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Kulturnachrichten

Dienstag, 21. Oktober 2014

Erklärung von Udo Reiter: Öffentliches Verlesen kritisiert

"Mit dem Verlesen des Abschiedsbriefes vor einem Millionenpublikum gewinnt dieser ganz persönliche Schritt eine öffentliche Dimension, die brandgefährlich ist», sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz.

Schon heute, so Brysch, entschieden sich überproportional mehr
alte Menschen, die Selbsttötung der Pflegebedürftigkeit vorzuziehen.
Der für die Talkshow von Günther Jauch zuständige NDR wies die Vorwürfe zurück: "Das Thema Sterbehilfe beschäftigt viele Menschen, es ist daher von großer gesellschaftlicher Relevanz und politisch hochaktuell", sagte ein Sprecher. "Die Redaktion war sich der Sensibilität des Themas voll bewusst und hat daher eine Gesprächsrunde gewählt, die den Suizid von Udo Reiter auch kritisch einordnet und bewertet."

Jauch hatte eine Erklärung des ehemaligen MDR-Intendanten, der sich am 9. November das Leben genommen hatte, vor mehr als 4 Millionen Zuschauern verlesen. Darin hatte Reiter seine Position wiederholt, über seinen Tod selbst entscheiden zu wollen.

Elvis-Fotograf Alfred Wertheimer mit 84 gestorben

Der im oberfränkischen Coburg geborene Künstler starb einen Monat vor seinem 85. Geburtstag am Sonntag in New York.

Bekannt wurde er vor allem durch seine frühen Elvis-Fotografien. Wertheimer war mit sieben Jahren mit seiner Familie vor den Nazis nach Amerika geflohen. Als er 26 Jahre alt war, sollte er einen vielversprechenden jungen Sänger aus den Südstaaten in New York fotografieren: Elvis Presley. Wertheimer erinnerte sich später, dass er mit Elvis durch Manhattan gehen konnte, niemand erkannte den 21-Jährigen zu der Zeit. Als aus Presley wenig später der Superstar wurde, hatten die Fotos vom Karrierestart einer Legende einen besonderen Wert. Wertheimer fotografierte auch Eleanor Roosevelt, Nina Simone, Paul Anka, John und Jacky Kennedy, Richard und Pat Nixon und andere Politiker und Stars. Am bekanntesten wurden aber die Presley-Bilder.

Nominierungen für Jugend-Unwort 2014: Ob "tebartzen" gewinnt?

"Sich etwas Teures leisten" wird nach Aussage des Langenscheidt-Verlags von jungen Menschen in Deutschland gern als "tebartzen" bezeichnet.

Der ehemalige Limburger katholische Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst war unter anderem wegen der Kosten für die unter seiner Verantwortung errichtete Bischofsresidenz auf dem Limburger Domberg in die Schlagzeilen geraten und im März von seinem Amt zurückgetreten.
Aber auch "obamern" (abhören) und "entsnowden" (entschlüsseln, aufdecken) beweisen die Kreativität im Umgang mit Sprache.
Seit 2008 lässt der Langenscheidt-Verlag alljährlich das Jugendwort des Jahres ermitteln. Das diesjährige Online-Voting läuft noch bis zum 31. Oktober. Danach wählt eine Fachjury das Gewinnerwort sowie die Plätze 2 bis 5.

Warhol-Versteigerung in NRW: Thema im Landtag am Donnerstag

Der Kulturausschuss des Landtags von Nordrhein-Westfalen wird sich auf Antrag der Piraten-Fraktion übermorgen mit dem umstrittenen Kunstverkauf beschäftigen.

Auch die oppositionelle CDU fordert Rechenschaft über das Vorhaben. Der Vorsitzende des Haushalts- und Finanzausschusses, Christian Möbius (CDU), sagte in der 3sat-Sendung "Kulturzeit", bei "dieser Größenordnung sollte zumindest politisch diskutiert werden, was mit den erwarteten Einnahmen passiert."

