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Kulturnachrichten

Dienstag, 18. Oktober 2016

Unesco nimmt Resolution zu Ost-Jerusalem an

Israel setzt Zusammenarbeit mit Kulturorganisation aus

Die Unesco hat eine umstrittene Resolution zu Ost-Jerusalem verabschiedet. Der Exekutivrat habe den Text unverändert angenommen, sagte ein Sprecher am Sitz der UN-Kulturorganisation in Paris. Israel hat seine Zusammenarbeit mit der Unesco wegen dieser und einer anderen geplanten Resolution bereits ausgesetzt. Die Regierung in Jerusalem wirft der Organisation vor, den "islamistischen Terrorismus" zu unterstützen. Der Text wurde unter Federführung von sieben arabischen Staaten verfasst, darunter Ägypten, Algerien, der Libanon und Katar. Ziel ist es, "das palästinensische Kulturerbe und den unverkennbaren Charakter von Ost-Jerusalem zu bewahren". Dazu gehört auch die Altstadt von Jerusalem, in der sich mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom zwei der heiligsten Stätten des Islam befinden.

Gedenken an inhaftierte Autorin Asli Erdogan

Brief aus türkischem Gefängnis bei Buchmesse-Festakt verlesen

Beim Eröffnungs-Festakt der Frankfurter Buchmesse ist ein Brief aus einem türkischen Gefängnis verlesen worden. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, trug ihn vor. Unter den Zuhörern waren unter anderem EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) sowie die Könige von Belgien und den Niederlanden. Absenderin der Zeilen war die Autorin Asli Erdogan, die 2008 in Frankfurt war, als die Türkei Ehrengast der Buchmesse war. Jetzt sitzt sie im Gefängnis. "Hinter Steinen, Beton und Stacheldraht rufe ich - wie aus einem Brunnenschacht - zu euch: Hier in meinem Land lässt man mit einer unvorstellbaren Rohheit das Gewissen verkommen. Dabei wird gewohnheitsmäßig und wie blind versucht, die Wahrheit zu töten", schrieb Erdogan. "Auch wenn ich nicht weiß wie, aber die Literatur hat es immer geschafft, Diktatoren zu überwinden."

Trauermesse für Regisseur Andrzej Wajda

Polen nahmen Abschied von ihrem legendären Filmemacher

Hunderte Menschen haben Polens Regie-Legende Andrzej Wajda in Warschau mit einer Trauermesse verabschiedet. An der Zeremonie in der Dominikanerkirche St. Hyazinth, in der die Urne mit der Asche des Regisseurs aufgestellt worden war, nahmen auch polnische Schauspielgrößen und Politiker teil. Wajda war vor rund einer Woche im Alter von 90 Jahren gestorben. Morgen wird er im südpolnischen Krakau beigesetzt. Durch Werke wie «Das gelobte Land», «Danton» oder «Der Mann aus Marmor» wurde Wajda weltweit bekannt. In seinen Filmen setzte er sich mit der Geschichte Polens auseinander. 2000 erhielt er einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Deutsch-amerikanisches NS-Raubkunst-Projekt

Ein Austauschprogram soll die Erforschung besser vernetzen

Die Erforschung von NS-Raubkunst soll zwischen Deutschland und Amerika besser vernetzt werden. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin und die Smithsonian Institution in Washington, zwei der weltweit größten Museumseinrichtungen, starten dafür ein dreijähriges Austauschprogramm. Die sogenannte Provenienzforschung beschäftige Einrichtungen auf beiden Seiten des Atlantiks gleichermaßen, erklärte Preußen-Stiftungspräsident Hermann Parzinger. Eine Vernetzung zwischen ihnen sei für eine effiziente Forschung immens wichtig. Zudem könne so das Thema noch stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Weitere Partner sind etwa die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, das Metropolitan Museum of Art in New York und das Ghetty Research Intitute in Los Angeles.

500 verschollene Raubkunst-Bücher entdeckt

Sammlung der Familie Tietz in Bautzen aufgetaucht

Knapp 500 bisher verschollene Bücher der jüdischen Unternehmerfamilie Edith und Georg Tietz haben Wissenschaftler bei Recherchen zu NS-Raubgut im Altbestand der Stadtbibliothek Bautzen entdeckt. Wie Projektleiter Robert Langer sagte, lasse sich an diesem Fund erahnen, wie viele Bücher im Nationalsozialismus unrechtmäßig in Bibliotheken gekommen seien. Die bedeutende Büchersammlung der Nachfahren der Kaufhausdynastie «Hermann Tietz & Co. Warenhäuser» (Hertie) wurde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. 1944 erwarb die Reichsaustauschstelle die Werke und lagerte die 4500 Bände, darunter sehr wertvolle Kunstdrucke, in einem sächsischen Außendepot in der Nähe von Bautzen bis zum Kriegsende 1945. "Bis dahin lässt sich ihr Weg verfolgen. Wie sie in die Bibliothek kamen, soll ein weiteres Projekt erforschen", sagte Langer.

