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Kulturnachrichten

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Umstrittene Warhol-Versteigerung: wird nicht gestoppt

Das haben Vertreter des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums und der landeseigenen NRW.Bank im Kulturausschuss des Landtages deutlich gemacht.

Westspiel, die Tochter der Förderbank werde von dem zu erwartenden Erlös von rund 100 Millionen Euro für den Verkauf zweier Bilder von Andy Warhol jedoch maximal 80 Millionen Euro erhalten. Sollte die Versteigerung mehr Geld erbringen, würde dieses nach Abzug einiger Mittel im Landeshaushalt verbleiben, so das Finanzministerium.

Angesichts der Pläne, mit dem Teilerlös die Spielbank Aachen zu sanieren bzw. einen Neubau in Köln zu eröffnen, forderte der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, im Deutschlandradio Kultur, die Museumssammlungen unter nationalen Kulturschutz zu stellen.

Die Politik habe schon vor Jahren begonnen, den Landesbesitz - und damit auch Museumssammlungen - "systematisch mit Werten in die Landeshaushalte einzustellen", so Köhne. Das sei "sehr legitim", denn die Wert müssten "benannt, erhalten und gepflegt" werden. Wenn man aber jetzt erlebe, dass man "eben mal zwei Werte aus der Bilanz herausnehmen" könne, um an anderer Stelle Löcher zu stopfen, erläuterte Köhne, dann bringe dieser "Tabubruch" auch Museumssammlungen in Gefahr".

Die Direktoren von 27 Kunstmuseen in Nordrhein-Westfalen haben sich unterdessen mit einem zweiten Brief an die Landesregierung gewandt, in dem die Stellungnahme von Ministerpräsidentin Kraft mit eben dieser Forderung beantwortet wird.

Eckart Köhne wies im Deutschlandradio Kultur darauf hin, dass es auch jetzt noch möglich sei, die Versteigerung der beiden Warhol-Bilder am 12. November zu stoppen: Es koste "vielleicht ein bisschen Geld", aber solange "der Verkauf juristisch nicht besiegelt" sei, könne der Verkauf rückgängig gemacht werden".

Gysi in Bayreuth: Anwalt von Nike Wagner beim Stiftungsrat

Haupttagesordnungspunkt war zwar die Finanzierung des Richard-Wagner-Museums, das zu den Festspielen 2015 wiedereröffnet werden soll. Doch es ging offensichtlich auch um Familiäres.

Denn Nike Wagner, die Urenkelin von Richard Wagner, hat zusammen mit ihren Geschwistern Daphne und Wolf-Siegfried den Linkenpolitiker Gregor Gysi als Anwalt auserkoren, um sich für die Wieland-Wagner-Linie um mehr Mitbestimmung bei der Leitung der Festspiele einzusetzen. Konkret geht es um den Pachtvertrag des Festspielhauses, das der Richard-Wagner-Stiftung gehört, in der Bund und Freistaat Bayern die
Mehrheit haben. Die Stiftung hat das Haus im Frühjahr bis zum Jahr 2040 an die Festspiele GmbH vermietet. Weil dadurch Bund und Freistaat Bayern beinahe allein über die Festspielleitung entscheiden könnten, hatten die Erben Wieland Wagners eine Klage erwogen.
Gysi erklärte gegenüber der Deutschen Presseagentur: "Ich glaube, ich konnte deutlich
machen, dass ich an einer außergerichtlichen Klärung interessiert bin, aber den Gerichtsweg auch nicht scheue, wenn sie nicht zustande kommt."

Internationale Spitze: In Berlin entsteht neues Zentrum für Kulturerbe- und Museumsforschung

Zu dem Projekt haben sich die Berliner Humboldt-Universität, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Museum für Naturkunde zusammengetan.

"Das neue Zentrum soll die Pläne des Humboldtforums begleiten und erforschen, wie die Ethnologischen Sammlungen dort dargestellt werden", erläuterte Stefan Beck, Ethnologie-Professor an der Humboldt-Uni, auf Anfrage von Deutschlandradio Kultur.

