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Kulturnachrichten

Sonntag, 15. Oktober 2017

Marler Menschenrechtspreis für TV-Filme

Amnesty International zeichnet Medien aus

Amnesty International hat zum zehnten Mal seine Marler Medienpreise für Menschenrechte verliehen. In fünf Kategorien wurden unter anderem Filme über Flucht, Waffenexporte und Demokratiebewegungen ausgezeichnet. Der Preis in der Kategorie Magazin/Inland ging an den WDR-Monitor-Beitrag "Afghanistans »sichere Gebiete« - Das zynische Spiel der Bundesregierung". In der Kategorie Magazin/Ausland wurde der rbb-Kontraste-Film "Europäische Union versagt tausenden Flüchtlingen die versprochene Hilfe" ausgezeichnet. Den Preis in der Kategorie Dokumentation/Inland erhielt der WDR-Beitrag "My Escape - Meine Flucht". Mit einem Sonderpreis für eine komplette Sendung mit dem türkischen Journalisten Can Dündar zur Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei wurde das ZDF-Format "aspekte" ausgezeichnet. Der Marler Medienpreis Menschenrechte wird seit 2001 als Preis der deutschen Sektion von Amnesty International vergeben für TV-, Radio- und Printbeiträge, die in Deutschland veröffentlicht wurden.

Besucherbilanz Frankfurter Buchmesse

Mit etwa 280 000 Besuchern leichtes Plus

Die 69. Frankfurter Buchmesse ist heute mit einem leichten Plus bei den Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr zu Ende gegangen. Insgesamt kamen zu der Bücherschau mit etwa 4000 Veranstaltungen rund 280 000 Besucher. Im Vorjahr waren etwa 2000 weniger gezählt worden. Am Wochenende gab es ein Plus von 2,5 Prozent beim Lesepublikum, wie eine Sprecherin berichtete. Bei den Fachbesuchern wurde in den ersten drei Tagen ein leichter Rückgang von 0,2 Prozent verzeichnet. Ehrengast war dieses Jahr Frankreich und der französische Sprachraum.

Porno-Produzent sucht Material gegen Trump

Larry Flynt bietet Millionenprämie

Porno-Produzent Larry Flynt hat jedem bis zu zehn Millionen Dollar geboten, der Material veröffentlicht, das zu Trumps Amtsenthebung führt. Für sein Angebot hat der Gründer des "Hustler Magazine" eine ganzseitige Anzeige in der "Washington Post" platziert, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Die Anzeige soll heute erscheinen. Flynt bezeichnet demnach Trumps Präsidentschaft als nicht legitim. Nach neun Monaten im Amt habe Trump bewisen, dass er auf gefährliche Weise ungeeignet sei, so Flynt. Schon während der Wahlkampagne Trumps hatte Flynt jedem eine Million Dollar geboten, der Video- oder Audiomaterial offenlegt, welches beweist, dass Trump sich illegal verhält oder andere sexuell erniedrigt. Daraufhin wurde ein Video veröffentlicht, in dem Trump damit prahlt, wie er Frauen sexuell belästigt.

Prix Europa beginnt in Berlin

Größtes trimediales Festival Europas

In Berlin hat das größte trimediale Festival "der Prix Europa" begonnen. Bei dem siebentägigen Wettbewerb werden die besten Europäischen TV-, Radio- und Online-Produktionen des Jahres gewählt. Dabei geht es auch um die Begegnung von Medienmachern und ihrem Publikum. Vergeben werden 13 Preise in zehn Kategorien. Zum ersten Mal in der langen Geschichte des Festivals wird die Auszeichnung "Europäischer Journalist des Jahres" verliehen - für außerordentlichen Mut und Kreativität, hieß es von den Veranstaltern. Um die wichtigste europäische Auszeichnung bewerben sich in diesem Jahr 677 Beiträge aus 34 Ländern, darunter 31 deutsche Beiträge. Die Preisverleihung findet zum Ende des Festivals am 20. Oktober statt. Am 16. Oktober stellt der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk im Rahmen des 31. Prix Europa seinen neuen Roman "Die rothaarige Frau" vor.

