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Kulturnachrichten

Sonntag, 4. Oktober 2015

"Meeresrauschen" gewinnt bei Kinderfilmfestival

Starke Bilder überzeugten die Jury

Der Film "Meeresrauschen" ist beim 38. Internationalen Kinderfilmfestival "Lucas" zum besten Langfilm gewählt worden. Die Jury würdigte vor allem die starken Bilder des sri-lankischen Beitrags. Er erzählt die Geschichte eines blinden Mädchens, das sich gemeinsam mit seiner Schulklasse den Traum erfüllt, ans Meer zu fahren. Der in Frankfurt verliehene Preis ist nach Angaben einer Sprecherin mit 7500 Euro dotiert. Als besten Kurzspielfilm zeichnete die Jury die niederländische Produktion "Johnny Bakru" aus. Der Preis für den besten animierten Kurzfilm ging an "Mutterliebe" aus Russland. Insgesamt präsentierte das einwöchige Festival 57 Filme aus 25 Ländern. "Lucas" ist das älteste Kinderfilmfestival in Deutschland. Es wird seit 1974 vom Deutschen Filminstitut veranstaltet und nach dessen Angaben durchschnittlich von 6000 Filmfreunden besucht.

Stefan Hell: gute Chancen für Deutsche auf Nobelpreise

Der Chemie-Preisträger des Jahres 2014 möchte aber keine Namen nennen

Der Nobelpreisträger Stefan Hell räumt deutschen Wissenschaftlern gute Chancen bei der diesjährigen Zuerkennung der hohen Auszeichnungen ein. "Ich sehe mehrere Forscher in Deutschland, die nobelpreiswürdige Leistungen erbracht haben", sagte der 52-jährige Chemie-Preisträger des Jahres 2014 der Deutschen Presse-Agentur. In Stockholm werden ab Montag die wissenschaftlichen Nobelpreise 2015 bekanntgegeben. Über seine Favoriten will Hell aber nicht öffentlich sprechen. "Ich weiß, dass es nicht immer angenehm ist, öffentlich damit in Verbindung gebracht zu werden, und ziehe es daher vor, keine Namen zu nennen", sagte Hell. Der Physiker vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie war selbst schon Jahre, bevor ihm der Nobelpreis zuerkannt wurde, immer wieder als Kandidat genannt worden. Hell hat im vergangenen Jahr den Nobelpreis zusammen mit den US-Amerikanern Eric Betzig und William Moerner für die Entwicklung superauflösender Mikroskope erhalten. Damit kann man in lebende Zellen blicken und Abläufe bei Krankheiten wie Alzheimer beobachten.

Vargas Llosa: Verbrecher bedrohen Pressefreiheit

Das Internet sei aber ein großer Fortschritt für die Meinungsfreiheit

Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa sieht die Meinungsfreiheit in Südamerika durch Verbrecherbanden und Drogenkartelle bedroht. "Die Pressefreiheit hat heute nicht nur Regierungen zum Feind", sagte der peruanische Schriftsteller bei einer Tagung in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina. Drogenkartelle etwa fürchteten die Recherche von Journalisten. "Das ist eine neue Bedrohung unserer Pressefreiheit, die es vorher nicht gab und die jetzt eine sehr, sehr ernst Gefahr wird." Das Internet wertete Vargas Llosa als großen Fortschritt für die Meinungsfreiheit, weil es viel mehr Kanäle gebe, die schwer zu kontrollieren seien. "Aber zugleich kamen Probleme mit der technologischen Revolution, weil der Überfluss Verwirrung schüren kann", sagte der 79-Jährige. Soziale Medien könnten Menschen ihrer Identität berauben. Es gebe zum Beispiel ein Twitter-Konto unter seinem Namen, das mit ihm nichts zu tun habe. "Ich werde nie eines haben. Ich habe daran kein Interesse."

Verein gräbt im Oderbruch nach Gebeinen von Kriegstoten

Aktion läuft acht Tage

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird im Oderbruch noch immer nach Gebeinen von Kriegstoten gesucht. Die derzeitige Aktion läuft acht Tage und wird vom Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa organisiert. Rund 40 Ehrenamtliche aus verschiedenen Ländern werden in Klessin (Märkisch-Oderland) graben, teilte der Verein mit. Im Frühjahr 1945 waren auf den Kampffeldern deutsche und sowjetische Gefallene zurückgeblieben. Sie sollen geborgen und identifiziert werden. Danach würden Behörden die Familien informieren. Der Verein hatte in diesem Jahr bereits rund um Klessin nach Kriegstoten gesucht. Zudem sollen in der Gemeinde Alt Tucheband, wo im Sommer ein sowjetisches Massengrab entdeckt worden war, die Grabungen beendet werden. Dort waren sterbliche Überreste von 20 sowjetischen Gefallenen geborgen werden. Noch 10 bis 20 Tote würden in dem Grab vermutet, sagte der Sprecher. Auch deren Identität solle mit Hilfe von deutschen und russischen Behörden geklärt werden.

