Seit 11:45 Uhr Rubrik: Weltmusik

Donnerstag, 20.02.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. Februar 2020

Karneval ist für die Hälfte der Deutschen ein Kulturgut

In vielen Regionen Deutschlands hat um 11 Uhr 11 der Straßenkarneval begonnen. Im Rheinland spricht man von Weiberfastnacht oder Altweiber, in Baden-Württemberg vom "Schmotzigen Donnerstag". Deutschlandweit sehen mehr als die Hälfte der Menschen (57,9 Prozent) den Karneval einer Umfrage zufolge als Kulturgut, 34,3 Prozent der Befragten aber nicht. Der deutsche Kulturrat, der die Studie in Auftrag gegeben hatte, teilte dazu mit: "Die Ergebnisse machen deutlich, dass noch einiges für die breite kulturelle Anerkennung von Fasching, Fastnacht und Karneval zu tun ist." Feste wie der Rheinische Karneval oder die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht wurden 2014 in das bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe der Unesco aufgenommen.

Mehr Angriffe gegen Journalisten

Die Zahl der Angriffe auf Journalisten in Deutschland ist einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr gestiegen. Wie die "Rhein-Neckar-Zeitung" berichtet, registrierten die Behörden nach Angaben des Bundesinnenministeriums gegen Medienschaffende 104 Straf- und Gewalttaten, 11 mehr als im Jahr zuvor. Das gehe aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor. Zu den Straftaten zählen demnach Bedrohungen, Beleidigungen, Erpressungen und Volksverhetzungen. In 15 Fällen seien die Taten im vergangenen Jahr auf Versammlungen von Rechten begangen worden.

Drei Männer wegen Goldmünzenraub verurteilt

Knapp drei Jahre nach dem spektakulären Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum sind drei Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Einen vierten Angeklagten sprach das Berliner Landgericht frei. Die riesige Gold-Münze "Big Maple Leaf" mit einem damaligen Wert von 3,75 Millionen Euro, wurde vor drei Jahren gestohlen und ist bis heute verschwunden. Ermittler gehen davon aus, dass sie zerstückelt und verkauft wurde.

US-Schutzregeln für Internetkonzerne in Frage gestellt

US-Justizminister William Barr stellt die bisher geltenden Schutzregeln großer Internetkonzerne in Frage. Sie befreien die Firmen von der Verantwortung für die von ihren Nutzern veröffentlichten Inhalte. "Die Tech-Konzerne sind nicht mehr 'underdog startups'. Sie sind Titanen geworden", sagte er bei einer öffentlichen Veranstaltung seines Ministeriums. Damit stelle sich die Frage, ob die bislang geltende Immunität weiter nötig sei. Der Justizminister verwies auf den Abschnitt 230 des Gesetzes zur Sittsamkeit in der Kommunikation. Dadurch wird bislang verhindert, dass Konzerne wie Facebook, Google oder Twitter wegen der Veröffentlichungen ihrer Nutzer verklagt werden können. In den USA wird zunehmend Kritik laut, die Immunität verhindere die Strafverfolgung von Online-Kriminalität, Hassreden und Extremismus.

70. Berlinale startet heute

In Berlin starten heute die 70. Internationalen Filmfestspiele. Eröffnet wird die Berlinale mit einer Gala, moderiert von Schauspieler Samuel Finzi, die live auf 3sat zu sehen ist. Erstmals wird die Eröffnungsgala in vier deutschen Städten in den Cinemaxx-Kinos in Hamburg-Dammtor, München, Essen und Halle übertragen. Im Anschluss folgt die Weltpremiere von "My Salinger Year" von Drehbuchautor und Regisseur Philippe Falardeau. Die Jubiläums-Berlinale findet erstmals unter der gemeinsamen Leitung von Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek und dem Künstlerischen Leiter Carlo Chatrian statt. Insgesamt sind bis 1. März 340 Produktionen zu sehen. Die Bären werden am 29. Februar vergeben. Den Vorsitz der Internationalen Jury hat der britische Schauspieler Jeremy Irons.