Geleitet werden soll das Zentrum ab Oktober 2015 von der britischen Museumswissenschaftlerin Sharon Macdonald. Sie habe in den vergangenen Jahren den Umgang mit schwierigem kulturellem Erbe auf europäischer Ebene maßgeblich geprägt, so Beck. Sie hat über das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg geforscht und zuletzt verstärkt untersucht, wie der Islam in europäischen Gesellschaften dargestellt wird.

Sharon Macdonald soll darüber hinaus im kommenden Jahr mit der Alexander-von-Humboldt-Professur ausgezeichnet werden, dem mit 5 Millionen Euro höchstdotierten deutschen Forschungspreis.

Erneuerer der spanischen Prosa: Baskischer Schriftsteller Ramiro Pinilla gestorben

Wie der Verlag Tusquets Editores mitteilte, starb der Autor in seiner Heimatstadt Bilbao im Alter von 91 Jahren.

Als junger Mann hatte Pinilla zunächst als Schiffsmaschinist und später bei den Gaswerken in Bilbao gearbeitet. In seiner Freizeit widmete er sich der Literatur. 1960 gewann er mit einem seiner ersten Werke, dem später auch ins Deutsche übersetzten Roman «Die blinden Ameisen», den angesehenen Nadal-Preis. 1971 erreichte er den zweiten Platz im Wettbewerb um den Planeta-Literaturpreis.

Für drei Jahrzehnte hatte sich Ramiro Pinilla vom offiziellen Literaturbetrieb verabschiedet und gab seine Werke nur noch in kleinen lokalen Verlagen heraus. 2004 feierte er jedoch mit der mehrfach ausgezeichneten Trilogie «Verdes valles, colinas rojas» (Grüne Täler, rote Hügel) ein Comeback. Seine anschließend veröffentlichten Romane «Der Feigenbaum» und «Nur ein Toter mehr» erschienen auch auf Deutsch.

In dem vor zwei Jahren erschienenen Roman «Aquella edad inolvidable» (Jenes unvergessliche Alter) befasst er sich mit der Begeisterung in seiner Heimatstadt für den Fußballclub Athletic Bilbao. «Athletic ist wie eine Aspirin-Tablette, die gegen alles Mögliche hilft», sagte er.

Verlage geben nicht auf: Ansprüche gegen Google weiter zu klären

Das erklärte ein Sprecher der VG Media der Deutschen Nachrichtenagentur.

Damit dürften die Verlage auf die Bitte von Google an das Bundeskartellamt reagieren. Nachdem die Behörde eine Beschwerde der VG Media gegen das Leistungsschutzrecht im August zurückgewiesen hatte, weil sie die Argumentation der Verlage weder als schlüssig noch substantiiert wertete, hatte der Suchmaschinen-Konzern das Bundeskartellamt gebeten, diese Entscheidung auch formal zu treffen.

Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr ein „Leistungsschutzrecht für Presseverleger" beschlossen, nachdem Verlage moniert hatten, dass Google mit ihren Inhalten Werbegeld verdient. Das "Leistungsschutzrecht" sieht vor, dass Suchmaschinen Geld an die Verlage bezahlen müssen, wenn sie längere Auszüge aus Online-Artikeln veröffentlichen. Kurze Auszüge aus „einzelnen Wörtern und kleinsten Textausschnitten" blieben dagegen kostenfrei. Weil für die VG Media, die Verwertungsgesellschaft einiger Verlage, unklar sei, was diese Beschreibung im Detail besagt, hatte sie gegen Google geklagt.

Etat gestrichen: Pariser "Collège international de philosophie" fürchtet Schließung

Es wird gern als "Kind des Philosophen Jacques Derrida" bezeichnet, das 1963 gegründete „Collège international de philosophie".

