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Kulturnachrichten

Sonntag, 19. Oktober 2014

Österreichischer Maler Wolfgang Hutter gestorben

Hutter war einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus

Der österreichische Maler Wolfgang Hutter ist im Alter von 86 Jahren gestorben. "Wir trauern um einen großen auch international bekannten Künstler und einen der bedeutendsten Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus", erklärte heute der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. Medienberichten zufolge starb Hutter bereits am 26. September. Er habe zuletzt zurückgezogen gelebt und nicht gewollt, dass sein Tod bekannt werde, hieß es. Hutter wurde am 13. Dezember 1928 als Sohn des Malers Albert Paris Gütersloh in Wien geboren. Ab 1944 studierte er in der Klasse seines Vaters an der Akademie der bildenden Künste. 1947 schloss er sich dem von Gustav Beck gegründeten Art Club an, wo er gemeinsam mit Arik Brauer, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner und Anton Lehmden die Wiener Schule des Phantastischen Realismus begründete. Die erste große Ausstellung der Phantastischen Realisten fand 1959 statt. 1966 wurden die Arbeiten der Wiener Schule erstmals in den USA präsentiert. Hutters künstlerisches Gesamtwerk umfasst neben Ölbildern und Grafiken auch zahlreiche Bühnenbildentwürfe für die Wiener Staatsoper und das Opernhaus Graz. Drei Jahrzehnte lang lehrte er an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Donaueschinger Musiktage starten Nachwuchsförderung

Ab 2017 gibt es zudem eine neue musikalische Leitung der Musiktage

Die Donaueschinger Musiktage starten mehr als 90 Jahre nach ihrer Gründung ein eigenständiges Nachwuchsfestival. Es werde im Mai nächsten Jahres erstmals veranstaltet und dann alle zwei Jahre stattfinden, sagte eine Sprecher der Organisatoren zum Abschluss der diesjährigen Musiktage am Sonntag in Donaueschingen im Schwarzwald. Das Festival mit dem Titel "Upgrade - Neue Musikvermittlung" werde mit der Kulturstiftung des Bundes und anderen Partnern aus der Musik organisiert. Es soll junge Menschen an Neue Musik heranführen. Dazu gebe es Konzerte und Kongresse, Workshops und Vorträge. Es werden Teilnehmer aus ganz Europa erwartet. Die 1921 gegründeten Donaueschinger Musiktage, die jährlich vom Südwestrundfunk (SWR) organisiert werden, sind nach Angaben der Veranstalter das weltweit älteste und größte Festival für Neue Musik. Auf dem Programm ín diesem Jahr standen 19 Uraufführungen. Den Angaben zufolge kamen, wie bereits in den Vorjahren, rund 10 000 Konzertbesucher. Neuer künstlerische Leiter der Donaueschinger Musiktage wird 2017 der Musikexperte Björn Gottsein, teilten die Veranstalter am Sonntag zudem mit. Der 46-Jährige ist Nachfolger von Armin Köhler, der seit 1992 Festivalchef ist und in Ruhestand geht. "Ich hoffe, der Neuen Musik mit vielen spannenden Programmideen neue Impulse verleihen zu können", sagte Gottstein. Er hat in den vergangenen Jahren als Leiter anderer Musikfestivals und als Journalist gearbeitet.

Alexander Kluge erhält Düsseldorfer Heine-Preis

Überreicht wird der Preis am 13. Dezember, dem Geburtstag von Heinrich Heine.

Der Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge (82) erhält den Heine-Preis 2014 der Stadt Düsseldorf. Das teilte die Stadt am Sonntag nach einer Sitzung der Jury mit. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Kluge knüpfe als wichtiger Vertreter der kritischen Theorie "an das poetische, publizistische und politische Schaffen Heinrich Heines an", heißt es in der Begründung der Jury. "Ohne Schere im Kopf montiert er subjektive Erfahrungen und authentische Materialien zu Kunstwerken, die ins Staunen versetzen und die moderne Existenz zugleich spiegeln und herausfordern." Kluge hatte neben Geschichte und Kirchenmusik auch Jura studiert und in Berlin und München als Rechtsanwalt gearbeitet. 1960 begann er, Filme zu drehen. Mit anderen Filmemachern initiierte er 1962 das «Oberhausener Manifest», eine Protestschrift gegen harmlose Unterhaltungs- und Heimatfilme der damaligen Zeit. In seinen Büchern setzt sich Kluge, der in München lebt, mit politischen, historischen und philosophischen Fragen auseinander. Der Heine-Preis zählt zu den wichtigsten Kultur- und Literaturpreisen in Deutschland. Bisherige Preisträger sind etwa Walter Jens, Marion Gräfin Dönhoff, Max Frisch, Richard von Weizsäcker und Jürgen Habermas.

