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Kulturnachrichten

Samstag, 15. Oktober 2016

Dario Fo in Mailand beigesetzt

Tausende Italiener nehmen mit Partisanenlied Abschied von Theatermann

Tausende Italiener haben in Mailand mit dem Partisanenlied "Bella Ciao" Abschied vom großen linken Theaterautoren und Literaturnobelpreisträger Dario Fo genommen. Der Beerdigungszug wand sich am Samstag bei heftigem Regen vom Piccolo Teatro Strehler durch die Straßen der norditalienischen Metropole zum Domplatz, wo Fos Sarg unter einem Zelt aufgebahrt wurde. Der Künstler war am Donnerstag im Alter von 80 Jahren gestorben. Sein Sohn Jacopo Fo und mehrere Größen der italienischen Kulturszene würdigten den furchtlosen Kritiker der Eliten, bevor eine Band eine Version des italienischen Partisanenlieds "Bella Ciao" intonierte.

Regisseur Ridley Scott für sein Lebenswerk geehrt

Erschaffer von "Alien" und "Blade Runner" erhält American Cinematheque Award

Der britische Regisseur Ridley Scott ist für sein Lebenswerk geehrt worden. Der Erfinder von Filmen wie "Alien", "Blade Runner" und "Gladiator" wurde in Beverly Hills in Gegenwart von Showgrößen wie Matt Damon, Ben Kingsley und Sigourney Weaver mit dem American Cinematheque Award ausgezeichnet, der damit zum 30. Mal verliehen wurde. In seiner fünf Jahrzehnte währenden Karriere schuf Scott 24 Filme, darunter Klassiker wie "Thelma und Louise" (1991) oder "Black Hawk Down" (2001). "Er ist der Größte, eine Ikone und er gibt all seinen Schauspielern den besten Ort zum Arbeiten, an dem man sich sicher und geschützt fühlt, aber zugleich alle Möglichkeiten hat", sagte die schwedische Schauspielerin Noomi Rapace, die in Scotts Science-Fiction-Film "Prometheus" (2012) spielte. Trotz seines Erfolgs gewann Ridley Scott bisher keinen Oscar als Regisseur, auch wenn seine Filme immer wieder für den renommierten US-Filmpreis nominiert waren. Sein jüngster Film "The Martian" wurde für zwei Golden Globes und sieben Oscars nominiert.

Ausländische Schauspieler fühlen sich in Altenburg-Gera unwohl

Schauspieldirektor Bernhard Stengele beschreibt Stimmungsumschwung

Seit Sommer 2015 beobachtet Bernhard Stengele, Schauspieldirektor in Altenburg-Gera, eine sich radikalisierende Atmosphäre in der Stadt, die ihn den Weggang ausländischer Mitarbeiter befürchten lässt. „Es gab noch keine körperlichen Übergriffe, es gab den Versuch von körperlichen Übergriffen. Aber die Atmosphäre ist so angespannt, dass die Leute sagen, ich habe keine Lust mehr, hier zu sein", sagte er im Deutschlandradio Kultur . Als Stengele vor fünf Jahren seine Arbeit in Thüringen begann, stieß sein internationaler Theateransatz, der Austausch mit Produktionen und Schauspielern aus Burkina Faso, Griechenland, Russland und der Türkei beim Altenburger Publikum auf großes Interesse. Das Publikum sei weiterhin freundlich gesonnen, aber die Lebensumstände des Ensembles würden schwieriger. Stengele selber verlässt am Ende der Spielzeit Altenburg. „Wenn man merkt, dass das Bewusstsein für die Probleme größer wird als die Freude, wenn es gut funktioniert (..), dann bin ich es meinem Publikum und der Stadt schuldig, dass ich sage: Meine besten Kräfte habt ihr gehabt, ich muss jetzt weiterziehen", begründete er seinen Schritt im Deutschlandradio Kultur.

