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Kulturnachrichten

Dienstag, 11. Oktober 2016

Ernst-Lubitsch-Preis für Peter Simonischek

Auszeichnung für die beste komödiantische Leistung

Burgschauspieler Peter Simonischek erhält für seine Rolle in "Toni Erdmann" den diesjährigen Ernst-Lubitsch-Preis des Clubs der Filmjournalisten Berlin für die beste komödiantische Leistung. Mit der Darstellung eines kauzigen Klavierlehrers in Maren Ades Tragikomödie habe der Grazer eine Glanzleistung abgelegt, befand die Jury laut Mitteilung. Der undotierte Preis wird am 29. Januar 2017 im Berliner Babylon Kino vergeben. Die Auszeichnung erinnert an den Berliner Regisseur Ernst Lubitsch, der 1922 in die USA emigrierte. Bisherige Preisträger waren etwa Heinz Rühmann, Loriot, Mario Adorf, Dieter Hallervorden und zuletzt Anke Engelke.

Urheberrechtsstreit: Museum gewinnt vor Gericht

Museumsbesucher hatte Artefakte fotografiert und bei Wikimedia eingestellt

Es geht um die Rechte an Fotos von Kunstwerken, die selbst keinen Urheberschutz mehr beanspruchen können: Die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen haben sich im Streit um die unabgesprochene Veröffentlichung von Bildern im Online-Lexikon Wikipedia vor Gericht gegen einen Besucher durchgesetzt. Das Landgericht Stuttgart bestätigte eine entsprechende Mitteilung. Nach dem Urteil entscheidet allein das Museum darüber, wer Fotos von Ausstellungsgegenständen ins Netz stellen darf - sofern das Museum auch das Eigentumsrecht an den Gegenständen besitzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ein Besucher hatte Gegenstände wie antike Vasen und Münzen abfotografiert und die Bilder auf die Mediendatenbank Wikimedia des Onlinelexikons Wikipedia hochgeladen. Zudem scannte er Fotografien von Kunstobjekten ein, die das Museum für eigene Publikationen in Auftrag gegeben hatte. Mit der Veröffentlichung bei Wikipedia und der dort verwendeten Creative-Commons-Lizenz war auch eine unentgeltliche kommerzielle Nutzung möglich. Hiergegen ging das Museum vor.

Luthers Einfluss auf Kirchenmusik überschätzt

Wissenschaftler: Lutherische Kirchenmusik von Musik aus Ländern der Gegenreformation beeinflusst

Der Freiburger Musikwissenschaftler Konrad Küster hält den Einfluss Martin Luthers (1483-1546) auf die Kirchenmusik für überschätzt. Wesentlich beeinflusst seien die Lieder in evangelisch-lutherischen Gottesdiensten vor allem durch italienische Musik und norddeutsche Orgelmusik, sagte Küster bei der Präsentation neuer Forschungsergebnisse in Hamburg. In seinem Werk "Musik im Namen Luthers" hat Küster zum Reformationsjubiläum 2017 die 500-jährige Kulturgeschichte der evangelischen Kirchenmusik dargestellt. Luther habe für die neue Form des Gottesdienstes keine Veränderung der musikalischen Gestaltung vorgesehen, betonte Küster. Schon vor Luther hatte sich die norddeutsche Orgelmusik vor allem an den Küsten im heutigen Schleswig-Holstein und Niedersachsen entwickelt. Für die Entfaltung dieser Musiktradition nach der Reformation war es aus Sicht Küsters ein Segen, dass der norddeutsche Reformator Johannes Bugenhagen (1485-1558) keine Bedenken dagegen hatte. Dadurch habe sie eine kreative Dynamik entwickelt und die Kirchenmusik in ganz Deutschland nachhaltig beeinflusst. Eine solch prägende Kraft habe sich dagegen in Thüringen und Sachsen aufgrund kirchlicher Vorbehalten gegen die Orgelmusik nicht entwickeln können. Ebenso prägend für die lutherische Kirchenmusik sei im 17. Jahrhundert die italienische Oper mit ihren eingängigen Melodien gewesen, sagte Küster.

