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Kulturnachrichten

Montag, 24. November 2014

Akzeptiert: Kunstmuseum Bern nimmt Gurlitt-Erbe an

Bilder, die unter NS-Raubkunstverdacht stehen, werden zunächst in Deutschland bleiben.

Ihre Herkunft werde weiter durch die Taskforce untersucht. Das sei mit dem Bund und dem Freistaat Bayern vereinbart worden, so Stiftungsratspräsident Christoph Schäublin. Die Kosten für die Restitution würden von Deutschland übernommen. Eine entsprechende Vereinbarung solle noch heute mit
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und dem bayerischen Justizminister Winfried Bausback (CSU) unterzeichnet werden.

Der hochbetagt im Mai verstorbene Cornelius Gurlitt, Sohn des NS-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, hatte das Berner Museum als Alleinerben seiner an die 1500 Stücke umfassenden Sammlung eingesetzt.
Von Seiten der Familie Gurlitts bestätigten die zuständigen Behörden den Antrag auf einen Nachlassschein.
Nachfolgend Kernpunkte aus dem Papier:

- «Das Kunstmuseum Bern erkennt als Erbin von Cornelius Gurlitt die
große historische Verantwortung an, die mit dem Nachlass verbunden
ist.»

- Die vom Bund und Bayern getragene Taskforce überprüft weiter die
Werke aus Gurlitts Schwabinger Besitz, die unter NS-Raubkunstverdacht
stehen (knapp 500).

- Die Experten überprüfen zusätzlich auch die verdächtigen Werke, die
später in Gurlitts Salzburger Haus gefunden wurden (insgesamt rund
300).

- Bis zum Abschluss der Arbeiten (Ende 2015) bleiben alle
verdächtigen Werke in Deutschland und werden in Bayern verwahrt.
Kosten und Risiken übernehmen der Bund und Bayern.

- Erweist sich ein Werk während der Prüfung wirklich als Raubkunst,
gibt der Bund es auf eigene Kosten und Verantwortung an den/die Erben
der ursprünglichen Besitzer zurück.

- Welche Werke als Raubkunst zu werten sind, richtet sich nach der
(strengeren) deutschen Rechtsauffassung.

- Der Bund und Bayern bemühen sich, Rechtsstreitigkeiten und Klagen
gegen Bern im Zusammenhang mit raubkunstverdächtigen Arbeiten
möglichst zu vermeiden.

- Lässt sich die Herkunft eines Bildes nicht eindeutig klären,
entscheidet das Kunstmuseum Bern, ob es das Werk übernehmen will.
Andernfalls bleibt es in Deutschland und wird bei www.lostart.de
veröffentlicht.

- Bilder, die «sauber» sind, bei denen sich also der
Raubkunstverdacht widerlegen ließ, gehen nach Bern. Das Kunstmuseum
dort trägt ab dem Zeitpunkt die alleinige Verantwortung.

- Die Werke aus der Gurlitt-Sammlung, die bei den Nazis als
«entartet» galten (rund 480), gehen ans Kunstmuseum Bern, es sei
denn, sie stehen zugleich unter Raubkunstverdacht.

- Das Museum will Leihanfragen von deutschen Museen, denen die als
«entartet» verfemten Bilder früher gehörten, mit Vorrang behandeln
und den Wünschen wenn möglich nachkommen.

- Materialien aus Gurlitts Nachlass wie seine Geschäftsbücher gehen
an den Bund. Sie sollen im Interesse von mehr Transparenz auf
www.lostart.de veröffentlich werden.

Marion Ackermann bleibt Leiterin der Kunstsammlung NRW

Landesregierung verlängert Vertrag um weiter sieben Jahre

Die vorzeitige Verlängerung sei ein Zeichen der Anerkennung, teilte die Düsseldorfer Staatskanzlei mit.
Ackermann war 2009 berufen worden. "Sie hat der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen durch ein außergewöhnliches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm zu großer Anerkennung verholfen", lobten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Kulturministerin Ute Schäfer (beide SPD). Ackermann werde in Kunst- und Museumskreisen international als exzellente Fachfrau geschätzt, hob Schäfer hervor. Trotz verlockender Angebote anderer großer Museen habe die 48jährige der Fortsetzung ihrer Arbeit in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Priorität eingeräumt.