Joanna Bator erhält Stefan-Heym-Preis

Stadt Chemnitz zeichnet polnische Autorin aus

Die polnische Schriftstellerin Joanna Bator erhält den Internationalen Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im April 2017 verliehen, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Bator sei eine herausragende Stimme der zeitgenössischen europäischen Literatur. Mit ihren feinsinnig erzählten Texten greife sie "leise, aber entschieden aktuelle gesellschaftliche Fragen und Phänomene auf". Bator wurde 1968 im polnischen Walbrzych in Niederschlesien geboren und veröffentlichte zahlreiche Romane, Essays und Artikel. Für ihren Roman «Dunkel, fast Nacht» erhielt sie 2013 den "Nike"-Preis, der als wichtigste Auszeichnung für Literatur in Polen gilt.

"König der Kunstfälscher" Mrugalla ist tot

Er fälschte Bilder von Nolde bis Picasso

Der als "König der Kunstfälscher" berühmt gewordene Edgar Mrugalla ist tot. Der 78-Jährige sei am 22. September nach langer Krankheit in Düsseldorf gestorben, sagte seine Tochter der Deutschen Presse-Agentur. Anfang der 1990er Jahre war Mrugalla wegen Urheberrechtsverletzung und Beihilfe zum Betrug zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Er kopierte anschließend immer noch, versah die Bilder nun jedoch mit dem Hinweis auf die "Fälscherwerkstatt Mrugalla". Der 1938 in Berlin Geborene hatte nach eigenem Bekunden bis zu 3000 Bilder, Grafiken, Radierungen von Rembrandt über Nolde bis Picasso gefälscht. Im Alter von 32 hatte er als Autodidakt diverse Maltechniken gelernt. Rund 50 Maler konnte Mrugalla schließlich kopieren. Sogar das Wirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein stellte vor neun Jahren seine Werke aus. In dem Bundesland lebte er von Anfang der 1990er Jahre bis 2008, dann zog er nach Düsseldorf.

Neues Orthodoxes Zentrum an der Seine

Präsident Putin und Patriarch Kyrill I. bleiben Einweihung fern

Nach jahrelanger Planungs- und Bauzeit öffnet morgen in Paris das neue orthodoxe Zentrum seine Pforten. Angesichts aktueller politischer Spannungen zwischen Frankreich und Russland in der Syrien-Krise sagten sowohl Russlands Staatspräsident Wladimir Putin als auch der Moskauer Patriarch Kyrill I. ihren Frankreich-Besuch und damit auch die Weihe der Dreifaltigkeitskathedrale ab. Aus der Umgebung des Patriarchen wurde der 4. Dezember als möglicher neuer Termin für einen Paris-Besuch genannt. Die Kathedrale, deren Weihe nun aufgeschoben wurde, ist Teil eines neuen, vom Kreml finanzierten kulturell-religiösen Zentrums am Seine-Ufer. Die goldenen Kuppeln der Kathedrale des Moskauer Patriarchats dominieren nun das Ufer in der Nähe des Eiffelturms.

Unesco soll jüdischen Friedhof in Hamburg ehren

Senat beantragt Nominierung für Weltkulturerbe

Die Stadt Hamburg treibt die Aufnahme des Jüdischen Friedhofs Hamburg-Altona in die Unesco-Welterbeliste voran. Der Senat beschloss, die Antragsunterlagen für eine Nominierung bei der UN-Kulturorganisation im Dezember einzureichen, wie die Stadt mitteilte. Im nächsten Jahr könne die Prüfung des "außergewöhnlichen universellen Wertes" der über 400 Jahre alten Begräbnisstätte durch Experten erfolgen.Der Jüdische Friedhof an der Königstraße in Altona gilt Forschern wegen der hohen Zahl gut erhaltener Grabsteine als einzigartig. Von den einst fast 9.000 Grabsteinen bestehen noch rund 6.000.

