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Kulturnachrichten

Freitag, 14. Oktober 2016

Novi Sad wird Europas Kulturhauptstadt 2021

Erstmals serbische Stadt dazu ernannt

Die serbische Stadt Novi Sad soll Europäische Kulturhauptstadt 2021 werden. Damit bekommt erstmals eine Stadt eines EU-Beitrittskandidaten diesen Titel. Die Öffnung des Programms sei ein Weg, diese Lämnder "näher an die EU zu bringen und die kulturelle Verbindung zu stärken", sagte EU-Kulturkommissar Tibor Navracsics. Vor zwei Jahren hatten sich Städte aus Serbien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Montenegro bewerben können. Nach einer ersten Auswahl war neben Novi Sad noch Herceg Novi in Montenegro im Rennen gewesen.

Erstes Denkmal für Iwan den Schrecklichen eingeweiht

Bürgerproteste in Orjol

Russlands erstes Denkmal für Zar Iwan den Schrecklichen (1530-1584) ist gegen den Protest von Einwohnern in der Stadt Orjol südwestlich von Moskau eingeweiht worden. Zwar sei Iwan IV. eine der umstrittensten Figuren Russlands gewesen, aber der Großfürst habe auch mutige Reformen unternommen, betonte Kulturminister Wladimir Medinski. Gebietsgouverneur Wadim Potomski würdigte den Herrscher als "Verteidiger der Heimat" und Gründer von Orjol vor 450 Jahren.
Einwohner wollten das Standbild unter anderem mit Gerichtsklagen verhindern.
Sie werfen der Verwaltung vor, die Augen vor Gräueltaten zu verschließen und einen brutalen Volkstribun "heilig zu sprechen". Der Wortführer der Gegner kündigte eine Protestdemonstration an.

Oldenburger Kinderbuchpreis wird nicht vergeben

Eingereichte Werke könnten dieses Jahr nicht die hohen Standards erfüllen

Der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis wird in diesem Jahr nicht verliehen. Die 286 eingereichten Werke könnten nicht mit dem Anspruch des Preises und der hohen Qualität der bislang ausgezeichneten Titel und Autoren mithalten, heißt es in der Begründung der Jury, die die Stadt Oldenburg am Freitag veröffentlichte. Der Preis wird seit 1977 für herausragende Titel mit hohen literarischem und ästhetischem Anspruch vergeben und ist mit 7.600 Euro dotiert. Zu den bisherigen Preisträgern zählten unter anderem die Schriftstellerin Mirjam Pressler, der Autor Zoran Drvenkar und der Bilderbuch-Illustrator Nikolaus Heidelbach. Vergangenes Jahr ging der Preis an den Frankfurter Autor Florian Wacker, der für sein Jugendbuch «Dahlenberger» ausgezeichnet wurde.

Israel setzt Kontakt zu Unesco aus

Unesco-Resolution empört israelische Regierung

Israel will die Zusammenarbeit mit der UN-Kulturorganisation Unesco auf Eis legen. Das kündigte Bildungsminister Naftali Bennett an und nannte den Resolutionsentwurf einer Unesco-Kommission zum Status von Jerusalem und dem Tempelberg einen "bedauernswerten Vorgang". Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach von einem "Theater des Absurden", das "Jerusalems Wurzeln ignoriert". Am Donnerstag hatte eine Unesco-Kommission in Paris laut Medienberichten einem von arabischen Ländern vorgelegten Resolutionsentwurf zugestimmt, in der die Verbindung der Juden zum Tempelberg nicht erwähnt wird. Zudem werde in der Resolution ausschließlich der arabische Name für den Tempelberg - Haram al-Scharif - benutzt, lautete die Kritik. Laut Bericht der israelischen liberalen Tageszeitung "Haaretz" haben 24 Staaten für die Resolution gestimmt und sechs, darunter Deutschland, Großbritannien und die Niederlande, dagegen. Die Resolution soll in der kommenden Woche vom Exekutivrat der Unesco beraten werden. Seit Beginn der israelischen Besatzung 1967 gilt laut Regelung des damaligen Verteidigungsministers Mosche Dajan, dass Muslime alleiniges Gebetsrecht auf dem Tempelberg genießen.

