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Kulturnachrichten

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Schlagersänger Andreas Fulterer gestorben

Fulterer wurde als Sänger und Gitarrist mit der Volksmusikgruppe Kastelruther Spatzen bekannt

Der Schlagersänger Andreas Fulterer sei am Mittwoch nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 55 Jahren in seiner Heimat Seis am Schlern in Südtirol gestorben, teilte seine Plattenfirma mit. Auf seiner Facebook-Seite und Homepage wurde ein Abschiedsbrief veröffentlicht, in dem Furterer sich von seinen Fans verabschiedet. "Mein Leben neigt sich dem Ende zu und es erfüllt mich mit großem Stolz, Freunde wie euch zu haben", heißt es darin. Fulterer wurde in den 90er Jahren als Sänger und Gitarrist mit der Volksmusikgruppe Kastelruther Spatzen bekannt und konzentrierte sich nach seinem Ausstieg auf sein Solo-Projekt. Er veröffentlichte Popsongs auf Italienisch und Deutsch. Im Spätsommer hatte sein Management bekanntgegeben, dass Fulterer wegen der Krankheit bis auf weiteres alle beruflichen Aktivitäten stoppen müsse.

Meisterwerk kehrt ins Bayerische Nationalmuseum zurück

Seit Kriegsende galt die barocke Bronzeskulptur als verschollen

Ein Meisterwerk der Florentiner Bronzekunst des Barock kehrt nach 77 Jahren ins Bayerische Nationalmuseum zurück. Das Kunstwerk zeigt zwei miteinander kämpfende Ringer nach dem Vorbild der berühmten antiken Marmorgruppe aus dem Besitz der Medici. Das Original ist mit herausragenden Gemälden und Antiken seit 1688 in den Uffizien in Florenz ausgestellt, wie das Nationalmuseum am Mittwoch in München mitteilte. Zu den bedeutendsten Nachbildungen gehört die nun wiedergefundene Bronze, die der Hofbildhauer der Medici, Massimiliano Soldani Benzi, um 1710 schuf. Das Nationalmuseum hatte die Bronze 1939 an das Prinz-Carl-Palais ausgeliehen, damals Gästehaus des NS-Regimes für Staatsgäste. Seit Kriegsende galt die Ringergruppe als verschollen. Über Details der Wiederentdeckung will das Museum am 3. November berichten.

Papyrus zeigt frühe nichtbiblische Nennung Jerusalems

Papyrus stammt laut Untersuchung aus dem siebten Jahrhundert vor Christus

Einen Papyrus mit der frühesten außerbiblischen Nennung Jerusalems haben Archäologen der Israelischen Antikenbehörde in Jerusalem präsentiert. Der Papyrus aus der Zeit des ersten jüdischen Tempels stammt aus einer Höhle in der judäischen Wüste und wurde bei der Vereitelung eines Antikenraubs sichergestellt, wie die Behörde mitteilte. Forscher bestimmten das Alter des Fundes mittels paläographischer Untersuchung der Buchstaben sowie mit der C14-Methode auf das siebte vorchristliche Jahrhundert, der Zeit des Königtums Judah. Der auf dem Papyrus erhaltene Text in althebräischer Schrift lautet "Von der Magd des Königs, aus Na'arat, Weinkrüge nach Jerusalem". Nach Angaben der Forscher handelt es sich um ein seltenes Versandpapier, auf dem die Zahlung von Steuern oder der Transfer von Waren in die Warenhäuser der damaligen Hauptstadt Jerusalem festgehalten wurde. Damit handele es sich um einen extrem seltenen Beweis für die Existenz einer organisierten Administration im Königreich Judah. Von wissenschaftlicher Bedeutung sei auch der Beweis für den unüblichen Status einer Frau in der Administration des Königreichs.

Eisenman: Holocaust-Mahnmal hätte heute keine Chance

US-amerikanischer Architekt sieht negativen gesellschaftlichen Wandel

Nach Ansicht von Peter Eisenman, Architekt des Berliner Holocaust-Mahnmals, wäre der Bau des Stelenfelds mitten in der deutschen Hauptstadt heute nicht mehr möglich. Fremdenhass und Antisemitismus hätten in Deutschland und den USA stark zugenommen, die konservative Rechte gewinne an Einfluss. "Das gesellschaftliche Klima hat sich gewandelt, vieles, was bislang als akzeptabel galt, wird nun infrage gestellt", sagte der amerikanische Architekt der Wochenzeitung "Die Zeit". Das von Eisenman entworfene Stelenfeld war 2005 eingeweiht worden.