Kulturstaatsministerin würdigt politische Arbeit kleiner Theater

Theaterpreis soll verstärkt Theater unterstützen, die sozialgesellschaftliche Positionen vertreten

Auf ihrer 2. Reise durch Theater in der Provinz, machte Kulturstaatsministerin Monika Grütters Station in Chemnitz, Halle, Jena und Senftenberg. Als Ergebnis der Gespräche mit den Theatermachern vor Ort soll sich der Theaterpreis in seiner neuen Auflage stärker am gesellschaftspolitischem Engagement der Häuser ausrichten. Monika Grütters sagte im Deutschlandradio Kultur, dass die kleinen Theater in der Fläche ihre Existenz mehr denn je behaupteten, „weil sie nicht nur Orte der kulturellen Auseinandersetzung sind, sondern politische Orte und ein soziales Angebot machen." Da sie sich in der momentanen Stimmungslage stärker mit Widerstand, Kritik und populistischen Gruppen konfrontiert sähen als Einrichtungen in Metropolen, würde die Kultur hier dem Ruf gerecht, widerständig zu sein. „Wir brauchen die kleinen Theater mehr denn je, selbst dann, wenn es in der Bevölkerung einen Rückgang gibt", so die Kulturstaatsministerin.

Mehrheit fordert Programmieren als Schulfach

Forsa Umfrage anlässlich europaweiter "Code Week"

Kommunikation, Handel, Logistik, Gesundheit, Tourismus - der digitale Wandel erfasst nahezu jede Branche und jeden Lebensbereich. Eine Mehrheit der Deutschen unterstützt daher laut einer Untersuchung den Vorschlag, dass Kinder in der Schule Programmieren lernen sollten. Wie aus einer von der Hamburger Körber-Stiftung veröffentlichten Forsa-Umfrage hervorgeht, fordern 59 Prozent "Coding" im Schulunterricht, 38 Prozent lehnen dies ab. Die Umfrage wurde anlässlich der europaweiten "Code Week" in Auftrag gegeben, die dem Nachwuchs den Umgang mit digitaler Technik vermitteln soll. Auf die Frage, wer besonders in der Verantwortung ist, Kindern und Jugendlichen beizubringen, wie man mit digitalen Medien umgeht, wurden vor allem die Eltern und die Schule genannt. Fast die Hälfte sieht laut den Meinungsforschern die Vermittlung von Medienkompetenz auch beim Nachwuchs selbst beziehungsweise nennt Freunde und Geschwister.

Karl-Sczuka-Preis für Radiostück "Desert Bloom"

Klangportrait der US-Wüstenstadt Las Vegas überzeugt

Die drei Macher des Radiostücks "Desert Bloom" bekommen in Donaueschingen im Schwarzwald den diesjährigen Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst.
Die in Bremen geborene Klangkünstlerin Christina Kubisch, der österreichische Komponist und Produzent Peter Kutin sowie der österreichische Musiker und Tontechniker Florian Kindlinger haben mit "Desert Bloom" die US-Wüstenstadt Las Vegas porträtiert. Der Preis ist mit 12 500 Euro dotiert. Er wird jährlich vom Südwestrundfunk (SWR) vergeben und gilt als einer der wichtigsten Auszeichnungen für akustische Kunst. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Komponist Asmus Tietchens, die Schriftsteller Oswald Egger und Friederike Mayröcker, Regisseurin Iris Drögekamp sowie der Klangkünstler Thomas Gerwin.

"Changing Europe!" in TV, Radio und online

30. "Prix Europa"-Medienfestival startet

Beim diesjährigen "Prix Europa"-Medienwettbewerb konkurrieren 231 Beiträge, darunter 36 aus Deutschland um die mit insgesamt 78.000 Euro dotierten Stier-Trophäen für die besten TV-, Radio- und Online-Produktionen. Das 30-jährige Bestehen wird unter dem Motto "Changing Europe!" gefeiert. Bei der Wahl des Mottos habe noch niemand ahnen können, welche Veränderungen den Kontinent in diesem Jahr erschüttern, hieß es vom Veranstalter. Die Zerreißprobe Europas in all ihren Facetten von Krieg und Terror über Nationalismus bis hin zur Abschottung der EU sei dennoch Themenschwerpunkt der eingereichten Beiträge. Die Gastgeberin des "Prix Europa", RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, rief die europäischen Journalisten dazu auf, das wankende Vertrauen in die Medien wiederherzustellen. "Wir dürfen Angst, Zynismus und Fremdenfeindlichkeit nicht nachgeben", betonte Schlesinger: "Unsere Aufgabe ist es, Dinge in einen größeren Zusammenhang zu stellen, neue Perspektiven zu schaffen und innovative Ideen zu präsentieren." Die Wettbewerbsbeiträge werden bis zum 21. Oktober von internationalen Medienfachleuten bewertet. Mit dem "Prix Europa" werden seit 1987 die besten Medienproduktionen des Kontinents ausgezeichnet.

