Seit 11:45 Uhr Rubrik: Folk

Mittwoch, 23.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 29. Oktober 2016

Guido Cantz will auf Vorwürfe zu "Blackfacing" reagieren

"Verstehen Sie Spaß"-Moderator war als Dunkelhäutiger verkleidet im Schweizer Fernsehen aufgetreten

Nach einem Auftritt als Dunkelhäutiger für einen Filmstreich mit der versteckten Kamera muss sich "Verstehen Sie Spaß?"-Moderator Guido Cantz der Kritik stellen. Cantz werde in der Sendung am Samstag das Thema aufgreifen, teilte der für die ARD-Unterhaltungsshow verantwortliche SWR in Baden-Baden mit. Der Film werde wie geplant ausgestrahlt. Er ist in einzelnen Medien auf Kritik gestoßen, weil Cantz sich als Dunkelhäutiger verkleidet und so in dessen Live-Sendung den Schweizer Fernsehmoderator Röbi Koller hereingelegt hatte. Koller wird am Samstag bei Cantz zu Gast sein. Der Film diene allein der Unterhaltung und wolle niemanden verletzen oder diskriminieren, betonte der SWR. "Verstehen Sie Spaß?" kommt live aus München.

Uni-Präsident äußert sich kritisch zu Bologna-Prozess

Kürzere Ausbildungszeiten seien Nachteil für Studenten in Deutschland

Jungen Akademikern mit Bachelor- oder Master-Abschluss fehlt nach Ansicht des Präsidenten der Universität Hamburg "die Persönlichkeitsbildung". Grund sei vor allem die sogenannte Bologna-Reform, durch die eine europaweite Harmonisierung angestrebt wurde. Der "Welt am Sonntag" sagte Uni-Präsident Dieter Lenzen, die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge statt des Diploms oder Magisters sei ein Zugeständnis an die Briten gewesen. Die kürzeren Ausbildungszeiten erwiesen sich als Nachteil für Studenten in Deutschland. Weiter betonte Lenzen, früher sei häufig argumentiert worden, die Absolventen hierzulande seien zu alt und die Universitäten zu abgehoben. "Jetzt rächt sich das. Denn uns fehlt jetzt die Persönlichkeitsbildung", so der Wissenschaftler. Er bezeichnete die Bologna-Reform als "angekündigten Unfall mit Fahrerflucht". Ein Problem sei, dass die Studenten immer jünger würden. Eine nennenswerte Zahl seiner Kollegen beurteile die Entwicklung ähnlich kritisch, sagte Lenzen.

Grusel-Clowns an Halloween unerwünscht

Fast 300 Vorfälle mit Grusel-Clowns in NRW in den letzten beiden Wochen

Nach den vielen Vorfällen mit Horror-Clowns in den vergangenen Tagen raten Politiker, Party-Veranstalter und Händler von einem Grusel-Clown-Kostüm zu Halloween ab. Beim Kostümgroßhändler Deiters gab es zuletzt aber auch kaum noch Nachfrage noch Grusel-Clown-Kostümen. In den vergangenen beiden Wochen gab es laut Landeskriminalamt bereits fast 300 Vorfälle mit Grusel-Clowns in NRW. Sie reichen von bloßen Sichtungen über Erschrecken bis hin zu versuchten oder tatsächlichen Angriffen mit Messern oder anderen Waffen. Einem LKA-Sprecher zufolge seien alle Polizeibehörden für den Einsatz in der Halloween-Nacht sensibilisiert und gut aufgestellt. NRW-Innenminister Ralf Jäger sagte, der Auftritt als Horror-Clown sei "zu einem erbärmlichen Selbstläufer für Sadisten geworden". Das sei im Alltag genauso fehl am Platz wie an Halloween.

