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Kulturnachrichten

Montag, 20. Oktober 2014

Fotos von Che Guevara machten ihn berühmt: René Burri ist tot

Der Schweizer René Burri war einer der großen Fotografen des 20. Jahrhunderts.

Der Mann, dessen Porträts des rauchenden Revolutionärs Che Guevara weltweiten Ruhm erlangten, starb heute im Alter von 81 Jahren zu Hause in Zürich. Burri war Mitglied der Agentur Magnum und reiste für seine Reportagen um die Welt. Bekannt wurden auch seine Porträts von Künstlern wie Pablo Picasso oder Alberto Giacometti. Seine Fotos vom geteilten und wiedervereinigten Berlin gelten als wichtige Dokumente der Zeit. Burris Werk wurde mehrfach mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet.

Künstler Gunter Demnig erhält Preis für "Stolpersteine"

Der Eugen-Kogon-Preis der Stadt Königstein ist mit 5000 Euro dotiert.

Die geprägten "Stolpersteine" aus Messsing, von denen Gunter Demnig bereits mehr als 45 000 in über 800 deutschen Städten und 200 Städten Europas verlegt hat, erinnern an deportierte oder ermordete Menschen während der NS-Herrschaft. Die Stolpersteine liegen jeweils vor dem letzten freigewählten Wohnsitz der betroffenen Bürger. Zu den Opfern zählen unter anderem Juden, Behinderte, Homosexuelle und politisch Verfolgte. Die Ehrung wird am 13. März 2015 an Demnig verliehen, wie die Stadt im Taunus heute mitteilte. Der Preis ist nach dem Publizisten, Politologen und Widerstandskämpfer Eugen Kogon benannt, der bis zu seinem Tod in Königstein wohnte.

Deutscher Archäologe: Markt für illegal gehandelte Antiken ist skrupellos

Der deutsche Archäologe Michael Müller-Karpe schätzt den internationalen Markt, auf dem antike Kunst aus Raubgrabungen und Plünderungen gehandelt wird, auf einen zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich.

"Dieser Markt würde nicht existieren, wenn er nicht skrupellos wäre", sagte Müller-Karpe heute im Deutschlandradio Kultur. Archäologische Objekte legaler Herkunft seien im Grunde nicht verfügbar, denn Funde aus legalen Grabungen kämen direkt ins Museum. Was heute auf dem Markt angeboten werde, könne nur aus Raubgrabungen und Plünderungen stammen. Die Auktionshäuser wüssten das auch, sagte Müller-Karpe. Es gehe aber um viel Geld, und da sei man nicht zimperlich.
Die Bundesregierung will den Handel mit illegal beschafften Kunstschätzen und Antiquitäten wirksamer bekämpfen. Das Vorhaben von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, das Gesetz zum Kulturgutschutz zu ändern, begrüßte Müller-Karpe ausdrücklich. Wenn jedes Objekt über eine offizielle Ausfuhrlizenz des Herkunftslandes verfügen müsse, sei dies das Ende des illegalen Antikenhandels in Deutschland, sagte er.

Der Journalist Volkmar Kabisch hingegen kritisierte heute im Deutschlandradio Kultur, dass das Gesetz erst Anfang 2016 in Kraft treten soll. Laut der irakischen Regierung sei der Kunsthandel inzwischen eine Haupteinnahmequelle der Terrormiliz, so Kabisch. In dem Land habe der IS rund 2400 antike Stätten unter Kontrolle.

Norbert Bisky über Kunstmarkt: "Manche Werke sind mehr wert als Papiergeld"

Norbert Bisky gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern.

Seine Bilder beschwören eine Welt der Schönheit und der Grausamkeit. Im Deutschlandradio Kultur zeigte sich Bisky wenig beeindruckt von den Preisen, die derzeit auf dem Kunstmarkt gezahlt werden. Natürlich gebe es Leute, die nicht wüssten, wohin mit ihrem Geld, aber manche Werke seien Teil des kulturellen Gedächtnis' einer ganzen Generation und erreichten deshalb irgendwann einen Punkt, an dem sie unbezahlbar seien. "Vielleicht gibt es einfach Leute, die das empfinden und spüren", so Bisky.

