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Samstag, 20.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 3. Oktober 2017

Berliner Staatsoper wiedereröffnet

Sanierung hat 400 Millionen Euro gekostet

Mit vier Jahren Verzögerung ist heute die Staatsoper unter den Linden wiedereröffnet worden. Mit einer Gala wurde am Abend das Haus eingeweiht. Intendant und Regisseur Jürgen Flimm inszenierte "Szenen aus Goethes Faust" von Robert Schumann. Die musikalische Leitung hatte Generalmusikdirektor Daniel Barenboim. Nach sieben Jahren Bauzeit ist eine der wichtigsten Forderungen der Musiker erfüllt worden: die Verlängerung der Nachhallzeit, die jetzt dem Saal eine zeitgemäße Akustik gibt. Dies wurde durch die Anhebung der Decke um fünf Meter erreicht. Zur Sanierung gehörte auch die umfassende Erneuerung der Bühnentechnik. Zudem verbindet jetzt ein unterirdisches Bauwerk die Werkstätten im benachbarten Intendantenhaus mit der Hauptbühne. Während der Bauphase wurden im Baugrund überraschend Holzpfähle aus dem 18. Jahrhundert entdeckt, die die Arbeiten erheblich verzögerten. Zu weiteren Konzerte in den nächsten Tagen werden die Staatskapelle Berlin und die Wiener Philharmoniker mit dem Dirigenten Zubin Mehta erwartet.

Viele Besucher am "Tag der offenen Moscheen"

Mehr als 1000 islamische Gemeinden bundesweit beteiligt

Rund 100000 Besucher haben das Angebot genutzt, am "Tag der offenen Moscheen" bei Führungen, Vorträgen und Diskussionen islamische Gemeinden kennenzulernen. Unter dem Motto "Gute Nachbarschaft - bessere Gesellschaft" beteiligten sich mehr als 1000 Moscheen an der Aktion. "Es ist großartig, dass die Gesellschaft so offen ist, dass man Interesse zeigt angesichts der vergangenen Bundestagswahl", sagte Bekir Alboga, Generalsekretär der Türkisch Islamischen Union Ditib. Die Moschee sei kein isolierter Raum. Respekt und Solidarität müssten mehr denn je in den Fokus rücken, ergänzte Alboga. Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs in Köln äußerte, dass der Einzug der rechtspopulistischen AfD in den Bundestag zeige, dass sich die Moscheegemeinden noch mehr anstrengen müssten, um die Menschen von den Vorzügen einer vielfältigen Gesellschaft zu überzeugen. Es brauche mehr Begegnung und Austausch. Der Tag der Offenen Moschee fand zum 21. Mal in Folge statt.

Oberste Ränge des Kolosseums wieder zugänglich

Aufwendige Restaurierung ist abgeschlossen

Die obersten Ränge des Kollosseums in Rom können wieder besucht werden. Zum ersten Mal seit 40 Jahren ist es möglich von dort in das Innere des Amphitheaters und über Rom zu blicken. Am Dienstag eröffnete der italienische Kulturminister Dario Franceschini die restaurierte Aussichtsterrasse in rund 40 Metern Höhe. Vor etwa 2000 Jahren saß dort "der Pöbel", also die einfachen Leute, um Gladiatoren- und Tierkämpfe zu verfolgen. Seit 2010 wurde am vierten und fünften Rang des Kolosseums gearbeitet. Rund 1,5 Millionen Euro hat die Restaurierung gekostet. Mit mehr als 6,4 Millionen Besuchern gehört das um 79 nach Christus errichtete Kolosseum zu den meistbesuchten Attraktionen der Welt.

Künstler fordern Joy-Fleming-Brücke

Mannheimer Bauwerk soll Namen der verstorbenen Sängerin tragen

Nach dem Tod der Sängerin Joy Fleming setzen sich der Musiker Rolf Stahlhofen ("Söhne Mannheims") und der Comedian Bülent Ceylan dafür ein, dass die Mannheimer Kurpfalzbrücke in Joy-Fleming-Brücke umbenannt wird. Auch in einer Umfrage der Zeitung "Mannheimer Morgen" sprach sich eine Mehrheit für einen solchen Schritt aus. Politiker der Stadt sprachen von einem interessanten Vorschlag zur Ehrung der Mannheimer Sängerin. Dies müsse aber breiter diskutiert werden. Joy Fleming war in der vergangenen Woche im Alter von 72 Jahren gestorben. Als Pionierin der Blues- und Soul-Musik in Deutschland hatte sie Mannheim mit dem "Neckarbrücken-Blues" (1971) ein musikalisches Denkmal gesetzt. 1975 vertrat Fleming mit "Ein Lied kann eine Brücke sein" Deutschland beim Grand Prix d'Eurovision.

Musiker trauern um Tom Petty

Der US-Musiker war am Montag nach einem Herzstillstand gestorben

Zahlreiche Musiker trauern um den am Montag verstorbenen Sänger Tom Petty. "Es sind schockierende, erdrückende Neuigkeiten. Tom bedeutete die Welt für mich", teilte Bob Dylan dem Musikmagazin "Rolling Stone" mit. "Er war ein großartiger Künstler, voller Licht, ein Freund, und ich werde ihn nie vergessen." Bei einem Konzert in Portland legte die Band Coldplay eine Schweigeminute für Petty ein und spielte anschließend eine eigene Interpretation dessen Hit "Free Fallin'". Rockmusiker Bon Jovi twitterte, der Sänger sei eines seiner großen Vorbilder gewesen. Der frühere Beatles-Musiker Ringo Starr schrieb, er werde Petty vermissen. Tom Petty war am Montag nach einem Herzstillstand in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben. In den 70er Jahren hatte er als Solist und mit seiner Band "Tom Petty & the Heartbreakers" Welterfolge gefeiert. Songs wie "American Girl" oder "Refugee" wurden zu Hits. Zum 40. Bühnenjubiläum war er mit seiner Band erst vor wenigen Tagen in Los Angeles aufgetreten. Patty verkaufte mehr als 80 Millionen Platten. Er ist gemeinsam mit den "Heartbreakers" mit einem Stern auf Hollywoods Walk of Fame verewigt.

