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Kulturnachrichten

Montag, 2. Oktober 2017

Pfeiffer-Poensgen lehnt Bundeskulturministerium ab

NRW-Kulturministerin lobt Wirken von Monika Grütters

Die neue nordrhein-westfälische Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hält nichts von Forderungen nach einem Bundeskulturministerium. Die Ansiedlung der Staatsministerin für Kultur im Kanzleramt habe sich "enorm bewährt", sagte die parteilose Politikerin. Mit der "großen Unterstützung" von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei das "eine sehr glückliche Konstellation", sagte sie. Dies sei auch dem "energiegeladenen Wirken" von Staatsministerin Monika Grütters (CDU) zu verdanken. Der Deutsche Kulturrat hatte nach der Bundestagswahl gefordert, ein eigenes Bundeskulturministerium einzurichten. Die Kulturpolitik sei im Bund "seit fast 20 Jahren ein Provisorium" und müsse ein größeres Gewicht bekommen, hieß es in der Begründung. Dass ihr Bundesland seit dem Regierungswechsel ein eigenes Kultur- und Wissenschaftsministerium habe, sieht Pfeiffer-Poensgen als Vorteil. Dadurch bekomme die Kultur in Nordrhein Westfalen "eine größere Sichtbarkeit" und mehr Gewicht.

Britischer Künstler lässt Kampfjet vergraben

Kunstaktion von Roger Hiorns in Tschechien

Der britische Künstler Roger Hiorns lässt in der Nähe von Prag ein Kampfflugzeug vom Typ MiG-21 vergraben. Die Arbeiten begannen am Sonntag und sollten einige Zeit andauern, sagte eine Sprecherin der Galerie Rudolfinum. Anlass der Aktion ist die Feier zur 100. Ausstellung der Prager Kultureinrichtung, die seit 1994 auf zeitgenössische Kunst spezialisiert ist. Als Ort für sein "Begräbnis" wählte Hiorns das Gelände des europäischen Laser-Forschungszentrums ELI in Dolni Brezany westlich von Prag. Es sei eine Begegnung von Wissenschaft und Kunst, sagte Rudolfinum-Sprecherin Martina Freitagova. Beide Disziplinen versuchten auf ihre Art, Grenzen zu verschieben. Der Abfangjäger MiG-21 aus sowjetischer Entwicklung galt zu seiner Zeit als eines der fortschrittlichsten Kampfflugzeuge. Am Ort des «Flugzeug-Begräbnisses» soll nur ein Strichcode mit einem Internet-Link, an das Kunst-Happening erinnern. Im Sommer 2016 hatte Hiorns bereits in England ein früheres Militärflugzeug vergraben lassen.

Anna Katharina Hahn wird Mainzer Stadtschreiberin

Schwäbische Schriftstellerin zieht 2018 ins Gutenberg Museum

Die schwäbische Schriftstellerin Anna Katharina Hahn wird die nächste Mainzer Stadtschreiberin 2018. Sie tritt damit die Nachfolge des deutsch-irakischen Lyrikers und Romanautors Abbas Khider an, wie das ZDF mitteilte. Hahn bezieht dann die Stadtschreiberwohnung im Gutenberg Museum direkt am Mainzer Dom und erhält ein Stipendium von 12 500 Euro. Gemeinsam mit dem ZDF wird die Autorin eine Fernsehdokumentation nach freier Themenwahl produzieren. Die 1970 geborene Hahn hat seit dem Jahr 2000 zwei Erzählbände und drei Romane vorgelegt. Zuletzt erschien im vergangenen Jahr der Roman "Das Kleid meiner Mutter".

Tödliche Schüsse bei Konzert in Las Vegas

Brutaler Angriff überschattet Countrymusic-Festival

Bei der Schießerei während eines Konzerts in Las Vegas sind nach Polizeiangaben mehr als 50 Menschen getötet worden. Mehr als 200 weitere Besucher wurden verletzt. Auch der mutmaßliche Angreifer sei tot. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Der Angriff ereignete sich bei einem Countrymusic-Festival auf der Vergnügungsmeile von Las Vegas während eines Auftritts des US-Countrysänger Jason Aldean. Die Band flüchtete von der Bühne und blieben unversehrt, wie Aldean mitteilte. Sein Auftritt war der Höhepunkt eines populären dreitägigen Country-Music-Festivals. Zum Zeitpunkt der Schüsse sollen rund 30.000 Konzertbesucher im Publikum gewesen sein.

