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Kulturnachrichten

Samstag, 18. Oktober 2014

Dieter Nuhr mit Jacob-Grimm-Preis ausgezeichnet

"Leselernhelfer" und das Lektorenprogramm der Robert-Bosch-Stiftung wurden ebenfalls ausgezeichnet

Der Kabarettist und Autor Dieter Nuhr (53) hat heute in Kassel den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache erhalten. Nuhr achte bei seinen Vorführungen nicht nur sorgfältig auf sprachliche Qualität, sondern bringe seinem Publikum auch Sprachkritik nahe, würdigte der Stifter des Preises, Eberhard Schöck, das Engagement des Künstlers. Damit rege er sein Publikum an, über die Wirkung von Sprache nachzudenken. Der von der Eberhard-Schöck-Stiftung und dem Verein Deutsche Sprache gestiftete Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung ist Teil des Kulturpreises Deutsche Sprache, der in diesem Jahr zum 14. Mal vergeben wurde. Zu den bisherigen Jacob-Grimm-Preisträgern gehören die Schriftsteller Günther de Bruyn und Cornelia Funke, Loriot und der Rockmusiker Udo Lindenberg. Im vergangenen Jahr ging der Preis an den Schauspieler Ulrich Tukur. Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache erhielt der Bundesverband von «Mentor - Die Leselernhelfer». Damit werde ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet, dessen Ziel es sei, die Lese- und Sprachkompetenz von Heranwachsenden zu fördern, hieß es zur Begründung. Der undotierte Institutionenpreis Deutsche Sprache ging an das Lektorenprogramm der Robert-Bosch-Stiftung. Mit dessen Hilfe können seit über 20 Jahren deutsche Akademiker als Muttersprachler an osteuropäischen und chinesischen Hochschulen unterrichten.

Bundespräsident würdigt Frankfurter Goethe-Uni

Staat dürfe sich nicht aus seiner Verantwortung für das Bildungswesen zurückziehen, so Gauck

Als Ausdruck bürgerschaftlichen Engagements hat Bundespräsident Joachim Gauck die Frankfurter Goethe-Universität gewürdigt. Die Entstehungsgeschichte der Hochschule unterscheide sich deutlich von anderen Universitäten, sagte er heute bei einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche zum 100. Geburtstag der Einrichtung. Sie hatte am 18. Oktober 1914, wenige Wochen nach Beginn des Ersten Weltkriegs, mit 600 Studierenden den Vorlesungsbetrieb aufgenommen. Ausschlaggebend zur Gründung von Universitäten sei zuvor meist "der Wille eines Landesherrn" gewesen, der den Ruhm seines Fürstentums und auch seinen eigenen mehren sowie die Wirtschaftskraft des Territoriums habe stärken wollen, sagte der Bundespräsident. Zur Gründung der Uni Frankfurt habe aber "nicht Fürsten-, sondern Bürgerwille" geführt. Hier habe man begriffen, "dass die Gründung einer Universität so etwas wie eine selbstverständliche Bürgerpflicht war". Zugleich mahnte der Bundespräsident, das "Lob der Förderer und Stifter und der Ruf nach weiterem bürgerschaftlichen Engagement" dürften nicht dazu führen, dass sich der Staat aus seiner Verantwortung für das Bildungswesen zurückziehe. "Stifter sind keine Ausfallbürgen in Zeiten knapper Kassen - sie schaffen einen Mehrwert", sagte Gauck. Er erinnerte auch an die dunklen Jahre der Universität, die sich in der Nazizeit "sehr schnell und sehr gründlich" ihrer jüdischen Professoren entledigt habe. "Intellektualität allein ist noch kein wirksamer Schutz gegen Barbarei", stellte der Bundespräsident fest.

Gründer der Vokalgruppe Manhattan Transfer gestorben

Manhattan Transfer Tournee findet trotzdem statt

Tim Hauser, Gründer der in den 1970er und 80er Jahren erfolgreichen Vokalgruppe Manhattan Transfer, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Nach Angaben von Band-Sprecherin JoAnn Geffen erlitt er einen Herzinfarkt. Die von Hauser Anfang der 70er Jahre gegründete Vokalgruppe hatte Hits wie "Operator" und "The Boy From New York City". Sie gewann zahlreiche Pop- und Jazzpreise. Den Höhepunkt ihres Erfolgs erreichte sie 1985 mit dem Album "Vocalese", das ihnen zwölf Grammy-Nominierungen einbrachte. Zwei der wichtigsten US-Musikpreise erhielten sie für das Album, insgesamt erhielten sie zwischen 1981 und 1992 neun Grammys. Neben Hauser gehörten Alan Paul, Janis Siegel und Cheryl Bentyne zu dem Quartett. Die Bandmitglieder würdigten Hauser als den Visionär hinter Manhattan Transfer:"Es ist undenkbar, sich diese Welt ohne ihn vorzustellen". Dennoch wollen sie demnächst eine geplanteTournee antreten.

