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Kulturnachrichten

Dienstag, 4. Oktober 2016

Ermittlungen gegen Jan Böhmermann eingestellt

Staatsanwaltschaft Mainz: strafbare Handlungen nicht mit erforderlicher Sicherheit nachzuweisen

Die Staatsanwaltschaft in Mainz hat ihre Ermittlungen gegen den ZDF-Moderator Jan Böhmermann wegen Beleidigung des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan eingestellt. Wie die Behörde mitteilte, "waren strafbare Handlungen nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen". Böhmermann hatte Erdogan Ende März in einem in seiner Fernsehsendung verlesenen Schmähgedicht angegriffen, woraufhin Erdogan Anzeige wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts erstattete. Eine Privatklage Erdogans gegen Böhmermann soll allerdings noch am 2. November in Hamburg vor Gericht kommen.

Türkische Polizei schließt Sender İMC TV

Bereits im Februar wurde der regierungskritische Sender aus dem Angebot von Türksat entfernt

Nach der Schließung von mehreren pro-kurdischen Radio- und Fernsehsendern in den vergangenen Tagen hat die türkische Polizei den regierungskritischen Kanal İMC TV stillgelegt. Polizisten seien in die Istanbuler Redaktion des Senders eingedrungen und hätten die Austrahlung gestoppt, sagte İMC-Nachrichtenredakteur Hamza Aktan der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn der Putsch am 15. Juli erfolgreich gewesen wäre, hätte die Junta unseren Sender geschlossen. Jetzt macht das die zivile Regierung. Damit werden Millionen Zuschauer ihres Informationsrechtes beraubt." Türkische Behörden hatten am Donnerstag vergangener Woche die Schließung von 23 Radio-und Fernsehsendern angeordnet. Der Satelliten- und Kabelanbieter Türksat stoppte am selben Tag die Ausstrahlung mehrerer Kanäle, darunter auch des kurdischsprachigen Kindersenders Zarok TV. Mindestens sieben Sender wurden seit der Ankündigung am Donnerstag ganz geschlossen. Die Maßnahme basiert auf einem nach dem Putschversuch erlassenen Notstandsdekret.

Physik-Nobelpreis für drei theoretische Physiker

Die Wissenschaftler werden für ihre Forschung zum Zustand von Materie geehrt

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die gebürtigen Briten David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz für theoretische Arbeiten zum Zustand von Materie. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Physiker ist mit umgerechnet etwa 830 000 Euro (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Eine Hälfte erhält Thouless, die andere Haldane und Kosterlitz. "Die Geehrten haben eine Tür zu einer unbekannten Welt geöffnet, in der Materie seltsame Zustände annehmen kann. Sie haben fortschrittliche mathematische Methoden benutzt, um ungewöhnliche Phasen oder Zustände von Materie zu untersuchen, beispielsweise Superkonduktoren, Superfluide oder dünne magnetische Schichten", hieß es von der Akademie. "Dank ihrer Pionierarbeit ist die Jagd auf neue und exotische Zustände von Materie eröffnet." Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Kreuzworträtsel-Kunstwerk: Verfahren eingestellt

Geringe Schuld und kein bleibender Schaden

Nach dem Ausfüllen eines Kreuzworträtsel-Kunstwerks in einem Nürnberger Museum hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen eine Rentnerin eingestellt. Der Fall sei "mit der gebotenen Gründlichkeit" geprüft und wegen geringer Schuld zu den Akten gelegt worden, sagte eine Behördensprecherin. Es wurde kein großer und vor allem kein bleibender Schaden verursacht. Außerdem habe das Museum nicht auf einer Ahndung bestanden, und die Seniorin sei bisher auch nicht strafrechtlich aufgefallen. Mitte Juli war die 90-Jährige bundesweit in die Schlagzeilen geraten: Sie hatte im Neuen Museum mit einem Kugelschreiber Buchstaben in ein Kreuzworträtsel eingefügt, das Teil eines Bildes des Fluxus-Künstlers Arthur Köpcke ist. Die Rentnerin hatte die Aufforderung "Insert words" ("Setze Wörter ein") am oberen Bildrand wörtlich genommen. Inzwischen hat das Museum die Schrift mit Lösungsmitteln rückstandsfrei entfernen können.

