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Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Biennale di Venezia 2015: Kurator Okwui Enwezor stellt sein Gedankengebäude vor

"All the World's Future" - Um nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft der gesamten Welt soll es bei der 56. Kunst-Biennale 2015 in Venedig gehen.

Heute hat der Nigerianer Okwui Enwezor, der derzeit das Münchener "Haus der Kunst" leitet, sein Konzept für Venedig erstmals öffentlich umrissen. Künstlernamen hat er noch nicht verraten. Aber seine zwei Denkfiguren: Walter Benjamins Betrachtung der Zeichnung „Angelus Novus" von Paul Klee sowie Karl Marx‘ "Kapital". Man kann also davon ausgehen, dass Enwezor eine globalisierungskritische Biennale konzipiert, die die Auseinandersetzung mit der Welt-Geschichte sucht.

„Meine Vorschläge für diese Biennale leiten sich ab von meiner intellektuellen Biographie" - so Enwezor heute bei einer Pressekonferenz in Venedig. Eine Biographie, die alles enthalte, Afrika, den Westen und so weiter. "Sehen Sie es als eine Art Petrischale, in der es zu allen möglichen Kollisionen kommt, europäisch, westlich, nicht-westlich und afrikanisch. Ich bin einfach mit der Komplexität und den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts aufgewachsen und bearbeite sie im 21. Jahrhundert."

Okwui Enwezor über die 56. Biennale die Venezia, die vom 9. Mai bis 22. November 2015 stattfindet.

"heute-show": Online-Petition unterstützt ZDF-Redaktion im Streit mit dem Bundestag

Die Verfasser der Petition fordern den Bundestag im Netz dazu auf, die Redaktion der Satiresendung "heute-show" im Reichstagsgebäude filmen zu lassen. In der Begründung heißt es, ein «Verbot ist schädlich für die Pressefreiheit in Deutschland und bestätigt all jene, die die Meinungsfreiheit und die Demokratie im Niedergang sehen.»

Das Parlament hatte einem Drehteam der Sendung die Zulassung verweigert. Laut Antrag hatte das Team einen «Protagonisten» auf der Pressetribüne aufnehmen wollen. Der Bundestag sah das Parlamentsgebäude daraufhin als Dreh-«Location» missbraucht und verweigerte die Akkreditierung mit Verweis auf die Hausregeln.

Am Freitagabend hatte die «heute-show» den Schritt des Parlaments vor laufender Kamera beklagt. Das Team will jedoch weiter versuchen, Drehgenehmigungen zu erhalten. Bilder aus Plenardebatten stehen der «heute-show» nach wie vor zur Verfügung.

Ziel der Online-Petition sind 120 000 Unterstützer. Bis zum Mittwochmittag waren rund 3800 zusammengekommen.

Wikipedia zum Anfassen: Internet-Lexikon bekommt Denkmal

Die Skulptur des armenischen Bildhauers Mihran Hakobyan wird am Abend in der polnischen Stadt Slubice enthüllt.

Das Denkmal aus Laminat zeigt starke Männer, die eine Weltkugel aus Puzzleteilen in die Höhe stemmen. Die kleinste polnische Universitätsstadt wolle mit dem Kunstwerk daran erinnern, dass die Polen mit zu den aktivsten Verfassern des Internetlexikons gehören, hieß es in einer Mitteilung der Stadt.

Watergate-Enthüller: Ben Bradlee gestorben

Nach Angaben der "Washington Post" starb ihr früherer Chefredakteur im Alter von 93 Jahren.

Ben Bradlee hatte die Zeitung von 1965 an 26 Jahre lang geleitet. Zusammen mit den Reportern Woodward und Bernstein deckte er den Watergate-Skandal auf, der 1974 zum Sturz des ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon führte.

US-Präsident Barack Obama hatte Bradlee vor gut einem Jahr mit der Freiheitsmedaille ausgezeichnet, der höchsten zivilen Auszeichnung der Vereinigten Staaten. Bradlee habe die "Washington Post" zu einer der besten Zeitungen der Welt entwickelt, sagte Obama damals.
Im August 2013 war das Traditionsblatt an Amazon-Gründer Jeff Bezos verkauft worden.

Wiedereröffnung des Potsdamer Filmmuseums: Neue Chefin Ursula von Keitz will Praxis und Forschung enger verzahnen

Nach rund anderthalb Jahren Sanierung wird das Potsdamer Filmmuseum am kommenden Sonnabend (25. Oktober) wiedereröffnet.

Die Filmwissenschaftlerin Ursula von Keitz sieht in der Tradition des Produktionsstandortes Babelsberg großes Potential. Die Schwerpunkte der Museumsarbeit werden deshalb in der Epoche des Stummfilms und des klassischen Tonfilms liegen. Lehre, Forschung und museale Präsentationsformen sollen künftig enger miteinander verwoben werden.

Die gebürtige Regensburgerin lehrt seit dem Wintersemester 2014/15 als Professorin an der Filmuniversität Babelsberg, zu der auch das Museum gehört.

Das bereits 1981 zu DDR-Zeiten gegründete Haus war im März 2013 wegen Umbau- und Sanierungsarbeiten geschlossen worden. Das Kino des Filmmuseums wurde nun mit neuester 3D-Technik ausgestattet. Außerdem wurde der Brandschutz des Museums verbessert. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die als Eigentümerin für die Instandhaltung des Gebäudes zuständig ist, investierte dafür rund 2,5 Millionen Euro.

Ein Gespräch mit der neuen Filmmuseumsdirektorin Ursula von Keitz hören Sie heute Abend in unserem Kulturmagazin "Fazit" ab 23.05 Uhr.

Streit zwischen Amazon und Bonnier beigelegt: Aber wie?