DuMonts Berliner Blätter sollen ab 2018 profitabel sein

"Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" sollen in integriertem Newsroom gemeinsam produziert werden

Die Hauptstadtblätter "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" sollen nach den Worten von DuMont-Aufsichtsrat Hans Werner Kilz durch ihren Umbau in zwei Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben. Vor dem Hintergrund anhaltender Verluste sollen "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" in einem integrierten Newsroom gemeinsam produziert werden - mit 50 Stellen weniger als in den bisherigen Redaktionen. Vom 1. November an übernimmt die Berlin Newsroom GmbH als Dienstleister die redaktionelle Verantwortung. "Die DuMont Mediengruppe wagt einen Schritt, den andere Zeitungshäuser bisher nur zaghaft oder noch gar nicht gegangen sind. Es wäre mein Wunsch, dass dieser Neuanfang gelingt und für die Medienkultur in Deutschland ein Zeichen setzt", so Kilz.

Breakdance-Gruppen aus aller Welt in Essen

"Battle of the Year" gilt als inoffizielle Breakdance-Weltmeisterschaft

Für ihre Leidenschaft reisen sie um die halbe Welt: Zum internationalen Breakdance-Wettbewerb "Battle of the Year" kommen Teilnehmergruppen sogar aus Neuseeland und China. Zum Finale werden am Samstag in Essen knapp 8000 Besucher erwartet. Bei der Veranstaltung in der Grugahalle präsentieren 15 Tanzgruppen aus aller Welt ihre Choreografien. Zuvor mussten sie sich in Einzelwettbewerben durchsetzen. Dem Gewinner winken ein Preisgeld und internationale Aufmerksamkeit. "In erster Linie ist es für die Teilnehmer aber ein Lebensgefühl", sagte Mitveranstalter Mario Roth. Nach Braunschweig ist in diesem Jahr zum ersten Mal Essen Austragungsort des seit 1990 veranstalteten Wettbewerbs. Er gilt als inoffizielle Breakdance-Weltmeisterschaft.

Deutsche Filmmusikpreise in Halle verliehen

Ehrenpreise für Klaus Doldinger und Stephen Warbeck

Zum dritten Mal wurden am Freitag die Deutschen Filmmusikpreise verliehen. Lorenz Dangel gewann in der Kategorie "Beste Musik im Film" für seinen Beitrag zum Film "Ich und Kaminski". Den "Besten Song im Film" lieferte Timo Pierre Rositzki, der mit "Alive" den Titelsong zum Film "BOY 7" ablieferte. Die erstmals ausgeschriebene Kategorie "Beste Musik im Kurzfilm" sicherte sich Jan Willem de With für seine musikalische Arbeit für "Little Infinity". Beste Nachwuchskomponistin ist nach Überzeugung der Jury Franziska Henke. Sie komponierte für den aktuellen Kinofilm "Nellys Abenteuer". Als Ehrenpreisträger standen bereits vor der Gala im Steintor-Varieté Halle Klaus Doldinger und Stephen Warbeck fest.

Tagesspiegel: Pergamonmuseum wird erst 2023 fertig

Kosten des ersten Bauabschnittes sollen statt 261 Millionen etwa 477 Millionen Euro betragen

Das nach dem weltberühmten Pergamonaltar benannte Museum, das Teil des Weltkulturerbe-Ensembles auf der Berliner Museumsinsel ist, werde erst im Jahr 2023 abschließend saniert sein, berichtete der Berliner "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). Bislang war eine Fertigstellung für März 2019 prognostiziert worden. Zudem beliefen sich die Kosten des ersten Bauabschnittes auf etwa 477 Millionen Euro statt der erwarteten 261 Millionen Euro, berichtet das Blatt weiter. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte dem "Tagesspiegel": "Es ist dramatisch, nicht nur wegen der Explosion der Kosten, sondern auch wegen der Auswirkungen auf den laufenden Museumsbetrieb." Dieser könne erst viel später in vollem Umfang wieder aufgenommen werden. Im Interesse des Steuerzahlers seien sie und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bereit, den geplanten Bau des vierten Flügels des Pergamonmuseums im zweiten Bauabshnitt zurückzustellen.

