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Kulturnachrichten

Sonntag, 30. Oktober 2016

Thierse verteidigt Einheitsdenkmal

Gegner des Denkmals seien vor allem Westdeutsche

Wolfgang Thierse hat die Idee eines Einheitsdenkmals verteidigt. Ein "Verbot, jeglichen Pathos, jeglichen Stolzes, jeglicher Feier des historischen Glücks von 1989/90? Was sollte damit gewonnen sein?", schreibt der SPD-Politiker im Berliner "Tagesspiegel. Die Skepsis gegenüber dem Einheitsdenkmal entspringe einer Geringschätzung des Umbruchs von 1980/90. Die aktive Gegnerschaft gegen ein Denkmal, das die historische Leistung der Ostdeutschen würdige, komme vor allem von Westdeutschen, so Thierse. Er ist Mitinitiator des Denkmals. Sein Gastartikel ist eine Antwort auf einen Beitrag von Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Der Haushaltsausschuss hatte im April aus Kostengründen das Freiheits- und Einheitsdenkmal gekippt. Geplant war eine gigantische begehbare "Bürgerwippe" nach einem Entwurf der Stuttgarter Architekten Johannes Milla und Sebastian Letz.

Maler Otto Möhwald gestorben

Er wurde bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt

Der Maler Otto Möhwald ist bei einem Verkehrsunfall in Halle tödlich verletzt worden. Nach Polizeiangaben erfasste ein Auto den 83-Jährigen am vergangenen Freitagabend in der nördlichen Innenstadt. Der bekannte Maler und Grafiker war an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein lange Zeit Professor für Malerei. An der Burg hatte er einst selbst studiert, war aber exmatrikuliert worden. 1987 erhielt er den Kunstpreis der DDR, 2011 den Halleschen Kunstpreis. Sein Enkelsohn ist der Schriftsteller Clemens Meyer. Laut Polizei erlag der 83-Jährige am Freitagabend in einem Krankenhaus in Halle seinen schweren Verletzungen. Der 44 Jahre alte Autofahrer blieb bei dem Unfall unverletzt.

Erneut Erdbeben in Italien

Historische Basilica di San Benedetto in Norcia eingestürzt

Mittelitalien ist am Sonntagmorgen erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Epizentrum lag offiziellen Angaben zufolge nahe der Kleinstadt Norcia, rund 70 Kilometer östlich von Perugia. Berichte über Todesopfer liegen laut Zivilschutz bislang nicht vor, es gebe aber einige Dutzend Verletzte und Verschüttete. Nach Behördenangaben stürzten in mehreren Orten Gebäude ein, darunter auch die historische Basilica di San Benedetto in Norcia. Laut italienischen Nachrichtenagenturen betrug die Stärke des Bebens zwischen 6,5 bis 6,7. Es gab mehrere Stöße, der stärkste um 7.41 Uhr war auch in Rom zu spüren. Nach dem Beben wurden die römischen Basiliken Sankt Paul vor den Mauern und San Lorenzo geschlossen. Die Sicherheitsdienste des Vatikan hätten auch den Petersdom untersucht; dort jedoch keine Schäden entdeckt, berichtete Radio Vatikan.

Übergabe der neuen Lutherbibel

Höhepunkt des Reformationsjubiläums

Die neu überarbeitete Lutherbibel ist am Sonntag in Eisenach offiziell den Gemeinden übergeben worden. Die Predigt in dem Festgottesdienst hielt die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann. Der Gottesdienst unter dem Motto "Am Anfang war das Wort" fand in der Stadtkirche St. Georg statt. In den vergangenen Jahren hatten rund 70 Experten im Auftrag der EKD die revidierte Luther-Übersetzung aus dem Jahr 1984 überarbeitet. Das Erscheinen der überarbeiteten Lutherbibel ist für die evangelische Kirche einer der Höhepunkte zu Beginn des 500. Reformationsjubiläums.

Radio-Festival in Halle geht zu Ende

Nach eigenen Angaben das "bislang größte und umfassendste Radiokunst-Festival"

Kunst rund ums Radio: Das internationale Festival "Radio Revolten" in Halle hat nach Veranstalterangaben ein breites Publikum erreicht. Genaue Besucher- und Hörerzahlen konnten nicht genannt werden. Seit dem 1. Oktober waren an verschiedenen Orten der Stadt Ausstellungen, Performances, Konferenzen und Workshops zu erleben. Rund 70 Künstler aus 17 Ländern gestalteten das Fest. Zentrales Element der Aktionen war das Medium Radio. So wurde unter anderem auf der UKW-Frequenz 99,3 Megahertz und im Internet-Livestream ein künstlerisches Programm gesendet. Ausgerichtet wurde das nach eigenen Angaben "bislang größte und umfassendste Radiokunst-Festival weltweit" vom freien Radio Corax, die Stadt Halle war Mitveranstalterin. Hauptförderer war die Kulturstiftung des Bundes.

