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Kulturnachrichten

Dienstag, 10. Oktober 2017

Schauspielerin Lissy Tempelhof gestorben

Tempelhof war mehr als 35 Jahre im Ensemble des Deutschen Theaters Berlin

Die Theater- und Filmschauspielerin Lissy Tempelhof ist tot. Sie starb im Alter von 88 Jahren in Berlin, wie das Deutsche Theater unter Berufung auf Tempelhofs Agentur mitteilte. Tempelhof war mehr als 35 Jahre lang Mitglied im Ensemble des Deutschen Theaters Berlin. Dort habe sie mit Regisseuren wie Adolf Dresen und Benno Besson zusammengearbeitet, so das Theater. Auch auf der Kinoleinwand war Tempelhof zu sehen. Sie spielte unter anderem in dem Defa-Drama "Die besten Jahre" aus dem Jahr 1965 von Günther Rücker. Nach der Wende war Tempelhof weiter regelmäßig im Kino und Fernsehen zu sehen. Zuletzt hatte sie unter anderem Auftritte in dem Kinder-Kinofilm "Quatsch und die Nasenbärbande" und der TV-Komödie "Herzdamen an der Elbe".

BBC-News-Direktor Harding gibt seinen Posten ab

James Harding will ein eigenes Medienunternehmen gründen

Der für den Bereich Nachrichten verantwortliche Direktor der BBC, James Harding, gibt seinen Posten zu Beginn des kommenden Jahres ab. Das teilte die BBC mit. Harding war seit 2013 an der Spitze des öffentlich-rechtlichen britischen Nachrichtennetzwerks. Ein Nachfolger soll Ende des Jahres bestimmt werden. Harding will den Angaben zufolge ein eigenes Medienunternehmen gründen. Der 48-Jährige kündigte an, Details dazu im kommenden Jahr bekannt zu geben.

Gurlitt-Sammlung wird ausgestellt

Bonn und Bern zeigen zeitgleich Werke aus der umstrittenen Sammlung

Unter dem Titel "Bestandsaufnahme Gurlitt" zeigen im November die Bundeskunsthalle in Bonn und das Kunstmuseum in Bern Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen aus der Sammlung des umstrittenen Kunsthändlers Cornelius Gurlitt. Die Bonner Ausstellung trägt den Untertitel "Der NS-Kunstraub und die Folgen" und will die Schicksale von Kunstsammlern oder -händlern beleuchtet, die durch die Nationalsozialisten enteignet worden waren. Zudem werden erstmals Dokumente aus dem schriftlichen Nachlass des Nazi-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt gezeigt, dem Vater Cornelius Gurlitts. Das Kunstmuseum Bern legt den Fokus auf die von den Nationalsozialisten sogenannte "Entartete Kunst". Der im Mai 2014 gestorbene Cornelius Gurlitt hatte seine Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. 2012 war die Sammlung beschlagnahmt worden. Seitdem wird nach der Herkunft der Bilder geforscht.

Leiterin der polnischen Filmförderung entlassen

Magdalena Sroka beklagte die Rückkehr der Zensur

Die Chefin der polnischen Filmförderung PISF ist entlassen worden. Das gab das Kulturministerium bekannt. Magdalena Sroka leitete eine der wichtigsten Kulturinstitutionen des Landes. Anlass der Entlassung war ein Schreiben des Instituts, in dem eine Rückkehr der Zensur beklagte wurde. Polen-Korrespondent Jan Pallokat: "Das Kulturministerium sprach von Verstößen gegen Recht und Amtspflichten, das Schreiben sei geeignet dem Ansehen Polens im Ausland zu schaden. Gegen die Entscheidung protestierten hunderte Kulturschaffende, auch der Programmbeirat der Filmförderungsinstitution. Anhänger der Regierung dagegen bekundeten ihre Freude darüber, das die Filmproduktion in Polen künftig polonisiert und nationalen Interessen dienen werde." Die Amtszeit der Direktorin des Filmförderungsinstituts war eigentlich bis 2020 fest geschrieben.