Der indirekt dem Land NRW gehörende Casino-Betreiber Westspiel hält an der für den 12. November bei Christie's in New York geplanten Versteigerung der Andy-Warhol-Bilder "Triple Elvis" und "Four Marlons" fest. Die Tochter der landeseigenen NRW.Bank rechnet mit einem Erlös von mindestens 100 Millionen Euro, mit dem das Haus saniert werden soll.

Am Freitag hatte NRW-Ministerpräsident Hannelore Kraft (SPD) den Verkauf verteidigt. Die beiden Warhols seien "kein nationales Kulturgut gemäß dem Kulturschutzgesetz", hatte sie den 26 Museumsdirektoren geantwortet, die vor dem Ausverkauf von Kunst in öffentlichem Besitz warnen. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) fordert vom Land, die Versteigerung zu unterlassen.

Hofer Filmtage starten heute

Mit einem Film über die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen im Jahr 1992 werden heute die 48. Internationalen Hofer Filmtage eröffnet.

Viele der ausgewählten Produktionen setzen sich mit aktuellen weltpolitischen und gesellschaftlichen Themen auseinander. Schon mit dem Eröffnungsfilm "Wir sind jung. Wir sind stark" von Burhan Qurbani wolle man deutlich machen, "dass Wegschauen keine Lösung ist", teilten die Veranstalter mit. Bei den Krawallen hatten in der Plattenbau-Vorstadt rechte Randalierer tagelang ein überfülltes Asylbewerberheim belagert und schließlich unter dem Applaus von Anwohnern Brandsätze auf ein Ausländerwohnheim geworfen. Bei den Hofer Filmtagen stehen in diesem Jahr 125 Filme auf dem Programm - 51 Kurz- und 74 Langfilme. Das Festival dauert bis zum 26. Oktober.

Langjähriger WDR-Intendant Friedrich-Wilhelm von Sell ist tot

Von Sell gehörte auch zu den Mitbegründern des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg.

Er starb gestern im Alter von 88 Jahren. Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor würdigte ihn als "Kämpfer für die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die ARD trauert um einen großen Mitstreiter." Der heutige Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Tom Buhrow, betonte, von Sell habe "unser Unternehmen in schwieriger medienpolitischer Situation souverän und mit Herzblut verteidigt". Von Sell wurde 1926 in Potsdam geboren. Nach Stationen als Justiziar und Verwaltungsdirektor, unter anderem beim Deutschlandfunk, wurde er 1976 Intendant beim WDR, wo er bis 1985 blieb. Nach dem Mauerfall beteiligte er sich am Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den neuen Bundesländern und wurde 1991 Gründungsbeauftragter des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB).

Bundeskunsthalle Bonn hat deutlich weniger Besucher als im vergangenen Jahr

Bis Mitte Oktober besuchten 285.000 Menschen die Ausstellungshalle des Bundes, teilte der Leiter des Hauses, Rein Wolfs, heute mit.

Im gesamten vergangenen Jahr waren es 485.000. Grund für den Rückgang ist nach Wolfs Worten, dass im laufenden Jahr weniger Ausstellungen gezeigt werden konnten. Die Bundestagswahl habe die vertragliche Absicherung von Projekten verzögert. Außerdem wollten die Ausstellung "Afrikanische Meister. Kunst der Elfenbeinküste" lediglich 20.000 Menschen sehen. Es sei auch Aufgabe der Bundeskunsthalle, weniger populäre Ausstellungen zu zeigen und damit Themen zu setzen, sagte Wolfs.

Verena Metze-Mangold: Chefin der Deutschen Unesco-Kommission

Die Politikwissenschaftlerin und Journalistin löst Walter Hirche ab.

Seit 1996 war Verena Metze-Mangold Vizepräsidentin des DUK. Die Sektionen der Unesco haben den Auftrag, die Zusammenarbeit zwischen Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur zu fördern.
Als Stellvertreter der 68-jährigen Politikwissenschaftlerin und Journalistin wählte die 74. Hauptversammlung Christoph Wulf und Hartwig Lüdtke.
Von 1987 bis 2011 arbeitete Metze-Mangold in der Intendanz des Hessischen Rundfunks.

