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Kulturnachrichten

Montag, 26. Oktober 2015

Jürgen Henkys gestorben

Früherer Berliner Theologieprofessor wurde 85 Jahre alt

Der Berliner Theologieprofessor und Kirchenlieddichter Jürgen Henkys ist tot. Wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz heute bestätigte, starb Henkys bereits in der vergangenen Woche im brandenburgischen Petershagen. Henkys gehörte lange Zeit der evangelischen Synode in Ost-Berlin und der Synode des DDR-Kirchenbundes an. Von Anfang der 90er Jahre bis zu seinem Ruhestand 1995 lehrte er als Professor für Praktische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität. Überregional bekannt wurde er durch seine Liedübertragungen, die zu zahlreichen Übernahmen ins kirchliche Gesangbuch führten.

Barbera bleibt Direktor der Filmfestspiele Venedig

Der Italienier wird im Amt bestätigt

Der Italiener Alberto Barbera leitet auch im kommenden Jahr die Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Der Verwaltungsrat des Festivals bestätigte den 65-Jährigen im Amt, wie die Biennale mitteilte. Ebenfalls weiter in ihren Positionen bleiben die Leiter der Biennale für Tanz, Musik und Theater, Virgilio Sieni, Ivan Fedele und Àlex Rigola. Der Italiener Barbera war bereits von 1998 bis 2002 Leiter des Filmfestivals von Venedig und kehrte 2012 nach einer Pause zurück.

DOK Leipzig beginnt

Das Festival für Dokumentar- und Animationsfilm zeigt mehr als 300 Filme

Heute abend beginnt in Leipzig das 58.Internationale Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, dass 300 Filme aus 62 Ländern zeigen wird. Nach Angaben der DOK-Leipzig-Veranstalter hat es sich es zu einem der bedeutendsten internationalen Branchentreffpunkte entwickelt und zieht jährlich Produzenten, Verleiher und Filmemacher in die Stadt. Für Fachbesucher gibt es 79 Veranstaltungen. Höhepunkt wird am 31. Oktober die Verleihung von sieben Goldenen Tauben und einer Silbernen Taube sein. Im vergangenen Jahr zählte das Festival mehr als 42 000 Besucher, 500 mehr als im Vorjahr.

"Fidelio"-Premiere mit Neumann-Bühnenbild

Oper Stuttgart zeigt letzte Arbeit des verstorbenen Bühnenbildners

Knapp drei Monate nach dem überraschenden Tod des Bühnenbildners Bert Neumann hat die Oper Stuttgart seine letzte Arbeit für ein Musiktheater in Ludwig van Beethovens Oper "Fidelio" präsentiert. Neumann bildete den Kerker als Handlungszentrum der Oper als grauen Kasten auf der minimalistisch ausgestatteten Bühne ab. Vor weißem Hintergrund spielt sich die Geschichte um Florestan ab, der wegen seiner Enthüllungen von Machenschaften des Gouverneurs Don Pizzaro (Michael Ebbecke) inhaftiert ist. Leonore (Rebecca von Lipinski), seine Geliebte, schleicht sich als Mann verkleidet - Fidelio - in den Knast, um Florestan (Michael König) zu befreien. Die moderne Ausstattung erinnert an den Ende Juli überraschend im Alter von 54 Jahren gestorbenen Künstler Neumann, dessen Theaterarbeiten als stilprägend gelten. Jahrzehntelang war er der kongeniale Bühnendesigner des Berliner Volksbühnen-Intendanten Frank Castorf. Neumann arbeitete aber auch mit Regisseuren wie René Pollesch, Leander Haußmann und Johan Simons zusammen. Die Oper Stuttgart hat zum Programm auch ein Heft mit seinen Skizzen herausgegeben.