Merkel und Macron eröffnen Frankfurter Buchmesse

Am Abend beginnt die weltweit größte Fachmesse

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron eröffnen heute Abend die Frankfurter Buchmesse. Frankreich ist diesmal Gastland der Messe, zu der mehr als 7.000 Aussteller aus über 100 Ländern erwartet werden. 180 Autoren aus Frankreich haben ihr Kommen zugesagt, darunter Michel Houellebecq, Yasmina Reza und Alain Mabanckou. Die Frankfurter Buchmesse ist die weltgrößte Fachmesse ihrer Art und versteht sich als Messe für kreative Inhalte jeglicher Medien, also etwa auch für die Spiele- und Filmwirtschaft. Am Samstag und Sonntag öffnet die Messe traditionell ihre Tore für das allgemeine Publikum. Zum Abschluss wird am Sonntag in der Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Er geht in diesem Jahr an die Kanadierin Margaret Atwood.

Lebenswerk-Echo für Brigitte Fassbaender

"Sie ist eine der vielfältigsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit"

Die Opernlegende Brigitte Fassbaender wird mit einem Echo-Klassik für ihr Lebenswerk geehrt. Die Sängerin, Regisseurin, Autorin und Pädagogin sei eine der vielfältigsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit, teilte der Deutsche Phono-Verband mit. Die 78-jährige Fassbaender gehöre zu den herausragenden Protagonisten der klassischen Musik. Ihre Operninterpretationen zeichneten sich durch eine einmalige Verbindung von gesanglicher Qualität und schauspielerischer Durchdringung aus, teilte der Phono-Verband weiter mit. Als erste Frau überhaupt habe sie die großen Liederzyklen von Franz Schubert aufgenommen. Seit ihrem Rückzug vom Gesang ist sie als Regisseurin tätig. Von 2009 bis zu diesem Sommer war sie künstlerische Leiterin des Richard-Strauss-Festivals von Garmisch-Partenkirchen. Der Preis soll Fassbaender am 29. Oktober in der Hamburger Elbphilharmonie überreicht werden.

Stars distanzieren sich von Weinstein

Pruduzent soll Frauen jahrelang belästigt haben

Hollywoodstars reagierten empört auf die Vorwürfe gegen US-Starproduzent Harvey Weinstein wegen sexueller Belästigung. Gestern wurde er deswegen vom Vorstand seiner eigenen Firma gefeuert. Nun positionierten sich Hollywoodpromis in der Affäre. Meryl Streep bezeichnete in einer Stellungnahme die Frauen, die den Skandal enthüllten als "Heldinnen". Judy Dench bot ihnen Unterstützung an. Sie fühle sich "wütend und dunkel traurig" schrieb Glenn Close in der New York Times, denn sie habe selbst von den "vagen Gerüchten" über Harvey Weinstein gehört. US-Schauspielerin Jessica Chastain forderte via Twitter die Männer auf, nun auch ihre Stimme zu erheben. Ebenfalls auf Twitter verurteilten dann auch US-Regisseur und Drehbuchautor Kevin Smith sowie die Schauspieler Mark Ruffalo und Michael Keaton Weinsteins Verhalten. Wie die New York Times enthüllte, soll sich der Produzent über Jahre hinweg gegenüber Frauen unangebracht verhalten haben, darunter auch viele Schauspielerinnen.