In Gurlitts Koffer: "Abendliche Landschaft" von Claude Monet

Die Taskforce "Schwabinger Kunstfund" bestätigt einen Bericht der "Bild".

Das Bild war nach Angaben der Zeitung vier Monate nach dem Tod von Cornelius Gurlitt in dem Koffer gefunden worden, den der 81jährige ins Krankhaus mitgenommen hatte. Es soll 60 Jahre als verschollen gegolten haben.
Hunderte Werke stehen nach Auffassung der Taskforce «Schwabinger Kunstfund» im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Cornelius Gurlitt war der Sohn von Hildebrand Gurlitt, der als einer von vier Kunsthändlern Adolf Hitlers für das NS-Regime mit Kunst handelte.
Das Monet-Gemälde "Abendliche Landschaft" wurde inzwischen als «Koffer-Fund»
in die Online-Datenbank Lostart eingestellt.

Türkei streicht Werke des Pianisten Fazil Say aus Orchester-Programm

Say gehört zu den bekanntesten Pianisten und Komponisten der Türkei und ist ein Kritiker der islamisch-konservativen Regierungspartei.

Fazil Say bestätigte heute über Twitter, dass das türkische Kulturministerium seine Kompositionen aus dem staatlichen Orchester-Jahresprogramm gestrichen hat. Die Zeitung "Radikal" berichtete unter Berufung auf eine Kulturwebseite, das "Präsidiale Symphonieorchester" habe zwei Stücke Says spielen sollen. Das Ministerium habe dem Orchester aber nahegelegt, das geplante Programm zu ändern. Im Sommer des vergangenen Jahres hatte Say das harte Vorgehen der Polizei gegen Gezi-Demonstranten verurteilt. Ebenfalls im vergangenen Jahr bestätigte ein Berufungsgericht eine Bewährungsstrafe gegen ihn wegen Beleidigung des Islams. Er hatte angeblich islamkritische Twitter-Nachrichten gesendet.

Kuratorin Meskerem Assegued: "Kunst hat keine Nationalität"

Der Blick einer afrikanischen Kuratorin auf europäische Kunstgeschichte haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden interessiert.

Die neue Ausstellung "Curvature of Events" realisierte die äthiopische Kuratorin Meskerem Assegued. Sie entschied sich für eine Videoausstellung, für die sie Werke der Dauerausstellungen der Gemäldegalerie Alte Meister, der Galerie Neue Meister und der Skulpturensammlung auswählte. Im Deutschlandradio Kultur sagte Assegued: "Kunst durchbricht alle Schranken, nichts steht zwischen der Kunst und mir. Ich sehe mir ein Kunstwerk also nicht als europäische Kunst an, sondern als Kunstwerk an sich, als ein Ausdruck menschlichen Gefühls." Um dem Eurozentrismus in der Kunstszene entgegenzuwirken helfe es, das Werk als solches zu betrachten, anstatt ihm Politik und Nationaliät aufzupropfen. Meskerem Assegued arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Kuratorin.In den letzten sechzehn Jahren kuratierte sie Ausstellungen in Europa, Afrika sowie Nordamerika.

Sanierungsstau von fünf Millionen Euro in Bergen-Belsen

Vor dem 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen sind Sanierungsarbeiten in der Gedenkstätte notwendig.

Die Instandsetzung des Mahnmals auf dem Außengelände des ehemaligen Lagers in Loheide im Kreis Celle kostet mehrere 100 000 Euro, der Bau einer neuen Kläranlage etwa 350 000 Euro. "Der Sanierungsstau ist jetzt von mir ermittelt worden", sagte der Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner, am Montag der dpa. Über die finanziellen Probleme hatte zuvor NDR 1 Niedersachsen berichtet. Wagner zufolge liegt der Investitionsbedarf in den kommenden zehn Jahren bei rund fünf Millionen Euro. Am Mahnmal seien lockere Steine zu einer Gefahr für Besucher geworden. Die Arbeiten am Mahnmal sollen zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ abgeschlossen sein. Zu der Gedenkfeier im April 2015 werden Überlebende und deren Angehörige aus aller Welt erwartet.

Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland: Ulrich Wickert pocht auf Artikel 1 des Grundgesetzes

Der einstige Tagesthemen-Moderator kritisiert den Umgang deutscher Behörden mit Flüchtlingen.

Im Deutschlandradio Kultur sagte der 72jährige, das "Verhalten unserer Behörden" gegenüber Menschen, "die eigentlich immer noch das Schrecklichste durchmachen", sei für ihn unverständlich. Während des Balkankriegs Anfang der 90er Jahre sei von einer Überforderung durch Flüchtlinge keine Rede gewesen. Die derzeitige Vernachlässigung führt der Journalist darauf zurück, dass "wir uns immer mehr zu einer ganz egoistischen Gesellschaft entwickelt haben, wo die Frage der Solidarität nur noch einen theoretischen Wert" habe.Die Bundesrepublik Deutschland hätte sich vier Jahre nach dem Ende des Nazi-Terrors absichtsvoll als ersten Satz ins Grundgesetz geschrieben: "Die Würde des Menschen ist unantastbar."

Leistungsschutzrecht: Google bittet Bundeskartellamt nicht tätig zu werden

Das meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Online-Ausgabe.

„Das Bundeskartellamt hat wiederholt öffentlich erklärt, dass es ein kartellrechtliches Vorgehen gegen Google beim Leistungsschutzrecht für nicht erforderlich hält", wird ein Sprecher des Unternehmens zitiert. „Wir haben deshalb beim Bundeskartellamt beantragt, seine Entscheidung nun auch formal zu treffen.”

Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr ein „Leistungsschutzrecht für Presseverleger" beschlossen, nachdem Verlage moniert hatten, dass Google mit ihren Inhalten Werbegeld verdient. Das "Leistungsschutzrecht" sieht vor, dass Suchmaschinen Geld an die Verlage bezahlen müssen, wenn sie längere Auszüge aus Online-Artikeln veröffentlichen. Kurze Auszüge aus „einzelnen Wörtern und kleinsten Textausschnitten" blieben dagegen kostenfrei. Weil für die VG Media, die Verwertungsgesellschaft einiger Verlage, unklar sei, was diese Beschreibung im Detail besagt, hatte sie gegen Google geklagt. Der Brief von Google an die Behörde könnte diesen Streit nun per Amtsbeschluss beenden.
Das Bundeskartellamt hatte im August eine vorherige Beschwerde der VG Media mit dem Argument zurückgewiesen, sie sei weder schlüssig noch substantiiert.

Radioeins-Musikchef Peter Radszuhn mit 60 Jahren gestorben

Er starb überraschend in der Nacht zum Samstag.

RBB-Intendantin Dagmar Reim würdigte den gebürtigen Berliner als stilbildenden Journalisten. "Die Liebe zur Musik gehörte zu seinem Wesenskern; sie trieb ihn an, und er hat unzählige Hörerinnen und Hörer dafür begeistert", erklärte Reim. Und Radioeins-Programmchef Robert Skuppin äußerte sich geschockt: "Wir verlieren einen großartigen Freund und Kollegen. Peter hatte so viel Wissen, dass er einem vorkam wie ein wandelndes Musiklexikon, man hätte ihn um Mitternacht anrufen können und er hätte zu jedem Musiker sofort einen Brockhaus-Eintrag liefern können." Radszuhn war seit 1997 Leiter der Musikredaktion von Radioeins. In seiner eigenen Sendung "Prime Cuts" stellte er mittwochs Klassiker und Neuerscheinungen aus Rock und Pop vor. Radioeins erinnert am Mittwochabend um 21.00 Uhr an seine Arbeit.

Reggae-Star John Holt gestorben

Wie heute bekannt wurde, starb der Musiker gestern im Alter von 69 Jahren.

John Holt, der den Welthit "The Tide Is High" schrieb, gilt als Vorreiter des Reggae-Subgenres Lovers Rock. Berühmt wurde Holt in den 60ern als Mitglied der Gruppe The Paragons. 1970 entschloss er sich, eine Solokarriere zu starten. Sein Song "Stick with Me" wird als meistverkaufte jamaikanische Platte des Jahres 1972 genannt. Zu seinen bis heute beliebtesten Kompositionen zählen auch "Ali Baba" und "Police in Helicopter".

