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Kulturnachrichten

Sonntag, 18. Oktober 2015

275 000 Besucher auf Frankfurter Buchmesse

Literaturbranche tritt für Meinungs- und Publikationsfreiheit ein

Nach einer Bilanz sind die Organisatoren der Frankfurter Buchmesse zufrieden. Mit 275000 Besuchern habe das Interesse an der größten Buchmesse der Welt nach zwei rückläufigen Jahren um rund zwei Prozent zugelegt. Dafür hat das Lesepublikum am Wochenende gesorgt. Hier stiegen die Besucherzahlen sogar um 4 Prozent. Geschäftlich gesehen sei die Messe nach Ansicht vieler Aussteller die erfolgreichste seit Jahren gewesen, lautete das Fazit von Buchmessen-Chef Juergen Boos. Die Zahl der Fachbesucher blieb in den ersten drei Tagen der Messe mit rund 140 000 etwa konstant. Die Branche habe sich angesichts der angespannten politischen Weltlage eindeutig zur Meinungs- und Publikationsfreiheit bekannt. Mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern hatten sich auf der 67. Frankfurter Buchmesse präsentiert. Unter dem Motto "17.000 Inseln der Imagination" war Indonesien Ehrengast der Buchmesse. Im kommenden Jahr wird dies die Niederlande zusammen mit Flandern sein.

Gerhard Rühm erhält Sczuka-Preis für Radiokunst

Wichtigster Preis für akustische Kunst

Der österreichische Schriftsteller, Komponist und bildende Künstler Gerhard Rühm ist mit dem Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst ausgezeichnet worden. Der 85-Jährige wurde für sein Radiostück "Hugo Wolf und drei Grazien, letzter Akt" gewürdigt. Es sei ihm eine "Musikalisierung der Sprache" gelungen, sagte eine Sprecherin der Jury zur Preisverleihung in Donaueschingen. Rühm habe die letzte Lebensphase des Komponisten Hugo Wolf in einem berührenden Hörbild nachgezeichnet. Der Österreicher wurde bereits zum zweiten Mal mit dem Sczuka-Preis gewürdigt. Erstmals hatte er ihn 1977 erhalten. Der mit 5000 Euro verbundene Förderpreis ging an Dagmara Kraus und Marc Matter für ihren lyrischen Geräuschtext "Entstehung dunkel". Der wichtigste Preis für Radiokunst ist mit 12 500 Euro dotiert und wird jährlich vom Südwestrundfunk vergeben.

Navid Kermani mit Friedenspreis ausgezeichnet  

Schriftsteller fordert mehr Einsatz zur Beendigung des Krieges in Syrien

Bei der Entgegennahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche hat der Autor Navid Kermani an die internationale Gemeinschaft appelliert, den Krieg in Syrien zu beenden. Dazu seien entschlossene diplomatische und möglicherweise auch militärische Schritte notwendig sagte er vor rund 1000 Gästen. "Erst wenn unsere Gesellschaften den Irrsinn nicht länger akzeptieren, werden sich auch die Regierungen bewegen", ergänzte Kermani. Den Krieg könnten nur die Mächte beenden, die hinter den verfeindeten Armeen stehen. Dazu gehörten der Iran, die Türkei, die Golfstaaten, Russland und auch der Westen. "Den größten Fehler begehen wir, wenn wir weiterhin nichts oder so wenig gegen den Massenmord vor unserer europäischen Haustür tun: den des Islamischen Staates und des Assad-Regimes", so der Friedenspreisträger. Der Stiftungsrat in Frankfurt am Main hob hervor, dass Kermani eine der wichtigsten Stimmen in unserer Gesellschaft sei, die für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher nationaler und religiöser Herkunft eintrete. Der 47-jährige Navid Kermani wurde als Sohn iranischer Einwanderer in Siegen geboren und lebt in Köln.