Hologramm von Whitney Houston geht auf Tour

Acht Jahre nach ihrem Tod tritt Whitney Houston wieder auf die Bühne - als Hologramm. Eine Mischung aus Hightech und Nostalgie soll eingefleischte Fans der legendären Sängerin noch einmal verzücken. Das Hologramm wird dabei auf eine nahezu unsichtbare Fläche projiziert und ist umringt von einer Live-Band und realen Tänzern. Um das virtuelle Bild möglichst real erscheinen zu lassen, engagierten die Macher ein Körperdouble, griffen auf Hunderte Stunden Video-Material von Konzerten der Sängerin zurück und starteten extensive Computeranimationen. Die Europatournee des Hologramms startet am 25. Februar in England und läuft bis Anfang April. Im Anschluss sind Auftritte in Nordamerika geplant.

Viel Engagement für Rettung der Journalistenschule

Um die Evangelische Journalistenschule (EJS) vor dem Aus zu retten, haben sich offenbar mehr als tausend Journalisten, Publizisten und Kirchenvertreter einem entsprechenden Aufruf angeschlossen. Das teilten die Initiative "EJS Retten" und der Freundes- und Förderkreises der EJS mit. Sie verweisen zudem auf einen Offenen Brief an die Mitglieder des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Darin werden sie aufgefordert, die Ausbildungsstätte zu erhalten und Qualitätsjournalismus zu fördern. Medien hatten in der vergangenen Woche über ein baldiges Ende der Evangelischen Journalistenschule in Berlin berichtet.

Berichte: Rapper Pop Smoke erschossen

Der US-Rapper Pop Smoke ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge in Los Angeles erschossen worden. Neben der Internetseite "TMZ" zitierte auch die "Los Angeles Times" Ermittlerkreise. Die Polizei gab an, dass am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) ein Notruf über einen Hauseinbruch in den Hollywood Hills eingegangen sei. Beim Eintreffen der Beamten sei Pop Smoke mit Schusswunden aufgefunden worden. Im Krankenhaus sei er für tot erklärt worden. Erst vor wenigen Tagen hatte der New Yorker Musiker sein Album "Meet The Woo, V.2" herausgebracht, mit dem der 20-Jährige auf Anhieb auf Platz sieben der US-Billboard-Charts einstieg.

Käthe-Kollwitz-Museum im Schloss Charlottenburg

Die offene Standortfrage des Berliner Käthe-Kollwitz-Museums ist entschieden. Das Museum wird in den repräsentativen Theaterbau des Schlosses Charlottenburg ziehen. Ein entsprechender Mietvertrag wurde mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg abgeschlossen. Ab Sommer 2022 wird sich das Käthe-Kollwitz-Museum in dem dreistöckigen frühklassizistischen Gebäude präsentieren, das nach Plänen von Carl Gotthard Langhans, dem Architekten des Brandenburger Tores, errichtet wurde.

Nationaler Kulturrat in Ungarn gegründet

Der ungarische Ministerpräsident Orban hat in Budapest die Gründungssitzung des neuen Nationalen Kulturrates geleitet. Dieser gewährleiste die fachlichen Grundlagen für die einheitliche Regierungsstrategie zur Lenkung der kulturellen Zweige, hieß es in einer Mitteilung. Dem Gremium gehören die Leiter 18 staatlicher und staatsnaher Kulturinstitutionen an, darunter die Staatsoper, das Nationalmuseum und die Nationalbibliothek. Die Gründung basiert auf dem Kulturgesetz von Ende vergangenen Jahres, demzufolge Ungarn die Verantwortung dafür übernimmt, die nationale Kultur zu bewahren und die nationale Identität zu stärken. Kritiker sehen in dem Rat ein weiteres Werkzeug der Orban-Regierung, unabhängige Kultur und autonome Kulturschaffende zu reglementieren und zu unterdrücken.

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