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Kulturnachrichten

Montag, 16. Oktober 2017

Staatsoperette Dresden soll Intendantin bekommen

Kathrin Kondaurow ist noch als Musiktheater-Dramaturgin am Nationaltheater Weimar

Kathrin Kondaurow soll neue Intendantin der Staatsoperette Dresden werden. Eine vom Stadtrat eingesetzte Findungskommission habe sich auf sie verständigt, teilte das Rathaus mit. Der Wechsel vom derzeitigen Intendanten Wolfgang Schaller zu Kondaurow soll zu Beginn der Spielzeit 2019/2020 erfolgen. Momentan ist die designierte Intendantin als Musiktheater-Dramaturgin am Nationaltheater Weimar tätig. "Mit Kathrin Kondaurow wird nicht nur die Zukunft der Staatsoperette Dresden als renommiertes Musiktheater-Ensemble gesichert, sondern auch der Erwartung in Dresden und außerhalb nach einer künstlerischen Weiterentwicklung des Hauses entsprochen", sagte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Für die Stelle waren bei der Stadt Dresden 38 Bewerbungen eingegangen. Die Findungskommission lud neun Kandidaten zur Vorstellung ihrer Konzeption als Musiktheater für Operette, Musical und Oper ein.

Bahnbrechende Beobachtung in der Astronomie

Forscher sprechen von "neuer Ära" der Weltraumforschung

Bahnbrechende neue Beobachtung im Weltraum: Forscher in Europa und den USA haben erstmals Gravitationswellen bei der Verschmelzung zweier Neutronensterne gemessen. Bei diesen Wellen handelt es sich um Verzerrungen der Raumzeit, die Albert Einstein bereits vor gut hundert Jahren im Rahmen seiner Relativitätstheorie vermutet hatte. Die in den vergangenen Jahren gemessenen Gravitationswellen stammten in allen Fällen von verschmelzenden Schwarzen Löchern - die Ereignisse dauerten nur ein paar Sekunden und blieben unsichtbar für Teleskope auf der Erde. Nun sei zum ersten Mal "im sichtbaren Licht eine Quelle von Gravitationswellen vermessen" worden, erklärten die ESO-Forscher. Aufgrund der Daten aus dem Zusammenstoß der Neutronensterne konnten die Wissenschaftler eine neue Messmethode für die Geschwindigkeit entwickeln, mit der sich das Universum ausdehnt.

Britischer "Amadeus"-Schauspieler gestorben

Roy Dotrice wurde 94 Jahre alt

Der britische Schauspieler Roy Dotrice ist tot. Der durch seine Rolle als Leopold Mozart in Milos Formans "Amadeus" bekannt gewordene Künstler sei mit 94 Jahren im Kreis seiner Töchter, Enkel und Urenkel in London gestorben, teilte die Familie mit. Der 1923 auf der Kanalinsel Guernsey geborene Dotrice diente im Zweiten Weltkrieg bei der britischen Luftwaffe. 1942 wurde sein Flugzeug abgeschossen. Während der Kriegsgefangenschaft bis 1945 trat er vor Mitgefangenen auf und schlug nach Kriegsende eine professionelle Schauspielerkarriere ein. Bekannt wurde er mit seiner Rolle in der CBS-Fernsehserie "Die Schöne und das Biest". 1969 erhielt er den britischen Bafta-Award als bester Fernsehschauspieler. Einen Namen machte er sich auch Erzähler in den Hörbuchausgaben der Fantasy-Saga "Das Lied von Eis und Feuer" von George Martin.

Neuer Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie

Semjon Bytschkow tritt ab der Saison 2018/2019 an

Semjon Bytschkow wird neuer Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie. Der US-Amerikaner russischer Herkunft unterschrieb einen Fünfjahresvertrag, der mit der Saison 2018/2019 beginnt, wie das Kulturministerium in Prag mitteilte. Er folgt auf Jiri Belohlavek, der im Mai im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben war. Bytschkow stehe für künstlerische Kontinuität, da er ein ähnliches Konzept wie sein Vorgänger verfolge, sagte Orchesterdirektor David Marecek der Agentur CTK. Bytschkow wuchs in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, auf, emigrierte aber im Jahr 1975 in die USA. Er stand unter anderem an der Spitze des Grand-Rapids-Symphonieorchesters im US-Bundesstaat Michigan und des Orchestre de Paris. In Deutschland machte er sich als Chefdirigent der Dresdner Semperoper und des WDR-Sinfonieorchesters einen Namen.