Juan Goytisolo erhält Cervantes-Preis

Spanier erhält wichtigste spanischsprachige Literaturauszeichnung

Dies gab Spaniens Kulturminister José Ignacio Wert in Madrid bekannt. Der Cervantes-Preis ist mit 125 000 Euro dotiert und wird abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoten zuerkannt.
Juan Goytisolo wuchs in Spanien auf, lebte in Frankreich im Exil und ließ sich in Marokko nieder. Er repräsentiere eine der Spitzen der spanischen Literatur, vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, sagte der Jury-Präsident José Manuel Caballero Bonald, der die Auszeichnung 2012 erhalten hatte.
Der 83-jährige Goytisolo war in den vergangenen Jahren als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt worden. Er gilt als ein kritischer Intellektueller und Mittler zwischen der westlichen und der arabischen Welt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Trauer im Paradies" sowie die Trilogie "Identitätszeichen", "Rückforderung des Grafen Don Julian" und "Juan ohne Land", eine Abrechnung mit den rückständigen Traditionen der Gesellschaft unter der Franco-Diktatur zwischen 1939 und 1975.

Archiv von Gabriel Garcia Marquez: geht nach Texas

Das meldet die "New York Times" unter Berufung auf das Harry Ransom Center.

Der Meldung zufolge geht der Nachlass des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers, der im April im Alter von 87 Jahren gestorben ist, an die Universität von Texas.
Das Archiv enthalte Manuskripte, Notizbücher, Fotoalben, Korrespondenzen und persönliche Gegenstände wie seine Schreibmaschinen und Computer.
Nach Aussage von Ransom-Center-Chef Steve Enniss habe die Familie bestimmt, dass das literarische Erbe in die Vereinigten Staaten von Amerika ginge, obwohl Garcia Marquez wegen seiner Kritik an den USA dort für Jahrzehnte nicht einreisen durfte.

Höchste Auszeichnung der Bundesrepublik: für Thomanerkantor Georg Biller

Der 59jährige erhält das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.

Georg Biller setze sich seit über 20 Jahren in herausragender Weise für die Pflege des musikalischen Erbes von Johann Sebastian Bach ein, zitiert die Sächsische
Staatskanzlei aus der Begründung. Auf besondere Weise vermochte er, den Thomanerchor nach 1990 zu seinen Wurzeln zurückzuführen und national wie international neu zu profilieren.
Der Pfarrerssohn wurde in Nebra geboren und war selbst Thomaner bevor er in Leipzig unter anderem bei Kurt Masur studierte. Biller ist der sechzehnte Nachfolger von Johann Sebastian Bach in diesem Amt.
Die Auszeichnung wird Biller am Mittwoch überreicht.

"Läuft bei dir": Jugendwort 2014

Das teilte der Langenscheidt-Verlag mit, der den Preis seit 2008 vergibt.

„Läuft bei Dir“ erneuert "cool" und "krass", drückt also Anerkennung aus. Die Redewendung sei unter Jugendlichen weit verbreitet und werde ohne regionale oder soziale Begrenzungen verwendet, heißt es. Der Ausdruck beschreibe "einfach perfekt eine für Jugendliche typische Situation".
Den zweiten und dritten Platz ergatterten die Redewendung „Gönn dir!“ (gleichbedeutend mit „Viel Spaß dabei!“) und"Hayvan", das türkische Wort für Tier, das im Sinne von „Freund“ aber auch „Muskelpaket“ verwendet wird. Das "Selfie" schaffte es auf Platz vier. Leicht erkennbar auch für die nicht mehr ganz so Jungen, sind die Wortschöpfungen „Senfautomat" für einen Besserwisser und „tebartzen“ für "sich etwas Teures leisten".

Das Jungwort wird per Internet-Voting und Jury-Abstimmung ermittelt. Im vergangenen Jahr wurde "Babo" ausgewählt. 2012 "Yolo".

1787 bis 1950: Bibliotheken erhalten Archiv des Musikverlags Schott

Das teilte die Bayerische Staatsbibliothek mit.

