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Samstag, 20.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 9. Oktober 2017

Deutscher Buchpreis für Robert Menasse

Schriftsteller wird für Roman über EU-Bürokratie geehrt

Der Österreicher Robert Menasse erhält für seinen Roman "Die Hauptstadt" den diesjährigen Deutschen Buchpreis. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bekannt. Menasses Roman setzt sich mit der Europäischen Union und ihren Widersprüchen auseinander. Ort der Handlung ist Brüssel. Die Jury erklärte, der Roman sei ein vielschichtiger Text, der auf meisterhafte Weise existenzielle Fragen des Privaten und des Politischen miteinander verwebe. "Dramaturgisch gekonnt gräbt er leichthändig in den Tiefenschichten jener Welt, die wir die unsere nennen", urteilten die Juroren weiter. "Und macht unter anderem unmissverständlich klar: Die Ökonomie allein, sie wird uns keine friedliche Zukunft sichern können." Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.

Olaf Kröck wird neuer Intendant der Ruhrfestspiele

Kröck folgt auf Frank Hoffmann, der die Festspiele nach 13 Jahren verlässt

Der Theatermacher Olaf Kröck wird neuer Intendant der Ruhrfestspiele. Der Aufsichtsrat habe sich einstimmig für den 45-Jährigen entschieden, teilten die Ruhrfestspiele mit. Kröck löst am 1. August 2018 Frank Hoffmann ab, der das Theaterfestival dann 13 Jahre lang leitete. Kröck ist derzeit Interimsintendant des Bochumer Schauspielhauses - bis Johan Simons, zuletzt Intendant der Ruhrtriennale, das Haus im Sommer 2018 übernimmt. Die Ruhrfestspiele Recklinghausen gehören zu den ältesten und größten Theaterfestivals in Europa. Gegründet wurden sie 1947.

"Menschen-Museum" wiedereröffnet

Teilweise verhüllte Exponate

Mit einer Reihe verhüllter Exponate hat das Menschen-Museum von Leichenplastinator Gunther von Hagens wiedereröffnet. Die Schau am Berliner Alexanderplatz war zuletzt für mehrere Tage wegen Umbaus geschlossen - mit der Verhüllung von zehn Ganzkörperplastinaten in verschiedenen Posen wollen die Betreiber nun Auflagen des Bezirks Mitte erfüllen. Einem Gerichtsurteil zufolge muss das Museum bei Plastinaten nachweisen, dass der Körperspender eine Einwilligungserklärung erteilt hat. Zu sehen sind nun auch plastinierte Tiere, darunter ein Löwe.

Archiv der Avantgarden jetzt in Dresden

Ab 2021 hat das Archiv ein eigenes Haus, bis dahin ist es im Japanischen Palais

Das bisher in Berlin beheimatete Kunstarchiv der Avantgarden des 20. Jahrhunderts von Egidio Marzona befindet sich nun in Dresden. Die rund 1,5 Millionen Objekte umfassende Sammlung ist knapp elf Monate nach Unterzeichnung des Schenkungsvertrags Teil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Bis zur Fertigstellung eines eigenen Domizils für das neue Museum ist die Sammlung interimsmäßig im Japanischen Palais untergebracht, teilten die SKD mit. Es handelt sich um Kunstwerke, Designobjekte, Plakate, Architekturpläne, Fotos und Künstlerbriefe, die auf rund 120 Millionen Euro taxiert sind. Für 20 Millionen Euro wird ab 2019 ein Barockgebäude als künftiges Domizil des Kunstschatzes saniert und umgebaut, es öffnet spätestens 2021.