Pjotr Pawlenski legt Feuer an der Banque de France

Russischer Konzeptkünstler sitzt nun in Polizeigewahrsam

Der russische Konzept- und Performancekünstler Pjotr Pawlenski hat in der Nacht zu Montag Feuer an der Banque de France in Paris gelegt. Die französische Journalistin Sarah Constantin hatte zuerst Fotos auf Twitter hochgeladen, die Pawlenski, umringt von Flammen, an der Eingangstür der Bank zeigen. Außerdem ist dort ein Kommuniqué zu sehen, in dem der Künstler seine Aktion erklärt: Die Bank habe, alles andere als zufälligerweise an der Place de la Bastille errichtet, auch deren Platz als Symbol der Macht und Unterdrückung eingenommen und die Banker den Platz der Monarchen in einem System der Versklavung. Die Wiederbelebung eines revolutionären Frankreich soll laut Pawlenski das globale Revolutionsfeuer auslösen. Er wurde nach der Aktion von der Polizei verhaftet. Seit Januar genießt Pawlenski politisches Asyl in Frankreich, nachdem er aus Russland geflohen ist.

Otto Brenner Preis geht an "Spiegel"-Autoren

Preis für kritischen Journalismus wird am 21. November überreicht

Ein Autorenteam des Magazins "Der Spiegel" erhält in diesem Jahr den Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus. Wie die gleichnamige Stiftung der Gewerkschaft IG Metall in Frankfurt mitteilte, werden Kristina Gnirke, Isabell Hülsen und Martin U. Müller für die Titelgeschichte "Ein krankes Haus" über den Asklepios-Konzern ausgezeichnet. Der in der "Spiegel"-Ausgabe Nr. 51/2016 erschienene Beitrag leiste "schonungslose Aufklärung über die Missstände im Gesundheitswesen". Der zweite Preis geht an den Journalisten Fritz Schaap für eine dreiteilige Serie über den Alltag im Kriegsland Syrien. Mit dem dritten Preis geehrt werden Caterina Woj und Andrea Röpke für den Film "Das braune Netzwerk - Wer steuert die Wutbürger?", der in der WDR-Reihe "die story" gezeigt wurde. Einen "Spezial"-Preis, verlieh die Jury an die Journalistin Charlotte Wiedemann. Sie sei eine profilierte Autorin mit dem Schwerpunkt "Islamische Lebenswelten" und werde für ihr langjähriges journalistisches Schaffen insgesamt geehrt.

Javier Serra gewinnt Planeta-Preis

Höchstdotierte literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt

Der spanische Schriftsteller Javier Serra erhält den diesjährigen Planeta-Preis - die höchstdotierte literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt, die für den besten unveröffentlichten Roman verliehen wird. Der frühere Radio- und TV-Moderator bekam die silberne Trophäe und den Prämienscheck für seinen bisher unveröffentlichten Kriminalroman "El Fuego Invisible" in Barcelona überreicht. Der gelernte Journalist Serra ist einer der erfolgreichsten Autoren der jüngeren Generation in Spanien. Seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Eine Besonderheit des Preises ist, dass die Autoren die Manuskripte unter Pseudonym einreichen müssen, so dass auch unbekannte Autoren eine Chance haben - und auch schon siegreich waren.

Bad Hersfelder Festspiele erneut im Minus

Gründung einer Festspielgesellschaft wird erwogen

Trotz eines Besucherrekords mit mehr als 100 000 Zuschauern haben die Bad Hersfelder Festspiele in der zurückliegenden Sommersaison ein Defizit von rund 600 000 Euro verursacht. Das entspricht 7,7 Prozent des Gesamtetats, der bei 7,8 Millionen Euro lag, wie die Festspiele mitteilten. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder dazu gekommen, dass die Festspiele höhere Ausgaben hatten als sie mit ihren Finanzen decken konnten. Es mussten aus der Stadtkasse wiederholt Mittel nachträglich bewilligt werden. Bürgermeister Thomas Fehling sprach mit Blick auf die Planungsstrukturen der Festspiele von einem Systemfehler. Weil die Festspiele viel früher jahresübergreifende Planungen angehen müssen, als der städtische Haushalt Mittel freigibt, kam es immer wieder zu Finanzproblemen. Deswegen gibt es Pläne zur Gründung einer Festspielgesellschaft.