Bundesregierung verteidigt Konzert-Absage in Istanbul

Im November wollten Dresdner Sinfoniker im Generalkonsulat Istanbul "Aghet" aufführen

In den vergangenen Tagen und Wochen sei die Erkenntnis gereift, dass der Moment für ein solche Aufführung an diesem Ort "einfach nicht der geeignete ist", sagte ein Sprecher des deutschen Außenministeriums in Berlin. Im November wollten die Dresdner Sinfoniker im Generalkonsulat ihr Stück "Aghet" über die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich aufführen. Zu dem Konzert hatten sie unter anderen den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan eingeladen. Der Außenamts-Sprecher sagte, es sei ein "ziemlich ungewöhnlicher Vorgang", solche Einladungen ohne Rücksprache mit dem Hausherrn auszusprechen. "Das hat uns ein wenig verwundert." Trotzdem werde das Projekt "Aghet", das der Aussöhnung zwischen Türken und Armeniern diene, auch in Zukunft unterstützt. Tags zuvor hatte das Auswärtige Amt die Veranstaltung im Kaisersaal des Generalkonsulats abgesagt und war dafür scharf kritisiert worden. Linke und Grüne sprachen unter anderem von einem "Kotau" vor Erdogan. Ankara wehrt sich vehement gegen die Einstufung der Massaker als Völkermord.

Schneewittchen-Figur von Lohr steht

Begrüßt von einigen hundert Menschen

Die umstrittene Schneewittchen-Figur von Lohr am Main steht. Ein Kran habe die Figur auf ihr Podest gehoben, sagte ein Sprecher der Stadt. Einige hundert Menschen begrüßten demnach die Skulptur auf ihrem Platz vor der Stadthalle. Der Disput um das Schneewittchen hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Der Künstler Peter Wittstadt gewann einen Kunstwettbewerb des Ortes, der sich als Schneewittchen-Stadt vermarktet und eine Figur suchte, die zwar ausdrücklich nicht naturalistisch sein musste. Der Entwurf des Künstlers spaltete aber die Gemüter. Sein abstraktes Schneewittchen hat die Augen sehr weit oben am Kopf und zu Berge stehende Haare. Zudem sprengte Wittstadts Konzept für 110 000 Euro den geplanten 18 000-Euro-Etat von Lohr deutlich.

Oetker forscht nach Raubkunst in Kunstsammlung

Vier Werke aus der Oetker-Sammlung werden möglicherweise restituiert

Das Bielefelder Familienunternehmen Dr. Oetker hat in seiner Kunstsammlung vier Werke als mögliche NS-Raubkunst ermittelt und Kontakt mit Nachkommen der ehemaligen Besitzer aufgenommen. Die Kunstsammlung gehe davon aus, dass "in den kommenden Wochen einvernehmliche Lösungen vereinbart werden können", teilte die Dr. August Oetker KG mit. Konkrete Angaben zu den Werken würden wegen Vertraulichkeitsvereinbarungen zunächst nicht gemacht. Die Aufarbeitung der Herkunft der Werke aus der Oetker-Sammlung war im Frühjahr 2015 in Auftrag gegeben worden. Zu der Privatsammlung gehören Gemälde, Silber und Porzellan. Sie sei maßgeblich von Rudolf-August Oetker (1916-2007), dem Enkel des Firmengründers, aufgebaut worden. Zunächst werde der Gemäldebestand untersucht, der allein mehrere hundert Werke umfasse. Die Recherche einer unabhängigen Provenienzforscherin werde voraussichtlich mindestens ein weiteres Jahr dauern.

Trierer Theaterchef droht Rausschmiss

Theaterintendant Karl Sibelius hat Budget um gut zwei Millionen Euro überschritten

Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) will sich von Theaterintendant Karl Sibelius trennen. Grund seien neuerliche Budgetüberschreitungen am Theater in Höhe von knapp einer Million Euro, sagte der Sprecher der Stadt Trier. Damit erhöhe sich der bislang bekannte Fehlbetrag am Theater für das laufende Jahr auf rund 2,3 Millionen Euro. Über ein Ausscheiden von Sibelius muss der Stadtrat entscheiden. Derzeit werde geprüft, ob eine Kündigung oder Freistellung in Frage komme, hieß es aus dem Rathaus. Bereits 2015 hatte das Theater ein Minus von 1,3 Millionen Euro gemacht. Sibelius ist seit August 2015 Intendant. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist er seit längerem krankgeschrieben. Er müsse nun erst einmal Stellung beziehen. Nach Budgetüberschreitungen hatte Trier dem Intendanten im Juni die kaufmännische Leitung entzogen.