Lego-Kunstprojekt von Ai Weiwei jetzt mit Spenden

Die dänische Firma hatte die Großbestellung des Aktionskünstler zurückgewiesen

Der chinesische Künstler Ai Weiwei kann sein geplantes Lego-Projekt in Australien trotz der verweigerten Lieferung von Bausteinen durch das dänische Unternehmen umsetzen. Nach einem Spendenaufruf im Internet komme eine ausreichende Menge von Steinen dafür zusammen, sagte der 57-jährige heute in Berlin. Der Künstler wollte für die Ausstellung "Andy Warhol/Ai Weiwei" Ende des Jahres in Melbourne die Porträts von 20 australischen Bürgerrechtlern in Lego nachbauen. Das Unternehmen hatte die Großbestellung mit Hinweis auf den politischen Charakter des Projekts zurückgewiesen. "Wir verzichten weltweit darauf, die Nutzung von Legosteinen für politische Projekte aktiv zu befördern oder zu unterstützen. Das Prinzip ist nicht neu", erklärte die Firma in einer Stellungnahme. Auf Instagram warf Ai dem Unternehmen "Zensur" und "Diskriminierung" vor. Der in China lange geächtete Künstler stellte in Berlin außerdem sein Konzept für die dreijährige Einstein-Gastprofessur vor, die er Ende des Monats an der Universität der Künste antritt. Er hatte im August nach einem mehrjährigen Ausreiseverbot erstmals sein Land wieder verlassen dürfen. Mit der Professur habe er sich vertraglich auf drei Jahre verpflichtet und wolle das auch einhalten, sagte er. Andererseits bleibe China sein Heimatland.

Wasijew wird neuer Ballettchef am Bolschoi Theater

Der russische Ex-Startänzer tritt die Nachfolge von Sergej Filin an

Der russische Ex-Startänzer Machar Wasijew wird neuer Ballettchef am berühmten Moskauer Bolschoi Theater. Wasijew trete am 18. März 2016 die Nachfolge von Sergej Filin an, sagte Direktor Wladimir Urin laut der Agentur Tass. Wasijew hatte als Ballettchef an der Mailänder Scala und am Mariinski-Theater in St. Petersburg gearbeitet. "Das Bolschoi-Angebot ehrt mich", sagte er. Urin will seine Pläne mit Wasijew erst später vorstellen und bekräftigte, dass er Filin die Zusammenarbeit in einer anderen Sparte angeboten habe. Die Entscheidung des bisherigen Ballettchefs, der an diesem Dienstag 45 Jahre alt wird, stehe jedoch noch aus. Filins Vertrag läuft am 17. März 2016 nach fünf Jahren ab. Vor 2 Jahren war Filin vor seinem Wohnhaus in der russischen Hauptstadt mit Säure angegriffen und schwer an den Augen verletzt worden. Die Attacke sorgte international für Empörung.Wegen des Anschlags wurden drei Männer verurteilt. Der Skandal enthüllte zahlreiche Intrigen beim Bolschoi. Das Theater verfügt mit mehr als 200 Tänzern über die weltgrößte Balletttruppe.

Zensur bei Literaturfest in Indonesien

Veranstaltungen zum Massenmord an Kommunisten vor 50 Jahren abgesagt

Auf Anordnung der Polizei hat das renommierte indonesische Literaturfest "Ubud Writers and Readers Festival" sämtliche Veranstaltungen über den Massenmord an Kommunisten vor 50 Jahren abgesagt. Die Polizei habe sie vor die Wahl gestellt, entweder die Veranstaltungen über die Massaker von 1965 zu streichen oder ein Verbot des gesamten Festivals zu riskieren, erklärten die Veranstalter. Betroffen von der Zensur sind demnach drei Podiumsdiskussionen, eine Kunstausstellung sowie die Vorführung des Dokumentationsfilms "The Look of Silence" von Joshua Oppenheimer. Am 30. September 1965 waren in Jakarta sechs Generäle von Unbekannten ermordet worden. Staatspräsident Suharto machte die Indonesische Kommunistische Partei für die Tat verantwortlich und löste damit eine landesweite Verfolgung aus. Schätzungen zufolge wurden bis zu eine Million Menschen getötet, Hunderttausende verschleppt, gefoltert und inhaftiert. Die Ereignisse von 1965 werden in Indonesien bis heute weitgehend tabuisiert. Das "Ubud Writers and Readers Festival" auf der indonesischen Insel Bali findet in diesem Jahr vom 28. Oktober bis zum 1. November statt. Es ist das bedeutendste Literatur-Event Indonesiens.

