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Kulturnachrichten

Samstag, 31. Oktober 2015

Verleger in Bangladesch erstochen

Drei weitere Opfer wurden verletzt

Unbekannte haben bei zwei Angriffen in Bangladesch einen Verleger säkularer Bücher getötet und drei weitere Menschen aus der Medienbranche verletzt. Zu den Attentaten in der Hauptstadt Dhaka bekannte sich zunächst niemand, wie die Behörden weiter berichteten. Doch hatte die örtliche Islamistengruppe Ansarullah Bangla Team die Verantwortung für andere Attentate auf Blogger übernommen und kürzlich gedroht, weitere Autoren zu töten. In Bangladesch wächst die Angst vor einem Erstarken radikaler Islamisten. Allein dieses Jahr wurden bereits vier atheistische Blogger ermordet. Der erstochene Verleger Faisal Arefin Deepan hatte Werke des Bloggers Avijit Roy verlegt, der im Februar an der Universität Dhaka getötet worden war. Deepan wurde tot in seinem Büro im Verlagshaus Jagriti Prokashoni aufgefunden. Die Täter konnten nach Polizeiangaben entkommen. Bei den drei Verletzten handelt es sich ebenfalls um einen Verleger, Ahmed Rahim Tutul, sowie zwei Schriftsteller, die von Unbekannten im Verlagshaus Shudhdhoswar überfallen worden waren. Sie kamen mit Stich- und Schusswunden ins Krankenhaus. Tutul hat ebenfalls Bücher des ermordeten Roy verlegt und war mit ihm eng befreundet gewesen.

Sprachakademie ehrt Goetz, Goettle und Eisenberg

Büchner-, Freud-, und Merck-Preise werden vergeben

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht heute im Staatstheater Darmstadt ihre drei wichtigsten Preise. Den mit 50.000 Euro dotierten Büchner-Preis erhält der Berliner Schriftsteller Rainald Goetz (61). Den mit jeweils 20.000 Euro dotierten Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa und den Merck-Preis für literarische Kritik und Essay bekommen der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg (75) und die Journalistin und Schriftstellerin Gabriele Goettle (69).

Zwei berühmte Bilder wohl nicht von Bosch

"Die Kreuztragung" und "Die sieben Todsünden" von Experten untersucht

Zwei berühmte Bilder, die bisher dem niederländischen Maler Hieronymus Bosch (etwa 1450 bis 1516) zugeschrieben wurden, sind nach Ansicht von Experten vermutlich nicht vom Meister persönlich gemalt worden. Dies ist das Ergebnis einer mehrjährigen Untersuchung durch das Bosch Research and Conservation Project. Das Bild "Die Kreuztragung" aus dem Museum der Schönen Künste in Gent sei zwar in seinem Atelier hergestellt worden, aber nicht von Bosch gemalt worden. Dies gelte vermutlich auch für das weltbekannte Werk "Die sieben Todsünden" aus dem Prado in Madrid, das allerdings von den Wissenschaftlern nicht eingehend untersucht worden sei.

Stararchitekt Scheeren eröffnet Büro in Berlin

Es gebe ein ungeheuer großes, kreatives Potenzial in dieser Stadt, so Scheeren

Nach einem Jahrzehnt in Asien will der deutsche Stararchitekt Ole Scheeren auch in Deutschland und Europa verstärkt neue Projekte verfolgen. Im Rahmen der Expansion seines weltweit tätigen Architekturbüros mit Sitz in Peking eröffnet Scheeren ein Büro in der deutschen Hauptstadt, wie der 44-Jährige ankündigte. "Es gibt ein ungeheuer großes, kreatives Potenzial in dieser Stadt." Mit seinen Erfahrungen in Asien bringe er "eine andere Dimension des Denkens" nach Europa, sagte der Karlsruher, der für seine spektakulären Bauten mehrere internationale Architekturpreise gewonnen hat.

Antikes Ziegelfragment wird an Irak zurückgegeben

Auf dem Ziegel ist eine Widmung des babylonischen Herrschers Nebukadnezar II.

Ein 2600 Jahre altes Tonziegelstück soll an diesem Montag in Berlin dem Irak zurückgegeben werden. Das Fragment war der Stiftung Preußischer Kulturbesitz anonym zugesandt worden. Der Absender hatte es nach eigenen Angaben 1975 in Babylon gefunden und dann ohne Genehmigung aus dem Irak mitgenommen, wie die Stiftung mitteilte. Stiftungspräsident Hermann Parzinger und der Direktor des Vorderasiatischen Museums, Markus Hilgert, wollen den Ziegel nun dem irakischen Botschafter Hussain M. F. Alkhateeb übergeben. Auf dem antiken Ziegelstück findet sich als gestempelte Inschrift eine Widmung des babylonischen Herrschers Nebukadnezar II. (605-562 v. Chr.). Das Fragment soll ursprünglich in einem monumentalen Bauwerk in der Stadt Babylon verbaut gewesen sein.