Art.Fair zieht von Köln nach Düsseldorf

Ab 2017 heißt sie dann Art Düsseldorf

Die drittgrößte deutsche Kunstmesse, die Art.Fair, zieht von Köln nach Düsseldorf. Die Messe werde die Kölner Messehallen verlassen und im November 2017 erstmals unter dem Namen Art Düsseldorf in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt stattfinden, teilten die Messe-Direktoren Andreas Lohaus und Walter Gehlen mit. Damit hat Köln künftig die Art Cologne im Frühjahr und Düsseldorf die Art Düsseldorf im Herbst. Gehlen sagte, ausschlaggebend für den Umzug seien zum einen die Kaufkraft des blühenden Wirtschaftsstandortes Düsseldorf in Verbindung mit der rheinischen Sammlerszene und der Nähe zu den Benelux-Ländern. Die oppositionelle SPD-Fraktion im Kölner Stadtrat sprach von einem "schweren Schlag für den Kunststandort Köln". Mit ihrem Fokus auf zeitgenössischer Kunst im niedrigpreisigen Bereich habe die Art.Fair auch breiteren Bevölkerungsschichten den Zugang zur Kunst ermöglicht. Ganz anders sieht es Art-Cologne-Direktor Daniel Hug. "Für Köln ist es definitiv nicht ein Verlust", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Art.Fair habe keine wichtigen Galeristen und bewege sich qualitativ auf niedrigem Niveau.

Dylan bricht sein Schweigen zum Literatur-Nobelpreis

US-Musiker will zur Preisverleihung nach Stockholm reisen

Der US-Musiker Bob Dylan hat sich zum ersten Mal zu seiner Auszeichnung mit dem Literatur-Nobelpreis geäußert. Selbstverständlich werde er den Preis annehmen, sagte Dylan der britischen Zeitung "The Telegraph". "Nach Möglichkeit" werde er am 10. Dezember auch zur Preisverleihung nach Stockholm reisen, kündigte der 75-Jährige an. Die Auszeichnung habe ihn "sprachlos" gemacht, sagte er dem Bericht zufolge in einem Telefonat mit der ständigen Sekretärin der Nobelpreis-Akademie, Sara Danius. Dylan erhält den Preis für seine Texte und ist der erste Musiker überhaupt, dem der Nobelpreis für Literatur zuerkannt wird. Nach der Bekanntgabe am 13. Oktober hatte sich die Musiklegende jedoch in Schweigen gehüllt und die Preisverleihung nicht kommentiert. Auch die Kontaktversuche der Akadamie ignorierte Dylan zunächst, was ihm als Arroganz ausgelegt wurde.

Viel Prominenz bei Verleihung der "Goldenen Henne"

Medienpreis geht unter anderem an Barbara Schöneberger und Helene Fischer

In Leipzig ist am Freitagabend der Medienpreis "Goldene Henne" verliehen worden. In der Kategorie Unterhaltung wurde die TV-Moderatorin Barbara Schöneberger geehrt. In der Kategorie Musik setzte sich die Sängerin Helene Fischer durch. Die "Goldene Henne" für die beste schauspielerische Leistung heimsten Matthias Schweighöfer und Florian David ein, beim Sport lag Kunstturner Fabian Hambüchen vorn. Weitere Preise gingen an an den ZDF-Moderator Oliver Welke und das Team der "heute show" (Politik), an den Sänger Max Giesinger ("Aufsteiger des Jahres"), an den "Polizeiruf 110" (Ehren-Henne) sowie an das "Dorf der Jugend" im sächsischen Grimma (Charity). Der Berliner Kabarettist und Schauspieler Dieter "Didi" Hallervorden erhielt den Preis für sein Lebenswerk.

