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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Steinmeier will Documenta in Athen unterstützen

"Brücke zwischen Griechenland und Deutschland"

Das Auswärtige Amt will die Kunstausstellung Documenta in Athen 2017 finanziell unterstützen. Das sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei seinem Griechenlandbesuch dem Bürgermeister von Athen zu. Er freue sich, dass der polnische Kurator Adam Szymczyk eine künstlerische Brücke zwischen Griechenland und Deutschland schlagen lasse, erklärte Steinmeier. Szymczyk hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die weltweit wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst 2017 erstmals an zwei Orten zu inszenieren. In Athen soll sie am 8. April 2017 beginnen, in Kassel am 10. Juni.

Frank Schmidt wechselt nach Bremen

Kunsthistoriker verlässt die Direktion der Kunsthalle Emden

Nach einer Mitteilung der Kunsthalle Emden wird Frank Schmidt zum 1. Februar 2016 sein neues Amt bei den Museen der Böttcherstraße in Bremen antreten. Dort folgt er auf Verena Borgmann, die das Haus seit August 2014 kommissarisch leitet. Zuvor war der dortige Direktor Frank Laukötter ohne weitere Erklärung aus seiner Funktion ausgeschieden. Frank Schmidt war seit Oktober 2011 Direktor der Kunsthalle Emden. In dieser Zeit kuratierte er Ausstellungen wie "Künstlerkinder", "Horizont Jawlensky" und die aktuelle Schau "Ein Fest fürs Auge. Buchheims Expressionisten". Eine Sprecherin der Kunsthalle erklärte, dass die Stelle des Direktors der Kunsthalle jetzt neu ausgeschrieben werde. Das Programm des Hauses für das nächste Jahr stehe aber bereits.

Birgit Doll ist tot

Die österreichische Schauspielerin ist mit 57 Jahren gestorben

Birgit Doll war eine der wichtigsten Figuren der österreichischen Theaterszene. Sie absolvierte das renommierte Max-Reinhardt-Seminar und gab 1976 am Salzburger Landestheater ihr Theaterdebüt. Große Erfolge feierte sie auch am Wiener Volkstheater. Für ihre Rolle in "Wer hat Angst vor Virginia Woolf...?" erhielt sie im Jahr 2000 den Nestroy-Theaterpreis, eine der wichtigsten Auszeichnungen Österreichs. Ihr Kino-Debüt gab sie 1979 in Maximilian Schells "Geschichten aus dem Wienerwald", einer Satire auf österreichische Verhältnisse, für die sie als 21-Jährige mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Für Furore sorgte sie auch in Michael Hanekes Spielfilmdebüt "Der siebente Kontinent". In letzter Zeit entdeckte Doll auch das Regiefach für sich. Sie inszenierte Shakespeares "Falstaff" und den "Sommernachtstraum". Wie ihre Familie mitteilte, ist die gebürtige Wienerin am 26. Oktober nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 57 Jahren verstorben. Doll hatte im Oktober einen Schlaganfall erlitten.

Zu wenig europäische Solidarität

Präsident des deutschen PEN-Zentrums beklagt "Zerfall von Europa"

Der Präsident des deutschen PEN-Zentrums, Josef Haslinger, hat die mangelnde europäische Solidarität in der Flüchtlingskrise scharf kritisiert. Europa gehöre weitestgehend der Vergangenheit an, sagte Haslinger im Deutschlandradio Kultur: "Wir sind Augenzeugen des Zerfalls in Europa. In dem Augenblick, wo es ernst wird, sind auch alle Verträge, die geschlossen wurden und alle diese humanitären Proklamationen und all das, auf das Europa so stolz war (...) - all das ist Vergangenheit und gilt nicht mehr in dem Augenblick, wo es angewandt werden soll." Schwere Vorwürfe richtete Haslinger insbesondere an die Länder Südosteuropas, aus deren Sicht die Deutschen "die Bösen" seien. Dort verstehe man den Aufruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich an die Menschenrechte und die Genfer Flüchtlingskonvention zu halten, als eine Einladung, "als hätte Merkel diesen Flüchtlingsstrom erst verursacht - das ist ungeheuerlich." Doch auch westliche EU-Länder griff Haslinger an: "Dass sich hier einige potentere Staaten wie Frankreich und Großbritannien völlig aus der Solidargemeinschaft Europa herausnehmen, ist eigentlich auch eine Ungeheuerlichkeit."

Interesse an Rede von Georg-Büchner-Preisträger

800 Gäste erwartet

Mit einem vollen Haus darf der Berliner Schriftsteller Rainald Goetz bei der Verleihung des Georg-Büchner-Preises am Samstag in Darmstadt rechnen. Rund 800 Menschen wollen im Staatstheater dabei sein, wenn sich das 61 Jahre alte frühere "Enfant terrible" der deutschen Literatur in seiner Dankesrede mit Georg Büchner und dessen Werk auseinandersetzt. Dies ist die Bedingung, die die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Trägern der renommiertesten literarischen Auszeichnung des Landes macht. Goetz, seit jungen Jahren für aufmüpfige und ungestüme Prosa bekannt, dürfte zu dem unweit von Darmstadt geborenen Büchner (1813-1837) vermutlich einiges einfallen. Mit dem Dramatiker und Revolutionär verbindet Goetz, der sich bei einem legendären Auftritt 1983 in Klagenfurt die Stirn aufritzte, die Lust zum Theater und zur Provokation. Und wie Büchner die deutschen Kleinfürsten mit Hohn und Spott überzog, hat sich Goetz immer wieder über den selbstverliebten Medien- und Kulturbetrieb lustig gemacht. Der Büchner-Preis, seit 1951 vergeben, ist mit 50 000 Euro dotiert.