Margaret Atwood erhält Friedenspreis des Buchhandels

Frankfurter Buchmesse geht zu Ende

Zum Abschluss der Buchmesse in Frankfurt am Main ist der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin Margaret Atwood verliehen worden. Der Stiftungsrat des Preises begründete die Entscheidung für die 77-Jährige mit ihrem politischen Gespür und ihrer Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen. Der mit 25.000 Euro dotierte Friedenspreis wird seit 1950 vergeben, die Verleihung fand in der Frankfurter Paulskirche statt. Die am 18. November 1939 in Ottawa geborene Atwood gilt als wichtigste und erfolgreichste Autorin Kanadas. Ihr aus Romanen, Kurzgeschichten, Essays, Lyrik, Theaterstücken, Drehbüchern und Kinderbüchern bestehendes Werk erschien in mehr als 30 Sprachen.

Oscar-Akademie wirft Harvey Weinstein raus

Reaktion auf zahlreiche Vorwürfe sexuellen Missbrauchs

Die Oscar-Akademie hat den Filmproduzenten Harvey Weinstein wegen zahlreicher sexueller Missbrauchsvorwürfe ausgeschlossen. Der 65-Jährige verdiene nicht den Respekt seiner Kollegen, teilte die Organisation mit. Der Vorstand der Academy of Motion Picture Arts and Sciences war zuvor zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen. Für den sofortigen Ausschluss Weinsteins hätten sich deutlich mehr als die benötigten zwei Drittel der Mitglieder ausgesprochen. Zum 54-köpfigen Vorstand gehören unter anderem die Oscar-Preisträger Steven Spielberg, Tom Hanks und Whoopi Goldberg an. Zahlreiche Schauspielerinnen werfen Weinstein vor, sie sexuell belästigt zu haben, auch Vergewaltigungsvorwürfe stehen im Raum. Von seinem Filmstudio The Weinstein Company (TWC) ist Harvey Weinstein inzwischen entlassen worden. Er war seit mehr als 20 Jahren Mitglied der Oscar-Akademie. Seine mit den Miramax-Studios und der Weinstein Company produzierten Filme wurden von der Academy mit mehr als 80 Oscars ausgezeichnet.

"Neue Stimmen"-Preise für Bulgarin und Südkoreaner

Operntalente gewinnen Gesangswettbewerb

Die 26-jährige bulgarische Mezzosopranistin Svetlina Stoyanova und der zwei Jahre jüngere südkoreanische Bass Cho ChanHee haben den Gesangswettbewerb "Neue Stimmen" gewonnen. Die beiden Operntalente erhalten ein Preisgeld von jeweils 15 000 Euro, wie die Bertelsmann-Stiftung heute mitteilte. Das Finale in Gütersloh bestritten fünf Sängerinnen und fünf Sänger. Seit 30 Jahren veranstaltet die Bertelsmann-Stiftung im Abstand von zwei Jahren den Gesangswettbewerb "Neue Stimmen" und sucht junge Operntalente. 2017 haben sich 1430 Nachwuchssänger aus 76 Nationen beworben. Für die Endrunde fanden an 24 Orten weltweit Vorsingen statt - 42 Sänger hatten sich qualifiziert.

Gärtnerplatztheater in München wiedereröffnet

Renovierungskosten waren auf 121 Millionen angestiegen

Das Gärtnerplatztheater in München hat gestern Abend mit einer ausverkauften "Es ist soweit"-Gala nach fünf Jahren Renovierungszeit den Wiedereinzug in sein Stammhaus gefeiert. Nach der Begrüßungsrede von Staatsintendant Köpplinger, zeigten das Orchester, das 32-köpfige Solistenensemble, der Chor, der Kinderchor und das Ballett unter der musikalischen Leitung von Anthony Bramall, Michael Brandstätter und Andreas Kowalewitz ein buntes Potpourri aus dem Repertoire. Dreimal war die Bauzeit verlängert worden. Statt rund 70 Millionen Euro kostete die Renovierung am Ende 121 Millionen. Die offizielle Spielzeit beginnt am 19. Oktober mit der Premiere von Franz Lehárs Operette "Die lustige Witwe". Die musikalische Leitung hat der neue Chefdirigent Bramall.

