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Kulturnachrichten

Montag, 10. Oktober 2016

Raubkunst-Bücher von Hertie-Familie in Bautzen entdeckt

Sammlung war in Russland vermutet worden

Teile der bisher in Russland vermuteten bedeutenden Büchersammlung der jüdischen Unternehmerfamilie Edith und Georg Tietz sind in der Stadtbibliothek in Bautzen gefunden worden. Sie wurden im Zuge der dortigen, vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Recherchen zu NS-Raubgut identifiziert, wie die sächsische Stadt mitteilte. Ein Teil des Fundes soll am kommenden Montag präsentiert werden. Die Firma der Nachfahren der "Hermann Tietz & Co. Warenhäuser" (Hertie) wurde von den Nazis enteignet, 1934 drängten sie die Brüder Georg und Martin Tietz sowie deren Schwager Hugo Zwillenberg aus der Firmenleitung. Der Familienbesitz wurde beschlagnahmt, später versteigert und verkauft.1944 erwarb das Reichsinnenministerium die Privatbibliothek des Ehepaares Edith und Georg Tietz und lagerte sie in einem Außendepot in Bautzen ein. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verlor sich ihre Spur. Bisher wurde davon ausgegangen, dass sie als Trophäengut der sowjetischen Besatzungsmacht diente.

Dieter Nuhr auf Netflix

Erstmals ist als deutscher Comedian exklusiv beim US-Streamingdienst zu sehen

Dieter Nuhr produziert ein Comedy-Programm für den Streamingdienst Netflix. Es soll am 15. November in der deutschen Originalfassung zu sehen sein - wahlweise auch mit Untertiteln. Nuhr ist einer Netflix-Sprecherin zufolge der erste deutsche Comedian, der exklusiv für Netflix auf der Bühne steht. Aufgezeichnet wurde das Programm mit dem Titel "Nuhr in Berlin" im ehemaligen Berliner Stummfilmtheater Delphi. Netflix ist nach eigenen Angaben mit mehr als 83 Millionen Mitgliedern in gut 190 Ländern der größte Streamingdienst weltweit.

Christian Kracht bekommt Hermann-Hesse-Literaturpreis

Der Förderpreis geht an Benjamin Mack

Der Schriftsteller Christian Kracht erhält den mit 15 000 Euro dotierte Hermann-Hesse-Literaturpreis. Die Preisverleihung ist für den 18. November 2016 im Karlsruher Rathaus geplant, wie die Stiftung Hermann-Hesse-Literaturpreis mitteilte. Der 1966 in der Schweiz geborene Schriftsteller und Weltreisende Kracht sei eine singuläre Stimme in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, die immer wieder auch zu Polarisierung Anlass gebe, begründete die Jury ihre Wahl. Die stilistisch vollendete Prosa des Autors betöre und verstöre zugleich. Den mit 5000 Euro dotierten Hermann-Hesse-Förderpreis erhält der 1978 in Niedersachsen geborene Autor Benjamin Maack. Die beiden Preise werden alle zwei Jahre in Karlsruhe vergeben.

Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler gestorben

Die parteilose Politikerin starb vergangenen Freitag im Alter von 67 Jahren

Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler ist tot. Das teilte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) heute mit. Barbara Kisselers beruflicher Werdegang begann ab 1977 im Deutschlandfunk, beim WDR sowie in der Carl-Duisberg-Gesellschaft. Ein Jahr später wechselte sie zur Stadt Bonn und wurde im Kulturdezernat angestellt, wo sie bis 1981 tätig war. Im Jahr 1993 führte ihr Weg in das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, wo sie Leiterin der Abteilung Kultur wurde. Im Juli 2003 erfolgte dann die Ernennung zur Staatssekretärin für Kultur bei der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Von November 2006 bis März 2011 war sie Chefin der Senatskanzlei des Landes Berlin. Ab Februar 2006 lehrte sie als Honorarprofessorin im Studiengang Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam. Während der Bundestagswahl 2009 wurde Kisseler vom damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier in sein Kompetenzteam berufen. Nach der Bürgerschaftswahl erklärte der designierte Erste Bürgermeister Hamburgs Olaf Scholz Ende Februar 2011, dass Kisseler Hamburgs neue Senatorin für Kultur werden solle. Seit Mai 2015 war Barbara Kisseler zudem Präsidentin des Deutschen Bühnenvereins. Ab Mai 2016 musste sie aufgrund einer schweren Erkrankung ihr Amt als Kultursenatorin ruhen lassen.