Gericht verfügt Räumung der Kudamm-Bühnen

Rechtsanwalt der Theater kündigt Revision an

Die beiden traditionsreichen Kudamm-Bühnen in Berlin müssen einer Gerichtsentscheidung zufolge ihr Stammhaus am Kurfürstendamm räumen. Eine Zivilkammer des Landgerichts erklärte in erster Instanz die Räumungsklage eines Investors für rechtens. Angesichts der Zahlungsrückstände des Theaters sei auch ein Aufschub nicht gerechtfertigt. Der Rechtsanwalt von Theater und Komödie am Kurfürstendamm, Reiner Geulen, kündigte Revision an. "Es ist völlig klar, dass wir unter keinen Umständen den Kurfürstendamm räumen werden", sagte er nach der Entscheidung. Der Investor plant eine Sanierung des Areals und will dafür die beiden Theater abreißen. Die Betreiber der Bühnen wehren sich gegen ein Ausweichquartier im Keller. Im Prozess ging es vor allem um die Frage, ob der Investor überhaupt Räumungsklage einreichen darf. Die Theaterfamilie Woelffer bezweifelt, dass das Unternehmen rechtmäßig existiert. Als Vertreter der Kläger konterte Rechtsanwalt Hans Konrad, die Gesellschaft sei in jedem Fall rechtsfähig, weil sie Mieten kassiere und Steuern zahle. "Selbst wenn alle Urkunden erstunken und erlogen wären, wäre die Klage zulässig."

Bodo Kirchhoff gewinnt Deutschen Buchpreis

Preisträger wurde traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verkündet

Gestern Abend war bekanntgegeben worden, dass der Schriftsteller Bodo Kirchhoff mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wird. Er erhielt die mit 25 000 Euro verbundene Auszeichnung für seinen Roman "Widerfahrnis". Im Deutschlandradio Kultur sagte Kirchhoff, es gehe ihm darum, wo Worte unzulänglich seien, eine feinsinnige und treffende Sprache zu finden: "Das Buch endet dort, wo wir im Moment alle mit unserem Latein stehen oder am Ende sind - je nachdem." In Frankfurt am Main wird heute Abend dann die 68. internationale Buchmesse eröffnet. Ehrengäste der weltgrößten Bücherschau sind in diesem Jahr die Niederlande und Flandern. Die Messe dauert fünf Tage und ist zunächst für Fachbesucher und am Wochenende dann auch für das Publikum geöffnet.

Offene Castings für deutsche ESC-Hoffnungen

Gesucht werden Einzelkünstler und keine Bands

Die deutsche Kandidatenkür für den Eurovision Song Contest (ESC) 2017 läuft in diesem Jahr auch über offene Castings. Neben dem Online-Bewerbungsverfahren werde es für Nachwuchssänger zwei Möglichkeiten zum Vorsingen vor der Kamera geben, teilte der NDR mit - am 5. November in Köln und am 12.
November in Hamburg. Die Anmeldung sei ab sofort möglich. Gesucht werden Einzelkünstler und keine Bands. "Es geht um ein reines Vorsingen" heißt es in den Teilnahmebedingungen. Wer das deutsche Ticket zum Wettbewerb in der Ukraine bekommt, soll am 9. Februar 2017 (ARD) beim Vorentscheid «Unser Song» in Köln entschieden werden. In der Show treten fünf in den Castings - also aus Online-Bewerbung und offenem Vorsingen - ermittelte Finalisten gegeneinander an. Ein eigenes Lied müssen sie nicht mitbringen, weil Produzenten die Songs für den ESC schreiben sollen. Das Finale wird am 13. Mai in Kiew stattfinden.

Dirigent Ivan Fischer verlässt Konzerthausorchester

Musiker wünscht sich mehr Zeit zum Komponieren

Der Chefdirigent des Konzerthausorchesters Berlin, Ivan Fischer (65), wird seinen Vertrag über das Jahr 2018 nicht verlängern. Als Ehrendirigent werde er aber danach vier Programme pro Saison leiten, teilte das Orchester mit. Er wolle seine Dirigiertätigkeit reduzieren, um mehr Zeit zum Komponieren zu haben, begründete Fischer seine Entscheidung. "Das Orchester wird eines der wenigen sein, die meiner musikalischen Familie angehören und mit dem ich vorhabe, regelmäßig Konzerte zu geben", sagte der ungarische Dirigent. Intendant Sebastian Nordmann sagte, Fischer habe das Konzerthaus Berlin für neue Programme geöffnet. Das Orchester sei dank seines Chefdirigenten in einer ausgezeichneten Verfassung. Er sei zuversichtlich, einen interessanten Nachfolger zu finden.