Kraftwerk-Mitglied lehrt künftig an Musikhochschule

"Video-Operator" Falk Grieffenhagen lehrt Umsetzung von Musikvideos und Installationen

Falk Grieffenhagen, Mitglied der legendären Elektropop-Band Kraftwerk, lehrt künftig an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Ab dem Wintersemester unterrichte er das Fach Visual Music, teilte die Musikhochschule mit. Die Studierenden lernen bei Grieffenhagen, Musikvideos, Installationen und Computerspiele technisch umzusetzen. Bei Kraftwerk kümmert er sich um die Bildmedien auf der Bühne. Auch Grieffenhagen war einst Student an der traditionsreichen Musik-Hochschule und schloss sein Studium als Ton- und Bildingenieur ab. Im Anschluss studierte er in Köln Jazz Saxofon, Klarinette, Querflöte und Klavier. Seit 2013 ist Grieffenhagen als "Video-Operator" festes Mitglied bei Kraftwerk. Mit den Düsseldorfer Elektropop-Pionieren arbeitet er bereits seit 2007.

Neue Intendantin für die Berliner Philharmoniker

Laut Presseberichten übernimmt Andrea Zietzschmann ab Sommer 2017

Die Kulturmanagerin Andrea Zietzschmann soll neue Intendantin der Berliner Philharmoniker werden. Zietzschmann, die am Donnerstag offiziell vorgestellt werden soll, tritt die Nachfolge des im Sommer 2017 scheidenden Amtsinhabers Martin Hoffmann an, wie der Berliner "Tagesspiegel" und die "Berliner Morgenpost" übereinstimmend berichteten. Die 46-Jährige ist aktuell Leiterin der fünf Musik-Ensembles des NDR in Hamburg und koordiniert unter anderem den Umzug des NDR-Sinfonieorchesters in die Elbphilharmonie, die im Januar 2017 eröffnet. Laut Zeitungsberichten wird die Personalie am Donnerstag bekanntgegeben, wenn der neue Dirigent der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, seinen Vertrag als Nachfolger von Simon Rattle ab 2019 unterzeichnen wird.

Geflüchtete Künstler nehmen Studium in Leipzig auf

15 Teilnehmer nehmen an speziellem Studienprogramm der Kunsthochschule teil

An der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig sind die ersten Teilnehmer eines Studienprogramms für geflüchtete Künstler begrüßt worden. Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange würdigte das Engagement der Hochschule als beispielhaft und "in dieser Form einmalig in Deutschland", wie das Kunstministerium in Dresden mitteilte. Sie sei sehr froh, dass den jungen und begabten Nachwuchskünstlern ein Studium ermöglicht werde. Für das ein- bis zweijährige Studienprogramm wurde kürzlich die Akademie für transkulturellen Austausch an der Leipziger Kunsthochschule gegründet. Insgesamt werden 15 Teilnehmer in Leipzig erwartet. Das Angebot richtet sich vor allem an junge Menschen, die in ihrer Heimat bereits ein Studium begonnen hatten und dies abbrechen mussten.

Protest via Internet gegen antijüdisches Relief

Theologe aus London fordert Entfernung des Reliefs an der Stadtkirche in Wittenberg

Ein antisemitisches Relief aus dem Mittelalter an der Stadtkirche in Wittenberg hat im Ausland heftige Kritik ausgelöst. Ein Theologe aus London hat via Internet eine Petition veröffentlicht, in der er in mehreren Sprachen die sofortige Entfernung des Schmähreliefs fordert. Auf der Plattform unterstützen bisher rund 4400 Menschen sein Anliegen. Die Skulptur sei bis heute ein Angriff auf Juden und verspotte sie und ihren Glauben, heißt es. Anlass der Petition ist das Reformationsjubiläum 2017, wenn sich der Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg zum 500. Mal jährt. Besucher aus der ganzen Welt werden dann in der Kleinstadt erwartet.