Nobelpreisträgerin Malala will weiter kämpfen

Pakistanerin setzt sich für Rechte von Mädchen ein

Im Interview mit der "Welt am Sonntag" bekräftigte die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, dass sie sich für das Recht auf Bildung für Mädchen weiterhin einsetzen werde. "Die Reise ist noch lange nicht zu Ende", sagte sie, "ich kämpfe weiter dafür, dass jedes Mädchen in Pakistan das Recht bekommt, eine Schule zu besuchen." 2012 wurde die damals 15-jährige Malala von Taliban lebensgefährlich verletzt. Sie hatte sich mit einem Blog für das Recht auf Bildung für Mädchen eingesetzt. 2014 wurde sie für ihr Engagement mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. "Ich kann wieder angegriffen werden", sagte Malala. Aber das Schlimmste, was man sich vorstellen kann, habe sie schon erlebt. "Das bisschen Angst um mein Leben, ist jetzt weg. Ich bin fest davon überzeugt, dass mich niemand stoppen kann. Also mache ich weiter", versicherte die 18-jährige. Am Donnerstag kommt die Dokumentation "Malala - Ihr Recht auf Bildung" über die junge Widerstandskämpferin in die Kinos.

Ägyptischer Schriftsteller Gamal al-Ghitani gestorben

Autor gründete wichtige staatskritische Literaturzeitschrift

Der ägyptische Schriftsteller Gamal al-Ghitani ist tot. Der vielfach ausgezeichnete Autor sei am Sonntag im Alter von 70 Jahren in einem Militärkrankenhaus an einer Atemwegserkrankung gestorben, sagte dessen Frau der staatlichen Nachrichtenagentur Mena. In seinen Werken griff al-Ghitani die gesellschaftliche und politische Entwicklung in Ägypten seit der Öffnung zum Westen an. Der Verfasser und Journalist wurde besonders durch seinen historischen Roman "Seini Barakat" bekannt, in dem er den Totalitarismus verurteilte. Al-Ghitani gründete und leitete zudem die Literaturzeitschrift "Achbar al-Adab", die sich als unabhängige und oft staatskritische Publikation einen Namen machte. Regierung und Armee lobten die Leistungen Al-Ghitanis. In diesem Jahr war er mit dem höchsten staatliche Literaturauszeichnung Ägyptens, dem "Nile Award " geehrt worden.

Kosslick wirbt für Kulturaustausch mit dem Iran

Berlinale-Direktor sieht kulturelle Verbindung als Basis für eine Annäherung

Für einen engen kulturellen Austausch mit dem Iran hat Berlinale-Direktor Dieter Kosslick geworben. "Ich denke, dass in unseren Zeiten und in einem Gebiet, wo die Politik sich nicht so einfach gestaltet, Kultur der wichtigste Faktor überhaupt wird", sagte er beim Besuch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier in der iranischen Hauptstadt. "Bevor es überhaupt eine neue ökonomische Initiative geben kann, muss es unglaublich vielfältige kulturelle Beziehungen geben, um auf deren Basis wirtschaftliche Beziehungen wieder aufzubauen." Nach dem Atomabkommen mit dem Iran ist eine Annäherung von Seiten der Bundesregierung wieder erwünscht. Kultur helfe zu verstehen, warum ein Land wie der Iran so sei, wie es ist, sagte Kosslick "und auf dieser Grundlage muss man darüber reden, was man gemeinsam verändern kann". Steinmeier reiste bewusst ohne Wirtschaftsdelegation, sondern mit einer große Kulturdelegation nach Teheran, darunter Berlinale-Direktor Kosslick und mehrere Vertreter großer Bildungseinrichtungen.

Nietzsche-Preis an Martin Walser vergeben

Auszeichnung für das Lebenswerk des Autors

Der Schriftsteller Martin Walser ist in Naumburg mit dem Internationalen Friedrich-Nietzsche-Preis geehrt worden. Der 88-Jährige nahm ihn für sein Lebenswerk in Gegenwart des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), entgegen. Walser sei einer der wenigen deutschen Schriftsteller der Gegenwart, der sich unentwegt an Nietzsches Problemen abarbeite, teilte die Friedrich-Nietzsche-Stiftung zur Begründung der Preisvergabe mit. Der Nietzsche-Preis ist mit 15 000 Euro einer der höchstdotierten Auszeichnungen für ausschließlich philosophisch-essayistische Werke und wird alle zwei Jahre von der Stadt Naumburg und der Bürgergemeinde Basel in der Schweiz vergeben.