Wim Wenders mit Douglas-Sirk-Preis geehrt

Laudatio hielt die iranische Künstlerin und Filmemacherin Shirin Neshat

Regisseur Wim Wenders ist auf dem Hamburger Filmfest mit dem Douglas-Sirk-Preis ausgezeichnet worden. Seit einem halben Jahrhundert zeige Wim Wenders mit seinem ganz besonderen Blick die Welt - wie sie war, wie sie ist und vielleicht auch wie sie sein sollte", teilte Kultursenator Brosda mit. Seine Filme würden gleichzeitig leise und doch mit großer Wucht für Verantwortung und Menschlichkeit werben, heißt es. Anschließend feierte Wenders neuer Film "Submergence" mit Oscar-Gewinnerin Alicia Vikander und James McAvoy in den Hauptrollen Deutschland-Premiere. Der Liebesfilm nach dem Roman von J. M. Ledgard soll im Februar 2018 in die Kinos kommen. Seit 1995 wird im Rahmen von Filmfest Hamburg der Douglas-Sirk-Preis an Persönlichkeiten verliehen, die sich um Filmkultur und Filmbranche verdient gemacht haben.

Wiedersehen der Gruppe 47 in Waischenfeld

Literaturfestival 50 Jahre nach dem letzten Treffen

50 Jahre nach dem letzten Treffen der Gruppe 47 erinnert ein kleines Literaturfestival in Franken an den Literatenkreis. Die Stadt Waischenfeld hatte noch lebende Autoren der legendären Vereinigung eingeladen - für Lesungen, Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen. Schriftsteller Friedrich Christian Delius hat das Wiedersehen von Mitgliedern der Gruppe fünf Jahrzehnte nach der letzten Zusammenkunft genossen. Ein "Veteranentreffen in dieser schönen Gegend" zu machen, sei eine hervorragende Idee gewesen, sagte der Büchner-Preisträger. Es sei gut, dass wieder häufiger über die Gruppe 47 und ihre Bedeutung gesprochen werde, sagte Delius, der bei dem Treffen vor 50 Jahren zu den Vertretern der jüngeren Generation gehört hatte. Die Gruppe 47 galt als bedeutendster Literaturkreis der jungen Bundesrepublik. Namen wie Günter Grass, Heinrich Böll, Martin Walser, Ingeborg Bachmann und Hans Magnus Enzensberger waren ihre Aushängeschilder.

Deutscher Jugendliteraturpreis verliehen

Gudrun Pausewang erhielt Preis für ihr Lebenswerk

Die Autorin Gudrun Pausewang hat den Deutschen Jugendliteraturpreis für ihr Lebenswerk erhalten. Der in diesem Jahr zum ersten Mal verliehene Sonderpreis "Neue Talente" ging an den Schriftsteller Mario Fesler. Auszeichnungen erhielten zudem Jakob Wegelius, Bonnie-Sue Hitchcock, Piotr Socha, Isabel Minhós Martins und Becky Albertalli. Pausewang habe unzählige junge Leser darin bestärkt, für Frieden, Freiheit und Toleranz einzustehen und für eine lebendige Demokratie zu kämpfen, unterstrich die Jury. Nachwuchsautor Mario Fesler überzeugte die Juroren mit seinem Debüt "Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer". In der Sparte Kinderbuch wurde der Abenteuerroman "Sally Jones. Mord ohne Leiche" des schwedischen Autors und Illustrators Jakob Wegelius ausgezeichnet. Als bestes Jugendbuch wurde "Der Geruch von Häusern anderer Leute" der US-Autorin Bonnie-Sue Hitchcock prämiert.

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