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Kulturnachrichten

Dienstag, 13. Oktober 2015

67. Frankfurter Buchmesse eröffnet

Branchentreff steht im Zeichen der Flüchtlingskrise

Mit einem Festakt ist am Abend die 67. Frankfurter Buchmesse offiziell eröffnet worden. Die demokratische Kultur in Deutschland und Europa müsse sich angesichts des Zustroms Zehntausender Flüchtlinge mit einer anderen kulturellen und religiösen Herkunft neu bewähren, forderte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zum Auftakt der weltgrößten Bücherschau. Ab morgen zeigen in Frankfurt am Main mehr als 7000 Aussteller aus mehr als 100 Ländern Bücher und andere Produkte. Bis zum Sonntag werden bis zu 300 000 Besucher und 10 000 Journalisten erwartet. Ehrengast in diesem Jahr ist Indonesien.

Fotografin Hilla Becher gestorben

Künstlerin starb mit 81 Jahren in Düsseldorf

Die Fotografin Hilla Becher ist am Samstag im Alter von 81 Jahren in Düsseldorf
gestorben. Das bestätigte heute ihr Verlag Schirmer/Mosel.
Gemeinsam mit ihrem 2007 verstorbenen Mann Bernd war sie mit Aufnahmen von Hochöfen, Wasser-, Förder- und Kühltürme, Silos und Fabrikhallen in Europa und den USA bekanntgeworden. Menschenleer, emotionslos, sachlich und kühl sind die Schwarz-Weiß-Serien, mit denen das Ehepaar weltberühmt wurde. "Ihr Verdienst ist kein geringerer als die Erfindung und Etablierung einer neuen Wahrnehmungsästhetik", schrieb ihr Verlag. Ihr Ehemann hatte an der Düsseldorfer Kunstakademie die Professur für Fotografie inne und war Begründer der einflussreichen Becher-Schule, aus der unter anderem Andreas Gursky und Thomas Struth hervorgingen.

Deutsche Neuaufnahmen im Weltdokumentenerbe

Schriften von Luther und Bach auf Unesco-Liste

Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) hat sich erfreut über die Aufnahme mehrerer deutscher Werke in das Weltdokumentenerbe der Unesco gezeigt. Sie zählten zu den "herausragenden Zeugnissen menschlicher Schaffenskraft und kultureller Vielfalt". Nun seien sie Teil eines globalen Netzwerks, das Dokumente sichere und weltweit zugänglich mache, erklärte Böhmer in Berlin. Am Wochenende waren mehrere Schriften von Martin Luther und das Manuskript der h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach in die Unesco-Liste aufgenommen worden. Insgesamt nahm die Weltkulturorganisation auf ihrer jüngsten Tagung in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, 47 Dokumente neu in ihr "Memory of the World"-Register auf.

"Tagesschau" will Nachrichten besser erklären

Erster Chefredakteur Gniffke verlängert Vertrag bis 2020

Die "Tagesschau" will künftig Erklärungen und Hintergrundstücken mehr Zeit einräumen. Der Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke, erklärte im "Tagesschau"-Blog, die Nachrichtensendung um 20 Uhr werde inhaltlich weiterentwickelt. Für die Zukunft erwartet der Chefredakteur, dass die sozialen Medien einen deutlich größeren Stellenwert bei der Nachrichtenvermittlung einnehmen werden. Dafür will er Videos anbieten, die in der Ansprache auf die jeweilige Plattform zugeschnitten sind. Die Redaktion werde sich trauen, unter der Marke "Tagesschau" auch mal etwas Neues auszuprobieren und sich der Kritik der Nutzer auszusetzen. Gniffke teilte außerdem mit, dass er bis 2020 Erster Chefredakteur von ARD-aktuell bleibt. Das sei ein großer Vertrauensvorschuss, eine Ehre und eine Gelegenheit, den Blick in Richtung 2020 zu richten, schrieb der 54-Jährige.

Deutsche Haushalte geben 432 Euro fürs Lesen aus

14 Prozent der jährlichen Freizeitkosten

Die privaten Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2013 durchschnittlich 432 Euro für Bücher, Zeitungen und andere Druckerzeugnisse ausgegeben. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich der 67. Frankfurter Buchmesse mitteilte, entspricht das 14 Prozent der insgesamt 3.132 Euro, die jährlich im Schnitt für Freizeit, Unterhaltung und Kultur aufgewendet werden. Für Bücher wie Romane, Sach-, Kinder- und Lehrbücher gaben die Haushalte im vorletzten Jahr 132 Euro aus. 300 Euro wendeten sie für Zeitungen und Zeitschriften sowie andere Druckerzeugnisse wie Poster und Kalender auf. Die Ergebnisse sind einer Einkommens- und Verbrauchsstichprobe deutscher Haushalte entnommen.