Lars Eidinger fürchtet Angriffe vor "Matilda"-Premiere

Russischer Film über Liebesaffäre des letzten Zaren verärgert Hardliner

Schauspieler Lars Eidinger fürchtet vor der Premiere des umstrittenen russischen Films "Matilda" um sein Leben. "Ich habe Angst, dass mir jemand weh tut oder ich angegriffen werde", sagte Eidinger der Deutschen Presse-Agentur. Er spielt in dem Film von Regisseur Alexej Utschitel die Rolle des heiliggesprochenen Zaren Nikolaus II. Wegen Drohungen gegen die Filmcrew werde Eidinger Ende Oktober nicht zu der Premiere nach Moskau reisen. Er mache sich besonders Sorgen um seine Filmkollegen, die durch Hardliner angefeindet würden, sagte Eidinger. Regisseur Utschitel sei massiv bedroht worden, Unbekannte hätten Autos angezündet und einen Molotowcocktail in sein Büro geworfen. Der Film schildert die Affäre des Zaren mit der Ballerina Matilda Kschesinskaja, was Klerus, Nationalisten und Monarchisten als unangemessen empfinden.

Deutscher Buchpreis für Robert Menasse

Schriftsteller wird für Roman über EU-Bürokratie geehrt

Der Österreicher Robert Menasse erhält für seinen Roman "Die Hauptstadt" den diesjährigen Deutschen Buchpreis. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bekannt. Menasses Roman setzt sich mit der Europäischen Union und ihren Widersprüchen auseinander. Ort der Handlung ist Brüssel. Die Jury erklärte, der Roman sei ein vielschichtiger Text, der auf meisterhafte Weise existenzielle Fragen des Privaten und des Politischen miteinander verwebe. "Dramaturgisch gekonnt gräbt er leichthändig in den Tiefenschichten jener Welt, die wir die unsere nennen", urteilten die Juroren weiter. "Und macht unter anderem unmissverständlich klar: Die Ökonomie allein, sie wird uns keine friedliche Zukunft sichern können." Robert Menasse sagte, er sei sehr gerührt, den Preis erhalten zu haben. Zugleich sei er aber auch sicher, dass seine fünf Konkurrenten die Auszeichnung ebenso verdient gehabt hätten. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.

Verleihung des Robert Geisendörfer Preises

Sechs Fernseh- und Radioproduktionen werden in München ausgezeichnet

Zu den Gewinnern zählen unter anderem der 3sat-Dokumentarfilm „La buena vida. Das gute Leben“ und das MDR-Hörspiel „Die meisten Afrikaner können nicht schwimmen“. Die Produzentin Gabriela Sperl bekommt den undotierten Sonderpreis für die ARD-Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU" über die Mordserie der rechtsextremen Terrorgruppe. Der Medienpreis der evangelischen Kirche wird seit 1983 jährlich im Gedenken an den christlichen Publizisten Robert Geisendörfer (1910-1976) vergeben. Damit werden Sendungen gewürdigt, die das Verantwortungsbewusstsein stärken, zum guten Miteinander und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen.

Olaf Kröck wird neuer Intendant der Ruhrfestspiele

Kröck folgt auf Frank Hoffmann, der die Festspiele nach 13 Jahren verlässt

Der Theatermacher Olaf Kröck wird neuer Intendant der Ruhrfestspiele. Der Aufsichtsrat habe sich einstimmig für den 45-Jährigen entschieden, teilten die Ruhrfestspiele mit. Kröck löst am 1. August 2018 Frank Hoffmann ab, der das Theaterfestival dann 13 Jahre lang leitete. Kröck ist derzeit Interimsintendant des Bochumer Schauspielhauses - bis Johan Simons, zuletzt Intendant der Ruhrtriennale, das Haus im Sommer 2018 übernimmt. Die Ruhrfestspiele Recklinghausen gehören zu den ältesten und größten Theaterfestivals in Europa. Gegründet wurden sie 1947.

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"Comeback" in der Kunsthalle TübingenDas Neue im Alten
Eine Marmorstatue mit Sonnenbrille und Handy, Bild von Léo Caillard: Hipster in Stone XII, 2017 (Léo Caillard)

Aneignen, Zitieren, Kopieren, Verfremden – der kreative Rückgriff auf kunsthistorische Vorbilder hat Konjunktur. Die Tübinger Kunsthalle greift die Retrowelle auf und versammelt rund hundert Werke zu einem aufschlussreichen "Comeback". Mehr

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