Herbert Burda tritt als Verbandspräsident ab

Wechsel bei den Zeitschriftenverlegern nach 20 Jahren

Der Verleger Hubert Burda (76) tritt als Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) ab. Als Nachfolger habe Burda dem VDZ-Präsidium den Mitgesellschafter der Funke-Mediengruppe, Stephan Holthoff-Pförtner (67), vorgeschlagen, teilte der VDZ mit. Der 76-jährige Burda ist seit 1997 der Präsident des Verbandes. Er wird sich laut VDZ von seinem Amt auf der Verbandssitzung am 6. November zurückziehen. Dann soll die Delegiertenversammlung über seine Nachfolge abstimmen.

Fast alle Haushalte nutzen Handys

In Familien haben nahezu 100 Prozent ein Mobiltelefon

In fast allen deutschen Haushalten wird mit Handy oder Smartphone telefoniert. Während vor zehn Jahren rund 80 Prozent aller Haushalte ein Mobiltelefon besaßen, sind es heute 95 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, liegt die Quote bei Haushalten mit Kindern bei nahezu 100 Prozent. Für Seniorenhaushalte mit Personen, die älter als 80 Jahre sind, geben die Statistiker die Handyquote mit 77 Prozent an.

Internationales Forscherteam umrundet Antarktis

Zusammenarbeit zu Auswirkungen des Klimawandels

55 Wissenschaftler aus 30 Ländern sollen auf einer Forschungsreise rund um die Antarktis die Auswirkungen des Klimawandels erkunden. Das internationale Forscher-Team werde am 20. Dezember im südafrikanischen Kapstadt an Bord des russischen Forschungsschiffes "Akademik Treschnikow" gehen, gaben die Organisatoren bekannt. Die Forschungsreise heißt Antarktische Polarumquerungsexpedition (ACE) und soll die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern und Wissenschaftsdisziplinen fördern. Auf der Fahrt sollen Wale, Pinguine und Albatrosse gezählt und auf Karten verzeichnet werden. Auch die Auswirkungen von Plastikmüll im Wasser auf die Nahrungskette wird untersucht.

6,9 Millionen Zuschauer sehen «Terror»-Film

Großes Interesse für Film nach Schirach-Theaterstück

Der Fernsehfilm «Terror. Ihr Urteil» hat dem Ersten eine gute Quote beschert. Der am Montagabend ausgestrahlte Film erreichte rund 6,9 Millionen Zuschauer, wie die ARD mitteilte. Das sei ein Marktanteil von 20,2 Prozent. In dem Film nach dem gleichnamigen Theaterstück von Ferdinand von Schirach wird der Fall eines Piloten verhandelt, der eine Lufthansa-Maschine mit 164 Menschen an Bord abgeschossen hat, um zu verhindern, dass dieses Flugzeug von einem Terroristen in ein Stadion gesteuert wird, in dem sich 70.000 Menschen befinden. Nach dem Film konnte das Publikum darüber abstimmen, ob es den Piloten für schuldig hält. 86,9 Prozent stimmten für Freispruch. Gemeinsam mit «Hart aber Fair» war der Film laut ARD die meistgesehene Sendung des Tages.

Lebenszufriedenheit in Deutschland steigt

Neuer Glücksatlas ist herausgegeben

Deutschland im Glück: Die allgemeine Lebenszufriedenheit der Bundesbürger ist nach den Berechnungen des neuen Glücksatlas gestiegen. Trotz Terrorgefahr und Flüchtlingsstrom kletterte die Marke auf einer Skala von 0 bis 10 im Jahr 2016 auf 7,11 Punkte, teilte die Deutsche Post als Herausgeberin der wissenschaftlichen Studie mit. Damit liegt der Wert höher als 2015 (7,02) und erreicht einen Spitzenplatz seit dem Start der repräsentativen jährlichen Untersuchung für das Jahr 2010. Die Autoren fragen dabei zum Beispiel nach Familie, Arbeit und Gesundheit. Als möglichen Grund für die positive Entwicklung sehen sie die gute wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre. Allerdings klaffen bei der subjektiven Zufriedenheit auffällige Unterschiede zwischen den Regionen: So sind Ostdeutsche durchweg skeptischer und unzufriedener. Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind der Studie zufolge sehr unzufrieden. Im Vergleich mit 19 anderen Regionen in Deutschland belegt das Bundesland den vorletzten Platz. Mit Blick auf Europa liegen die Glücksgefühle der Deutschen im Mittelfeld.