Jean Rochefort ist tot

Beliebter französischer Filmschauspieler starb mit 87 Jahren

Mit Jean Rochefort ist einer der beliebtesten französischen Kinoschauspieler gestorben. Der Hauptdarsteller in Filmen wie "Der Mann der Friseuse" und "Ein Elefant irrt sich gewaltig" starb im Alter von 87 Jahren, wie seine Tochter Clémence mitteilte. Rochefort wirkte in 150 Filmen mit, darunter auch viele Komödien. Rochefort spielte an der Seite berühmter französischer Darsteller wie Louis de Funès, Pierre Richard und Gérard Depardieu. Mit seinem Schnurrbart und seinem verschmitzten Lächeln verkörperte er den Franzosen alter Schule, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Im Laufe seiner langen Karriere wurde Rochefort drei Mal mit dem wichtigsten französischen Filmpreis César ausgezeichnet. Er erhielt ihn für seine Rollen in den Filmen "Que la Fête Commence" (Das Fest möge beginnen) von 1976 und "Die Schlemmer-Orgie" von 1978. Im Jahr 1999 erhielt er einen Ehren-César für sein Lebenswerk.

Nobelpreis für Wirtschaft an Richard H. Thaler

Thaler erforscht die Psychologie wirtschaftlicher Entscheidungen

Für seine Erforschung der Psychologie hinter wirtschaftlichen Entscheidungen bekommt der US-Wissenschaftler Richard H. Thaler den diesjährigen Nobelpreis für Wirtschaft. Das gab die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie in Stockholm bekannt. Thaler lehrt an der Universität Chicago. Der 72-jährige Verhaltensökonom habe gezeigt, dass begrenzte Rationalität, soziale Präferenzen und ein Mangel an Selbstbeherrschung systematisch Entscheidungen und Marktergebnisse beeinflussten, hieß es in der Begründung. Die mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 940 000 Euro) dotierte Auszeichnung geht - anders als die klassischen Nobelpreise - nicht auf das Testament des schwedischen Erfinders Alfred Nobel zurück. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis 1968 nachträglich, um bedeutende Ökonomen zu würdigen.

Jean-Paul-Preis für Alexander Kluge

Kluge wird für sein literarisches Lebenswerk ausgezeichnet

Der Schriftsteller Alexander Kluge erhält den Jean-Paul-Preis 2017 für sein literarisches Lebenswerk. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und wird vom Freistaat Bayern alle zwei Jahre vergeben. Kunstminister Ludwig Spaenle würdigte Kluge in München als "Ausnahmepersönlichkeit des zeitgenössischen Geisteslebens". Als "Aufklärer der Gegenwart" habe er sein medienübergreifendes Lebenswerk der Verbesserung der gesellschaftlichen Zustände gewidmet. Der Preis soll am 11. Dezember in München verliehen werden. Kluge stammt aus Halberstadt in Sachsen-Anhalt und lebt in München. Seine literarischen und analytischen Bücher, Filme und Fernsehreihen erhielten bereits etliche Auszeichnungen.

AfD will Mittel für Friedrichstadt-Palast kürzen

Nach Kritik des Intendanten an der AfD

Die AfD will nach der Kritik des Berliner Friedrichstadt-Palastes an ihrer Politik dem Haus die Mittel kürzen. Der AfD-Abgeordnete Dieter Neuendorf forderte bei den Haushaltsberatungen im Kulturausschuss, gut zwölf Prozent der Zuschüsse für die Showbühne in den kommenden beiden Jahren zu sperren. Damit solle dem Theaterintendanten Berndt Schmidt die Gelegenheit gegeben werden, sein Demokratieverständnis zu überdenken, so Neuendorf. Er warf Schmidt Verunglimpfung und Stigmatisierung vor. "Wer anderen den Diskurs verweigert, beweist einen zutiefst undemokratischen Geist", sagte er. SPD und Grüne wiesen die Vorwürfe der AfD scharf zurück. "Sie bewegen sich hier außerhalb unseres demokratischen Konsenses", sagte der Grünen-Abgeordnete Daniel Wesener. Schmidt hatte in einer Mail an die Mitarbeiter geschrieben, das Theater werde sich künftig noch deutlicher als bisher von 20 oder 25 Prozent der potenziellen Kunden im Osten abgrenzen. "Ich will all deren Geld nicht", hieß es in dem Brief.