Berlin kauft Robert-Lebeck-Sammlung an

Förderverein des geplanten Deutschen Pressemuseums hat für 30 Jahre Nutzungsrechte

Das seit fünf Jahren geplante Deutsche Pressemuseum in Berlin nimmt Gestalt an. Der Förderverein konnte mit 750 000 Euro Lottomitteln die "Kiosk-Sammlung" des Fotoreporters Robert Lebeck (1929-2014) für Berlin ankaufen, wie Initiator Holger Wettingfeld mitteilte. Die Sammlung dokumentiert die Geschichte der Fotoreportage. Sie umfasst mehr als 30 000 Exponate, darunter Erstausgaben und Unikate von Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen von 1839 bis 1973. Vom 3. November an bis Ende des Jahres soll eine erste Ausstellung in Berliner Ullsteinhaus einen Einblick in die Sammlung geben. Sie war nach Angaben des Fördervereins seit Jahren von der Abwanderung nach Toronto bedroht. Jetzt gehört sie dem Land Berlin, der Verein hat eigenen Angaben zufolge für 30 Jahre das Nutzungsrecht.

Beschwerde eingelegt: Erdogan will Böhmermann-Prozess

Ermittlungen wegen Beleidigung waren eingestellt worden

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan akzeptiert die Einstellung der Ermittlungen gegen ZDF-Moderator Jan Böhmermann nicht. Erdogans Anwalt habe Beschwerde eingelegt, erklärte die Staatsanwaltschaft in Mainz am Montag. Diese werde von der Generalstaatsanwaltschaft in Koblenz geprüft. TV-Satiriker und Grimme-Preisträger Böhmermann hatte sein Gedicht "Schmähkritik" Ende März in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragen. Darin hatte er Erdogan mit Kinderpornografie und Sex mit Tieren in Verbindung gebracht. Die Ermittlungen wegen Beleidigung nach Paragraf 185 und 103 waren am vergangenen Dienstag eingestellt worden.

Polnischer Regisseur Andrzej Wajda gestorben

Der Oscarpreisträger wurde 90 Jahre alt

Der Theater- und Filmregisseur hatte bis zuletzt gedreht - vor wenigen Monaten erst waren die Arbeiten an seinem jüngsten Werk "Powidoki" (Nachbilder) beendet worden. Der an der Biografie des Avantgarde-Künstlers Wladyslaw Strzeminski (1893-1952) inspirierte Streifen ist Polens Oscar-Kandidat für den besten fremdsprachigen Film. Bereits Wajdas erste Filme - "Eine Generation" (1955), "Der Kanal" (1957) und "Asche und Diamant" (1958) gelten bis heute als Meisterwerke und Klassiker der "polnischen Filmschule". In diesen Filmen setzte sich der Regisseur, der selbst am Widerstand gegen die deutsche Besatzung teilgenommen hatte, mit der Kriegszeit und der Machtübernahme durch die Kommunisten nach 1945 auseinander.
Die komplizierte, dramatische Geschichte seiner polnischen Heimat prägte immer wieder Wajdas Werk. "Der Mann aus Marmor" aus dem Jahr 1977 war eine schonungslose Kritik am stalinistischen System in Polen. Manche Kritiker warfen Wajda vor, er sei bis zum Ende des Kommunismus im Jahr 1989 zu viele Kompromisse mit den Kommunisten eingegangen. "Ich war die Stimme der Nation, die nicht frei sprechen konnte", konterte dagegen der Regisseur. Ohne seine Filme hätte es 1980 die Freiheitsbewegung "Solidarnosc" nicht gegeben. Andrzej Wajda wurde 2000 für sein Lebenswerk mit dem Oscar ausgezeichnet. Im Jahr 2006 würdigte ihn die Berlinale mit dem Goldenen Ehren-Bären.