10 Jahre nach Derridas Tod verliert die Institution nun ihre ohnehin spärliche staatliche Unterstützung. Der Präsident des Collège, der Philosoph Diogo Sardinha, fürchtet, die Institution im November schließen zu müssen, weil das Ministerium für Höhere Bildung und Forschung die jährliche Unterstützung von 240.000 Euro ohne Begründung gestrichen hat. Im Deutschlandradio Kultur forderte er die Weiterführung der Finanzierung und sagte: "Das Collège hatte Beziehungen in alle Welt und von Anfang an Unterstützung von Philosophen aus Deutschland - etwa Albrecht Wellmer oder Ernst Tugendhat. Unsere Beziehungen zu Deutschland sind sehr stark."

Das Collège hatte sich in den vergangenen 30 Jahren das Motto „Philosophie für alle" auf die Fahnen geschrieben hat. Unterstützt wird die Forderung der Beibehaltung der Finanzierung von einer Online-Petition, die bis Donnerstag Mittag über 11.000 Unterstützer gefunden hat.

Nicholas Serota: Keiner ist im Kunstbetrieb wichtiger

Das Magazin "ArtReview" kürte den Leiter der Tate Britain zur einflussreichsten
Person im internationalen Kunstbetrieb.

Das britische Kunstmuseum sei ein Beispiel für eine international vernetzte und global agierende Kunstinstitution, erklärte Chefredakteur Mark Rappolt. Auf Platz 2 der Liste der "Power 100", die seit 12 Jahren von einer internationalen Jury erstellt wird, steht der
in Köln geborene Kunsthändler David Zwirner in New York. Auf Platz 3 steht der Schweizer Galerist Iwan Wirth. Es folgen Larry Gagosian, Jeff Koons, Marina Abramovic und Cindy Sherman.

Rabatte für E-Books: Autorin vermutet Niederlage von Amazon

Angesichts der "großen Geheimhaltung" über die Konditionen beim Verkauf von E-Books, glaubt Autorin Nina George, dass sich Amazon bei der Verlagsgruppe Bonnier mit seinen Forderungen nach 40 Prozent Rabatt nicht durchgesetzt habe.

Im Deutschlandradio Kultur sagte George: "Ich schätze, dass mehr als 30 Prozent auch nicht statthaft wären."
Am Mittwoch hatten Amazon und die schwedische Verlagsgruppe (zu der in Deutschland unter anderem der Berlin Verlag, Carlsen, Econ, List, Piper und Ullstein gehören) mitgeteilt, ihren Streit über neue Rabatte beigelegt zu haben. Details wurden nicht genannt.
Nina George führt die Einigung auch auf den von ihr mit-initiierten Protestbrief zurück. An die 2000 Autoren in Deutschland haben bislang gegen das Geschäftsgebaren des Online-Konzerns Widerspruch erhoben. Trotzdem warnte George, Amazon werde "sich sicherlich nicht damit zufrieden geben, bei Bonnier nicht weitergekommen zu sein, sondern sich den nächsten Verlag vornehmen."

Star der Glam-Rock-Szene: Britischer Rockmusiker Alvin Stardust ist tot

Der Musiker starb am Donnerstag im Alter von 72 Jahren nach kurzer Krankheit an Krebs, wie sein Management mitteilte.

Alvin Stardust hatte seine Karriere im Musikgeschäft in den 1960er Jahren als Sänger der Band «Shane Fenton & The Fentones» begonnen. Ein Star wurde er jedoch in der Glam-Rock-Szene der 1970er mit Hits wie «My Coo Ca Choo» (1973) und «Jealous Mind» (1974). Im Herbst sollte mit «Alvin» sein erstes Studio-Album seit 30 Jahren erscheinen. Der Musiker, der mit richtigem Namen Bernard Jewry hieß, starb im Kreise seiner Familie.

Rettung aus der Insolvenz: Zukunft der Münchner "Abendzeitung" gesichert

Der neue Verleger Martin Balle, der auch das «Straubinger Tagblatt» herausgibt, verkündete bei den Münchener Medientagen, dass es die Münchner "Abendzeitung" langfristig weitergeben werde.

