionismus. Außerdem war er der erste, der sich systematisch mit der Geschichte des Terrorismus befasste. Laqueur lehrte an vielen renommierten Universitäten, zuletzt an der Georgetown University in Washington.

Poker um documenta-Kunstwerk Obelisk geht weiter

Künstler Olu Ugibe: Die Steinsäule ist für den Königsplatz gemacht

Trotz ausgelaufener Verträge ist in Kassel keine Entscheidung über den Verbleib des documenta-Kunstwerks Obelisk des Künstlers Olu Oguibe gefallen. Stadt und Künstler streiten um den Standort der 16 Meter hohen Säule. Verträge für den bisherigen Standort auf dem Königsplatz waren gestern ausgelaufen. Oguibe will sein Kunstwerk dort belassen, die Stadt lehnt dies ab. Der Künstler bekräftigte, sein Kunstwerk sei für den Königsplatz gemacht. In Kassel hatte das Kunstwerk für zahlreiche Debatten gesorgt. Ums Geld wurde kaum gestritten. Obwohl bei einer Spendensammlung statt 600 000 nur 126 000 Euro für den Ankauf des Kunstwerks zusammengekommen waren, hatte Oguibe den Preis akzeptiert. Die 16 Meter hohe Steinsäule trägt die Aufschrift "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt".

Medienpreis postum an Daphne Galizia und Ján Kuciak

Der Preis wird den Familien am 5. November in Berlin überreicht

Die Journalisten Daphne Caruana Galizia aus Malta und Ján Kuciak aus der Slowakei erhalten postum den Medienpreis "Goldene Victoria 2018 - Pressefreiheit". Galizia berichtete über Korruption und den Handel mit der maltesischen Staatsbürgerschaft, Kuciak untersuchte zuletzt das Verhältnis zwischen slowakischen Regierungsmitgliedern und der italienischen Mafia. Die Journalistin wurde im Oktober 2017 bei der Explosion einer Autobombe getötet, Kuciak wurde im Februar ermordet. Wie der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger mitteilte, wird die Auszeichnung den Familien der beiden Journalisten am 5. November in Berlin überreicht.

Zwei Jahre Haft wegen Vergewaltigung für Arnault

Regisseur stand im Zentrum des Skandals im Umfeld der Schwedischen Akademie

Am Tag der ersten Nobelpreisbekanntgabe des Jahres ist der Regiusseur Jean-Claude Arnault zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er stand im Zentrum des Skandals um sexuellen Missbrauch bei der Schwedischen Akademie. Das zuständige Gericht in Stockholm sprach Arnault wegen einer Vergewaltigung im Jahr 2011 schuldig. Im Falle einer zweiten mutmaßlichen Vergewaltigung derselben Frau wurde er freigesprochen. Arnault will in Berufung gehen. Der 72-jährige Franzose ist der Ehemann der Dichterin Katarina Frostenson, die bis zu ihrem Rücktritt im April Mitglied der Schwedischen Akademie war, die alljährlich den Literaturnobelpreis vergibt. Wegen des Skandals, der sich neben sexuellem Missbrauch auch um Finanzverbrechen dreht, wird in diesem Jahr kein Nobelpreis in der Kategorie Literatur vergeben. Sieben der 18 Mitglieder der Akademie sind zurückgetreten oder wurden zum Rücktritt gezwungen, darunter neben Frostenson auch die Akademievorsitzende Sara Danius.

PEN besorgt über Angriffe auf Journalisten

Schriftstellerverband besorgt über Rechtsextremismus in Deutschland

Vertreter des Schriftstellerverbandes PEN haben sich auf ihrem internationalen Kongress im indischen Pune tief besorgt über die Zunahme des Rechtsextremismus und Angriffe auf Journalisten in Deutschland gezeigt. Sie riefen die deutschen Behörden auf, das Recht auf freie Berichterstattung wirkungsvoll zu schützen und die strafrechtlich relevanten Übergriffe aufzuklären und zu ahnden. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus müssten entschieden bekämpft werden. Ein Bundesminister des Innern, der die Migrationsfrage als "Mutter aller Probleme" bezeichne, zeige nicht nur Verständnis für die Rechtsbrüche; er befeuere damit Hass und Aggression, hieß es mit Blick auf die Aussagen von Horst Seehofer. Die Präsidentin des deutschen PEN-Zentrums, Regula Venske, hatte die Resolution bei dem Treffen von mehr als 140 Schriftstellerorganisationen aus 101 Nationen eingebracht.

MeToo-Aktivistin Argento gesteht Sex mit 17-Jährigem

Bislang hatte sie Sex mit Jimmy Bennett bestritten

Die Schauspielerin und #MeToo-Aktivistin Asia Argento hat in einem TV-Interview berichtet, Sex mit dem damals minderjährigen US-Darsteller und Musiker Jimmy Bennett gehabt zu haben. Die Initiative sei allerdings nicht von ihr ausgegangen, sagte Argento in einem Interview des italienischen Senders La 7. Für ihn sei sie eine "Jagdtrophäe" gewesen, sagte Argento. Bislang hatte sie beteuert, "niemals irgendeine sexuelle Beziehung" mit Bennett gehabt zu haben. Im August waren Bennetts Missbrauchsvorwürfe gegen Argento bekannt geworden. Der heute 22-jährige Schauspieler wirft der Italienerin vor, ihn 2013 in einem Hotel in Kalifornien sexuell missbraucht zu haben. Er war damals 17, sie 37 Jahre alt. Sexuelle Handlungen mit Unter-18-Jährigen sind in dem US-Bundesstaat strafbar.

Medizin-Nobelpreis für James Allison und Tasuku Honjo

Den Forschern sei ein Meilenstein im Kampf gegen Krebs gelungen

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den US-Amerikaner James Allison und den Japaner Tasuku Honjo für die Entwicklung spezieller Krebstherapien. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit umgerechnet 870 000 Euro dotiert. Den Forschern sei ein Meilenstein im Kampf gegen Krebs gelungen, hieß es von der Nobeljury. Die Entdeckung der beiden Mediziner nutze die Fähigkeit des Immunsystems, Krebszellen zu bekämpfen, indem die Bremsen der Immunzellen gelöst werden. Mit dem Medizin-Preis startete der Nobelpreis-Reigen. Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Preises benannt. Im vergangenen Jahr hatten drei Wissenschaftlern aus den USA den Medizin-Nobelpreis für ihre Forschungen zur Inneren Uhr bekommen.

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