Gedenken an Olympia-Attentat 1972

Neue Pläne in München vorgestellt

Mit Stelen und einer riesigen Multimedia-Leinwand will die bayerische Landesregierung in München an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 erinnern. Herzstück des Gedenkortes im Olympia-Park sollen Tafeln mit den Biografien der elf israelischen Sportler und des Polizisten sein, die bei dem Anschlag palästinensischer Terroristen starben. An der Planung waren auch die Familien der Opfer beteiligt. Wenn die Stadt München die neuen Pläne genehmigt, könnte die 1,75 Millionen Euro teure Erinnerungsstätte im Herbst 2016 fertig sein. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, lobte das Projekt: "Es geht nicht nur um das Gedenken an die Opfer, sondern um Bewusstseinsstiftung und Sensibilisierung gegenüber den allgegenwärtigen Gefahren für unsere Freiheit und unsere Demokratie." Bei den Sommerspielen 1972 hatten Terroristen die Sportler in ihrer Unterkunft überfallen und als Geiseln genommen. Dort und bei der späteren Befreiung auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck starben elf Sportler und ein Polizist. Auch fünf Terroristen kamen ums Leben.

Regisseur Dieter Dorn: Theater wird oberflächlicher

Es mangele an Respekt vor Werk und Autor

Der Theaterregisseur Dieter Dorn, früherer Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels, sieht auf den deutschen Bühnen immer mehr Oberflächlichkeit. In vielen Inszenierungen gehe der Respekt vor dem Werk und dem Autor verloren, sagte Dorn wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag der Deutschen Presse-Agentur. "Das Theater müsste sich wieder auf sich selbst besinnen und nicht den Events und den Medien hinterherlaufen." Die Theatermacher zielten heute vor allem auf junge Zuschauer ab, meinte Dorn. "Aber man muss ja nicht das, was sie den ganzen Tag schon im Internet und Handy sehen, auch noch überbieten wollen. Theater muss nicht oberflächlich unterhalten. Dafür gibt es ja das Fernsehen."

16 Berliner Studenten dürfen von Ai Weiwei lernen

Der Aktionskünstler wählte sie aus rund 100 Bewerbern aus

Kurz vor dem Start seiner Gastprofessur an der Berliner Universität der Künste hat der chinesische Aktionskünstler Ai Weiwei 16 Studenten für seine Klasse ausgewählt. Sie kämen aus den Bereichen Medien, Mode, Film, Design und Fotografie, sagte Ai heute in Berlin. Insgesamt habe es rund 100 Bewerber gegeben. Es sei unglaublich, was die Studierenden für eine breite Wissensbasis mitbrächten, betonte Ai. Die offizielle Antrittsveranstaltung seiner dreijährigen Gastprofessur findet am kommenden Sonntag in Berlin statt. Es sei eine sehr große Ehre für ihn, dass er hier sein dürfe, sagte Ai. Er sei der Universität der Künste und der Berliner Einstein Stiftung, die die Gastprofessur finanziert, sehr dankbar für die Berufung. Mit seinen Studenten wolle er verschiedene Projekte umsetzen, unter anderem zum Thema Flüchtlinge. Keine Rolle spielen solle dagegen das Thema Menschenrechte. "Ich lehre an einer Kunstschule", unterstrich der 58-Jährige. Sich selbst sehe er dabei nicht als klassischen Lehrer, sondern als Teil eines Ganzen. Mit seiner Kunst hatte Ai Weiwei in China immer wieder die Grenzen der Meinungsfreiheit ausgelotet. Dabei geriet er wiederholt in Konflikte mit Regierung und Behörden. Nach einer Festnahme im April 2011 und anschließendem Hausarrest durfte er Peking lange nicht verlassen. Anfang August erhielt Ai überraschend seinen Reisepass zurück und reiste kurz darauf nach München und Berlin, wo sein kleiner Sohn und dessen Mutter leben.