Frauenzeitschrift hat möglicherweise Interviews erfunden

Freizeitwoche soll Gespräch mit Sandra Bullock gefälscht haben

Die Schauspielerin Sandra Bullock geht juristisch gegen die Frauenzeitschrift Freizeitwoche vor, wie die Medienfachseite uebermedien.de meldete. Angeblich habe das Interview, dass das Blatt aus dem Bauer-Verlag vor vier Wochen druckte gar nicht stattgefunden. In dem Gespräch hatte der Hollywoodstar reichlich offenherzig über seinen neuen Freund geplaudert. Das Boulevard-Blatt mit einer Auflage von 400.000 Exemplaren hatte in den letzten Jahren auch Interviews mit anderen Showgrößen abgedruckt, darunter Tom Cruise, Jodie Foster, Clint Eastwood, Kevin Costner, Russell Crowe, Keira Knightley, Kate Winslet. Alle hatten auffällig viele Details aus ihrem Privatleben preisgegeben. Laut uebermedien.de hat Sandra Bullock auch gegen vier andere Interviews geklagt, die die Freizeitwoche in den letzten Jahren mit ihr geführt haben will.

Album aus Bauhaus-Töpferei wiederentdeckt

Zufallsfund zeigt über 50 Fotos von Keramikarbeiten aus Bauhaus-Werkstätten

Im Depot des Camburger Stadtmuseums in Thüringen ist ein bisher unbekanntes Album der ehemaligen Bauhaus-Töpferei entdeckt worden. "Es wurde 1923/24 angelegt, hat 26 Seiten und enthält 52 Original-Fotos von Arbeiten, die eindrucksvoll zeigen, wie das berühmte Weimarer Bauhaus formbildend gearbeitet hat", sagte Museumsleiterin Pauline Lörzer nach einer ersten Begutachtung. Der Leiter des Keramik-Museums in Bürgel, Konrad Kessler, sprach von einem "wissenschaftlich hoch interessanten" Fund. "Das Bildmaterial zeigt ausschließlich herausragende Arbeiten der berühmten Bauhaus-Töpfer Otto Lindig, Theodor Bogler und Werner Burri." Walter Gropius, Gründer und Leiter des Staatlichen Bauhauses Weimar, hatte seinerzeit seine Mitarbeiter aufgefordert, von allen typischen und qualitativ guten Produkten der Bauhaus-Werkstätten ein Fotoarchiv anzulegen. Der Camburger Zufallsfund soll künftig als Dauerleihgabe in der historischen Dornburger Bauhaus-Töpferei für Besucher zu sehen sein.
In dem Baudenkmal - es wurde auch nach dem Ende des Weimarer Bauhauses 1925 weiter als Keramikwerkstatt genutzt - entsteht derzeit ein Museum. Die Eröffnung ist zum 100. Jahrestag der Bauhaus-Gründung 2019 vorgesehen.

Dramatiker Kurt Drawert erhält Lessing-Preis

Auszeichnung ist mit 13.000 Euro dotiert

Der Dichter, Dramatiker und Erzähler Kurt Drawert erhält den mit 13 000 Euro dotierten Lessingpreis des Freistaates Sachsen 2017. Mit der Auszeichnung würdigt das Land Menschen, die sich dem Schaffen des Gelehrten Gotthold Ephraim Lessing verpflichtet fühlen, wie das Kunstministerium in Dresden mitteilte. In seinen Texten frage Drawert in aufklärerischer Haltung nach der Zerstörbarkeit des Individuums, heißt es in der Begründung der Jury. Drawert wurde 1956 in Hennigsdorf in Brandenburg geboren, studierte am Literaturinstitut in Leipzig und lebt heute als freier Autor in Darmstadt Hessen. Dort leitet er seit 2004 das Zentrum für junge Literatur. Der Preis soll am 21. Januar 2017 in Lessings Geburtsstadt Kamenz während der 51. Lessingtage verliehen werden. Der Preis wird seit 1993 alle zwei Jahre vom Freistaat Sachsen verliehen. 2015 erhielt die Reporterin Carolin Emcke die Auszeichnung.

Früherer ZDF-Moderator Hans Scheicher gestorben

Scheicher wurde 85 Jahre alt

Der ehemalige "heute-journal"-Moderator und ZDF-Korrespondent Hans Scheicher ist tot. Er sei am 8. Oktober im Alter von 85 Jahren gestorben, teilte der Sender in Mainz mit. "Mit seinem "Originalton Süd" fesselte der gebürtige Bayer das Publikum des "heute-journals" unverwechselbar und souverän", erklärte Chefredakteur Peter Frey. Scheicher arbeitete für die Süddeutsche Zeitung und die ARD, bis er 1964 zum ZDF kam. Dort moderierte er die Sendung "Blickpunkt", berichtete als Moderator aus dem Vietnam-Krieg und leitete das ZDF-Büro Beirut. Von 1982 bis 1985 moderierte er das "heute-journal", dann leitete er das ZDF-Büro New York, 1991 ging er in den Ruhestand.

