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Kulturnachrichten

Freitag, 30. Oktober 2015

Felicitas von Lovenberg verlässt die FAZ

Das bestätigte die Literaturkritikerin dem Spiegel

Felicitas von Lovenberg wird spätestens Ende Januar 2016 aus der Redaktion der "Frankfurter Allgemeine" ausscheiden. Die 41jährige gehört der FAZ seit 1998 an. Unter Frank Schirrmacher war sie Literaturchefin. Nach dessen Tod im Juni 2014 war sie als Mit-Herausgeberin gehandelt worden. Seit Jürgen Kaube im Januar Schirrmachers Nachfolge angetreten hat, hätten mehrere Redakteure das Feuilleton verlassen, berichtet der Spiegel. Lovenberg gab private Gründe für einen anstehenden Umzug nach München an.

Buchmesse und Börsenverein kritisieren Indonesien

Zensurvorwürfe

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Frankfurter Buchmesse erheben Zensurvorwürfe gegen Indonesien. Bei der Veranstaltung "Ubud Writers and Readers Festival" auf Bali sollte die Verfolgung von Kommunisten 1965/1966 thematisiert und Joshua Oppenheimers Film "The Look of Silence" gezeigt werden. Lokale Behörden untersagten dies jedoch. Dies sei kurz nach Indonesiens Gastland-Auftritt bei der Buchmesse "ein Armutszeugnis" und "beschämend". Meinungsfreiheit sei ein Grundwert jeder demokratischen Gesellschaft und nicht verhandelbar. In einem Brief wurde Bildungs- und Kulturminister Anies Raswid Baswedan aufgefordert, auf eine Rücknahme der Verbote zu drängen.

Polen darf Polanski nicht an USA ausliefern

Urteil am Bezirksgericht Krakau

Polen darf den Filmregisseur Roman Polanski nicht an die USA ausliefern. Das beschloss das Krakauer Bezirksgericht. Die US-Justiz hatte von Polen eine Auslieferung Polanskis wegen eines Sexualverbrechens in den 70er Jahren beantragt. In der mündlichen Urteilsbegründung ging Richter Dariusz Mazur mit seinen amerikanischen Kollegen kritisch ins Gericht. Bei der Entscheidung seien zudem Polanskis Alter und die lange Zeit seit dem ihm vorgeworfenen Verbrechen berücksichtigt worden. Mazur wies auf die Einigung hin, die Polanski in den 70er Jahren mit der US-Staatsanwaltschaft geschlossen hatte, als er Sex mit einer damals 13-jährigen zugegeben hatte: Polanski habe seinen Teil der Vereinbarung eingehalten und freiwillig eine Gefängnisstrafe verbüßt. Auch das Gericht schloss sich dieser Ansicht an. Das Auslieferungsgesuch sei deshalb unzulässig, hieß es in der Urteilsbegründung. Zudem habe der US-Richter die Rechte Polanskis verletzt, als er ungeachtet der verbüßten Strafe die Einigung zum Nachteil des Regisseurs ändern wollte.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz will Welfenschatz behalten

Wert auf mindestens 220 Millionen Euro geschätzt

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wehrt sich in den USA gegen die mögliche Herausgabe des legendären Welfenschatzes. Sie hat eigenen Angaben zufolge bei dem zuständigen amerikanischen Gericht die Abweisung einer Klage von Nachfahren jüdischer Kunsthändler beantragt. Bei dem Welfenschatz handele es sich nicht um NS-Raubgut, eine Rückgabe wäre deshalb nicht angemessen, erklärte Stiftungspräsident Hermann Parzinger. Man habe deshalb beantragt, die Klage als unbegründet abzuweisen. Bei dem Welfenschatz handelt es sich um wertvolle mittelalterliche Goldreliquien aus dem Braunschweiger Dom.

Benefizkunst für Obdachlosenhilfe

Mehr als 2 Millionen Euro Einnahmen erwartet

Ein Benefizverkauf von über 100 Werken namhafter Künstler soll der Düsseldorfer Obdachlosenhilfe "fiftyfifty" zu ihrem 20-jährigen Bestehen mehr als zwei Millionen Euro bringen. Die Arbeiten von 80 Künstlern, darunter Gerhard Richter, Imi Knoebel, Katharina Fritsch, Candida Höfer, Wim Wenders, Andreas Gursky und Thomas Schütte, werden vom 3. November bis 16. Dezember in der Düsseldorfer Zentrale des Energieunternehmens Eon zum Verkauf angeboten. Die Werke wurden von den Künstlern gestiftet. Gerhard Richter (83) etwa legte eine Edition mit sechs Motiven auf. Die Spendenbereitschaft der Künstler habe "alle Erwartungen übertroffen", teilte die Eon-Kunstbeauftragte Dorothee von Posadowsky mit. Mit dem erhofften Millionenerlös wolle "fiftyfifty" Wohnungen und Apartments kaufen, in denen Obdachlose befristet unterkommen, sagte Geschäftsführer Hubert Ostendorf. Wiederholt haben große Künstler der Obdachloseninitiative Kunstwerke zum Verkauf gespendet.