Die Verlagsgruppe Bonnier und der Online-Händler Amazon haben den Streit um die Handelskonditionen in Deutschland im Einvernehmen beigelegt. Das teilte Bonnier mit.

Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben. Es wurde lediglich darauf verwiesen, dass eine Vereinbarung den Verkauf von Büchern und E-Books seiner deutschen Verlage langfristig regele.
Monatelang war um die Rabatte gestritten worden, die Amazon als Verkäufer der Bücher bekommt. Demnach wollte der Online-Händler den Abschlag von 50 Prozent auf den Einzelhandelspreis, den er bei gedruckten Büchern erhält, auch auf E-Books übertragen. Dagegen wehrte sich die Verlagsbranche mit der Begründung, dass die Gewinnspanne bei digitalen Büchern bereits deutlich geringer sei. Ein Kompromissvorschlag von Amazon soll bei 40 Prozent gelegen haben.

Anfang des Monats hatte Amazon bereits eine Einigung mit dem Verlag Bastei Lübbe erzielt. In den USA gab der Online-Händler diese Woche einen langfristigen Deal mit dem großen Verlag Simon & Schuster bekannt.

Neue Musiker-Ambulanz an der Uniklinik Münster

Das Hilfsangebot der Klinik richtet sich an Berufsmusiker, Laiensänger und Schauspieler, aber auch an Kinder und Jugendliche, die unter Lampenfieber, Hörschäden oder Problemen mit der Stimme leiden. Die medizinische Versorgung umfasst alle Bereiche rund um Stimme, Gehör und Psyche.

Bislang gibt es spezielle Musikerambulanzen es in Leipzig, Hamburg, Freiburg, Dresden und Düsseldorf. Nach Angaben des Ärztlichen Direktors Norbert Roeder schließt die Uniklinik Münster mit der neuen Ambulanz eine Lücke in Westfalen.

Druck durch Online-Protestaktion: US-Spielzeugkette nimmt Breaking-Bad-Figuren aus dem Handel

Die Puppen, die mit abnehmbarer Geldtasche und einem Rucksack für Crystal Meth ausgestattet sind und nur in den Ladenbereichen mit Spielzeug für Erwachsene angeboten wurden, würden mit sofortiger Wirkung aus den Regalen und von der Konzernwebseite genommen, teilte das Unternehmen mit.

Damit reagierte Toys R Us auf 8000 Unterschriften, die online in Florida gesammelt worden waren. In der Petition heißt es, die Figuren um den Chemielehrer Walter White seien eine "gefährliche Abkehr von den familienfreundlichen Werten" des Spielwarenherstellers. Zwar möge die Fernsehserie "Breaking Bad" Erwachsenen spannende Unterhaltung bieten, doch sei es wegen der Gewaltdarstellung und der Verherrlichung des Drogenhandels unpassend, die Sammlung neben Barbie-Puppen und Disney-Figuren zu verkaufen.

White-Schauspieler Bryan Cranston twitterte, er würde aus Protest gegen die Protestaktion seine "Florida-Mutter-Actionfigur verbrennen." Toys R Us formulierte den Rückzug so: "Die Actionfiguren befinden sich im unbefristeten Sabbatical".

Ruhestand für Klaus Schrenk: Noch kein neuer Chef für Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen geht zwar erst Ende des Monats in Pension - aber der offizielle Abschied erfolgt schon heute.

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle würdigte Klaus Schrenk vorab als
"einen der Hauptverantwortlichen der Kunstszene Bayerns", der die Museumslandschaft mit vielen Impulsen bereichert und sich sehr für die Entwicklung des Münchner Kunstareals rund um die Pinakotheken und das Museum Brandhorst eingesetzt habe.
Bis Ende des Jahres solle ein Nachfoger für Schrenk gefunden werden, der vor fünf Jahren von der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe nach München gekommen war.

Beste Komiker 2014: Comedypreis an Kebekus und Yanar

Carolin Kebekus hat zum zweiten Mal in Folge den
Deutschen Comedypreis als beste Komikerin gewonnen. Als bester
Komiker wurde in Köln Kaya Yanar ausgezeichnet.

Die Preise als beste Schauspieler erhielten Christoph Maria Herbst und Annette Friert. Mario Barth für die beste Comedyshow und für das Programm "Männer sind schuld, sagen die Frauen" zwei Preise. In der Kategorie "Newcomer" überzeugte Ingmar Stadelmann. Als bestes TV-Soloprogramm wurde"Sascha Grammel live! Keine Ahnung" ausgezeichnet.
Am Freitag wird die Gala zur Verleihung der Preise in Sat1 gezeigt.

Elvis-Fotograf Alfred Wertheimer mit 84 gestorben

Der im oberfränkischen Coburg geborene Künstler starb einen Monat vor seinem 85. Geburtstag am Sonntag in New York.

Bekannt wurde er vor allem durch seine frühen Elvis-Fotografien. Wertheimer war mit sieben Jahren mit seiner Familie vor den Nazis nach Amerika geflohen. Als er 26 Jahre alt war, sollte er einen vielversprechenden jungen Sänger aus den Südstaaten in New York fotografieren: Elvis Presley. Wertheimer erinnerte sich später, dass er mit Elvis durch Manhattan gehen konnte, niemand erkannte den 21-Jährigen zu der Zeit. Als aus Presley wenig später der Superstar wurde, hatten die Fotos vom Karrierestart einer Legende einen besonderen Wert. Wertheimer fotografierte auch Eleanor Roosevelt, Nina Simone, Paul Anka, John und Jacky Kennedy, Richard und Pat Nixon und andere Politiker und Stars. Am bekanntesten wurden aber die Presley-Bilder.

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