Novi Sad wird Europas Kulturhauptstadt 2021

Erstmals serbische Stadt dazu ernannt

Die serbische Stadt Novi Sad soll Europäische Kulturhauptstadt 2021 werden. Damit bekommt erstmals eine Stadt eines EU-Beitrittskandidaten diesen Titel. Die Öffnung des Programms sei ein Weg, diese Lämnder "näher an die EU zu bringen und die kulturelle Verbindung zu stärken", sagte EU-Kulturkommissar Tibor Navracsics. Vor zwei Jahren hatten sich Städte aus Serbien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Montenegro bewerben können. Nach einer ersten Auswahl war neben Novi Sad noch Herceg Novi in Montenegro im Rennen gewesen.

Erstes Denkmal für Iwan den Schrecklichen eingeweiht

Bürgerproteste in Orjol

Russlands erstes Denkmal für Zar Iwan den Schrecklichen (1530-1584) ist gegen den Protest von Einwohnern in der Stadt Orjol südwestlich von Moskau eingeweiht worden. Zwar sei Iwan IV. eine der umstrittensten Figuren Russlands gewesen, aber der Großfürst habe auch mutige Reformen unternommen, betonte Kulturminister Wladimir Medinski. Gebietsgouverneur Wadim Potomski würdigte den Herrscher als "Verteidiger der Heimat" und Gründer von Orjol vor 450 Jahren.
Einwohner wollten das Standbild unter anderem mit Gerichtsklagen verhindern.
Sie werfen der Verwaltung vor, die Augen vor Gräueltaten zu verschließen und einen brutalen Volkstribun "heilig zu sprechen". Der Wortführer der Gegner kündigte eine Protestdemonstration an.

Oldenburger Kinderbuchpreis wird nicht vergeben

Eingereichte Werke könnten dieses Jahr nicht die hohen Standards erfüllen

Der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis wird in diesem Jahr nicht verliehen. Die 286 eingereichten Werke könnten nicht mit dem Anspruch des Preises und der hohen Qualität der bislang ausgezeichneten Titel und Autoren mithalten, heißt es in der Begründung der Jury, die die Stadt Oldenburg am Freitag veröffentlichte. Der Preis wird seit 1977 für herausragende Titel mit hohen literarischem und ästhetischem Anspruch vergeben und ist mit 7.600 Euro dotiert. Zu den bisherigen Preisträgern zählten unter anderem die Schriftstellerin Mirjam Pressler, der Autor Zoran Drvenkar und der Bilderbuch-Illustrator Nikolaus Heidelbach. Vergangenes Jahr ging der Preis an den Frankfurter Autor Florian Wacker, der für sein Jugendbuch «Dahlenberger» ausgezeichnet wurde.

Sammler Marzona schenkt Berlin Bücher und Plakate

Schenkung soll die 2002 erworbene Marzona Sammlung ergänzen

Der Sammler Egidio Marzona übergibt weitere Teile seines Archivs an die Staatlichen Museen Berlin. Von Marzona erhalte die Kunstbibliothek jetzt 115 Bücher und Editionen, 141 Plakate und rund 1000 Einladungskarten für eine "Enzyklopädie der Kunst der 60er und 70er Jahre". Sie sollen die bereits 2002 erworbene Sammlung Marzona ergänzen, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Freitag mit. Schon damals habe Marzona das dazugehörige Archiv der Kunstbibliothek geschenkt. Zu den jetzt übergebenen Büchern und Editionen zählen seltene Publikationen, zum Beispiel von Carl Andre, der Künstlergruppe Art & Language, Marcel Broodthaers und Gilbert & George. Zu den Künstlerplakaten zählen Arbeiten von Brice Marden und Robert Smithson. Einen Großteil seines Archivs hatte Marzona allerdings nach Dresden gegeben.

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