"Man Booker Prize" für Paul Beatty

Erstmals Amerikaner geehrt

Paul Beatty hat als erster Amerikaner den renommierten „Man Booker Prize für englischsprachige Literatur erhalten. Er bekam am Abend in London die Auszeichnung für sein Werk "The Sellout", eine Satire über ethnische Identität und die Klassengesellschaft in den USA. Die fünfköpfige Jury hatte zuvor in einer vierstündigen Sitzung den Gewinner aus sechs Finalisten ausgewählt. Diese waren wiederum zuvor aus insgesamt 155 Bewerbern bestimmt worden. Prinz Charles' Frau Camilla überreichte dem Schriftsteller den Preis am Abend bei einer Gala in der Londoner Guildhall. Er ist mit rund 56 000 Euro dotiert.

Kebekus und Nuhr gewinnen Deutschen Comedypreis

Auch Atze Schröder wurde ausgezeichnet

Carolin Kebekus und Dieter Nuhr bleiben unter den deutschen Komikern das Maß aller Dinge. Die 36-jährige Kebekus bekam in Köln bereits zum vierten Mal in Folge beim Deutschen Comedypreis die Auszeichnung als beste Komikerin. Zudem erhielt sie wie im vergangenen Jahr für das im Westdeutschen Rundfunk laufende "Pussy Terror TV" den Preis in der Kategorie der besten Personalityshow. Nuhr wiederum wurde zum zweiten Mal in Folge als bester Komiker ausgezeichnet. Als bester Newcomer erhielt Chris Tall eine Auszeichnung, in der Kategorie der besten Innovation wurde die im ZDF laufende "Familie Braun" geehrt. Atze Schröder erhielt den Preis für sein Liveprogramm "Richtig Fremdgehen" bei RTL, und Moderator Max Giermann bekam für die im ZDF laufende "Sketch History" den Preis für die beste Sketchcomedy.

Maler Marwan Kassab-Bachi gestorben

Kassab-Bachi wurde 82 Jahre alt

Der Maler Marwan Kassab-Bachi ist tot. Der in Damaskus geborene Künstler sei im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben, teilte die Akademie der Künste mit. Marwan Kassab-Bachi habe Syrien 1957 nach einem Studium der arabischen Literatur an der Universität Damaskus verlassen, um in Berlin an der Hochschule der Künste - der heutigen Universität der Künste - bei Hann Trier Malerei zu studieren. Er habe bald zu einem Kreis von Künstlern gehört, die wie Georg Baselitz und Eugen Schönebeck das Bild des Menschen in einer existenziellen Dimension neu interpretierten, so die Akademie.

"Simpsons"-Drehbuchautor Kevin Curran gestorben

Curran schrieb auch für David Letterman und "Eine schrecklich nette Familie"

Der US-Comedy-Drehbuchautor Kevin Curran, der lange an der Erfolgs-Zeichentrickserie "Die Simpsons" mitwirkte, ist tot. Er sei nach langer Krankheit in Los Angeles gestorben, sagte seine Sprecherin Antonia Coffman. Curran wurde 59 Jahre alt. Zum "Simpsons"-Team war der TV-Autor im Jahr 2001 gestoßen, in den vergangenen Jahren war er auch einer der ausführenden Co-Produzenten der Serie. Seine Mitarbeit an "Die Simpsons" brachte Curry drei Emmy Awards ein. In den 80er Jahren gehörte Curran zum Autorenteam der Show "Late Night with David Letterman." Dort hatte er Anteil an drei Emmys. Für die Sitcom "Eine schrecklich nette Familie" war Curran ebenfalls als Autor aktiv.

Düsseldorf: Wirbel um Theater und Ballett

Schauspielhaus ist marode, Ballett vermisst Unterstützung

In der Düsseldorfer Kultur sind gleich zwei Debatten entbrannt: Sowohl beim maroden Schauspielhaus als auch bei dem preisgekrönten Ballett geht es ums Geld. Oberbürgermeister Thomas Geisel stellte erneut die Zukunft des sanierungsbedürftigen Theatergebäudes am Gründgens-Platz infrage. Schauspielintendant Wilfried Schulz kündigte an, für den Erhalt und den Wiedereinzug seiner Truppe in das seit Anfang des Jahres geschlossene Haus zu kämpfen. Zugleich forderte der preisgekrönte Chef des Düsseldorfer Balletts am Rhein, Martin Schläpfer, eine stärkere Unterstützung für seine Compagnie. "Die Stadt muss mehr tun", kritisierte Schläpfer in der "Westdeutschen Zeitung". "Das Marketing tut nichts für uns" und aus der Wirtschaft wolle niemand die Compagnie fördern.

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