New-Yorker Met: Sturm der Entrüstung wegen Oper über ermordeten Juden

Die Premiere heute Abend könnte von Demonstranten gestört werden.

Der frühere Bürgermeister Rudy Giuliani, zwei US-Kongressabgeordnete und hunderte jüdische Demonstranten kritisieren, dass die weltbekannte Metropolitan Opera, kurz Met, das Stück "The Death of Klinghoffer" zeigt. Sie alle wollen heute Abend bei der Premiere der Oper des US-Komponisten John Adams vor der Met protestieren. Das Stück basiert auf dem Mord an dem behinderten Reisenden Leon Klinghoffer, einem Juden. Er wurde 1985 auf dem italienischen Kreuzfahrtschiff "Achille Lauro" von vier Mitgliedern der Palästinensischen Befreiungsfront getötet, nachdem sie das Schiff entführt hatten. Seine Uraufführung hatte "The Death of Klinghoffer" 1991 in Brüssel. Damals gab es kaum Kontroversen darum. Kritiker bemängeln jetzt, die Musik romantisiere die Tat von Klinghoffers Mördern.

Deutsche Comedy: Ehrenpreis für Ingolf Lück

Der 56jährige überzeuge seit fast 40 Jahren durch seine einzigartige Vielseitigkeit als Komiker, Schauspieler, Moderator, Regisseur und Synchronsprecher, begründete der Geschäftsführer der Köln Comedy, Ralf Günther.

Der Comedypreis wird in diesem Jahr in 14 Kategorien verliehen. Die Verleihung findet morgen statt. Am Samstag ist die Gala ab 22.15 Uhr bei RTL zu sehen.
Wie schwer es für eine Comedian mit türkischen Wurzeln ist, in der ersten Reihe Fuß zu fassen: Dazu hören Sie im Deutschlandradio Kultur morgen früh gegen 6:50 Uhr das Interview mit Senay Duzcu.

Günter Jauch veröffentlicht letzten Brief von Udo Reiter

In seiner Fernsehsendung verlas der Moderator einen wenige Tage vor dem Tod Udo Reiters verfassten Brief.

„Nach fast 50 Jahren im Rollstuhl haben meine körperlichen Kräfte in den letzten Monaten so rapide abgenommen, dass ich demnächst mit dem völligen Verlust meiner bisherigen Selbständigkeit rechnen muss“, so der ehemalige MDR-Intendant, der am 9. Oktober erschossen in seinem Haus in Leipzig gefunden worden war. Zudem habe er ein Nachlassen seiner geistigen Fähigkeiten beobachtet und befürchtet, dass dies in einer Demenz enden werde.
Bei einem vielbeachteten Fernsehauftritt im Januar hatte der 70jährige Reiter, der über 40 Jahre auf einen Rollstuhl angewiesen war, für das Recht auf selbstbestimmtes Sterben gestritten.

Friedensfilmpreis Osnabrück: für Spielfilm aus Mali

"Timbuktu" von Abderrahmane Sissako erzähle emotional eindringlich und differenziert von politischer Gewalt.

So begründete die Jury ihre Entscheidung für den Friedensfilmpreis der Stadt Osnabrück. Der Film erzählt, wie islamische Fundamentalisten die Herrschaft in einem Dorf in Mali an
sich reißen.
Insgesamt wurden zum Abschluss des fünftägigen Filmfestes fünf Filme ausgezeichnet. Dazu gehört der brasilianische Animationsfilm "Der Junge und die Welt" von Alé Abreu. der aus der Perspektive eine Kindes die globalisierte Welt wahrnimmt.
Der Zuschauerpreis ging nach Griechenland. Der Spielfilm "Xenia" von Panos Koutras schildert die Reise zweier ungleicher Brüder auf der Suche nach ihrem Vater.

Das 29. Unabhängige Filmfest Osnabrück präsentierte in diesem Jahr rund 70 internationale, unabhängig produzierte und sozial engagierte Filme.

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