Historiker Wolfgang Wippermann: Ebola Verschwörungstheorien sind Aberglaube

Ist Ebola eine Biowaffe des US-Militärs oder vielleicht doch ein Produkt der Pharmaindustrie?

Der Historiker Wolfgang Wippermann macht die Medien für die Verbreitung solcher Verschwörungstheorien zu Ebola verantwortlich. Angesichts des Überflusses an Information suche man nach "einfachen Erklärungen", sagte der Historiker im Deutschlandradio Kultur. "Im Internet kann man wirklich alle Verschwörungsideologien beweisen, aber kaum eine widerlegen. Das macht mich als Historiker geradezu wahnsinnig." Besonders in Krisenzeiten blühten Verschwörungstheorien, so Wippermann, als Erklärung für ein schlimmes Ereignis, das man sich nicht erklären kann. "Unsere Erwartung, dass die Aufklärung irgendwann mal stattgefunden hat, ist nicht eingetreten. Sondern man sucht doch eben nach alten Ideologien", kritisierte Wippermann. Insofern seien Verschwörungstheorien letztlich ein Ausdruck alten Teufelsglaubens:

Rückendeckung für Heute Show: Drehverbot im Bundestag Angriff auf die Pressefreiheit?

Rund 600 Protestmails gingen in den vergangenen Tagen nach Informationen von Spiegel Online bei der Verwaltung des Bundestags ein.

Der Bundestag verteidigt seine Entscheidung, dem Team der öffentlich-rechtlichen Satiresendung keine Drehgenehmigung mehr zu erteilen. Am vergangenen Freitag hatte Moderator Oliver Welke erklärt, seine Leute erhielten keinen Zugang mehr zum Parlament, weil sie nach Ansicht des Bundestages keine politisch-parlamentarische Berichterstattung betrieben.
Von einer grundsätzlichen oder gar willkürlichen Absage könne keine Rede sein, sagte der Sprecher von Bundestagspräsident, Ernst Hebeker, Spiegel Online. Die Ablehnung einer Akkreditierung sei auf Grundlage der Regeln im Bundestag erteilt worden. So sei es verboten, eine Plenarsitzung lediglich als eine Art Kulisse zu nutzen.
Nach Informationen des Spiegel, hatte Bundestagspräsident Lammert die Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktionen vor knapp zwei Wochen über das Drehverbot informiert. "Es liegt in der Logik der Bundestagsverwaltung, den Bundestag als eher geschlossenes Haus zu betrachten. Demokratie braucht aber offene Türen. Ich persönlich hätte den Machern der 'Heute Show' eine Genehmigung erteilt", sagt Petra Sitte, die Fraktionsmanagerin der Linken.

Comedian Senay Duzcu: Männer müssen sich gewöhnen, über den Humor von Frauen zu lachen

Vor der heutigen Verleihung der deutschen Comedy-Preise in Köln, machte die Stand-up-Comedian im Deutschlandradio Kultur darauf aufmerksam, dass es Frauen in diesem Beruf schwerer haben als ihre männlichen Kollegen.

"Bei Männern weiß das Publikum: Da können wir lachen. Das ist so; Männer bringen Leute zum Lachen. Frauen lieben Männer, die sie zum Lachen bringen. Umgekehrt ist es ganz anders. Männer suchen zwar Frauen mit Humor, aber dass sie Männer zum Lachen bringt, ist ungewöhnlich".
Auch die Haltung von weiblichen und männlichen Comedians sei unterschiedlich: Während ein Mann sich auf die Bühne stellt und sagt,"Hab ich immer schon gemacht. Ich bin der Geilste", so Senay Duzcu, sagten Frauen zurückhaltend, "Ich bin gut."

Oscar de la Renta: Modeschöpfer stirbt im Alter von 82 Jahren

Das bestätigte seine Frau in Conneticut der "New York Times".