Sammler Marzona schenkt Berlin Bücher und Plakate

Schenkung soll die 2002 erworbene Marzona Sammlung ergänzen

Der Sammler Egidio Marzona übergibt weitere Teile seines Archivs an die Staatlichen Museen Berlin. Von Marzona erhalte die Kunstbibliothek jetzt 115 Bücher und Editionen, 141 Plakate und rund 1000 Einladungskarten für eine "Enzyklopädie der Kunst der 60er und 70er Jahre". Sie sollen die bereits 2002 erworbene Sammlung Marzona ergänzen, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Freitag mit. Schon damals habe Marzona das dazugehörige Archiv der Kunstbibliothek geschenkt. Zu den jetzt übergebenen Büchern und Editionen zählen seltene Publikationen, zum Beispiel von Carl Andre, der Künstlergruppe Art & Language, Marcel Broodthaers und Gilbert & George. Zu den Künstlerplakaten zählen Arbeiten von Brice Marden und Robert Smithson. Einen Großteil seines Archivs hatte Marzona allerdings nach Dresden gegeben.

Gerichts-Berichterstattung beschäftigt Bundesrat

Länderkammer fordert Verbesserungen im Reform-Entwurf

Die von der Bundesregierung geplante Reform zur Öffnung von Gerichtsverfahren für die Medien muss nach Ansicht des Bundesrates nachgebessert werden. So fordert die Länderkammer, dass Verhandlungen für Medienvertreter nur dann in einen separaten Raum per Ton übertragen werden dürften, wenn es tatsächlich Kapazitätsengpässe in den Sitzungssälen gebe. Ohne Anlass soll es keine gerichtsinternen Übertragungen geben. Zudem mahnte der Bundesrat an, dass audiovisuelle Dokumentationen historisch bedeutsamer Gerichtsverfahren mit einer Schutzfrist verbunden sein müssten. Nur so seien sie in Archiven ausreichend vor Zugriffen geschützt, um Persönlichkeitsrechte Betroffener zu wahren. Mit der Reform würde das seit 1964 bestehende Verbot von Ton- und Rundfunkaufnahmen von Gerichtsverhandlungen und Urteilsverkündungen gelockert. Künftig soll es auch möglich sein, Entscheidungen der obersten Gerichtshöfe des Bundes zu übertragen. Ob dies geschehen soll, entscheidet das Gericht im Einzelfall.

Leipziger Stiftung sagt diesjährige Preisvergabe ab

Kein Geld für Dokfilm-Auszeichnung "Leipziger Ring"

Auf dem Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK Leipzig) wird in diesem Jahr kein Preis der Stiftung Friedliche Revolution vergeben. Eine entsprechende Mitteilung von Festival-Intendantin Leena Pasanen bestätigte der stellvertretende Stiftungsvorstand Michael Kölsch gegenüber Deutschlandradio Kultur. Da sich die Stiftung und ihre Aktivitäten allein aus Spenden finanziere, könnten die Kosten für den mit 5 000 Euro dotierten "Leipziger Ring" nicht aufgebracht werden. Man gehe aber davon aus, den Preis im nächsten Jahr wieder vergeben zu können, möglicherweise an Künstler anderer Genres, sagte Kölsch. Die Stiftung Friedliche Revolution hatte ihren Preis erstmals 2010 in der Leipziger Nikolaikirche vergeben, danach auf dem jährlichen Dokfilmfestival. Seine 59. Ausgabe findet in diesem Jahr vom 31. Oktober bis zum 6. November statt.