Deutscher Buchpreis wird in Frankfurt verliehen

Sechs Autorn konkurrieren um wichtigste Auszeichnung der Branche

Sechs Autoren konkurrieren um den Deutschen Buchpreis, der am Montagabend in Frankfurt vergeben wird. Für das Finale um den besten deutschsprachigen Roman des Jahres sind nominiert: Gerhard Falkner ("Romeo oder Julia"), Franzobel ("Das Floß der Medusa"), Thomas Lehr ("Schlafende Sonne"), Robert Menasse ("Die Hauptstadt"), Marion Poschmann ("Die Kieferninseln") und Sasha Marianna Salzmann ("Außer sich"). Der Sieger wird am Vorabend der Frankfurter Buchmesse von der Jury in einer Zeremonie im Rathaus bekanntgeben. Der Deutsche Buchpreis, 2005 erstmals vergeben, gilt als wichtigste Auszeichnung der Branche. Er wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Der Sieger erhält 25 000 Euro, in der Regel ist dem ausgezeichneten Buch aber auch ein Platz auf den Bestsellerlisten sicher. Die übrigen fünf Autoren bekommen jeweils 2500 Euro.

Documenta: Kunst kann weg

Abbau der weltgrößten Kunstschau läuft

Die Spuren der Kunstausstellung documenta in Kassel verschwinden. Etwa 20 Gebäude und Plätze im öffentlichen Raum sind nach Angabe der Organisatoren schon zurückgegeben worden. Standorte, an denen der Aufwand größer ist, würden spätestens bis Mitte November fertiggestellt. Am sichtbarsten ist der Abbau der Kunstwerke im öffentlichen Raum: Der Büchertempel Parthenon auf dem Friedrichsplatz soll in den nächsten Tagen komplett verschwunden sein. Offen ist weiter, ob ein Außenkunstwerk in Kassel bleiben wird. Die Stadt verhandelt mit dem nigerianischen Künstler Olu Oguibe über seinen Obelisken. Selbst kaufen werde sie das Kunstwerk aber nicht, sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). Kassel vermittle nur, ein Ankauf müsse mit Spenden finanziert werden. Die documenta ist die weltweit bedeutendste Schau für zeitgenössische Kunst. Sie fand vom 8. April bis zum 17. September in Kassel und Athen statt.

US-Starproduzent Harvey Weinstein gefeuert

Grund sind Vorwürfe der sexuellen Belästigung

Weinstein wurde vom Vorstand seiner eigenen Firma „The Weinstein Company“ abgesetzt. Es habe neue Informationen zu den Anschuldigungen gegeben, hieß es in einer Erklärung. Weinstein und sein Anwalt wollten sich zur Entlassung zunächst nicht äußern. Die „New York Times“ hatte am Donnerstag berichtet, dass der Produzent angeblich über Jahrzehnte weibliche Angestellte und Schauspielerinnen sexuell belästigt habe, unter ihnen auch Hollywoodstar Ashley Judd.

Picasso-Ausstellung in Paris

Französischer Staatspräsident eröffnet „Picasso 1932. Année érotique“

Er möge die „großartige Sinnlichkeit“ in Picassos Gemälden, sagte Macron nach einem gut eineinhalbstündigen Rundgang mit seiner Ehefrau Brigitte. Gleichzeitig erkenne er eine „politische Bedeutung“ in den Werken, besonders in denjenigen der Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Ausstellung im Pariser Picasso-Museum trägt den Titel „Picasso 1932. Année érotique“ (zu deutsch: „Picasso 1932. Erotisches Jahr“). Das Jahr 1932 war ein Schlüsseljahr im Leben und Schaffen des spanischen Künstlers. Bis 11. Februar sind unter anderem zahlreiche Porträts von Picassos Geliebter Marie-Thérèse Walter zu sehen, darunter das berühmte Meisterwerk „Le Rêve“ („Der Traum“).

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