Indiens Intellektuelle geben Auszeichnungen zurück

Protest gegen Angriffe auf Schriftsteller

Indische Filmemacher und Wissenschaftler haben sich dem Protest von Schriftstellern gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit auf dem Subkontinent angeschlossen. Er werde den dritthöchsten indischen Zivilorden Padma Bhushan (Lotusorden) zurückgeben, sagte der Molekularbiologe Pushpa Mittra Bhargava am Donnerstag der indischen Nachrichtenagentur IANS. Damit protestiere er gegen die "steigende Intoleranz im Land". Seit Wochen beklagen Indiens Intellektuelle, die kulturelle Vielfalt sei unter der hindu-nationalistischen Regierung von Premierminister Narendra Modi bedroht. Politische Gruppen versuchten, eine Hindu-Monokultur durchzusetzen. Es gab eine ganze Serie von Angriffen auf Schriftsteller und Künstler in Indien, darunter auch Morde. Erst am Mittwoch hatten laut indischen Medien zwölf Filmemacher ihre nationalen Auszeichnungen zurückgegeben. Zuvor retournierten Dutzende Autoren die höchste staatliche literarische Auszeichnung, den Sahitya Akademi Award.

Rostock trauert um Bürgerrechtler Kleemann

Er starb nach langer Krankheit

Die Stadt Rostock trauert um den Bürgerrechtler Christoph Kleemann. Der langjährige Weggefährte von Bundespräsident Joachim Gauck sei am Mittwoch im Alter von 71 Jahren nach langer Krankheit gestorben, teilte die Stadt mit. Kleemann war 1989 eine zentrale Figur der friedlichen Revolution in Rostock. "Unsere Hansestadt Rostock hat ihm unendlich viel zu verdanken", erklärte Oberbürgermeister Roland Methling. Der in Meißen bei Dresden geborene Kleemann war 1990 Sprecher des Runden Tisches, nach der Wende kurzzeitig Oberbürgermeister und von 1999 bis 2009 Leiter der Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde in Rostock.

"Star Wars"-Schöpfer George Lucas baut Museum

Chicago erhält den Zuschlag

Der geplante Bau eines Museums für die Kunst-Sammlung von "Star Wars"-Erfinder George Lucas hat eine wichtige Hürde genommen. Wie die Zeitung "Chicago Tribune" berichtet, stimmte der Stadtrat den Bauplänen für das große Projekt zu. Die Arbeiten könnten im kommenden Frühjahr beginnen, hieß es. Bereits 2014 hatte Lucas die Pläne für das "Lucas Museum of Narrative Art" bekanntgegeben. Es solle ein Ort für "Erzählende Kunst und die Evolution visueller Darstellungen" sein, "von Illustrationen zum Kino bis hin zur Digitalen Kunst", hieß es damals. Neben der US-Großstadt im Bundesstaat Illinois hatten sich zeitweise auch Los Angeles und San Francisco Hoffnungen auf das Museum gemacht, das 2019 eröffnet werden soll. Der Kern der Kunstsammlung stammt dabei aus dem Privatbestand des 71-Jährigen. Nach eigenen Angaben interessierte sich Lucas seit seiner Jugend für Malerei, Zeichnungen, Comics und später digitale Kunst und sammelte viele Werke.

Australier spenden Lego-Steine für Ai Weiwei

Künstler will Porträts "bauen"

Zur Unterstützung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei haben Australier in Melbourne eine Legostein-Spendenaktion gestartet. Die Nationalgalerie von Victoria stellte dazu einen 27 Jahre alten BMW vor ihrem Gebäude auf. Die Menschen schütteten kistenweise Lego-Steine durch das geöffnete Schiebedach. Ai Weiwei will mit den Steinen Porträts von 20 Bürgerrechtlern bauen. Die Ausstellung soll am 11. Dezember in Melbourne beginnen. Die dänische Herstellerfirma hatte eine Lego-Bestellung Ai Weiweis abgelehnt, weil sie nichts mit einem politischen Projekt zu tun haben wollte. Die Galerie dokumentierte die Aktion mit Fotos auf dem Fotodienst Instagram.

Phil Collins meldet sich zurück

"Bin nicht mehr im Ruhestand"

Der britische Popstar Phil Collins hat sich mit musikalischen Zukunftsplänen zurückgemeldet. "Ich bin nicht mehr offiziell im Ruhestand", sagte er dem Magazin "Rolling Stone". Demnach will der frühere Genesis-Frontmann, der sich 2011 aus dem Musikgeschäft verabschiedet hatte, ein neues Album aufnehmen sowie auf Tour gehen. "Das Pferd ist raus aus dem Stall, und ich sitze in den Startlöchern", so Collins. Er hatte sich weitgehend aus dem Showbusiness zurückgezogen, um sich seinen Söhnen zu widmen. Nun will er ihnen zuliebe zurückkehren: "Meine Kinder sind jetzt 10 und 14, und sie wollen sehen, was ihr Vater macht", so Collins.

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