Dem Blatt gehe es noch besser, als er erhofft hatte, sagte Balle. «Wir haben vom ersten Tag an glücklicherweise gute, schwarze Zahlen geschrieben. Ich weiß, dass ich an Weihnachten alle Mitarbeiter in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernehmen kann».

Das Boulevardblatt hatte am 5. März Insolvenzantrag gestellt. Zusammen mit dem Münchner Rechtsanwalt Dietrich von Boetticher übernahm Balle die «AZ» am 1. Juli. Die 40 Mitarbeiter sind bisher befristet beschäftigt. Die verkaufte Auflage liegt bei 48 000 Exemplaren.

Pariser Kunstmesse FIAC eröffnet: Teilnehmerrekord beim Branchentreffen der Galeristen

Mit mehr als 250 Galerien ist die 41. Ausgabe der Messe für Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert im Grand Palais so groß wie noch nie.

An dem jährlichen Treffen nehmen wieder alle bedeutenden internationalen Galerien teil. Das Gros der Aussteller kommt aus den USA, Frankreich und Deutschland. Die Foire internationale d'art contemporaine (FIAC) dauert bis zum 26. Oktober.

Mit der (OFF)ICIELLE wurde in Paris auch die erste Nebenmesse der FIAC eröffnet. Sie ist für junge Galeristen bestimmt und findet in der seit 2012 existierenden Cité für Mode und Design in den Docks an der Seine statt.

Biennale di Venezia 2015: Kurator Okwui Enwezor stellt sein Gedankengebäude vor

"All the World's Future": Um die Zukunft der gesamten Welt soll es bei der 56. Kunst-Biennale 2015 in Venedig gehen.

So hat Kurator Okwui Enwezor, Chef es Münchener "Haus der Kunst", sein Konzept für Venedig erstmals öffentlich umrissen. Künstlernamen verriet er nicht, wohl aber zwei Denkfiguren: Walter Benjamins Betrachtung der Zeichnung „Angelus Novus" von Paul Klee sowie "Das Kapital" von Karl Marx.

„Meine Vorschläge für diese Biennale leiten sich von meiner intellektuellen Biographie ab", sagte Enwezor bei der Pressekonferenz in Venedig. Sie sei wie eine "Petrischale, in der es zu allen möglichen Kollisionen kommt, europäisch, westlich, nicht-westlich und afrikanisch", so der Nigerianer. "Ich bin mit der Komplexität und den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts aufgewachsen und bearbeite sie im 21. Jahrhundert."

Die 56. Biennale di Venezia beginnt am 9. Mai 2015.

Pro-Olympia-Initiative: Hamburger Kulturschaffende unterstützen die Olympia-Bewerbung für 2024

Die Initiative von Künstlern zeigt sich begeistert von der Möglichkeit, die Olympischen Spiele nicht nur als sportliches Großereignis, sondern auch als kulturelle Chance und Herausforderung zu sehen.

«Beim Zeus - das olympische Feuer muss nach Hamburg! Und sexy sind wir hier sowieso», sagte Thalia-Theater-Intendant Joachim Lux am Donnerstag in Hamburg. Initiiert hat die Aktion Schmidt-Theaterchef Corny Littmann. Zu den Erstunterzeichnern gehören Prominente wie Udo Lindenberg, Ina Müller, Volker Lechtenbrink und John Neumeier.

Erster Apple-Computer von 1976: fast 1 Million Dollar wert

905.000 Dollar sind bei einer Versteigerung für einen der ersten Apple von Steve Wozniak bezahlt worden.

Erworben hat den 38 Jahre alten Computer das Henry Ford Museum. Das Gerät ist nach wie vor funktionstüchtig. In den Handel war damals zum Preis von 666,66 Dollar nur die Hauptplatine gekommen. Um Bildschirm, Tastatur oder Gehäuse mussten sich die Nutzer selber kümmern.
Von rund 200 gebauten Geräten existieren heute laut Experten noch etwa 50. Der bisherige Rekord von 516.461 Euro für einen «Apple-1» war im Mai 2013 beim Kölner Auktionshaus Breker erzielt worden.

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