"Badawi Award" für mutigen Journalismus an Ali Anouzla

Preis ist nach inhaftiertem saudischen Blogger benannt

Der marokkanische Journalist Ali Anouzla wird mit dem "Raif Badawi Award for courageous journalists" ausgezeichnet. Er gilt als einer der wenigen unabhängigen Journalisten seines Landes und deckt durch Recherchen immer wieder Menschenrechtsverletzungen auf. Anouzla sei einer der mutigsten und kritischsten Journalisten Marokkos, seine Arbeit als Kolumnist für pan-arabische elektronische Medien habe ihn weit über die Grenzen Marokkos bekanntgemacht, hieß es in der Jury-Entscheidung der international media alliance auf der Frankfurter Buchmesse. Mit Platz 130 von 189 Ländern liege Marokko in der Jahresbilanz 2015 von Reporter ohne Grenzen noch weit hinter Afghanistan, kritisierte Constantin Schreiber, Initiator des Awards und Herausgeber des Buchs "1000 Peitschenhiebe" mit Texten des inhaftierten saudischen Bloggers Raif Badawi. Nach Badawi ist der Preis benannt. Die Auszeichnung wird am 13. November auf dem Bundesmedienball verliehen. Mitträger des Preises ist die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und wird durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Ullstein Buchverlage und durch Reporter ohne Grenzen gefördert.

Opernwettbewerb "Neue Stimmen" gestartet

Wettbewerb entscheidet über künftige Karrieren

42 junge Sänger haben sich gegen weltweit fast 1300 Mitbewerber durchgesetzt und dürfen nun in der Endrunde des internationalen Opernwettbewerbs "Neue Stimmen" in Gütersloh antreten. Zum Auftakt der alle zwei Jahre stattfindenden Nachwuchs-Wettbewerbs fand das große Einsingen der Teilnehmer in der Stadthalle statt. In den kommenden Tagen stellen sich Teilnehmer aus 30 Ländern mit Arien aus Oper und Operette dem Urteil einer Jury aus Intendanten, Dirigenten und Kammersängern. Bis Samstag werden aus bis zu 10 Finalisten die Sieger ermittelt. Sie erwartet ein Preisgeld von insgesamt 60 000 Euro. Der 1987 begründete renommierte Nachwuchspreis gilt als Eintrittskarte für die großen Opernhäuser.

Glockenspiel von Big Ben könnte für Jahre verstummen

Berühmtes Londoner Wahrzeichen muss saniert werden

Das Glockenspiel von Big Ben in London könnte demnächst für Monate oder sogar Jahre verstummen. Denn der Elizabeth Tower und die daran befindliche große Uhr müssten dringen saniert werden, berichten zwei der größten Zeitungen Großbritanniens. Dafür benötige man 40 Millionen Pfund, rund 54 Millionen Euro. Während der Arbeiten würde der Glockenschlag aussetzen, hieß es. Der "Sunday Times" zufolge ist die Uhr so marode, dass sie zum völligen Stillstand kommen könnte. Die Arbeiten am Elizabeth Tower sollten so bald wie möglich beginnen. Und "Mail on Sunday" behauptet, die Zeiger der Uhr könnten ohne sofortige Reparatur abfallen. Man dürfe nicht abwarten, bis die für das Ende des Jahrzehnts geplanten Restaurationsarbeiten für den gesamten Palast von Westminster beginnen würden, zu dem der 156 Jahre alte Turm mit der berühmten Uhr gehört. Die längste Glockenpause war im Jahr 1976, als die Uhr wegen Reparaturarbeiten an 26 Tagen schwieg.

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