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Kulturnachrichten

Samstag, 17. Oktober 2015

Rafik Schami kritisiert Flüchtlingspolitik

Schriftsteller fordert politischen Druck auf Staaten die den Islamischen Staat unterstützen

Der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami (69) hat die Planlosigkeit der Bundesregierung in der Flüchtlingsfrage kritisiert. "Diese großartige deutsche Bevölkerung mit ihrer Gastfreundschaft hat andere Politiker verdient", sagte Schami auf der Frankfurter Buchmesse. Er wünsche sich Politiker, die nicht leichtsinnig die Grenzen aufmachen, ohne sich vorbereitet zu haben. Schami äußerte auch Unverständnis für die widersprüchliche Politik der Europäer: "Es ist ein Bild des Chaos, der eine macht Stacheldraht, der nächste öffnet die Grenzen, der Dritte sagt, Monsieur Hollande, ich nehme 1000 Flüchtlinge." Die Ursache der Flucht ließe sich bekämpfen, wenn Druck auf Länder wie Saudi-Arabien und Katar ausgeübt werde, die den Islamischen Staat finanziell unterstützen. "Diese Länder würden nicht einmal mehr 24 Stunden existieren, wenn die Europäer den elektronischen Hahn abdrehen würden, all diese Geräte dort funktionieren nicht ohne die Technik des Westens" sagte Schami. Rafik Schami stellte auf der Frankfurter Buchmesse seinen neuen Roman "Sophia oder Der Anfang aller Geschichten" vor.

Ausstellung mit Werken aus Gurlitt-Sammlung geplant

Bundeskunsthalle will ausgewählte Bilder Ende 2016 zeigen

Die Bundeskunsthalle in Bonn arbeitet an einer Ausstellung von umstrittenen Werken aus der Sammlung Cornelius Gurlitt und will ab Ende 2016 Bilder zeigen, deren Herkunft bislang nicht eindeutig geklärt werden konnte. Das sagte ein Sprecher des Museums. In der letzten Woche hatte Kulturstaatsministerin Grütters angekündigt, dass durch eine Ausstellung der Bilder Transparenz geschaffen werden soll und sich auch neue Hinweise zur Erforschung der Herkunft der Bilder ergeben könnten. Bisher haben Restauratoren der Kunsthalle in den vergangenen Monaten die Werke aus der Sammlung des verstorbenen Kunsthändlers Cornelius Gurlitt erfasst und inventarisiert. Wie viele Bilder gezeigt werden, ist noch unklar. 2013 waren beim mittlerweile verstobenen Gurlitt etwa 1.500 Werke entdeckt worden, die seit 1945 als verschollen galten. Ein Großteil davon steht unter dem Verdacht, NS-Raubkunst aus jüdischem Besitz zu sein. Darunter sind auch Werke von Claude Monet, Auguste Renoir und Pablo Picasso.

Judaist Peter Schäfer mit Reuchlin-Preis ausgezeichnet

Ehrung für Verdienste um Beziehungen zwischen Juden und Christen

Die Stadt Pforzheim hat Peter Schäfer mit dem Reuchlin-Preis ausgezeichnet. Der Direktor der Stiftung Jüdisches Museum Berlin sei einer der international bedeutendsten Judaisten und habe herausragende Verdienste mit seinen Forschungen zu den christlich-jüdischen Religionsbeziehungen erworben, begründete die Heidelberger Akademie der Wissenschaften die Auszeichnung." Johannes Reuchlin hat sich wie kein anderer deutscher Humanist für den Dialog zwischen Juden und Christen eingesetzt", sagte Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager (SPD) bei der Ehrung. Bis 2013 leitete Schäfer das Studienprogramm in Judaistik in Princeton und wurde bereits mit dem Mellon Award, der höchstdotierten Auszeichnung für Geisteswissenschaftler in den USA ausgezeichnet. Seit 1955 wird der mit 12.000 Euro dotierte Reuchlin-Preis alle zwei Jahre von der Stadt Pforzheim und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vergeben. Vorige Preisträger waren 2013 die Theologen Karl Lehmann und Wolfgang Huber sowie 2011 der Archäologe Hermann Parzinger.