Shortlist für den österreichischen Buchpreis steht fest

Fünf Autoren können hoffen

Die fünf Nominierten für den ersten österreichischen Buchpreis stehen fest. Sabine Grubers Roman über den Kriegsfotografen "Daldossi oder Das Leben des Augenblicks", Peter Henischs "Suchbild mit Katze", eine Kindheitserzählung aus dem Wien der Nachkriegszeit, Anna Mitgutschs Roman über eine späte "Annäherung" einer Pensionistin und ihres 96-jährigen Vaters, außerdem der Gedichtband "fleurs" von Friederike Mayröcker und ein poetisch-essayistisches sowie zeichnerisch aufbereitetes Werk über Flucht und Neuanfang, "Die Auswandernden" von Peter Waterhouse und Nanne Meyer sind von der Jury ausgewählt worden. Der Preis ist mit insgesamt 45.000 Euro in verschiedenen Kategorien dotiert und wird erstmals am 08. November verliehen. Preisstifter sind das Kanzleramt, der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und die Arbeiterkammer Wien

Studenten gestresster als Arbeitnehmer

Bologna-Reform hat den Druck erhöht

Studierende in Deutschland fühlen sich nach einer aktuellen Umfrage stärker gestresst als Beschäftigte im Job. Insgesamt leiden Studentinnen mehr unter der Belastung als ihre männlichen Kommilitonen, und an staatlichen Universitäten ist das Stressgefühl höher als an privaten Hochschulen. Dies geht aus einer repräsentativen Online-Befragung durch Wissenschaftler der Universitäten Potsdam und Hohenheim bei mehr als 18 000 Studenten im Auftrag des AOK-Bundesverbandes hervor. Ein Grund für den hohen Belastungsgrad sei die "Bologna-Reform" von 1999 zur Schaffung eines einheitlichen Hochschulraumes, die auch erhöhten Prüfungsstress zur Folge habe. In der Befragung werde nun offenbar der gestiegene Druck an den Hochschulen sichtbar, hieß es. Studienleiterin Uta Herbst von der Uni Potsdam: "Es ist vor allem der Stress, der durch Zeit- und Leistungsdruck sowie die Angst vor Überforderung entsteht, was Studierenden das Leben schwer macht. 53 Prozent geben ein hohes Stresslevel an." Eine vergleichbare Studie aus dem vorigen Jahr habe gezeigt, dass der Anteil der in der Arbeitswelt Beschäftigten mit hohem Stresslevel bei 50 Prozent liege.

Bitkom: E-Book-Markt stagniert

Vor allem jüngere Menschen lesen digitale Bücher, unter dem 14- bis 29-Jährigen 37 Prozent

Ein Viertel der Bundesbürger liest laut einer aktuellen Studie digitale Bücher, doch der Markt stagniert seit einigen Jahren. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren sei der Anteil der E-Book-Leser in Deutschland nahezu konstant geblieben, teilte der Digitalverband Bitkom am Dienstag mit. Demnach lesen vor allem jüngere Menschen digitale Bücher, unter dem 14- bis 29-Jährigen etwa 37 Prozent. In der Altersgruppe ab 65 Jahre liegt der Anteil nur noch bei 7 Prozent. "Der E-Book-Markt braucht neue Impulse, um wieder in Fahrt zu kommen", sagte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. Der Verband schlägt etwa die Angleichung der Mehrwertsteuersätze für E-Books und gedruckte Bücher vor. Doch auch die Verlage müssten konsequenter den Kostenvorteil an die Kunden weitergeben, um Kaufanreize zu schaffen.