Verunsicherung durch Kulturgutschutzgesetz

Experte warnt, die Leidtragenden wären vor allem die Museen

Der Europachef des amerikanischen Auktionshauses Sotheby's, Philipp von Württemberg, hat vor negativen Folgen des geplanten Kulturgutschutzgesetzes für den deutschen Kunstmarkt gewarnt. Es treffe insbesondere Museen, wenn deutsche Sammler Kunst im Ausland erwürben und zögerten, "diese nach Deutschland zu bringen, da die Möglichkeit besteht, dass das Werk zum national wertvollen Kulturgut deklariert wird; oder, im Fall eines Verkaufs ins Ausland, eine Ausfuhrgenehmigung versagt wird", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Museen seien auf Leihgaben angewiesen. Das Gesetz werde zu einer Verunsicherung unter Sammlern führen, so von Württemberg weiter. Der Werteverlust für Eigentümer könne erheblich sein, wenn Objekte nur noch innerhalb Deutschlands verkauft werden könnten. Der Experte plädierte für einen Kriterienkatalog zu national wertvollem Kulturgut. Mitte September hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) den überarbeiteten Referentenentwurf für das umstrittene Gesetz veröffentlicht. Es soll einerseits den illegalen Handel mit geraubten Kulturgütern unterbinden, mit dem sich derzeit etwa die Terrormiliz "Islamischer Staat" finanziere, hieß es. Auf der anderen Seite gehe es um den Schutz des nationalen Kulturerbes, wie es seit 1955 "geltendes und höchstrichterlich bestätigtes Recht in Deutschland" sei. Den vorherigen Gesetzentwurf hatten Sammler, Händler und Künstler als Behinderung ihrer Arbeit kritisiert.

Retterin von Hans Rosenthal geehrt

Ida Jauch posthum als "Gerechte unter den Völkern" geehrt

Ehrung für eine mutige Frau: Die Berlinerin Ida Jauch (1886-1944) wurde heute posthum dafür ausgezeichnet, dass sie den späteren Fernsehmoderator Hans Rosenthal (1925-1987) vor den Nationalsozialisten versteckte. Bei einer Feierstunde mit Angehörigen von Jauch und Rosenthal verlieh die israelische Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem den Titel "Gerechte unter den Völkern" an die Retterin. Ida Jauch, eine Bekannte von Rosenthals verstorbener Mutter, lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen in Berlin-Lichtenberg. Sie versteckte den jungen Rosenthal 18 Monate lang und teilte mit ihm ihre kargen Lebensmittelrationen. 1944 starb Ida Jauch. Zuvor hatte sie sich noch darum gekümmert, dass Rosenthal weiter Schutz durch eine Freundin erhielt.

Engere Zusammenarbeit im Buchsektor

Marktforscher wollen länderübergreifende Tendenzen früher erkennen

Die beiden konkurrierenden Marktforschungsinstitute Nielsen (New York) und GfK (Nürnberg) wollen künftig auf dem Buchsektor intensiv zusammenarbeiten. Die Kooperation solle Verlage in den USA und Europa dabei unterstützen, länderübergreifende Trends auf dem Buchmarkt noch früher zu erkennen und aufzugreifen, teilte die GfK mit. Die Vereinbarung sieht unter anderem die Einspeisung von Nielsen-Buchmarktdaten aus den USA und Großbritannien in GfK-Datenbanken vor. "Die Daten liefern einen wertvollen Überblick über Bestseller, Top-Themen und Erfolgsautoren unterschiedlicher Genres und ermöglichen Rückschlüsse auf Verkaufsbewegungen in anderen Ländern", heißt es in der GfK-Mitteilung. Deutsche Verlage erhielten damit Hinweise, welche Bücher aus Großbritannien Bestseller-Chancen in Deutschland haben und welcher "Hype gerade aus den USA rüber schwappt", so der Geschäftsführer der GfK-Entertainment- Abteilung, Matthias Giloth.

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