documenta-Finanzchefin rechtfertigt Millionenverlust

Kulenkampff sieht sich durch Bericht der Wirtschaftsprüfer bestätigt

Die Geschäftsführerin der documenta gGmbH, Annette Kulenkampff, hat sich erstmals detailliert zum negativen Ergebnis der Kunstausstellung von 5,4 Millionen Euro geäußert. Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) sagte sie, "jede documenta hat mit Defiziten gearbeitet und gehofft, dass diese am Ende durch die Besucherzahlen ausgeglichen werden". Bis Mitte Juni sei man sicher gewesen, "dass wir das hinkriegen". Der Bericht der Wirtschaftsprüfer werde bestätigen, dass es nichts geben werde, wo irgendjemand irgendwas nicht korrekt gemacht hätte. Da die Finanzen der documenta permanent überwacht würden, "kann kein Cent rausgehen, ohne dass man weiß wohin" sagte Kulenkampff. Die Mehrkosten seien gestiegen, weil unter anderem die Ausgaben für Sicherheitskonzept, Transport- und Reisekosten höher als geplant waren.

Lausanner Autor Philippe Rahmy gestorben

Trauer um Schweizer Literaturpreisträger 2017

Der Schriftsteller Philippe Rahmy ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Er litt an der sogenannten Glasknochenkrankheit. Der Autor war noch im Februar für seinen Roman "Allegra" mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet worden. Man sei erschüttert und traurig, teilte der Lausanner Verlag Les Editions d'en bas mit. Gleichzeitig dankte das Verlagshaus dem Verstorbenen für die Freude am Leben und am Schreiben, die er in den letzten Jahren geteilt habe. Rahmy hatte 2005 einen ersten Gedichtband veröffentlicht. Nach dem Reisebericht "Béton armé" (2013) folgte der erste Roman "Allegra" (2016). Seine letzte Erzählung "Monarchen" erschien im August.

Google weitet Zusammenarbeit mit Verlagen aus

Bezahlte Inhalte sollen besser unterstützt werden

Google will Verlage unterstützen, bezahlpflichtige journalistische Angebote im Web besser zu vermarkten. Dazu soll auch die Wirksamkeit von Bezahlschranken gestärkt werden, die mittels Google-Suche umgangen werden können. "Wir wollen den Verlagen dabei helfen, in der digitalen Welt erfolgreich zu sein", sagte Philipp Schindler, Chief Business Officer von Google. Verlage sollen künftig selbst bestimmen, ob und was frei verfügbar ist. Bisher waren diese gezwungen, täglich mindestens drei Artikel kostenlos anzeigen zu lassen, damit die Inhalte hinter der Bezahlschranke überhaupt im Google-Index auftauchten. Google-Manager Richard Gingras betonte, man wolle den Verlagen auch mit verbesserten Abo-Modellen durch einfachere Einkaufsprozesses helfen, ihre Umsätze zu steigern. Viele Bezahlangebote seien zu kompliziert, was viele Anwender abschrecke. Das Verhältnis zwischen Google und einzelnen Verlagen war in der Vergangenheit immer wieder durch Spannungen und Konflikte geprägt. So versucht in Deutschland eine Gruppe von Verlagen über die Verwertungsgesellschaft VG Media den US-Konzern zu Zahlungen an die Inhalte-Anbieter zu zwingen.

NRW-Kulturministerin will Westspiel-Kunst für Museen

Casino-Betreiber hat noch mehr wertvolle Kunst

Nach der umstrittenen Millionen-Versteigerung von zwei Andy-Warhol-Bildern aus dem Aachener Spielcasino will die neue NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen Kunstwerke des Casino-Betreibers Westspiel in Museen holen. Da seien noch viele wichtige Werke, sagte die parteillose Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die Kunst sei von einem privatrechtlich organisierten, aber mit öffentlichen Mitteln finanzierten Unternehmen zur Einrichtung des Casinos angekauft worden, sagte Pfeiffer-Poensgen. Westspiel ist eine hundertprozentige Tochter der landeseigenen NRW.Bank. Die Versteigerung der Warhol-Bilder im Jahr 2014 hatte bundesweit Proteste ausgelöst. Zum Kunst-Bestand von Westspiel gehören unter anderem zehn «Marilyn Monroe»-Siebdrucke auf Papier von Warhol - außerdem Werke von Günther Uecker, Otto Piene, Salvador Dalí oder Robert Indiana.