500 000 Euro für neuen Film von Fatih Akin

Grütters fördert insgesamt zehn Filme mit 3,7 Millionen

Der Filmemacher Fatih Akin bekommt für sein neues Kinodrama "Aus dem Nichts" mit Hollywoodstar Diane Kruger 500 000 Euro staatliche Förderung. Der 43-Jährige, dessen Bestsellerverfilmung "Tschick" derzeit läuft, erzählt in dem neuen Projekt von einer jungen Frau, deren Mann und Sohn Opfer eines rassistisch motivierten Bombenanschlags werden. Insgesamt vergab Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) knapp 3,7 Millionen Euro für zehn Spielfilmvorhaben und sechs Drehbücher, wie ihr Haus mitteilte. Neben Akin werden bekannte Kollegen wie Oskar Roehler und Christian Petzold gefördert. Auch etliche Nachwuchstalente wie Erik Schmitt, Carolina Hellsgard und Max Linz befänden sich auf der Liste, hieß es. Die Förderung wird nach den Vorschlägen einer unabhängigen Jury mehrmals im Jahr vergeben.

Kulturpreis für Andreas Scholl und Tamar Halperin

Countertenor und Pianistin teilen sich die mit 45.000 Euro dotierte Auszeichnung

Der Countertenor Andreas Scholl und die mit ihm verheiratete israelische Pianistin Tamar Halperin erhalten den diesjährigen Hessischen Kulturpreis. Die mit 45.000 Euro dotierte Auszeichnung soll den beiden Musikern aus Kiedrich im Rheingau am 4. November im Wiesbadener Kurhaus überreicht werden, wie die Staatskanzlei am Montag in der Landeshauptstadt ankündigte. Ministerpräsident Volker Bouffier würdigte Halperin und Scholl als "außergewöhnliche Künstler, die großes internationales Ansehen genießen". Gemeinsam bauten sie musikalische und kulturelle Brücken. Der Hessische Kulturpreis wurde erstmals 1982 verliehen. Zu seinen Trägern gehören Barbara Klemm, Kardinal Karl Lehmann, Navid Kermani und Volker Schlöndorff. Die Auszeichnung wird in Anerkennung besonderer Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung vergeben.

Echo für Klavier-Festival Ruhr

Festival will junge Menschen für klassische Musik begeistern

Das Klavier-Festival Ruhr hat für seine kulturellen Bildungsprogramme den Musikpreis Echo Klassik erhalten. Intendant Franz Xaver Ohnesorg nahm den Preis bei einer festlichen Gala der Deutschen Phono-Akademie im Konzerthaus Berlin entgegen. "Wir werden uns auch künftig anstrengen, sozial oft benachteiligten Kindern hier im Ruhrgebiet durch unsere Education-Arbeit eine bessere Zukunft zu ermöglichen", kündigte Ohnesorg an. Mit seinem Education-Programm unterstützt das Klavier-Festival Ruhr vor allem junge Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft bei der Entwicklung ihrer musikalischen und kreativen Fähigkeiten. Sie sollen auch für die Welt des Klaviers und der klassischen Musik begeistert werden. Unterstützt wird das Programm von bedeutenden Pianisten. Mit seinem Jahresprojekt "Begegnungen" erreichte das Festival in diesem Jahr rund 400 Kinder und Jugendliche.

Musikstück "Aghet": Türkei zieht Konsequenzen

Das Land sagt Teilnahme an EU-Kulturporgramm ab

Wegen einer deutschen Musikproduktion über den Völkermord an den Armeniern hat die Türkei ihre Teilnahme an einem EU-Kulturprogramm aufgekündigt. Das Land habe "einseitig beschlossen, das Programm 'Kreatives Europa' zu verlassen", sagte ein Sprecher der EU-Kommission "Bild am Sonntag". Das Kulturprogramm, das die Türkei 2014 unterzeichnet hatte, fördert mit 1,46 Milliarden Euro Künstler. Auslöser der Aufkündigung ist nach Informationen der Zeitung das von der EU unterstützte Musikprojekt "Aghet". In dem Stück der Dresdner Sinfoniker wird der Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich vor gut 100 Jahren thematisiert. Es spielen deutsche, türkische und armenische Musiker zusammen. Im November soll das Stück in Istanbul aufgeführt werden.

