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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. Oktober 2014

Helmut Schmidt würdigt seinen Freund Siegfried Lenz

Altkanzler hielt Trauerrede für verstorbenen Schriftsteller

Schmidt sagte: «Er hat sich selbst einen Schriftsteller genannt, aber hinter dem Schriftsteller blieb ein Philosoph einigermaßen verborgen, und in dem Philosophen steckte ein stringenter Moralist.» Siegfried Lenz sei leise mit seiner Moral geblieben und habe sie dem Leser nicht aufgedrängt, sagte Schmidt, der mit dem Schriftsteller jahrzehntelang befreundet war. "Und noch heute gilt: Man kann sie annehmen, man muss es aber gar nicht. Für Loki und für mich war Siegfried Lenz der Ombudsmann des menschlichen Anstandes."
Nach der Trauerfeier wurde Lenz im engsten Familienkreis beigesetzt. Der gebürtige Ostpreuße war am 7. Oktober im Alter von 88 Jahren in seiner Nachkriegsheimat Hamburg gestorben.

Bundesverfassungsgericht stärkt Auskunftsanspruch der Presse

Verfassungsbeschwerde von Zeitungsredakteur aber zurückgewiesen

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im November 2013 den Antrag des Journalisten auf einstweiligen Rechtsschutz abgelehnt. Der Tagesspiegel wollte vom Bundesnachrichtendienst Auskünfte über Waffenexporte nach Syrien bis zum Jahr 2011. Das Bundesverfassungsgericht billigte im konkreten Fall zwar die Verwehrung des Eilrechtsschutzes. Verfassungsrechtlich bedenklich sei es aber, wenn das Gericht davon ausgehe, dass die Presse eine gewisse Aktualitätseinbuße regelmäßig hinnehmen müsse und eine Ausnahme allenfalls dann vorliege, wenn Vorgänge einer sofortigen journalistischen Aufklärung bedürften. Die Presse könne bei Behörden einen Auskunftsanspruch durchsetzen, wenn die geplante Berichterstattung einen starken Gegenwartsbezug habe und auf ein "gesteigertes öffentliches Interesse" treffe. Verwaltungsgerichte müssten den Medien dann Eilrechtsschutz gewähren und dürften keine überhöhten Anforderungen stellen, entschied das Bundesverfassungsgericht.

Filmkünstler fordern von Merkel Erhalt der Filmförderung

Offener Brief an die Kanzlerin

Mehr als 60 namhafte Filmkünstler haben von Bundeskanzlerin Angela Merkel den Erhalt des Deutschen Filmförderfonds verlangt. Das Förderprogramm habe Deutschland zu einem «handwerklich, technologisch und künstlerisch geachteten Player auf der Karte des Weltkinos» gemacht, heißt es in dem heute veröffentlichten Schreiben. Zu den Unterzeichnern gehören etwa Michael Haneke, Caroline Link, Christoph Waltz, Til Schweiger, Matthias Schweighöfer, Roland Emmerich, Wim Wenders, Tom Tykwer, Veronica Ferres und Iris Berben. Über den Förderfonds wird bei den anstehenden Haushaltsberatungen für 2015 entschieden.

Kunsthändler Achenbach angeklagt

Staatsanwaltschaft wirft Achenbach Betrug und Untreue vor

Ihm werde auch Urkundenfälschung vorgeworfen, teilte die Ermittlungsbehörde in Essen mit. Bei Kommissionsgeschäften mit einem Essener Kaufmann soll Achenbach insgesamt 23 Mal weitaus höhere Einkaufspreise für Kunst und Oldtimer abgerechnet haben als verauslagt. Dazu habe er auch manipulierte Rechnungen vorgelegt. Ähnlich seien zwei weitere Anleger betrogen worden. Insgesamt gehe die Anklage von einem Gesamtschaden in Höhe von 23 Millionen Euro aus.
Angeklagt wurde auch ein Kunsthistoriker, der an den letzten fünf betrügerischen Geschäften beteiligt gewesen sein soll. Achenbach sitzt nach einer Strafanzeige seit Juni in Untersuchungshaft.

Niedergermanischer Limes soll Welterbe werden

Nordrhein-Westfalen strebt sechsten UNESCO-Titel an

Dafür solle mit Rheinland-Pfalz und den drei niederländischen Provinzen Gelderland, Utrecht und Südholland eine Kooperation vereinbart werden, teilte das NRW-Bauministerium in Düsseldorf mit.
Der Niedergermanische Limes als Grenzabschnitt des Römischen Imperiums ist Teil der internationalen Unesco-Welterbestätte "Grenzen des Römischen Imperiums". Diese umfasst bereits den Hadrians- und Antoninuswall in Großbritannien und den Obergermanisch-Raetischen Limes in Deutschland. Die Nordgrenze des römischen Reiches war eine natürliche Flussgrenze mit Forts, Siedlungen, Häfen und Straßen entlang des Rheins.

Ausstellung über Polens jüdische Geschichte eröffnet

Museum steht auf Gelände des ehemaligen Warschauer Ghettos

Bei der Eröffnung der Dauerausstellung sagte Polens Präsident Komorowski: "Ich bin zuversichtlich, dass das Museum eine neue, tiefe Beziehung zwischen Polen und Juden schaffen wird". Auch für das Verhältnis zwischen Polen und Israel sei das Haus eine "lohnende Investition". Israels Präsident Reuven Rivlin verwies bei dem Festakt auf die "reiche und äußert schmerzvolle Geschichte" der Juden in Polen. Juden erfülle allein schon das Wort "Polen" mit Sehnsucht.
Seit Eröffnung des Museumsgebäudes im April 2013 kamen bereits rund 400.000 Besucher. Das von den finnischen Architekten Rainer Mahlamäki und Ilmar Lahdelma entworfene Haus gilt schon jetzt als Ikone moderner Architektur.

Willy-Brandt-Preis 2014 verliehen

Edvard-Munch-Haus und Jan Garbarek geehrt

Das Künstlerhaus in Warnemünde und der norwegische Saxophonist wurden heute in Oslo für ihre Verdienste um das Verhältnis zwischen Norwegen und Deutschland ausgezeichnet.
Garbarek zähle zu den wichtigsten Jazzmusikern in Europa, begründete die norwegisch-deutsche Preis-Stiftung ihre Wahl. Der 67jährige begeistere besonders in Deutschland das Publikum. Das Munch-Haus setze sich für den Austausch von Künstlern aus beiden Ländern ein und helfe, ein Stück norwegisches Kulturgut zu bewahren.
Der Willy-Brandt-Preis besteht aus einer Büste des SPD-Politikers und einer Ehrenurkunde. Er wird seit 2000 an Personen oder Institutionen verliehen.

Signiertes Rolling-Stones-Buch kostet 4000 Euro

Handsignierte Auflage wird im Dezember veröffentlicht

Die vier "Stones" Mick Jagger, Keith Richards, Ron Wood und Charlie Watts hätten jedes der 1150 Exemplare mit dem Bandnamen signiert, teilte der Verlag Taschen mit. Neben der 5000 Dollar teuren Ausgabe werde es noch eine unsignierte für 150 Dollar geben. Das Buch enthält Hunderte berühmte und weniger bekannte Fotos. Sänger und Frontmann Jagger teilte in einer Erklärung mit, das Buch fange "viele magische Momente" ein. Für seinen Kollegen Richards ist es eine "Achterbahnfahrt" durch die 50-jährige Geschichte der Band.

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