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Kulturnachrichten

Sonntag, 22. Oktober 2017

Künstler fordern Freiheit für Serebrennikow

Proteste an der Oper Stuttgart gegen Hausarrest und Arbeitsverbot des Regisseurs

Mitarbeiter der Oper Stuttgart und russische Künstler haben Freiheit für den in Moskau in Hausarrest sitzenden Regisseur Kirill Serebrennikow gefordert. An der Fassade des Opernhauses brachten Künstler ein Banner mit der Aufschrift "Free Kirill" (Freiheit für Kirill) an. Intendant Jossi Wieler trug ein T-Shirt mit dieser Aufschrift samt Porträt des Künstlers. Die Aktion war ein Protest gegen das Kommunikations- und Arbeitsverbot für Serebrennikow. Die Oper hielt trotzdem an der Neuinszenierung der Oper "Hänsel und Gretel" fest. Die Premiere muss ohne Serebrennikow stattfinden. Die Oper reagierte "erschüttert", als am Dienstagabend bekannt wurde, dass der Hausarrest und das Arbeitsverbot gegen den 48-Jährigen bis zum 19. Januar verlängert wurde. Serebrennikow wird von der Justiz verfolgt, weil er staatliche Fördergelder für seine Theaterarbeit veruntreut haben soll. Der 48-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

Regisseursverband DGA schließt Weinstein aus

Solche Machtmissbräuche dürften nicht hingenommen werden

Der Verband der US-Regisseure DGA hat Schritte zum Ausschluss von Produzent Harvey Weinstein nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe eingeleitet. Die Directors Guild of America habe vor gut einer Woche Disziplinarmaßnahmen gegen Weinstein begonnen, sagte DGA-Präsident Thomas Schlamme laut Berichten des Onlineportals "Deadline" nach einem Treffen der Vereinigung. Normalerweise kommentiere die DGA interne Angelegenheiten nicht, habe in diesem Fall aber eine Ausnahme gemacht. Der DGA-Vorstand teilte "Deadline" zufolge mit: "Solche erbärmlichen Machtmissbräuche dürfen nicht hingenommen werden. Es geht nicht um eine Person. Wir müssen anerkennen, dass sexuelle Belästigung in unserer Gesellschaft zu Hause ist, und auf schmerzhafte Weise in unserer Branche." Regisseure, Agenten, Filmcrews, Vorstände, Darsteller, Produzenten und Drehbuchschreiber hätten zu lange geschwiegen. Zuvor hatte die Produzentenvereinigung einstimmig beschlossen, Weinstein auszuschließen. Vor der endgültigen Entscheidung am 6. November darf dieser sich aber zu den Vorwürfen äußern. Vor rund einer Woche hatte auch die Oscar-Akademie den Filmproduzenten aus dem renommierten Verband ausgeschlossen.

Historiker: Ablassbrief mit Luthers Namen war bekannt

Berichte über die Neuentdeckung eines Ablassbriefes von Luther seien falsch

Der Kirchenhistoriker Hartmut Kühne kritisiert Berichte über den Fund eines Ablassbriefes mit dem Namen Martin Luthers. Die Direktorin des Weserrenaissance-Museums in Lemgo, Vera Lüpkes, hatte in einem Interview gesagt, sie habe das Schriftstück in der spanischen Nationalbibliothek gefunden. "Diesen Ablassbrief hatte der Franziskaner Reinhold Weijenborg schon vor fast 60 Jahren in Madrid entdeckt und ihn 1960 in einem umfangreichen französischen Aufsatz veröffentlicht", sagte Kühne in Berlin. Das Stück sei in der deutschen Forschung bekannt und zuletzt im Jahr 2012 nochmals von dem Erfurter Historiker Rudolf Benl analysiert worden. Auf der 1631 erstellten Abschrift des Ablassbriefs ist laut Lüpkes Luthers Geburtsname "Martin Luder" gemeinsam mit den Namen vieler Mitbrüder verzeichnet. Luther war damals Mönch im Erfurter Augustinerkloster. Später bekämpfte der Reformator erbittert den Ablasshandel der Kirche.