Al Molinaro gestorben

Seriendarsteller wurde 96 Jahre alt

Der aus zahlreichen TV-Serien bekannte amerikanische Schauspieler Al Molinaro ist tot. Berühmt wurde er vor allem durch seine Rolle als liebenswerter Lokalbesitzer Al Delvecchio in der Serie "Happy Days". Der Darsteller mit der charakteristischen Nase sei am Freitag im Alter von 96 Jahren in einem Krankenhaus in der Stadt Glendale in Kalifornien gestorben, zitierte der Sender CNN heute Molinaros Sohn. In den 1970er Jahren spielte der im US-Bundesstaat Wisconsin geborene Schauspieler auch in anderen Hit-Serien wie "Verliebt in eine Hexe" oder "Love Boat" mit, Anfang der 1990er Jahre trat er in der Serie "Wo brennt's Daddy?" auf.

Bildungsministerin fordert TV-Sendungen für Flüchtlinge

Ein eigner Sender sei aber nicht nötig, so Wanka

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) fordert spezielle Angebote der öffentlich-rechtlichen Medien für Flüchtlinge. Solche Sendungen im Fernsehen oder im Radio könnten einen Beitrag zur Integration leisten, sagte Wanka. "Sie können demonstrieren, was in Deutschland normal ist, etwa die Gleichberechtigung von Frauen und Männern". Das ersetze nicht den Integrationskurs, habe aber den Vorteil, dass man Tausende Flüchtlinge sofort erreiche. Es müsse aber nicht ein eigner Flüchtlingssender sein, sagte die Bildungsministerin zu Forderungen der CSU. Angesichts der erwarteten hohen Zahl von Flüchtlingskindern an den Schulen schlug Wanka vor, auch Abschlüsse von Lehrern aus dem arabischen Raum anzuerkennen. "Gut integrierte Pädagogen aus diesem Kulturraum werden in Deutschland gerade dringend gebraucht", sagte die Ministerin. Außerdem hätten die Bundesländer die Möglichkeit, pensionierte Lehrer wieder einzustellen, um den zusätzlichen Personalbedarf zu decken. Auch könnten Pädagogen eingesetzt werden, die bisher nicht an Schulen arbeiten.

Luther-Musical erlebt Uraufführung

Über 3000 Mitwirkende

Zwei Jahre vor dem 500. Jahrestag der Reformation ist in Dortmund das Pop-Oratorium über den Kirchen-Reformator Martin Luther uraufgeführt worden. 7000 Besucher feierten den 3000 Sänger starken Chor und die zwölf Profi-Musical-Sänger in der Westfalenhalle. Außerdem wirkten sechs Pop-Instrumentalisten und 40 Symphoniker bei dem Musical "Luther - das Projekt der tausend Stimmen" mit. Das zum Reformationsjubiläum 2017 geschriebene Werk erzählt, wie Luther vier Jahre nach der Veröffentlichung seiner Thesen vor Kaiser und Fürsten steht und seine kirchenkritischen Positionen widerrufen soll. Entstanden ist das Musical in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Nach einer langen Pause soll es zum Jubiläum 2017 unter anderem in Berlin, Hamburg, Stuttgart und München wieder aufgeführt werden.

Umfrage: Deutsche bescheinigen Medien Glaubwürdigkeit

88 Prozent bewerten das Angebot als sehr gut oder gut

Die Bundesbürger sind einer Umfrage zufolge mit der Berichterstattung der Medien zufrieden. 88 Prozent bewerten das Informationsangebot von Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen und Internet in Deutschland als gut oder sehr gut, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Radioprogramms WDR5 ergab. Am besten schneiden die öffentlich-rechtlichen Sender und die Tageszeitungen ab. Das Meinungsforschungsinstituts infratest dimap hatte 750 Bundesbürger befragt. Nur jeder zehnte Deutsche hält demnach die Qualität des Informationsangebots der Medien für schlecht. Auch teilen 72 Prozent der Befragten den Vorwurf der "Lügenpresse" nicht - ein Begriff, der vor allem bei den fremdenfeindlichen "Pegida"-Protesten verwendet wird. Nur 20 Prozent gaben an, dass es in Deutschland eine "Lügenpresse" gebe. Von ihnen bezeichnen sich 39 Prozent als Nichtwähler.

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