Eigenwilligem Tannenbaum-Kunstwerk geht nach zwei Tagen die Luft aus

Paul McCarthys Skulptur auf Pariser Vendôme-Platz eingefallen

Eine eigenwillige grüne Tannenbaum-Skulptur auf dem eleganten Pariser Vendôme-Platz hat sich nur zwei Tage gehalten: Das 24 Meter hohe, aufblasbare Werk des US-Künstlers Paul McCarthy fiel heute wie ein Ballon in sich zusammen, dem die Luft ausgegangen war. Die Polizei vermutete dahinter das Werk von unbekannten Rowdies. Der genaue Hergang war zunächst nicht eindeutig zu klären: Ein Vertreter der Polizei sagte, Vandalen hätten die Halteseile an McCarthys "Tree" durchschnitten, daraufhin hätten Wachleute die Luft aus der am Boden liegenden Skultur gelassen. Die Organisatoren der Kunstaktion von der Internationalen Messe Zeitgenössischer Kunst (FIAC) hingegen erklärten, die Angreifer hätten die Pumpe außer Kraft gesetzt, mit der das Kunstwerk aufgeblasen wurde. Die grüne Skulptur war vor zwei Tagen auf dem eleganten Platz im Zentrum von Paris errichtet worden. Sie sorgte für gehörigen Wirbel. In sozialen Netzwerken wurde über die Form debattiert, weil der Tannenbaum wie ein überdimensionales Sex-Spielzeug aussah. McCarthy wurde sogar von einem Passanten geohrfeigt, als er der Errichtung der Skulptur beiwohnte, wie die Tageszeitung "Le Monde" berichtete.

Rattenfänger-Literaturpreis für "Kind im Mond"

Das Preisgeld beträgt 5000 Euro

Der Schweizer Schriftsteller Jürg Schubiger ist posthum mit dem Rattenfänger-Literaturpreis 2014 der Stadt Hameln ausgezeichnet worden. Schubiger war im September im Alter von 77 Jahren gestorben. Der Preis ging am Freitag auch an den Illustrator Aljoscha Blau, von dem die Zeichnungen für das gemeinsame Buch "Das Kind im Mond" stammen. Mit dem Buch "Das Kind im Mond" hätten die beiden Künstler ein "Meisterwerk der Kinderliteratur" geschaffen, hieß es in der Laudatio des Heidelberger Literaturwissenschaftlers Prof. Bernard Rank. "Geläufige Abgrenzungen zwischen der Literatur für Kinder und der für Erwachsene werden hier überbrückt." Der mit 5000 Euro dotierte Rattenfänger-Literaturpreis wird seit 1984 alle zwei Jahre für herausragende Märchen- und Sagenbücher oder fantastische Erzählungen für Kinder und Jugendliche vergeben.

Al Pacino kehrt an den Broadway zurück

Drehbuchautor Mamet sagt, er habe das Stück extra für Pacino geschrieben

Der Hollywood-Star Al Pacino (74) kehrt an den Broadway in New York zurück. Pacino werde ab Oktober 2015 eine Rolle in dem Stück "China Doll" des Drehbuchautoren David Mamet übernehmen, berichtete die "New York Times". Das Stück handelt von einem Milliardär, der seiner Verlobten ein neues Flugzeug kauft. Die Rolle sei "eine der respekteinflößendsten und herausforderndsten", die er je angenommen habe, sagte Pacino demnach. 2012 hatten Mamet und Pacino bereits mit dem Stück "Glengarry Glen Ross" am Broadway Erfolge gefeiert. Der Oscar-gekrönte Pacino wurde vor allem mit seiner Rolle in der Hollywood-Trilogie "Der Pate" weltbekannt.

Westminster Abbey in London soll erweitert werden

Neuer Turm und Museum geplant

Die Londoner Krönungskirche Westminister Abbey soll erweitert werden. Der Gemeindevorstand plant den Bau eines Museums am Ostende einer Galerie hoch oben im Kirchenschiff, des sogenannten Triforiums. Diese Galerie soll außerdem über einen neuen Turm öffentlich zugänglich werden. Der Plan für den neuen Zugang sei dem Stadtrat von Westminister vorgelegt worden, teilte die Kirche mit. Der neue Turm soll die gotische Architektur nicht stören und weitgehend versteckt sein. In Westminster Abbey werden die britischen Monarchen gekrönt und beerdigt, die Queen und Prinz Philip sowie Prinz William und Kate haben dort geheiratet.

Neues Frank Gehry-Museum in Paris

Gezeigt werden moderne und zeitgenössische Werke

Frankreich bekommt ein neues spektakuläres Museum. Für mehr als 100 Millionen Euro wird am Rande von Paris die von Stararchitekt Frank Gehry entworfene Stiftung Louis Vuitton eröffnet.
Einen ersten Einblick in die Kulturstiftung des französischen Milliardärs und Vorsitzenden des französischen Luxushauses LVHM am Rand des Stadtwaldes Bois de Boulogne bekamen die Medien: Eine 11 000 Quadratmeter große "Glaswolke", wie Gehry seinen Bau beschreibt. Seine Struktur schwebe und sei leicht wie der Wind, sagte der 85-Jährige bei der Präsentation. Frankreichs Staatspräsident François Hollande wird die spektakuläre Stiftung am Montagabend einweihen. Das Gebäude, bei dem Gehry mit Licht und Wasser spielt, umfasst mehrere Galerien, in denen ein Teil der privaten Sammlung des 65-jährigen Geschäftsmannes mit Werken aus dem 20. Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischer Kunst zu sehen sein wird.

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