Paul McCarthys Skulptur in Paris wird nicht neu aufgerichtet

Der aufblasbaren Skulptur wurde die Luft abgelassen, die Haut des Kunstwerks wurde aber nicht beschädigt

Eine eigenwillige grüne Tannenbaum-Skulptur auf dem eleganten Pariser Vendôme-Platz hat sich nur zwei Tage gehalten: Vandalen ließen dem 24 Meter hohen, aufblasbaren Werk des US-Künstlers Paul McCarthy am Samstag die Luft ausgehen. Das Kunstwerk war zuvor scharf kritisiert worden, viele Franzosen sahen sich an ein überdimensioniertes Sex-Spielzeug erinnert. Aus Angst vor weiteren "potenziellen Problemen" soll das Kunstwerk nicht wieder aufgerichtet werden. Die grüne Skulptur war am Donnerstag auf dem eleganten Platz im Zentrum von Paris errichtet worden, sie sorgte sofort für gehörigen Wirbel. In sozialen Netzwerken wurde vor allem über die Form debattiert, weil "The Tree" auch wie ein riesiges Sex-Spielzeug aussah. McCarthy wurde sogar von einem Passanten geohrfeigt, als er der Errichtung der Skulptur beiwohnte, wie die Tageszeitung "Le Monde" berichtete. Nach dem Sabotage-Akt vom Samstag war von der Skulptur nur noch eine grüne, verschrumpelte Plastikmasse übrig. Nach Angaben aus Polizeikreisen setzten die Täter zunächst die Pumpe außer Kraft, mit der das Kunstwerk aufgeblasen gehalten wurde. Danach kappten sie die Halteseile der Skulptur. "Die Täter warteten, bis die Aufmerksamkeit des Sicherheitsmannes sich auf etwas anderes richtete", sagte ein Polizeivertreter, der anonym bleiben wollte. Die Haut des Kunstwerks selbst sei aber nicht beschädigt worden. Unmittelbar nach der Tat kündigte die FIAC zunächst an, dass das Kunstwerk so rasch wie möglich wieder aufgeblasen werden solle. Von diesem Vorhaben nahm sie am Samstagabend Abstand und erklärte zur Begründung: "Der Künstler sorgt sich um potenzielle Probleme, wenn das Werk wieder hergestellt wird." Deshalb werde "The Tree" nicht wieder aufgerichtet. Noch deutlicher wurde McCarthy selbst: "Ich will nicht verwickelt werden in diese Art der Konfrontation und der physischen Gewalt." Eine Fortsetzung der Aktion würde "Risiken für mein Werk" bedeuten.

Dominikanischer Schriftsteller Mariano Lebrón Saviñón gestorben

Saviñón starb gestern im Alter von 92 Jahren

Der dominikanische Schriftsteller Mariano Lebrón Saviñón ist tot. Mit seinem Tod verliere das Land eine seiner größten Persönlichkeiten, sagte Kulturminister José Antonio Rodríguez. Lebrón Saviñón habe die einfachen Dinge ebenso verstanden wie die komplexen Probleme des Lebens. Der Kinderarzt und Dichter gilt als einer der wichtigsten Vertreter der literarischen "Bewegung der überraschten Poesie", die die dominikanische Dichtung von ihrer folkloristischen Prägung befreien und modernisieren wollte. Lebrón Saviñón wurde 1999 mit dem Nationalen Literaturpreis ausgezeichnet. Sein Buch "Geschichte der dominikanischen Kultur" gilt als Standardwerk.

Papst spricht Paul VI. selig: "Großer Steuermann des Konzils"