Theater aus Römerzeit in Jerusalem freigelegt

Bau aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert wurde offenbar nicht vollendet

Bei Grabungen an der Klagemauer in Jerusalem haben israelische Archäologen ein antikes Theater freigelegt. Der Bau unterhalb des sogenannten Wilson-Bogens wurde möglicherweise als Buleuterion (Versammlungsort) für den Stadtrat oder als Odeon für akustische Darbietungen benutzt, wie Joe Uziel, Archäologe der Israelischen Antikenbehörde (IAA), erklärte. Es handele sich um den ersten Fund eines öffentlichen Gebäudes aus der späten Römerzeit. Nach ersten Schätzungen fasste das Theater rund 200 Sitzplätze. Keramik- und Münzfunde deuteten darauf hin, dass der Bau aus dem zweiten oder dritten nachchristlichen Jahrhundert stamme und nicht vollendet worden sei. Eine Datierung mittels Radiokarbonmethode stehe noch aus. Nach IAA-Angaben handelt es sich bei den derzeitigen Arbeiten um die größten Ausgrabungen an der Westmauer seit zehn Jahren.

Regisseur J.J. Abrams nennt Weinstein "Monster"

Woody Allen warnt aber vor "Hexenjagd"

Im Skandal um sexuelle Belästigungen in Hollywood distanziert sich auch Regisseur J.J. Abrams klar von Filmproduzent Harvey Weinstein. "Er ist ein Monster", sagte der 51-Jährige dem US-Magazin "The Hollywood Reporter". "Ich glaube nicht, dass man genug darüber sprechen kann, wie abstoßend böse sein Machtmissbrauch war", sagte Abrams. Regisseur Woody Allen warnte vor einer Hexenjagd. In dem Fall gebe es keine Gewinner, "es ist einfach sehr, sehr traurig und tragisch für die armen Frauen, die das durchmachen mussten", sagte Allen der BBC. "Aber es sollte auch nicht zur Atmosphäre einer Hexenjagd führen, in der jeder Kerl, der in einem Büro einer Frau zuzwinkert, plötzlich einen Anwalt rufen muss", sagte der 81-Jährige. Nach einem Bericht der "New York Times" über Weinstein haben zahlreiche Schauspielerinnen dem Hollywoodmogul sexuelle Belästigungen und Missbrauch bis hin zu Vergewaltigungen vorgeworfen.

Buchmesse verteidigt Präsenz von rechten Verlagen

Besucher-Plus verzeichnet drei Prozent mehr als letztes Jahr

Zum Ende der Frankfurter Buchmesse haben die Veranstalter die Präsenz rechtsgerichteter Verlage noch einmal verteidigt. Sie begründeten dies am Abend mit dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, dem sie als Veranstalter der größten internationalen Messe für Bücher und Medien verpflichtet seien. Zugleich hieß es aber, politische Haltung und verlegerische Aktivitäten der sogenannten Neuen Rechten lehne man "entschieden ab". Das Ende der Buchmesse war am Wochenende von Rangeleien überschattet worden. Linke Demonstranten hatten sich mit lautstarken Protesten den Teilnehmern einer Buchpräsentation des rechtsgerichteten Antaios-Verlags entgegengestellt. Insgesamt zählte die Buchmesse genau 286.425 Besucher. Das sind drei Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Macron will Weinstein Verdienstorden aberkennen

Verfahren ist schon in Gang gesetzt

Frankreichs Präsident Macron will dem US-Filmproduzenten Weinstein nach Vergewaltigungsvorwürfen den Verdienstorden der Ehrenlegion abnehmen. Er habe das entsprechende Verfahren in Gang gesetzt, sagte Macron in einem Interview. Der Titel Ritter der Ehrenlegion wird an Franzosen und Ausländer verliehen. Weinstein hatte ihn für den Stummfilm "The Artist" erhalten. Nach US-Zeitungsberichten über Vergewaltigungs- und Belästigungs-Vorwürfe hatten sich immer mehr betroffene Schauspielerinnen gemeldet, unter ihnen die Französin Léa Seydoux. Am Samstag schloss die Oscar-Akademie den 65-Jährigen aus ihren Reihen aus und erklärte, sexuell aggressives Verhalten werde in der Filmbranche nicht mehr geduldet.