Politiker für Manfred-Krug-Straße in Berlin

Schauspieler war am 21.Oktober gestorben

Nach dem Tod von Manfred Krug haben Berliner Politiker vorgeschlagen, eine Straße oder einen Platz nach ihm zu benennen. CDU-Generalsekretär Kai Wegner sagte der "B.Z.": "Es wäre sicherlich gut, wenn Liebling Kreuzberg vor allem im Bezirk Kreuzberg entsprechend gewürdigt wird." Auch die FDP setzt sich für eine Manfred-Krug-Straße oder einen Manfred-Krug-Platz ein. "Manfred Krug ist einer der ersten erfolgreichen gesamtdeutschen Schauspieler. Er stand stellvertretend für den etwas knorrigen, bulligen Berlin-Brandenburger: Nach außen rau, nach innen sensibel", sagte der stellvertretende FDP-Fraktionschef Holger Krestel. Die Grünen-Kulturexpertin Sabine Bangert ergänzte: "Manfred Krug war ein Botschafter für Berlin. Er sollte mindestens ein Ehrengrab bekommen." Für ein Ehrengrab ist der Senat zuständig, für eine Umbenennung einer Straße oder eines Platzes der jeweilige Bezirk.

Wallfahrt Kevelaer soll Weltkulturerbe werden

Pilgerort bewirbt sich um Aufnahme in UNESCO-Liste

Die Marienwallfahrt im niederrheinischen Kevelaer soll nach dem Willen von Kirche und Stadt Weltkulturerbe werden. Die Stadt und die Pfarrei St. Marien wollen in den nächsten Tagen eine Bewerbung für die Einstufung als immaterielles Kulturerbe ans nordrhein-westfälischen Kultusministerium schicken, wie das Bistum Münster mitteilte. Mit rund einer Million Pilger gilt die Marienwallfahrt in Kevelaer als die zweitgrößte in Deutschland. Nach einer Vorentscheidung in den Bundesländern erstellt die Kultusministerkonferenz eine Vorschlagsliste, die an die Deutsche Unesco-Kommission geht. Ein unabhängiges Expertenkomitee dort prüft und bewertet die Dossiers. Die Kultusministerkonferenz bestätigt im Benehmen mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien abschließend die Auswahlempfehlungen des Expertenkomitees.

Rattenfänger-Literaturpreis 2016 vergeben

Matthias Morgenroth und Regina Kehn wurden in Hameln geehrt

Der Münchner Autor Matthias Morgenroth und die Hamburger Illustratorin Regina Kehn sind mit dem Rattenfänger-Literaturpreis 2016 der Stadt Hameln ausgezeichnet worden. Sie erhielten den mit 5.000 Euro dotierten Preis nach Angaben der Stadt für ihr Kinderbuch "Freunde der Nacht". Die Jury habe das Buch aus mehr als 200 Einsendungen ausgewählt. Die Geschichte "Freunde der Nacht" handelt von den Kindern Lea und Jojo. Die beiden schleichen sich aus dem Haus, um die Mittsommernacht im Wald zu verbringen. Dort begegnen sie fantastischen Wesen, die sie in ihre Welt hinein locken. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der dramaturgischen Gestaltung des Buches: Die anfangs weißen Seiten werden immer dunkler und schließlich schwarz, am Ende kehrt sich dieser Prozess um. Der Rattenfänger-Literaturpreis wird seit 1984 alle zwei Jahre für herausragende Märchen- und Sagenbücher, fantastische Erzählungen oder Erzählungen aus dem Mittelalter für Kinder und Jugendliche vergeben.

Bamberg bekommt erste Kirchenfenster von Lüpertz

Die ersten Fenster werden in der Sankt Elisabethkirche angebracht

Die Bamberger Sankt Elisabethkirche bekommt die ersten zwei von insgesamt acht Fenstern des Künstlers Markus Lüpertz. Möglich sei dies durch die hohe Spendenbereitschaft von Privatleuten, teilte die Stadt mit. Derzeit werden die acht Entwürfe maßstabsgetreu in der mittelalterlichen Kirche ausgestellt, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. Lüpertz stellt auf 1,5 mal 5 Meter Szenen aus dem Leben der Kirchenpatronin Elisabeth dar, denen jeweils Werke der Barmherzigkeit zugeordnet werden. Das Projekt soll komplett durch Stiftungen, Spenden und Sponsoren finanziert werden.

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