Mittelalterliche Liebesschwüre gehen online

Die Universität Erlangen-Nürnberg will hochmittelalterliche Minnelyrik online stellen

Die Dichtungen eines Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach oder Heinrich von Morungen werden komplett ins Internet gestellt. Die Universität Erlangen-Nürnberg will sämtliche deutschsprachige Minnelyrik des Hochmittelalters in einer Datenbank sammeln und kostenlos zugänglich machen, wie die Hochschule am Freitag ankündigte. Die digitale Edition "Lyrik des deutschen Mittelalters" wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) nach einer zweijährigen Pilotphase nun langfristig unterstützt. Das Projekt soll dem Vernehmen nach eine wichtige Forschungslücke schließen. Denn die Forschung zur mittelalterlichen Lyrik - Minnesang, Sangspruchdichtung und die sogenannte Leichdichtung - stehe immer wieder vor dem Problem, dass sich mit den bisherigen Editionen kaum vernünftig arbeiten lasse, erklärte Projektleiter Florian Kragl. Die Werke seien in veralteten und vergriffenen Ausgaben weit verstreut.

Berliner Literaturpreis für Autorin Ilma Rakusa

Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert und einer Gastprofessur an der FU Berlin verbunden

Die Schriftstellerin Ilma Rakusa wird mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet. Die 1946 in der Slowakei geborene Autorin sei eine maßgebliche Stimme der mitteleuropäischen Literatur, teilten die Stiftung Preußische Seehandlung und die Freie Universität Berlin am Freitag mit. Rakusas Erzählungen und Gedichte spiegelten auf sensible und poetische Weise die kulturelle Vielfalt Europas wieder. Ihr jüngster Gedichtband "Impressum: Langsames Licht" offenbare ein "künstlerisches Gleichgewicht von Pathos und Beiläufigkeit" und treffe damit den "Ton der Gegenwart". Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. Damit verbunden ist eine Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität im Sommersemester 2017. Die Auszeichnung wird Rakusa am 20. Februar von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller verliehen.

Wildenstein drohen Millionen Euro Geldstrafe und Haft

Kunsthändler soll zudem Steuern in Höhe von 550 Millionen Euro nachzahlen

Das Pariser Strafgericht hat entschieden, den Prozess gegen den Kunsthändler Guy Wildenstein wegen Steuerhinterziehung zu eröffnen. Dem 70-jährigen Franzosen und US-Bürger wird vorgeworfen, nach dem Tod seines Vaters Daniel im Jahr 2001 und seines älteren Bruders Alec im Jahr 2008 den Großteil des Erbes verheimlicht zu haben. Im Prozess gegen den Kunsthändler Guy Wildenstein hat die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 250 Millionen Euro gefordert sowie vier Jahre Haft, davon zwei auf Bewährung. Bei der Steuerhinterziehung handle es sich um eine der längsten und kompliziertesten Steuerhinterziehungen der Fünften Republik, lautete die Begründung am Donnerstag. Guy Wildenstein steht an der Spitze eines Imperiums, dessen Vermögen auf mehrere hundert Milliarden geschätzt wird. Es wird in einer komplexen Struktur aus Trusts und Geschäften im Ausland verwaltet und besteht aus Hunderten von Kunstwerken, Luxus-Immobilien und Rennpferden.

Dylan gibt Konzert nach Bekanntgabe des Nobelpreises

Die Welt feiert Bob Dylan – der Sänger schweigt

Bob Dylan hat sein erstes Konzert gegeben, seit bekannt ist, dass er den diesjährigen Literaturnobelpreis erhält. Die Auszeichnung erwähnte er auch während seines 90-minütigen Auftrittes in Las Vegas mit keinem Wort. Bereits zuvor hatte ein Sprecher des Songwriters gesagt, Dylan werde vorerst keinen Kommentar zum Nobelpreis abgeben. Dylan ist der erste Musiker, der mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wird. Für die ungewöhnliche Entscheidung der Jury gab es Kritik und viel Lob. US-Präsident Obama nannte Dylan auf Twitter einen seiner Lieblingsdichter, die Auszeichnung sei hochverdient.