Der US-Amerikaner mit dominikanischen Wurzeln hatte in den 60er Jahren sein Modeimperium aufgebaut. Allein im vergangenen Jahrzehnt habe sich der Umsatz auf 150 Millionen Dollar (etwa 117 Millionen Euro) im Jahr verdoppelt, berichtete die "New York Times".
Oscar de la Renta stattete vier First Ladies und Dutzende Schauspielerinnen wie Angelina Jolie und Sarah Jessica Parker modisch aus. Seine letzte Aufsehen erregende Kreation war das Brautkleid von Amal Alamuddin.
Oscar de la Renta war vor acht Jahren an Krebs erkrankt. Erst vor wenigen Tagen hatte er Peter Copping zum neuen Kreativdirektor seiner Marke gemacht.

Kritik an russischer Psychiatrie: Aktionskünstler Pjotr Pawlenski schneidet sich Ohrläppchen ab

Dutzende von Schaulustigen sahen dem 30jährigen zu, als er auf dem Dach der Psychiatrie des Botinskij-Krankenhauses in Moskau mit einem Fleischmesser Hand an sich legte.
"Abtrennung", nannte der Künstler seine Performance. Er wolle damit gegen die politische Instrumentalisierung von Psychiatrien in Russland protestieren. Spiegel online schreibt, spätestens seitdem Pjotr Pawlenski im Februar den "Euro-Maidan" in Kiew unterstützte, versuche die russische Polizei eine gerichtliche Zwangseinweisung gegen ihn zu bewirken.

Im Juli 2012 hatte sich Pawlenski öffentlichkeitswirksam den Mund zugenäht und sich damit solidarisch mit den verurteilten Mitgliedern von "Pussy Riot" gezeigt. Wenige Monate später hatte er sich selbst auf dem Roten Platz in Moskau festgenagelt - aus Protest gegen "Apathie, politische Gleichgültigkeit und Fatalismus in der russischen Gesellschaft".

Schauspielerin Ursula Lingen im Alter von 86 Jahren gestorben

Lingen war die einzige Tochter des Charakterkomikers Theo Lingen.

Nach ihrer Ausbildung spielte sie in Wien im Theater in der Josefstadt und im Wiener Volkstheater. Später stand sie in Berlin und in München auf der Bühne. In den 1970er Jahren war sie am Hamburger Thalia Theater engagiert. Lingen hat viele große Rollen gespielt, war in zahlreichen Filmen und im Fernsehen zu sehen. Am Wiener Burgtheater stand sie zuletzt in den Direktionen Claus Peymann und Klaus Bachler als Partnerin von Michael Heltau im Zwei-Personenstück "Love Letters" auf der Bühne. Lingen starb nach langer Krankheit am Montag.

Schweizer Weltreporter - Trauer um Starfotograf René Burri

Er galt als einer der größten Fotografen des 20.
Jahrhunderts.

Vor allem seine Porträts des rauchenden Revolutionärs Che Guevara machten ihn weltberühmt. Am Montag ist der Schweizer René Burri im Alter von 81 Jahren zu Hause in Zürich gestorben. Seinen größten Coup landete Burri 1963, als er in Havanna vom damaligen kubanischen Industrieminister Ernesto Che Guevara empfangen wurde. Dabei entstanden zahlreiche Aufnahmen. Für Magnum reiste er um die Welt und publizierte seine Reportagen über die großen Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Magazinen und Illustrierten wie "DU", "Life", "Stern", "GEO" oder "Paris Match". Burris Werk wurde mehrfach ausgezeichnet und in zahlreichen Ausstellungen präsentiert. Der "Tages-Anzeiger" würdigte Burri als "Schweizer Weltreporter"; die "Neue Zürcher Zeitung" nannte ihn einen "Mann mit Haltung": Trotz der vielen von ihm über die Jahrzehnte dokumentierten Krisen und Kriege habe er auf Schockfotos verzichtet. "Stattdessen zeigt er uns mit seinen Bildern die Welt mit seinen Augen: neugierig, ohne Zynismus und voller Anteilnahme."

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