Die Seligsprechung erfolgte vor 70.000 Gläubigen auf dem Petersplatz

Mit einer Festmesse im Vatikan hat Papst Franziskus heute seinen Vorgänger Paul VI. (1963-1978) seliggesprochen. Dieser habe es in einer schwierigen Phase verstanden, weitblickend, weise "und manchmal einsam" die Kirche zu leiten, sagte Franziskus. Paul VI. sei ein großer Papst, ein mutiger Christ und ein unermüdlicher Apostel, dem die Kirche Dank schulde. Der Gottesdienst mit rund 70.000 Menschen auf dem Petersplatz bildete zugleich den Abschluss der Bischofssynode, die seit dem 5. Oktober über Fragen zu Ehe und Familie beraten hatte. Langer Applaus kam auf, als Franziskus die offizielle Erhebungsformel sprach und am Petersdom ein Porträt enthüllt wurde, das Paul VI. mit rotem Umhang und ausgebreiteten Armen zeigt. Dazu wurden Reliquien des neuen Seligen zum Altar getragen: ein blutbeflecktes Hemd, das Paul VI. 1970 bei einem Attentatsversuch auf den Philippinen getragen hatte. Damals wurde er von einem offensichtlich geistesgestörten Mann mit einem Messer verletzt. Paul VI. sei der "große Steuermann" des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) gewesen, sagte Franziskus. "Während sich eine säkularisierte und feindliche Gesellschaft abzeichnete, hat er es verstanden, weitblickend und weise - und manchmal einsam - das Schiff Petri zu steuern, ohne jemals die Freude am Herrn und das Vertrauen auf ihn zu verlieren." Der neue Selige habe es "verstanden, Gott zu geben, was Gott gehört, indem er sein ganzes Leben der heiligen, gewaltigen und äußerst gewichtigen Aufgabe widmete, die Sendung Christi in der Zeit fortzuführen und über die Erde auszudehnen". Paul VI. hatte nach seiner Wahl am 21. Juni 1963 das neun Monate zuvor eröffnete Zweite Vatikanische Konzil fortgeführt und die dort angestoßenen Kirchenreformen umgesetzt. Als erster Papst der Neuzeit reiste er Anfang 1964 ins Heilige Land. Seine Begegnung mit Patriarch Athenagoras leitete eine Neuaufnahme von Beziehungen mit er orthodoxen Kirche ein. Während des Zweiten Weltkriegs setzte sich Giovanni Battista Montini, wie Paul VI. mit bürgerlichem Namen hieß, als leitender Mitarbeiter des vatikanischen Staatssekretariats für die Bergung von Juden in kirchlichen Gebäuden ein. Als Papst veröffentlichte er die Sozialenzyklika "Populorum progressio" und das Lehrschreiben "Humanae vitae" (1968), mit dem er die Ablehnung künstlicher Empfängnisverhütung bekräftigte.

Weiter Streit um Warhol-Versteigerung

Monika Grütters warnt vor Tabubruch

Der Streit über zwei Bilder des amerikanischen Künstlers Andy Warhol aus dem Besitz der NRW-Spielbanken geht weiter. Gut drei Wochen vor der geplanten Versteigerung hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erneut vor dem Verkauf der Kunstwerke gewarnt. "Die Versteigerung der beiden Warhol-Gemälde aus öffentlichem Besitz wäre ein Tabubruch mit fatalen Folgen. Das könnte Schleusen öffnen", sagte Grütters. Die beiden Werke "Triple Elvis" und "Four Marlons" waren in den 1970er Jahren für die Spielbank Aachen gekauft worden. Seit vielen Jahren liegen sie aber im Depot. Sie sollen am 12. November bei Christie's in New York versteigert werden. Die Casino-Gesellschaft Westspiel erhofft sich Einnahmen von 100 Millionen Euro.

Horst-Janssen-Grafikpreis für Berliner Künstler Ziervogel

Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert

Der Berliner Zeichner Ralf Ziervogel (39) ist mit dem Horst-Janssen-Grafikpreis geehrt worden. Die Auszeichnung wurde dem aus dem Harz stammenden Künstler im Horst-Janssen-Museum in Oldenburg übergeben, wie das Museum mitteilte. Ziervogels Arbeiten hätten die Jury vor allem durch ihre technische Perfektion und die Vielfalt an künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten überzeugt. Mit der Verleihung verbunden ist eine Ausstellung, in der bis zum 4. Januar 2015 Werke von Ziervogel in Oldenburg zu sehen sind. Sie zeigt den Angaben zufolge seine neuesten Arbeiten "Eskimolieder". Der Künstler wurde 1975 in Clausthal-Zellerfeld geboren. Ziervogel ist der fünfte Gewinner der Auszeichnung, die von der Claus-Hüppe-Stiftung finanziert und alle drei Jahre vergeben wird. Bisher wurden Katja Eckert, Daniel Roth, Anna Lea Hucht und Michael Wutz ausgezeichnet.

Bregenzer Festspiele verkaufen Kostüme und Requisiten

Neben Kleidern und Perücken gibt es auch Technik zu erwerben

Alles muss raus: Um Platz in ihrem Fundus zu schaffen, laden die Bregenzer Festspiele wieder zum traditionellen Kostüm- und Requisitenverkauf. Laienschauspieler, Faschingsnarren und Technikfans können am kommenden Wochenende einige Schätze und Schnäppchen erstehen, wie die Festspielleitung mitteilte. Zu erwerben gebe es Kleider, Perücken und technische Ausrüstung vergangener Opernaufführungen. So stünden beispielsweise Sklaven- und Graskostüme aus der diesjährigen Inszenierung der "Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart zum Verkauf. Im kommenden Jahr steht bei den Festspielen am Bodensee die Oper "Turandot" von Giacomo Puccini auf dem Programm. Das Festival startet dann auch in die erste Spielzeit unter der Intendanz von Elisabeth Sobotka. Die frühere Direktorin der Staatsoper Unter den Linden in Berlin übernimmt die Nachfolge des langjährigen Bregenzer Intendanten David Pountney.

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