Aber nicht nur in München, sondern auch in Berlin und anderen Forschungseinrichtungen in Deutschland werde man sich um fast 200 Jahre Musikgeschichte aus dem Schott-Verlag kümmern. Die Bestände sollen baldmöglichst digitalisiert werden. Die Aufteilung des für die Wissenschaft "unschätzbar wertvollen Archivs" auf mehrere Orte gewährleiste im jeweiligen Sammlungskontext die bestmögliche Nutzbarkeit.Federführend seien Bayern und die Kulturstiftung der Länder. Der Bestand wurde durch ein Konsortium ermöglicht.

Der 1770 gegründete Musikverlag ist einer der ältesten heute noch bestehenden Musikverlage der Welt. Das Archiv stelle ein einmaliges nationales Kulturgut dar, heißt es. In ähnlicher Größe und Geschlossenheit sei kein anderes Musikverlagsarchiv bekannt. Es umfasse die Geschäftsakten wie Druck- und Stichbücher, Kopierbücher, Kontojournale von 1787 bis 1945. Außerdem Musikautographen und Briefe von Ludwig van Beethoven, Frederic Chopin, Werner Egk, Paul Hindemith, Engelbert Humperdinck, Franz Liszt, Jacques Offenbach, Carl Orff, Hans Pfitzner, Maurice Ravel, Max Reger und Richard Wagner. Hinzu komme das gesamte historische Herstellungs-, Musikhandschriften- und Erstausgabenarchiv von 1810 bis etwa 1950.

Vater Unser auf Niedersorbisch: Gotha zeigt seinen kleinen Schatz

Die Forschungsbibliothek hat das außergewöhnliche Fragment von Martin Luthers kleinem Katechismus vorgestellt.

Nach Angaben des Hauses ist es eines der ältesten bekannten Dokumente
niedersorbischer Sprachkultur aus dem 16. Jahrhundert. Das inzwischen restaurierte Fragment stammt aus dem Nachlass des Wittenberger Reformators Paul Eber
(1511-1569).
Zum kleinen Katechismus des Reformators Luther gehören neben den Zehn Geboten das
Glaubensbekenntnis, das Vater Unser, das Sakrament der heiligen Taufe sowie das Sakrament des Altars oder das Heilige Abendmahl.

American Music Awards 2014: in Los Angeles vergeben

Die englisch-irische Boyband One Direction hat den begehrten Preis in der Königskategorie gewonnen.

Die fünf Musiker ("What Makes You Beautiful") wurden als "Künstler des Jahres" ausgezeichnet. Zudem gab es für "1D" Trophäen als beste Pop/Rock-Gruppe und für das beste Album ("Midnight Memories").
Katy Perry - die im Februar in der Halbzeitpause des Super Bowls auftreten darf - heimste von ihren Fans drei Preise ein: Als "bester zeitgenössischer Künstler des Jahres", als beste Pop/Rock-Künstlerin und für "Dark Horse" als den "besten Song".

In der Kategorie "Beste Nachwuchskünstler" erhielt die australische Gruppe "5 Seconds of Summer" ("She Looks So Perfect") die Auszeichnung. Die mit sechs Nominierungen als große Gewinnerin gehandelte Australierin Iggy Azalea musste sich mit zwei Preisen ("Beste Hip-Hop-Künstlerin" und bestes "Hip-Hop-Album") begnügen.

Zweimal Grün in Grenoble: Gegen Werbebanner

Statt großen bunten Plakaten wird Platz für Bäume geschaffen.

Das kündigte der neue grüne Bürgermeister der Stadt, Eric Piolle, an. Bereits im Januar kommenden Jahres solle der öffentliche Raum "von Werbung befreit" werden. Bis April sollen deshalb 326 Reklametafeln und Schilder abgebaut werden. Ihrer ihrer Stelle würden noch vor Beginn des Frühling 50 junge Bäume gepflanzt werden. Außerdem sollen kulturelle und soziale Gruppen den freigewordenen Platz kostenlos für ihre eigenen Zwecke nutzen dürfen.
"Neue Werbung" werde deutlich kleiner sein und sich nicht nur an Autofahrer, sondern vor allem an Fußgänger richten. Die Stadt nahm nach eigenen Angaben aus Auslaufen von Verträgen mit Werbefirmen zum Anlass, sich für dieses Konzept zu entscheiden.

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