Burghart Klaußner wollte mal Pfarrer werden

Mittlerweile ersetzt ihm die Kunst die Religion

Der Schauspieler Burghart Klaußner wollte als Kind mal Pfarrer werden, hat sich als Erwachsener aber vom Glauben abgewendet. "Meiner Meinung nach haben die Religionen zu viel Gewalt über die Welt gebracht", sagte Klaußner dem evangelischen Monatsmagazin "chrismon". "Die Kunst ersetzt mir die Religion", fügte der 66-Jährige hinzu, der derzeit im Kino-Film "Der Staat gegen Fritz Bauer" als Darsteller des Frankfurter Generalstaatsanwaltes zu sehen ist. Klaußners Berufswunsch wurde von einem evangelischen Pfarrer in seiner Konfirmandenzeit in der Nähe von München gesät. Allerdings habe er seine Religiosität immer wieder auf den Prüfstand gestellt, indem er um einen Beweis für die Existenz Gottes bat, sagte er. Als er diesen nicht bekommen habe, sei er als Student aus der Kirche ausgetreten. Die Zeiten, in denen er so etwas wie die Nähe Gottes gespürt habe, seien "zum Glück vorbei".

Medizin-Nobelpreisträger: Smartphones Schuld an Stress

Thomas Südhof rät: einfach mal abschalten

Der Medizin-Nobelpreisträger Thomas Südhof warnt vor zu viel Stress durch Smartphones und Überstunden. "Es wundert mich nicht, dass viele Menschen an Burnout erkranken, wenn man sich anschaut, wie wir heute leben", sagte der 59-jährige Hirnforscher von der Universität Stanford in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Ein Grund seien die vielen Smartphones: "Wir sind nie mehr unerreichbar, nie außer Dienst. Per Mail stehen wir quasi minütlich im Kontakt zu unserer Arbeit. Das kann auf Dauer nicht gut sein." Das führe häufig zu chronischem Stress, der den Menschen und sein Gehirn verändere. Eine erfolgreiche Therapie kenne er nicht, sagt der gebürtige Göttinger, es erscheine aber am sinnvollsten, den Lebensstil zu ändern. "Immer hängen wir an den Smartphones, haben sie überall dabei. Schauen sie, meins steckt hier in der Brusttasche, obwohl ich es doch heute auf dem Kongress hier gar nicht brauche." Er rät zu gezielten Auszeiten. Alles, was den Geist ablenke, helfe. "Das kann Sport sein, Yoga, ein gutes Buch oder Musik."

Blumen-Attacke auf Keira Knightley am Broadway

Ein Zuschauer hatte die Schauspielerin mit Blumen beworfen

Nach einer Blumen-Attacke auf die britische Schauspielerin Keira Knightley verstärkt ein Theater am New Yorker Broadway seine Sicherheitsvorkehrungen. "Wir nehmen die Sicherheit unserer Zuschauer und Schauspieler sehr ernst und werden zusätzliche Vorkehrungen treffen", sagte ein Sprecher des Theaters der "New York Times". Ein Zuschauer hatte bei Knightleys Broadway-Debüt die Schauspielerin kurz nach Beginn des Stücks zunächst angeschrien und dann Blumen nach ihr geschmissen. Knightley war aber nicht getroffen worden und setzte das Stück fort. Knightley, die vor allem mit der "Fluch der Karibik"-Reihe und Filmen wie "Anna Karenina" und "Tatsächlich ... Liebe" bekannt geworden ist, steht zum ersten Mal auf einer Bühne am Broadway. Das Stück "Thérèse Raquin" ist bis Anfang Januar angesetzt.

Refektorium im Kloster Volkenroda eingeweiht

Damit sind die Wiederaufbauarbeiten des Klosters vorerst abgeschlossen

Mit einem Festgottesdienst ist im thüringischen Volkenroda der Abschluss des Wiederaufbaus des Klosters gefeiert worden, der vor 25 Jahren begonnen hatte. Am Dorfplatz des kleinen Ortes wurde das neue Refektorium mit Speise- und Tagungsräumen eingeweiht. Der Baufortgang für Foyer und Büroräume ist abhängig vom weiteren Spendenaufkommen. Von der geplanten Gesamtsumme von 2,4 Millionen Euro fehlen nach Angaben der Trägerstiftung noch etwa 500.000 Euro. Der Neubau war notwendig geworden, nachdem die Kapazitäten zur Versorgung der Gäste erschöpft waren. Das 1131 gegründete Kloster der Zisterzienser war in der DDR dem Verfall preisgegeben und wurde nach der Wiedervereinigung als Ort der Jugendbildung sowie der Kultur und Landwirtschaft wieder aufgebaut. Das Klosterleben bestimmen die Männer und Frauen der ökumenischen Jesus-Bruderschaft. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Christus-Pavillon der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover, der im Jahr darauf in Volkenroda aufgestellt wurde.

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