Neuer Rekord bei American Music Awards

Der kanadische Rapper Drake ist in 13 Kategorien nominiert

Drake übertrifft damit den gut 30 Jahre alten Rekord von Pop-Legende Michael Jackson. Der kanadische Musiker wurde unter anderem als Künstler des Jahres nominiert und konkurriert damit mit der britischen Sängerin Adele, US-Popdiva Beyonce und Teenie-Star Justin Bieber. Seine vielen Nominierungen verdankte Drake unter anderem auch seinen Kooperationen mit anderen Künstlern. 1984 war Michael Jackson für sein Erfolgsalbum "Thriller" elf Mal für die American Music Awards nominiert worden. Über die endgültige Vergabe der Preise entscheidet nicht eine Jury aus Fachleuten wie bei den Grammys, sondern eine Abstimmung der Fans. Die diesjährigen American Music Awards werden am 20. November bei einer Gala in Los Angeles vergeben.

Ältester Mann der Welt feiert Bar Mizwa

Holocaust-Überlebender holt religiöse Zeremonie 100 Jahre später nach

Ein Jahrhundert hat der Holocaust-Überlebende Israel Kristal auf dieses Fest gewartet: Der älteste Mann der Welt hat im Alter von 113 Jahren seine Bar Mizwa nachgefeiert. "Wir haben mit ihm getanzt, wir haben alle gesungen, wir haben ihn glücklich gemacht", sagte seine Tochter Schulamit Kristal Kuperstoch. "An Schabbat sind wir mit ihm in die Synagoge gegangen und haben Süßigkeiten auf ihn geworfen." Die Bar Mizwa ist das jüdische Fest der Religionsmündigkeit und mit der katholischen Firmung oder der evangelischen Konfirmation zu vergleichen. Jungen sind dabei 13 Jahre alt. "Dieser Tag ist für jüdische Menschen sehr wichtig", hatte seine Tochter im September erzählt. Aber: "Als mein Vater 13 Jahre alt war, war der Erste Weltkrieg, sein Vater war in der russischen Armee, seine Mutter war drei Jahre vorher gestorben, niemand feierte diesen Moment." Kristal wurde am 15. September 1903 in dem Örtchen Zarnow in Polen geboren. 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert. Kristal verlor während des Holocaust seine erste Frau und zwei Kinder. 1950 wanderte er nach Israel aus. Er hat zwei Kinder, mehrere Enkel sowie Urenkel und lebt in der israelischen Hafenstadt Haifa. Im März erklärte ihn das "Guinness-Buch der Rekorde" zum ältesten Mann der Welt.

Millionen Nepalesen feiern das Fest Dashain

Hinduistisches Fest dauert zwei Wochen

Millionen Hindus haben in Nepal den Höhepunkt des größten religiösen Festes des Landes gefeiert. Am Dienstag war der zehnte und wichtigste Tag von Dashain, dem Fest zum Sieg der hinduistischen Götter über gegnerische Dämonen. Rund zwei Millionen Nepalesen verlassen während der zweiwöchigen Feierlichkeiten ihr Zuhause, um ihre Familien zu besuchen. Besonders verehrt wird zu Dashain die Göttin Durga. Zu ihren Ehren entzünden viele Hindus Öllampen, die sie während des Gebets auf ihren Händen oder Schultern tragen. Auch werden Tausende Büffel und Ziegen zu Ehren der Göttin geschlachtet. Das Fest endet zum Vollmond am 16. Oktober.

Raubkunst-Bücher von Hertie-Familie in Bautzen entdeckt

Sie wurden in der Stadtbibliothek gefunden

Teile der bisher in Russland vermuteten Büchersammlung der jüdischen Unternehmerfamilie Edith und Georg Tietz sind in der Stadtbibliothek in Bautzen gefunden worden. Sie konnten durch Recherchen über NS-Raubkunst im Auftrag des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste identifziert werden. 1934 hatte die Nationalsozialisten die Brüder Georg und Martin Tietz aus der Leitung der Warenhäuser "Hertie" gedrängt. Der Familienbesitz wurde beschlagnahmt, später versteigert und verkauft. 1944 hatte das Reichsinnenministerium die Privatbibliothek des Ehepaares Tietz erworben und sie in einem Außendepot in Bautzen eingelagert. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verlor sich die Spur. Ein Teil des Fundes soll am kommenden Montag präsentiert werden.

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