Katharina Thalbach will als Rentnerin studieren

Geschichte und Archäologie interessieren sie

Schauspielerin Katharina Thalbach hat vor, sich an einer Uni einzuschreiben. "Wenn ich eines Tages in Rente gehe, will ich auf jeden Fall noch studieren", sagte die 62-Jährige dem Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Geschichte und Archäologie kämen als Fächer in Frage, "weil man da so schön sieht, wie vergänglich Dinge sind, aber auch, was überlebt" sagte die Schauspielerin. Die Berlinerin steht seit 57 Jahren auf der Bühne und vor der Kamera. Ihre ersten schauspielerischen Erfolge feierte sie in der DDR. Aus Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns verließ sie 1976 Ost-Berlin und siedelte in den Westen über. Im Oktober verlieh ihr Bundespräsident Joachim Gauck das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

New Yorker Metropolitan Opera evakuiert

Mann schüttet offenbar Asche eines verstorbenen Freundes in den Orchestergraben

Die Metropolitan Opera in New York ist nach einem Zwischenfall geräumt worden. Ein Zuschauer habe bei einer Aufführung der Oper "Guillaume Tell" in einer Pause ein weißes Pulver in den Orchestergraben geschüttet, teilte das Opernhaus mit. Die Polizei vermutet, dass es sich dabei um die Asche eines verstorbenen Freundes handelt. Mehrere Zeugen berichteten, dass ein Mann angekündigt habe, die "Asche eines Freundes, seines Mentors, während einer Aufführung in der Oper zu verstreuen", so die Polizei. Die Substanz sei zur Analyse an ein Labor geschickt worden. Es liege eine konkrete Täterbeschreibung vor, es sei aber noch niemand festgenommen worden. Die Metropolitan Opera sagte wegen des Vorfalls auch eine geplante Vorstellung der Oper "L'Italiana in Algeri" ab.

Regisseur Castorf: Trump sei "Gruselclown"

Volksbühnen-Intendant zieht außerdem Vergleich zwischen Trump und Clinton

Der Berliner Volksbühnen-Intendant Frank Castorf hält den US-Präsidentschaftswahlkampf für ein undemokratisches Schauspiel der Kandidaten Donald Trump und Hillary Clinton. "Sie sind Bruder und Schwester im Geiste. Der Milliardär Trump und die Millionärin Clinton sind keine Demokraten. Sie sind Interessensvertreter der oligarchischen Treuhänder", sagte Castorf vor seiner am Sonntag angesetzten Premiere von Charles Gounods "Faust" an der Staatsoper Stuttgart. In dem Stück setzt sich der Kultregisseur auch mit demokratischen Werten auseinander. "Clinton ist nichts weiter als eine Agentin der Wall Street", meinte Castorf. Trump verglich er mit einem "Gruselclown". In den USA wird am 8. November ein neues Staatsoberhaupt gewählt.

Bazon Brock erhält Kulturpreis der Stadt Wuppertal

Auszeichnung mit 12.500 Euro dotiert

Der Künstler und Kulturphilosoph Bazon Brock ist mit dem von der Heydt-Preis der Stadt Wuppertal ausgezeichnet worden. Die mit 12.500 Euro dotierte Auszeichnung wurde am Sonntag in der katholischen City-Kirche Elberfeld an den emeritierten Professor für Ästhetik der Universität Wuppertal verliehen. "Sein Kunstbegriff kennt weder den Heiligenschein des hehren Werkes noch die Anbetung vermeintlicher Genies", begründete das Kuratorium die Auswahl des Preisträgers. Bazon Brock lehrte von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2001 an der Universität Wuppertal. In den 1960er Jahren gehörte er zu den wichtigsten Vertretern der Fluxus-Bewegung. Einem breiten Publikum wurde er durch die 3sat-Sendung "Bilderstreit" und die Besucherschulen auf der documenta in Kassel bekannt.

Polen sucht Kino für "Smolensk"-Premiere

Ursprünglich vorgesehenes Kino hat die Vorführung abgesagt

Die polnische Botschaft in Berlin sucht nach einem neuen Kino für die Deutschlandpremiere des umstrittenen Spielfilms "Smolensk". Das ursprünglich vorgesehene Kino in Berlin-Charlottenburg habe die Vorführung am 7. November mit Verweis auf Sicherheitsbedenken abgesagt, hieß es. Przylebski wertete das als eine nur "vorübergehende Obstruktion". Den Vorwurf, der Film sei zu kontrovers, wies der Botschafter zurück. "Smolensk" (Regie Antoni Krauze) handelt vom Absturz der polnischen Präsidentenmaschine über dem russischen Smolensk am 10. April 2010. An Bord war ein Großteil der nationalkonservativen politischen Elite des Landes mit dem polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski an der Spitze. Der Film stützt eine umstrittene Anschlagstheorie. Moskau bestreitet bis heute jede Mitschuld.

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