Nobeljury bekommt Bob Dylan nicht ans Telefon

Auch auf die Einladung zur Verleihung bislang keine Reaktion vom Preisträger

Die Schwedische Akademie hat den Versuch aufgegeben, Literaturnobelpreisträger Bob Dylan an den Telefonhörer zu bekommen. Fünf Tage nach der Verkündung des diesjährigen Preisträgers habe die Jury den US-Sänger noch nicht gesprochen, sagte ein Sprecher der Akademie der Deutschen Presse-Agentur. Dylans Mitarbeiter hätten alle nötigen Informationen erhalten. "Wir haben nur nicht persönlich mit ihm gesprochen." Per Post habe der Preisträger auch eine Einladung zur Verleihung der Nobelpreise am 10. Dezember in Stockholm bekommen. Darauf habe Dylan aber noch nicht reagiert. "Aber er ist Preisträger, und wenn er nicht kommt, ist er das trotzdem noch." Der 75-jährige Sänger und Songwriter hatte den Nobelpreis am vergangenen Donnerstag für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition bekommen.

Goldene Kamera verleiht erstmals Digital Award

Neben der Klickzahlen sei Qualität das verlässliche Maß

Mit der Goldenen Kamera werden im kommenden Jahr erstmals auch die besten Web-Formate ausgezeichnet. Der Goldene Kamera Digital Award wird im Februar in den sechs Kategorien Serie, Viraler Clip, Music-Act, Reportage, Channel und Comedy verliehen, wie die Essener Funke Mediengruppe mitteilte. Die Zeit sei reif, neben nationalen und internationalen Stars der Film-, TV- und Musikbranche nun auch besondere Leistung im Bereich "Best of Entertainment" im Netz zu würdigen, sagte Verlagsgeschäftsführer Jochen Beckmann. Neben den reinen Klickzahlen sei Qualität das verlässliche Maß, "egal ob journalistischer Beitrag, fiktionale Serie oder musikalischer Newcomer", erklärte Beckmann. Die diesjährige Jury für den Digital Award setzt sich aus der Redaktion der Goldenen Kamera und Digital-Experten der Funke-Gruppe zusammen und legt die Nominierungen fest. User im Netz können darüber abstimmen, wer zu den ersten Preisträgern gehört.

Neuer Beraterkreis bei Vertreibungsstiftung

Zwölf Experten benannt - aber nicht aus Polen

Nach heftigen Querelen hat die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung einen neuen wissenschaftlichen Beraterkreis. Der Stiftungsrat benannte zwölf Experten für das Gremium. Allerdings ist das für die Versöhnungsarbeit wichtige Polen nicht mehr vertreten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte als Stiftungsratsvorsitzende, sie bedauere, dass es trotz ausgiebiger Bemühungen nicht gelungen sei, einen polnischen Vertreter zu gewinnen. Dies sei sicher auch der gegenwärtigen politischen Lage in Polen geschuldet. Seit der Regierungsübernahme der Nationalkonservativen in Warschau im vergangenen November gelten die Beziehungen als schwierig. Der frühere Beraterkreis hatte sich 2014 mit dem inzwischen abgetretenen Gründungsdirektor Manfred Kittel überworfen.

Schweizer Behörden von Neonazi-Konzert überrascht

Viele deutsche Rechtsrock-Bands seien aufgetreten

Ein Rechtsrock-Konzert mit vielen Teilnehmern aus Deutschland könnte ein juristisches Nachspiel haben. Von der politischen Ausrichtung der Veranstaltung mit deutschen Bands in Unterwasser (Kanton St. Gallen) seien die Behörden überrascht worden, berichteten Schweizer Medien. Die Staatsanwaltschaft wolle prüfen, ob mit rechtsextremen Liedtexten Strafrechtsnormen verletzt wurden, sagte Gemeindepräsident Rolf Züllig der Schweizer Nachrichtenagentur sda. Zudem sollten die Veranstalter belangt werden, weil sie die Bewilligung mit falschen Angaben erschlichen hätten. Genehmigt habe man ein Konzert mit Schweizer Nachwuchsbands. Stattdessen seien deutsche Rechtsrock-Bands wie Stahlgewitter und Frontalkraft aufgetreten. Von einemTreffpunkt in Ulm aus seien die Teilnehmer überraschend in Autos und Bussen in die Schweiz gereist. Die Polizei habe nicht eingegriffen, da keine Probleme festgestellt worden seien. Alles sei "mustergültig organisiert" gewesen, von der Einweisung der Fahrzeuge bis zum Einsammeln der Abfälle.

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