Familienministerin: "#MeToo-Debatte immens wichtig"

Unter #MeToo berichten Frauen in sozialen Medien über Erfahrungen mit Sexismus

Familienministerin Katarina Barley zeigt sich erfreut sich über die "#MeToo"-Debatte. "Sexismus ist Alltag, in der einen Branche mehr als in der anderen. Deshalb ist die Debatte, die durch #MeToo ausgelöst wurde, immens wichtig", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Unter dem Hashtag #MeToo berichten Frauen in aller Welt seit Tagen in den sozialen Medien über Erfahrungen mit Chauvinismus, Sexismus und sexualisierter Gewalt. Die Ministerin betonte, bei Sexismus gehe es nicht ums Flirten, sondern immer um Macht. Daher müsse sich das "Machtgefälle zwischen den Geschlechtern" in Deutschland ändern. "Das hat auch etwas mit fehlender Lohngerechtigkeit zu tun, mit dem Frauenanteil in den Parlamenten, mit einem Frauenanteil in Führungspositionen in Unternehmen." Die SPD-Fraktionschefin im Bundestag, Andrea Nahles, sieht eine typische Sexismus-Erfahrung darin, "dass Frauen nicht ernst genommen werden", wie sie der "Bild am Sonntag" sagte. "Bei Frauen wird sogar noch die Qualifikation angezweifelt, wenn sie bereits sehr erfolgreich im Leben stehen. Ich kenne nichts vergleichbares bei Männern", fügte sie hinzu.

Krüger bleibt Präsident des Kinderhilfswerks

Thomas Krüger hat das Amt seit 1995 inne

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, ist auf einer Mitgliederversammlung am Wochenende in Berlin wiedergewählt worden. Das teilte der Verein mit. Als zentrale Themen nannte der 58-Jährige den Jugendmedienschutz, eine kinderfreundliche Stadtentwicklung und die kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Politisch werde sich die Organisation weiter für die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz einsetzen. Dort müssten sich auch die Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention wiederfinden. Krüger ist seit 1995 Präsident des Kinderhilfswerks.

Zehntausende feiern 175. Jubiläum der Walhalla

In der Gedenkstätte werden große Persönlichkeiten der deutschen Geschichte geehrt

Mit einem großen Feuerwerk ist das 175. Jubiläum der Walhalla am Samstagabend gefeiert worden. Zu dem Spektakel in der Nähe von Regensburg strömten nach Polizeiangaben bis zu 40 000 Besucher an die Donau. Mehr als 3000 Menschen verfolgten das Feuerwerk von Schiffen aus. In dem tempelartigen Bau - 1842 eröffnet vom bayerischen König Ludwig I. - sind Büsten großer Persönlichkeiten der deutschen Geschichte ausgestellt. Zu den dort Geehrten gehören Kaiser und Könige, Künstler wie Albrecht Dürer, Forscher wie Wilhelm Conrad Röntgen oder mutige Menschen wie die von den Nazis ermordete Widerstandskämpferin Sophie Scholl von der "Weißen Rose".

Nina Hoss erhält Braunschweiger Filmpreis

Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert

Die Schauspielerin Nina Hoss ist mit dem diesjährigen Europäischen Schauspielpreis "Die Europa" des Internationalen Filmfestivals Braunschweig ausgezeichnet worden. Die Film- und Theaterschauspielerin werde für ihre herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur geehrt, teilten die Festival-Veranstalter mit. Hoss wirkte in zahlreichen Theaterstücken, Kino- und Fernsehproduktionen mit. Für die Hauptrollen in den Fernsehfilmen "Toter Mann" (2002) und "Wolfsburg" (2003), wurde sie jeweils mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Im Kino war sie unter anderem mit der Komödie "Nackt" (2002) und dem Afrika-Epos "Die weiße Massai" (2005) erfolgreich. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Hanna Schygulla, Bruno Ganz, Isabelle Huppert, Barbara Sukowa und Mads Mikkelsen. Das am Sonntag endende 31. Filmfestival zeigt an sechs Tagen 264 Filme aus 42 Ländern.

Schriftsteller Pablo Neruda könnte vergiftet worden sein

Internationale Expertengruppe will einen Giftstoff gefunden haben

Der chilenische Literatur-Nobelpreisträger Pablo Neruda ist 1973 möglicherweise an einer Vergiftung und nicht an Krebs gestorben. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Gruppe von Experten. Sie hätten einen Giftstoff gefunden, erklärte gestern der spanische Forensiker Aurelio Luna. Weitere Laborstudien könnten bestimmen, ob es sich um eine von Menschenhand ausgeführte Vergiftung handele. Die Gruppe von 16 Experten aus den USA, Frankreich, Kanada, Dänemark, Spanien und Chile schloss aus, dass Neruda an den Folgen seines Krebsleidens gestorben sein könnte. Das sagte der Richter Mario Carroza, der die Untersuchung beauftragt hatte. Neruda war am 23. September 1973 in einem Krankenhaus in Santiago de Chile gestorben. Die Sterbeurkunde gab damals Prostatakrebs als Todesursache an. Den Literaturnobelpreis hatte Neruda 1971 gewonnen. 2013 war der Leichnam exhumiert worden, 2016 erneut begraben worden.

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