Lead Awards 2015

Jury kürt Foto von Flucht über das Mittelmeer

Ein Schlauchboot in unruhiger See, 30 Menschen aus Afghanistan auf dem Weg in ein besseres Leben: Dafür ist der Fotograf Olivier Jobard mit dem Lead Award 2015 in der Kategorie "Foto des Jahres" geehrt worden. Als "Beste Reportagefotografie des Jahres" sind Miguel Hahn und Jan-Christoph Hartung ausgezeichnet worden. Sie spürten für das "Zeit Magazin" in Vietnam den langen Schatten des Krieges nach: Männer mit Beinprothesen. Sorgfältig ausgeschilderte Bombenkrater. Das Tunnelsystem des Vietcong. Kinder von US-Soldaten. Den Publikumspreis, für den SPIEGEL-ONLINE-Leser abstimmen konnten, gewann Roberto Schmidt mit einer Aufnahme aus dem Gazastreifen.

Académie Française würdigt Autoren Nordafrikas

Geehrt werden Boualem Sansal und Hédi Kaddour

Die Académie Française hat dieses Jahr ihren Preis an zwei Autoren aus Nordafrika verliehen. Der gebürtige Algerier Boualem Sansal - 2011 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet - erhält die Würdigung für seinen düsteren Zukunftsroman "2084". Der Roman erzählt von einer religiösen Diktatur. Die Geschichte "Les Prépondérants" (etwa: Die Maßgeblichen) des Tunesiers Hédi Kaddour beschreibt die Kolonialgesellschaft im Maghreb im Jahr 1920. Damit hat die Akademie Française den Reigen der großen französischen Literatur-Auszeichnungen eröffnet. Der begehrte Prix Goncourt wird am 3. November vergeben. Kaddour gehört zu den Finalisten, Sansal schied in der letzten Runde überraschend aus.

Daniel Gerlach wird Laudatio auf Adonis halten

Friedenspreis für syrisch-libanesischen Autor ist umstritten

Die Auszeichnung mit dem Erich-Maria-Remarque Friedenspreis der Stadt Osnabrück für den 85jährigen Adonis, hat im Vorfeld für heftige Debatten gesorgt. Kritiker werfen dem gebürtigen Syrer vor, es mangele ihm an Distanz zum Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Laudator Daniel Gerlach erklärte, es sei verständlich, dass Adonis Kontroversen auslöse. "Aber ich möchte die Laudatio zum Anlass nehmen, unsichtbare Konfliktlinien, die bei der Kritik aufgebrochen sind, zur Sprache zu bringen." Gerlach ist Herausgeber der Zeitschrift "Zenith" und hat gerade ein Buch zum Syrien-Krieg veröffentlicht. Die Jury hatte dem in Paris lebenden Essayisten und Lyriker den Preis mit der Begründung zuerkannt, sich für die Trennung von Religion und Staat, die Gleichberechtigung der Frauen in der arabischen Welt sowie für eine aufgeklärte arabische Gesellschaft einzusetzen. Der mit 25 000 Euro dotierte Preis wird Adonis am 20. November überreicht.

Europäische Kulturmarke 2015

"Young Euro Classic" ist Preisträger

Young Euro Classic ist "Europäische Kulturmarke 2015". Das Festival der besten Jugendorchester der Welt konnte den Wettbewerb um den begehrten Titel für sich entscheiden. Insbesondere das Young Euro Classic Friedensorchester, in dem in diesem Jahr erstmals junge Musiker aus Russland, der Ukraine, Armenien, der Türkei und Deutschland zusammen spielten, wurde als das herausragende Projekt des Jahres 2015 geehrt. Mit dem Preis werden Kulturanbieter ausgezeichnet, die mit einer exzellenten Strategie eine starke Marke im Europäischen Raum etabliert haben. Das Young Euro Classic lockt jedes Jahr viele tausend Klassikfans ins Konzerthaus Berlin. An 18 Abenden spielen rund 1.500 Nachwuchskünstler aus über 40 Nationen vor mehr als 25.000 Besuchern.

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