Literaturkritikerin Löffler kritisiert Nobelpreiskomitee

Literaturnobelpreis für Bob Dylan sei "fantastische Fehlentscheidung"

Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler hat den Literaturnobelpreis für Bob Dylan als "fantastische Fehlentscheidung" kritisiert. Löffler sagte MDR Aktuell, sie habe den Eindruck, dass die Schwedische Akademie sich seit einiger Zeit interessant machen wolle, "und zwar durch besonders ausgefallene und extravagante Namen, die sie da kürt". Dies sei schon im vergangenen Jahr mit der Auszeichnung für die Weißrussin Swetlana Alexijewitsch der Fall gewesen - "eine sehr mutige und verdienstvolle Journalistin, aber das waren Protokolle, journalistische Montagen". Dylan sei zweifellos ein genialer Folk- und Rockmusiker und habe der Rockmusik eine neue sprachliche Komplexität gegeben - "aber bitte, das ist alles 50 Jahre her", sagte Löffler. Seine Texte seien keine eigenständige Lyrik, denn sie funktionierten nur gesungen. Löffler gehörte in den 1990er Jahren zum "Literarischen Quartett" in der gleichnamigen ZDF-Sendung.

Japan hält Unesco-Beitrag zurück

Offenbar Reaktion auf Aufnahme der Nanking-Protokolle ins Weltkulturerbe

Japan hält seinen Jahresbeitrag an die Unesco zurück. Wie die Regierung in Tokio mitteilte, will das Land damit sicherstellen, dass das Weltkulturorganisation am Vertrauen unter den UN-Mitgliedsstaaten arbeitet. Außenminister Fumio Kishida bestätigte, dass Japan seinen Beitrag in Höhe von vier Milliarden Yen (rund 35 Millionen Euro) zurückhält. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob der Schritt als Protest gegen die Aufnahme von Dokumenten zum Massaker von Nanking zum Weltgedenkgut im vergangenen Jahr gedacht sei. Japan zieht die historischen Angaben Chinas zu dem Blutbad im Jahr 1937 in Zweifel und hat den Unesco-Beschluss kritisiert. Nach chinesischen Angaben wurden bei dem Massaker bis zu 300 000 Menschen getötet. Japan und einige Gelehrte sprechen dagegen von einer deutlich geringeren Zahl. Japan ist nach den USA der zweitgrößte Geldgeber der Unesco.

Neustart der Carl-Orff-Festspiele fällt vorerst aus

Veranstalter musste Insolvenz anmelden

Die Neuauflage der Carl-Orff-Festspiele fällt vorerst aus. Das für Juli 2017 geplante Festival könne wegen eines Insolvenzverfahrens des potenziellen Veranstalters nicht stattfinden, heißt es in einer in München verbreiteten Mitteilung. Grund seien zu geringe Einnahmen aus Kartenverkäufen bei anderen Veranstaltungen. Der Füssener Kulturmanager Florian Zwipf-Zaharia verwies auf generell rückläufige Besucherzahlen und eine «allgemeine Verunsicherung wegen der aktuellen Sicherheitslage». Er habe sich daher mit der Orff-Stiftung abgestimmt, dass die Festspiele 2017 ausfallen müssten. Zwischen 1998 und 2015 fanden in jedem Sommer Festspiele zur Erinnerung an den berühmten deutschen Komponisten Carl Orff (1895-1982) statt, zuletzt in Trägerschaft des Kloster Andechs unweit der Grabstätte Orffs in der Andechser Wallfahrtskirche.

Online-Petition gegen Schließung des Museums Morsbroich

Tausende Unterschriften für Museum in Leverkusen

Fast 15 000 Menschen haben eine Online-Petition gegen die Schließung des renommierten Museums Morsbroich in Leverkusen unterstützt. Am kommenden Montag solle die Unterschriftenliste dem Leverkusener Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) übergeben werden, teilten die Initiatoren mit. Wirtschaftsprüfer hatten in einem Gutachten empfohlen, das Kunstmuseum aufzulösen - so könnten fast 780 000 Euro pro Jahr gespart werden. Das drohende Aus des Museums hatte bundesweit Proteste ausgelöst. Im August legte der Stadtrat die Schließungspläne vorläufig auf Eis: Der Museumsverein hat jetzt bis Februar 2018 Zeit, ein Standortentwicklungskonzept für das Museum aufzustellen.

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