Pulitzer-Preisträger Richard Wilbur gestorben

US-Dichter wurde 96 Jahre alt

Der US-Dichter und zweifache Pulitzer-Preisträger Richard Wilbur ist tot. Das berichtet die "New York Times" und beruft sich auf seinen Sohn. Wilbur wurde 96 Jahre alt. Er starb bereits am Samstag in einem Seniorenheim im US-Bundesstaat Massachusetts. Wilbur gewann den Pulitzer-Preis erstmals 1957 und zum zweiten Mal 1989. Von 1987 bis 1988 war er Poet Laureate in den USA. Er arbeitete auch als Übersetzer aus dem Französischen, Spanischen und Russischen. Wilbur wurde häufig als Erbe des US-Dichters Robert Frost bezeichnet. Wilburs Gedichte sind kurz und raffiniert und befassen sich mit den Themen Kindheit, Familie, der Natur und dem kreativen Prozess.

Margaret Atwood mit Friedenspreis ausgezeichnet

Schriftstellerin sieht nach Wahl in Deutschland "Gruft" geöffnet

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood hat in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegengenommen. In ihrer Dankesrede wies die 77 Jahre alte Autorin darauf hin, dass es in diesen "seltsamen" Zeiten an vielen Fronten der Welt Anlass zur politischen Sorge gebe. Dazu gehörten in erster Linie die USA und Großbritannien. Doch auch in Deutschland sei eine "Gruft" geöffnet worden, die man für verschlossen gehalten habe, sagte Atwood mit Blick auf den Erfolg der Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat Atwood für "Humanität, Gerechtigkeitsstreben und Toleranz" in ihrem umfangreichen Schaffen geehrt.

Martinszüge sollen Weltkulturerbe werden

Antrag soll heute eingereicht werden

Die Rheinische Tradition der Martinszüge soll immaterielles Weltkulturerbe der Unesco in Deutschland werden. Dazu wollen zwei Martinsfreunde aus dem Kreis Viersen heute ihren Antrag bei der Unesco-Kommission einreichen. Die Martins-Tradition mit Lichterumzug, St. Martin auf dem Pferd und den Weckmännern für die Kinder soll sich im 19. Jahrhundert speziell im Rheinland herausgebildet haben. Nach dem Rheinischen Karneval und der Flussfischerei an der Sieg-Mündung könnte sie als dritte kulturelle Tradition aus Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. Die Entscheidung soll Mitte nächsten Jahres fallen.

Marler Menschenrechtspreis für TV-Filme

Amnesty International zeichnet Medien aus

Amnesty International hat zum zehnten Mal seine Marler Medienpreise für Menschenrechte verliehen. In fünf Kategorien wurden unter anderem Filme über Flucht, Waffenexporte und Demokratiebewegungen ausgezeichnet. Der Preis in der Kategorie Magazin/Inland ging an den WDR-Monitor-Beitrag "Afghanistans "sichere Gebiete" - Das zynische Spiel der Bundesregierung". In der Kategorie Magazin/Ausland wurde der rbb-Kontraste-Film "Europäische Union versagt tausenden Flüchtlingen die versprochene Hilfe" ausgezeichnet. Den Preis in der Kategorie Dokumentation/Inland erhielt der WDR-Beitrag "My Escape - Meine Flucht". Mit einem Sonderpreis für eine komplette Sendung mit dem türkischen Journalisten Can Dündar zur Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei wurde das ZDF-Format "aspekte" ausgezeichnet. Der Marler Medienpreis Menschenrechte wird seit 2001 als Preis der deutschen Sektion von Amnesty International vergeben für TV-, Radio- und Printbeiträge, die in Deutschland veröffentlicht wurden.

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