Pariser "Musée de l'Homme" wieder geöffnet

Einrichtung beschäftigt sich mit Herkunft und Zukunft des Menschen

Nach sechsjährigem Umbau mit Sanierung ist das Pariser Museum des Menschen, das "Musée de l'Homme", heute für das Publikum wieder geöffnet worden. Das neue Museum vereint prähistorische, anthropologische, kulturelle und biologische Sammlungen mit einem Forschungszentrum für Lehre, Bildung und Verbreitung der menschlichen Evolution sowie der Entwicklung der Gesellschaften. 2009 hatte der 96 Millionen teure Euro Umbau an dem Museum begonnen. Das modernisierte Museum mit 16 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche beherbergt 700 000 Objekte. Hauptausstellungsstücke sind unter anderem die Schädel des französischen Philosophen René Descartes und eines Cro-Magnon-Menschen, der in der Eiszeit vor rund 28 000 Jahren lebte. Das Museum befindet sich im historischen Palais de Chaillot nahe des Eiffelturms.

Grütters will NS-Skulpturen schon 2016 zeigen

Präsentation wichtig für Aufarbeitung deutscher Vergangenheit

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will die im Mai in Bad Dürkheim bei einer Razzia beschlagnahmten NS-Kunstwerke im kommenden Jahr ausstellen lassen. Sie halte es für unerlässlich, diese Werke der Öffentlichkeit zu zeigen. Dies gehöre zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangheit Deutschlands. Eine öffentliche Präsentation sei nötig, "um eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Staatskunst, deren Entstehung und Instrumentalisierung innerhalb des NS-Systems und der NS-Ideologie zu ermöglichen", sagte sie dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Geplant ist, dass einige der sechs Skulpturen der NS-Künstler Arno Breker, Josef Thorak und Fritz Klimsch von der Stiftung Topographie des Terrors und dem Deutschen Historischen Museum in einer Sonderschau gezeigt werden. Im Mai waren die NS-Kunstwerke bei einer bundesweiten Razzia wegen des Verdachts der Hehlerei an rechtswidrig erlangtem Bundesvermögen sichergestellt worden. Zu den Skulpturen gehören zwei tonnenschwere Bronzepferde, zwei Frauenfiguren und ein Relief.

Heiner Goebbels von Moskaus Theaterszene beeindruckt

Regisseur erkennt starken Widerstand gegen Vorgaben der Politik

Der Regisseur Heiner Goebbels bescheinigt der Moskauer Theaterszene ein großes Selbstbewusstsein gegenüber der Politik. Es gebe gerade im Theaterbereich eine große Tendenz gegen den Patriotismus, der von oben verordnet wird, sagte er in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur. Vor einigen Tagen war Goebbels nach einem mehrwöchigen Aufenthalt von seinem neuesten Theaterprojekt aus Moskau zurückgekehrt. In Zeiten aktueller politischer Spannungen zeige sich die Moskauer Kunstszene als sehr vielfältig. Man müsse allerdings zwischen dieser Stadt und dem restlichen Russland unterscheiden. Die Provinz sei sehr vom aktuellen politischen Kurs gezeichnet und werde dort auch relativ widerspruchslos umgesetzt. In der Moskauer Kunstszene gebe es aber sehr aktive Kräfte, so Goebbels. Der Komponist, Musiker und Theaterregisseur Heiner Goebbels war in den vergangenen Wochen in Moskau, um dort sein experimentelles Ein-Mann-Stück "Max Black" zu inszenieren. Er habe aber nie darüber nachgedacht, die Einladung nach Moskau wegen der politischen Spannungen abzulehnen. "Im Gegenteil", sagte Goebbels. "In solchen Situationen muss man die demokratischen Kräfte, die freien Kräfte, die kreativen Kräfte stützen."