Yves-Saint-Laurent-Museum in Paris eröffnet

Nachlass des Modeschöpfers umfasst 35000 Objekte

Neun Jahre nach dem Tod des Couturiers hat am Dienstag in Paris das erste Museum zum Gedenken an Yves Saint Laurent eröffnet. Initiator des Museums war dessen Lebensgefährte, der Unternehmer Pierre Bergé. "Ich habe mein ganzes Leben damit verbracht, Yves Saint Laurent bei der Erschaffung seines Werks zu unterstützen, und ich möchte, dass es weiterlebt", sagte Bergé kürzlich. Das Museum an der Avenue Marceau im Zentrum von Paris ist in dem Haus untergebracht, in dem Yves Saint Laurent ab 1974 bis 2002 sein legendäres Modehaus führte. Die Ausstellung zeigt das Atelier des Modeschöpfers, vor allem aber dessen berühmteste Kreationen. Insgesamt umfasst Saint Laurents Nachlass 35.000 Objekte, darunter mehr als 7000 Modeschöpfungen, erläuterte Aurélie Samuel, die die Sammlung der Stiftung Yves Saint Laurent leitet. Man wollen Modebegeisterten einen Einblick in die schier grenzenlose Kreativität des Meisters geben und sein Werk verewigen: "Die Geschichte wird uns sagen, ob diese Mode auch Kunst ist", sagte Samuel.

Kölner Literaturfestival hat begonnen

Lit.Cologne Spezial mit Lesungen von Zadie Smith und Salman Rushdie

Die Kölner Lit.Cologne Spezial wurde am Dienstagabend mit einer Lesung von Zadie Smith, eine der bekanntesten britischen Autorinnen der Gegenwart, eröffnet. Das neueste Werk der 41-jährigen Schriftstellerin, der Roman "Swing Time", ist auch für den wichtige Man booker Preis nominiert. Das Festival dauert bis zum 15. Oktober und erwartet weitere bedeutende Gäste, darunter Salman Rushdie mit seinem neuen Buch "Golden House", die US-amerikanische Krimiautorin Donna Leon ("Kommissar Brunetti") und die deutschen Autoren Daniel Kehlmann, Uwe Timm und Sven Regener.

Literatur-Nobelpreis wird am Donnerstag verkündet

Keine Favoriten bekannt

Am Donnerstag wird der diesjährige Literatur-Nobelpreis in Stockholm bekanntgegeben. Das teilte die Schwedische Akademie mit, die traditionell bis kurz vor der Bekanntgabe ein Geheimnis um den genauen Termin macht. Die weltweit höchste Literatur-Auszeichnung ist mit neun Millionen Schwedischen Kronen dotiert (940.000 Euro). Favoriten für die Auszeichnung gibt es nicht. Im vergangenen Jahr ging der Preis an den US-amerikanischen Lyriker und Sänger Bob Dylan. Die Auswahl der Preisträger erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren nach Vorschlägen der 18 Mitglieder der Schwedischen Akademie. Nominierungen werden 50 Jahre lang geheim gehalten. Die Verleihung des Literatur-Nobelpreises und der vier anderen Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Frieden findet am 10.Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, statt.

Porzellanschüssel für 32 Millionen Euro versteigert

Tausendjährige chinesische Keramik stammt aus Song-Dynastie

Für den Rekordpreis von 37,7 Millionen Dollar (rund 32 Millionen Euro) ist eine kleine bläulich schimmernde Porzellanschüssel versteigert worden. Das teilte das Auktionshaus Sotheby's in Hongkong mit. Der Telefonbieter, zu dem es zunächst keine weiteren Informationen gab, erhielt nach rund 20 Minuten Wettstreit den Zuschlag. Die Schüssel hat einen Durchmesser von 13 Zentimetern und stammt vom kaiserlichen Hof der nördlichen Song-Dynastie (960 bis 1126). Ursprünglich wurde sie zum Waschen von Bürsten benutzt. Aus der Serie sollen nur vier Stück in Privatbesitz sein.

Lausanner Autor Philippe Rahmy gestorben

Trauer um Schweizer Literaturpreisträger 2017

Der Schriftsteller Philippe Rahmy ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Er litt an der sogenannten Glasknochenkrankheit. Der Autor war noch im Februar für seinen Roman "Allegra" mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet worden. Man sei erschüttert und traurig, teilte der Lausanner Verlag Les Editions d'en bas mit. Gleichzeitig dankte das Verlagshaus dem Verstorbenen für die Freude am Leben und am Schreiben, die er in den letzten Jahren geteilt habe. Rahmy hatte 2005 einen ersten Gedichtband veröffentlicht. Nach dem Reisebericht "Béton armé" (2013) folgte der erste Roman "Allegra" (2016). Seine letzte Erzählung "Monarchen" erschien im August.

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