"Bild" sperrt Nutzer von Werbeblockern aus

"Bild.de" bekommt digitalen Türsteher

Nutzer von Werbeblockern können künftig nicht mehr kostenlos auf der Seite surfen. Sie bekommen ab sofort die Wahl, ihren Adblocker für "Bild.de" auszuschalten oder ein monatliches Abonnement abzuschließen, wie der Medienkonzern Axel Springer in Berlin mitteilte. Wer seinen Adblocker nicht ausschalte oder nicht zahle, könne ab sofort keine Inhalte mehr auf "Bild.de" nutzen. "Auch im Netz müssen sich journalistische Angebote über die beiden bekannten Erlössäulen, nämlich Werbe- und Vertriebseinnahmen, finanzieren, um weiterhin unabhängigen Journalismus zu bieten", sagte "Bild"-Verlagsgeschäftsführerin Donata Hopfen. Durch das zunehmende Adblocker-Angebot sei der Werbemarkt als Erlösquelle für Online-Journalismus gefährdet. Ein installierter Werbeblocker oder Werbefilter entfernt automatisch Werbung von Websites. Der Nutzer bekommt dann entsprechende Texte, Bilder oder Filme nicht mehr zu sehen. Die Medienbranche beklagt hohe Verluste durch die Filtersoftware. Der Springer-Konzern hält das Geschäftsmodell von Adblocker-Anbietern für rechtswidrig und geht juristisch gegen den Betreiber Eyeo vor.

Kunsthandel kritisiert weiterhin Kulturschutzgesetz

Verband sieht "schwer nachvollziehbares Misstrauen"

Der Kunsthandel bleibt bei seiner scharfen Kritik an dem von Staatsministerin Monika Grütters geplanten Gesetz zum Schutz von Kulturgütern. In einem Brief an Grütters erklärte der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler, die neuen Vorschriften offenbarten ein "schwer nachvollziehbares Misstrauen" gegenüber dem Kunsthandel. Es dränge sich der Verdacht auf, dass ein Sonderzivilrecht für Kulturgut geschaffen werde. Nach den Plänen soll künftig für die Ausfuhr von wertvolleren Kunstwerken auch im EU-Binnenmarkt eine Genehmigung notwendig sein. Bisher galt das nur für außereuropäische Länder.

«dokumentArt»-Hauptpreis für deutschen Missbrauchsfilm

Europäisches Dokumentarfilmfest ging gestern zu Ende

Der Hauptpreis des Europäischen Dokumentarfilmfestes "dokumentART" 2015 geht für einen Film zum Thema "Missbrauch" nach Thüringen. Die Filmemacherin Susann Maria Hempel erhält die Auszeichnung für ihr Werk "Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen". Das teilte der Sprecher der internationalen Jury, Christoph Faulhaber, zum Abschluss des Filmfestes in Neubrandenburg mit. Die 1983 geborene Experimentalfilmerin Hempel hatte für den Streifen 2014 auch den Deutschen Kurzfilmpreis erhalten. Im Wettbewerb um insgesamt fünf Preise traten seit Donnerstag 37 Filme aus 21 Ländern an. Die "dokumenART" präsentiert vor allem Werke junger europäischer Autoren, die aber weltweit gedreht wurden.

Johnny Depp will keinen Oscar bekommen

Hollywoodstar könnte für Gangster-Rolle nominiert werden

US-Filmschauspieler Johnny Depp hat kein Interesse an einem Oscar. "Ich will niemals so ein Ding gewinnen", sagte er der britischen BBC-Radiosendung "Newsbeat". Er wolle keine Rede halten müssen. Außerdem: "Gewinnen bedeutet, dass man mit jemandem konkurriert, und ich konkurriere mit niemandem." Zwei- oder dreimal sei er nominiert worden, und das sei genug. Es wird spekuliert, dass Depp für seine Rolle als US-Gangster James "Whitey" Bulger im Film "Black Mass" für einen Oscar nominiert werden könnte. Der Film kommt am Donnerstag in die deutschen Kinos.

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