Wanka will WLAN für alle Schulen

Bildungsministerin will "Digital-Pakt" zwischen Bund und Ländern

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka will alle 40.000 Schulen in Deutschland in den nächsten fünf Jahren mit Computern und WLAN ausstatten. Der Bund solle dafür bis 2021 fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen, sagte Wanka der "Bild am Sonntag": Schülerinnen und Schüler müssten heute "auch digital lernen und arbeiten können, statt nur zu daddeln". Dafür brauche man einen Digital-Pakt zwischen Bund und Ländern. Gemeinsam könnten Bund und Länder so den Schulen "das richtige Werkzeug für gute Bildung im 21. Jahrhundert geben", so die Ministerin. "DigitalPakt#D" heißt der Plan, den Wanka am Mittwoch vorstellen will. Im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung müssten sich dabei die Länder verpflichten, "digitale Bildung zu realisieren". Das heiße: Sie bilden die Lehrer dafür aus, entwickeln Konzepte für den Unterricht, einigen sich auf gemeinsame technische Standards und kümmern sich um Wartung und Betrieb der digitalen Infrastruktur.

Berliner Schloss: Förderverein kann nicht zahlen

Mehr Rechnungen als Spenden

Der Förderverein für das Berliner Schloss bekommt eigenen Angaben zufolge erstmals mehr Rechnungen als Spenden. Grund sei der rasche Fortschritt der Bauarbeiten, sagte Vereinschef Wilhelm von Boddien der Nachrichtenagentur dpa. Der Verein habe seinen Spendenbeitrag von insgesamt 105 Millionen Euro bis Ende 2019 zugesagt. Weil die historische Fassade aber schon jetzt täglich wachse, müsse der Staat die Beträge zwischenfinanzieren. "Das war schon immer so angekündigt, das ist überhaupt keine Aufregung", versicherte Boddien. Bisher hat der Verein seinen Angaben zufolge 63 Millionen Euro Spenden gesammelt - damit fehlen noch 42 Millionen Euro. Der Vereinschef zeigte sich zuversichtlich, dass dies gelingt. Auch bei der Dresdner Frauenkirche sei der Großteil der Zuwendungen erst in den letzten Baujahren eingegangen. Die zu DDR-Zeiten gesprengte Preußenresidenz soll bis 2019 unter dem Namen Humboldt Forum ein Kultur- und Museumszentrum werden.

Autor Murakami mag keine Hochachtung

Er gibt nichts auf Spekulationen um den Nobelpreis

Der japanische Bestsellerautor Haruki Murakami sieht einen möglichen Gewinn des Literaturnobelpreises kritisch. "Ich freue mich ehrlich, wenn Leser meine Bücher schätzen, aber jede Form von Hochachtung ist eine Bürde für mich", sagte Murakami dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Ich möchte kein Standbild sein." Murakami ("Gefährliche Geliebte", "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki") gilt seit Jahren als einer der Top-Favoriten auf die weltweit wichtigste Literaturauszeichnung. Der neue Preisträger wird voraussichtlich am 13. Oktober verkündet. Murakami sagte, er versuche, auf die Spekulationen nichts zu geben. "Der Nobelpreis und ich sind sehr weit voneinander entfernt. Selbst wenn alle Menschen auf der Welt mir versichern würden, ich sei nah dran, würde ich es nicht glauben."

SPD: Kooperationsverbot abschaffen

Nationalen Bildungsallianz gefordert

Damit Schulen saniert werden können, fordern der Städte- und Gemeindebund sowie die SPD eine Grundgesetzänderung und die Abschaffung des Kooperationsverbots. "Der Bund sollte sich an den Aufwendungen der Kommunen für Bildung beteiligen können.
Investitionen in die Bildung reduzieren nicht zuletzt spätere Aufwendungen für Sozialleistungen", sagte der Hauptgeschäftsführer des deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der "Welt am Sonntag". "Bund, Länder und Kommunen müssen in einer nationalen Bildungsallianz gemeinsam in moderne Schulen investieren können", ergänzte SPD-Vize-Fraktionschef Hubertus Heil. Dafür müsse das Kooperationsverbot abgeschafft werden. Schulpolitik bleibe aber Ländersache. Das seit 2006 im Artikel 91 des Grundgesetzes verankerte Kooperationsverbot untersagt eine Zusammenarbeit von Bund und Ländern in den Bereichen Schule und Bildung. Auch Bildungspolitiker der Grünen unterstützen den Vorstoß für eine Grundgesetzänderung.

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