Grüne fordern Klarheit für Zukunft des Schillertheaters

Berliner Traditionshaus braucht eine langfristige Perspektive

Nach dem Auszug der Staatsoper aus dem Schillertheater fordern die Berliner Grünen Klarheit über die Zukunft des Hauses. Man sollte aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und ein Gesamtkonzept für das Haus entwickeln, sagte der Grünen-Kulturexperte Daniel Wesener der Deutschen Presse-Agentur. Das traditionsreiche Haus in Charlottenburg war seit 2010 Übergangsquartier für die Staatsoper, solange ihr Stammhaus Unter den Linden saniert wurde. Jetzt sollen im kommenden Jahr die Kudamm-Bühnen dort einziehen, bis ihr neues Theater am Kurfürstendamm steht. Ab 2022 ist geplant, dass das Schillertheater vermutlich für die Dauer von fünf Jahren als Ersatzspielstätte der Komischen Oper dient, wenn das Gebäude in der Behrenstraße saniert wird.

Europäischer Kinderfilmpreis geht nach Spanien

Internationales Kinder- und Jugendfilmfestival "Schlingel" in Chemnitz beendet

Die Europäische Kinderjury kürte am Wochenende den spanischen Film "Zip & Zap und die Kapitänsinsel" unter der Regie von Oskar Santos zum Sieger des Wettbewerbs im Bereich Kinderfilm. Der Europäische Kinderfilmpreis ist mit 12.500 Euro dotiert. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis der Sächsischen Landesmedienanstalt ging an "Einfach Charlie" aus Großbritannien von Regisseurin Rebekah Fortune. Der französische Film "Kleiner Schlingel Spirou" von Nicolas Bary bekam den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Stadt Chemnitz. Im Jugendfilmwettbewerb gewann der südkoreanische Streifen "Ein Meer aus Salz und Blüten" (Regie: Chang) den mit 1.000 Euro dotierten Filmpreis der Jugendjury. Zu sehen waren 159 Produktionen aus 51 Ländern. Der "Schlingel" fand bereits zum 22. Mal in Chemnitz statt.

Heiliger Initiationsritus zum Witz gemacht

Stammesführer Südafrikas kritisieren Film "Die Wunde"

Stammesführer in Südafrika haben das weltweit gelobte Filmdrama "Die Wunde" kritisiert. "Wir haben grundsätzliche Vorbehalte gegen den Film", äußerte sich Nkosi Mwelo Nonkonyana, Sprecher der Stammesführer, in der südafrikanischen Wochenzeitung "City Press". Der Film stellt die traditionelle Beschneidung, den Initiationsritus, der den Übergang der Jugendlichen zur Gruppe der Erwachsenen ermöglicht, in den öffentlichen Fokus. "Dass dieser Übergang jetzt von jedem in einem Film gesehen werden kann, ist ein Problem", klagte Nonkonyana. Er beschuldigte die Produzenten, aus dem heiligen Ritus einen "Witz" gemacht zu haben. Nonkonyana sei enttäuscht darüber, dass die Regierung die Ausstrahlung des Films ohne eine vorherige Beratung erlaube: "Man sollte gerichtlich gegen den Film vorgehen." Die Nationale Film- und Videostiftung Südafrikas hat den Film "Die Wunde" offiziell für einen Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film vorgeschlagen.

Kritik an fehlender Mitmenschlichkeit

Regisseur Haneke: "Wir sind bloß mitmenschlich mit uns selbst"

Anlässlich seines neuen Films "Happy End" hat der österreichische Filmregisseur Michael Haneke die fehlende Mitmenschlichkeit in den westlichen Gesellschaften kritisiert: "Wir haben hier die bestmöglichen Voraussetzungen, mitmenschlich zu sein, weil wir im vollen Luxus leben. Wir sind es aber nicht, wir sind bloß mitmenschlich mit uns selbst", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Des Weiteren hätten "wir als Gesellschaft, wir alle hier, die wir verwöhnt im Mittelpunkt des Wohlstands sitzen, kein Recht auf ein Drama", so Haneke weiter. Die "Nöte in unseren Breiten" seien "läppisch" im Verhältnis zu dem, was andere Menschen erleben müssten, "nicht zuletzt als Folge des Kolonialismus unserer Vorfahren", so der Regisseur. Den Vorwurf, seine Filme seien kalt und grausam, finde Haneke nicht zutreffend: "Nicht ich schau grausam auf die Welt, die Welt ist halt so, wie sie ist: widersprüchlich und schwierig."

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