Christie's versteigert Roy Lichtensteins "Nurse"

Auktionsrekord erwartet

Das New Yorker Auktionshaus Christie's versteigert am 9. November das Bild mit dem Titel "Nurse" ("Krankenschwester") des Pop-Art-Künstlers Roy Lichtenstein. Das Haus erwarte einen Auktionsrekord für den Künstler, teilte Christie's mit und hofft, das Bild für rund 80 Millionen Dollar (70 Millionen Euro) versteigern zu können. Lichtensteins Kunstwerk zeigt eine blonde Frau im weißen Schwesternkittel und stammt aus einem romantischen Comic der 1960er-Jahre. Der 1997 verstorbene Lichtenstein erlangte mit seinen großformatigen Comic-Bildern Berühmtheit und ist neben Andy Warhol einer der wichtigsten Pop-Art-Künstler weltweit. Der bisherige Rekordpreis für ein Bild von Roy Lichtenstein liegt bei 56 Millionen Dollar.

Erster Publikumstag auf Frankfurter Buchmesse

Gespräche mit Preisträgern des Jugendliteraturpreises 2015

Nach drei Tagen für die Fachbesucher ist die Frankfurter Buchmesse ab heute für das allgemeines Lesepublikum geöffnet. Auf der Messe präsentieren sich mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern. Für heute sind Gespräche mit den Preisträgern des deutschen Jugendliteraturpreises 2015 und der erste Star Wars Poetry Slam der Welt geplant. In der Veranstaltung Young Professionals Day berichten junge Autoren und Verlage welche Chancen, Möglichketen und Herausforderungen die neuen digitalen Büchermärkte bieten. Als Prominente Mario Adorf, Heinz Rudolf Kunze und Mike Krüger erwartet, die ihre Bücher vorstellen. Die 67. weltgrößte Bücherschau geht am Sonntag zu Ende.

Karl-May-Verlag veröffentlicht Bildband über Pierre Brice

Legendärer "Winnetou"-Darsteller starb im Juni

Mit einem Bildband erinnert der Bamberger Karl-May-Verlag an den in diesem Jahr verstorbenen "Winnetou"-Darsteller Pierre Brice. Der französische Schauspieler war von 1962 bis 1968 als Häuptling der Apachen in insgesamt elf Karl-May-Filmen zu sehen. Der am kommenden Montag erscheinende Bildband beinhaltet rund 200 Fotos auf denen Brice in seiner Paraderolle als "Winnetou" zu sehen ist. Des weiteren beinhaltet das Buch aber auch Bilder aus dem Privatleben des Schauspielers, der im Juni im Alter von 86 Jahren gestorben war.

Deutsche Jugendliteraturpreise vergeben

Auswahl aus 30 Nominierungen

Auf der Frankfurter Buchmesse sind die mit insgesamt 62 000 Euro dotierten Jugendliteraturpreise verliehen worden. Der mit 12 000 Euro verbundene Sonderpreis für das Gesamtwerk ging an die Hamburger Sabine Friedrichson. Die Illustratorin ist durch ihre Grafiken zu Hans Christian Andersens Märchen international bekannt. Als bestes Bilderbuch wurde "Herr Schnuffels" von David Wiesner aus den USA ausgezeichnet. In dem Sciencefiction-Werk landen Außerirdische im Wohnzimmer von Herrn Schnuffels und stören die Ruhe des Katers. In der Sparte Kinderbuch wurde "Der Träumer" von Pam Muñoz Ryan über die Kindheit des chilenischen Dichters Pablo Neruda prämiert. Beim Jugendbuch ging der erste Preis an Susan Krellers "Schneeriese", die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Mädchen und einem Jungen in der Pubertät. Bei den Sachbüchern konnte Christina Röckls "Und dann platzt der Kopf" die Jury überzeugen. Alle vier bronzenen Momos sind mit 10 000 Euro verbunden. Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird seit 1956 vergeben.

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