"Findet Dorie" schafft besten Kinostart des Jahres

Der Animationsfilm belegt mit Abstand den Spitzenplatz der deutschen Kinocharts

Der Zeichentrick-Film "Findet Dorie" hat den besten Wochenendstart eines Films in diesem Jahr in Deutschland hingelegt. 875 948 Besucher sahen die Abenteuer der Paletten-Doktorfisch-Dame zwischen Donnerstag und Sonntag, wie Media Control mitteilte. Das bedeutet mit großem Abstand den Spitzenplatz der deutschen Kinocharts. Einschließlich des Feiertags am Montag seien es sogar 1,2 Millionen Besucher gewesen, berichtete die Walt Disney Company Deutschland ergänzend. Damit seien 10,7 Millionen Euro eingespielt worden. Weltweit habe das Abenteuer aus der Animationsschmiede Pixar bislang 986 Millionen US-Dollar (882 Millionen Euro) verdient.

Neil LaBute inszeniert in Konstanz

US-Dramatiker führt zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum Regie

Das Theater Konstanz hat für die Inszenierung von Anton Tschechows Drama "Onkel Wanja" einen der wichtigsten US-Dramatiker der Gegenwart gewinnen können: Neil LaBute werde dabei zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum Regie führen, teilte das Theater mit. Premiere des Stücks ist am 7. Oktober. Eigentlich war die erste Aufführung bereits in der vergangenen Spielzeit im Mai geplant - sie habe aber wegen Terminschwierigkeiten von LaBute verschoben werden müssen, sagte eine Sprecherin des Theaters.

Pittsburgh Symphony Orchester streicht Konzerte

Nach Streik der Musiker

Wegen geplanter Gehalts- und Stellenkürzungen hat das Pittsburgh Symphony Orchesters fast alle im Oktober geplanten Konzerte gestrichen. Das teilte das Management mit. Die Musiker waren am Freitag in den Ausstand getreten. Die Gehälter sollen um 15 Prozent gekürzt werden, zudem soll es Einschnitte bei der Rente geben. Die zuständige Gewerkschaft teilte mit, die Folgen dieser Einschnitte würden schwerwiegend sein. Musiker würden das Orchester verlassen und es könnten keine erstklassigen Künstler mehr verpflichtet werden. Die Musiker hatten bereits in der Vergangenheit Zugeständnisse gemacht und 2011 Lohneinbußen von fast elf Prozent akzeptiert.

Neue Generalsekretärin der Wissenschaftskonferenz

Inga Schäfer folgt auf Hans-Gerhard Husung

Ministerialdirigentin Inga Schäfer ist neue Generalsekretärin der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern. Sie hat Hans-Gerhard Husung abgelöst, wie die GWK in Bonn mitteilte. Husung war seit Februar 2011 Generalsekretär und ist jetzt in den Ruhestand getreten. Schäfer ist Kommunikations- und Politikwissenschaftlerin und leitete zuletzt seit 2010 die Abteilung Forschung und Technologie des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz. Vorsitzende der GWK sind Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und die Bremer Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt.

Kupfer und Barenboim arbeiten wieder zusammen

Zum Saisonstart der Berliner Staatsoper

Die Berliner Staatsoper hat mit Beethovens Befreiungsoper "Fidelio" die neue Spielzeit eröffnet. Für die Neuproduktion arbeiteten Generalmusikdirektor Daniel Barenboim und die deutsch-deutsche Regielegende Harry Kupfer erstmals seit 15 Jahren wieder zusammen. Mit der Aufführung startete die Staatsoper in ihre wohl letzte Saison im Ausweichquartier Schiller Theater in Charlottenburg. Im kommenden Jahr soll das Stammhaus Unter den Linden nach einer jahrelangen Sanierung wieder bezugsfertig sein. Verzögerungen am Bau und eine Kostenexplosion um mehr als 50 Prozent hatten in der auslaufenden Legislaturperiode einen Untersuchungsausschuss auf den Plan gerufen.

Gut fünf Millionen sehen Götz Georges letzten Film

George spielt in "Böse Wetter" einen Bergwerkbesitzer

Der letzte Film mit Schauspieler Götz George interessierte einen guten Teil des deutschen Fernsehpublikums. 5,06 Millionen Zuschauer verfolgten im Ersten das Drama "Böse Wetter", in dem George einen Bergwerkbesitzer im Harz spielt. Der Marktanteil betrug 15,4 Prozent. George war im Juni im Alter von 77 Jahren gestorben.

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