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Kulturnachrichten

Freitag, 17. Oktober 2014

Basta von Hannelore Kraft: Warhol-Bilder werden in NRW versteigert

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin hat auf den Protest von 26 Museumsdirektoren in NRW, dem Deutschen Kulturrat und der Kulturstiftung der Länder schriftlich reagiert.

Kraft erklärte, die Landesregierung habe nicht die Absicht, Kunst aus direktem Besitz des Landes zum Zweck der Haushaltskonsolidierung zu veräußern. "Diesen Tabubruch wird es nicht geben", heißt es wörtlich.
Andererseits seien Andy Warhols "Triple Elvis" und "Four Marlons" "kein nationales Kulturgut gemäß dem Kulturschutzgesetz". Deshalb komme die von den Direktoren geforderte Übertragung der Werke an Museen in Nordrhein-Westfalen nicht in Betracht. Ein Ankauf der Bilder aus Steuergeldern zum Marktwert sei "zurzeit nicht darstellbar". Westspiel, eine Tochter der NRW.Förderbank, habe die Bilder einst aus eigenen Mittel weit unter dem heutigen Wert erworben und müsse als rechtlich selbstständiges Unternehmen Investitionen aus vorhandenen Vermögenswerten bestreiten, heißt es bei Hannelore Kraft weiter.
Mit den erwarteten Einnahmen von mindestens 100 Millionen Euro bei der Versteigerung der Bilder im November in New York soll die Modernisierung der Spielbank finanziert werden.

Grenzüberschreitungen: Donaueschinger Musiktage eröffnet

Rund 10 000 Konzertbesucher werden erwartet

Die Donaueschinger Musiktage wollen in diesem Jahr erstmals die Musik mit anderen künstlerischen Sparten verbinden. Im Zentrum stehen Komponisten, die über ihr musikalisches Wirken hinaus auch in anderen Kunstbereichen erfolgreich seien, sagte Organisator Bernd Künzig heute zur Eröffnung. Mit diesem Schwerpunkt überschreite das Festival bewusst die bislang gesetzten Grenzen der Musik. Zusätzlich zu den 19 Uraufführungen gibt es erstmals auch Lesungen und Ausstellungen sowie Film- und Videovorführungen. Die 1921 gegründeten Donaueschinger Musiktage, die jährlich vom Südwestrundfunk (SWR) organisiert werden, sind nach eigenen Angaben das weltweit älteste und größte Festival für Neue Musik.

Internationaler Demokratiepreis Bonn an Reporter ohne Grenzen

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 18. November übergeben

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) erhält den Internationalen Demokratiepreis Bonn 2014. ROG setze sich international in herausragender Weise für Pressefreiheit ein und weise auf die Bedeutung der Medien für eine demokratische Entwicklung hin, teilte die Stadt Bonn heute mit. "Mit Blick auf aktuelle Krisensituationen in der Welt soll die Auszeichnung Reporter ohne Grenzen ermutigen, weiterhin Journalisten bei ihrer schwierigen Arbeit zur Seite zu stehen und Menschenrechtsverletzungen anzuprangern", so der Vorsitzende des Vereins Internationaler Demokratiepreis Bonn und frühere Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird am 18. November bei einem Festakt in Bonn verliehen. Der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation "Reporters sans frontieres" (Paris), Christophe Deloire, wird die Auszeichnung entgegennehmen. Der alle zwei Jahre verliehene Preis geht an Personen, die sich um Demokratisierung und Menschenrechte in ihrem Land in herausragender Weise verdient gemacht haben. Bisherige Preisträger waren der frühere tschechische Staatspräsident und Schriftsteller Vaclav Havel (2009), die iranische Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi (2010) und der Präsident der ersten verfassungsgebenden Kommission Tunesiens, Yadh Ben Achour (2012).

Britischer Journalist Williams leitet Jazzfest Berlin

Die 50. Ausgabe in diesem Jahr wird die letzte für Bert Noglik

Der britische Journalist Richard Williams wird ab 2015 künstlerischer Leiter des Jazzfests Berlin. Er löse Bert Noglik ab, der das Festival seit 2012 leitete und sich mit der 50. Ausgabe in diesem Jahr verabschiedet. Das teilten die Berliner Festspiele heute mit. Das 1964 gegründete Festival gilt als eines der wichtigsten Szenetreffen in Europa. Es wurde 1964 unter dem Namen "Berliner Jazztage" gegründet. Der 1947 in Sheffield geborene Williams schrieb für Zeitungen und Zeitschriften wie "Times", "Independent" und "Guardian" sowie für "Melody Maker" und "Time Out". Er produzierte Beiträge für BBC-Sendungen und war erster Moderator der legendären Rock-Show "The Old Grey Whistle Test". Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen Biografien über Miles Davis, Bob Dylan und Phil Spector. In seinem Blog thebluemoment.com schreibt Williams regelmäßig über Musik.

Gysi droht Wagner-Stiftung mit Klage

Gysi vertritt Nike, Daphne und Wolf-Siegfried Wagner

Im Kampf um die Festspielleitung auf dem Grünen Hügel in Bayreuth ist Nike Wagner ihrer Cousine Katharina 2008 unterlegen. Jetzt fürchtet sie, ausgebootet zu werden - und will sich mit Gregor Gysis Hilfe dagegen wehren. Gregor Gysi, Fraktionschef der Linken im Bundestag, will als Anwalt für Nike Wagner und ihre Geschwister mehr Mitsprache bei der Festspielleitung durchsetzen - notfalls vor Gericht. Das rechtliche Fundament der Bayreuther Festspiele und der Richard-Wagner-Stiftung seien eng mit der Familie verbunden, sagte Gysi dem "Nordbayerischen Kurier". Das könne man nicht außer Acht lassen. Ein Sprecher der Fraktion bestätigte einen Bericht der 3sat Sendung "Kulturzeit", dass Gysi das Mandat von den Geschwistern Nike, Daphne und Wolf-Siegfried Wagner erhalten hat - den Kindern des früheren Festspielleiters Wieland Wagner (1917-1966). Gysi sagte dem "Nordbayerischen Kurier", der neue Mietvertrag für das Festspielhaus beeinträchtige die drei in ihren Rechten. Das Festspielhaus gehört der Richard-Wagner-Stiftung, in der Bund und Freistaat Bayern die Mehrheit haben. Die Stiftung hat das Haus im Frühjahr bis zum Jahr 2040 an die Festspiele GmbH vermietet. Weil dadurch Bund und Freistaat Bayern beinahe allein über die Festspielleitung entscheiden könnten, erwögen die Erben Wieland Wagners jetzt zu klagen, berichtete die Zeitung.

Ehemaliges Rio-Reiser-Haus hat eine neue Besitzerin

Die neue Besitzerin entdeckte das Angebot im Internet

Das ehemalige Rio-Reiser-Haus in Nordfriesland hat eine neue Besitzerin. "Das ist weg", hieß es heute kurz und bündig beim Amtsgericht Niebüll. "Der Zuschlag wurde verkündet." Darüber hatte zuvor der NDR berichtet. Der 1996 gestorbene Musiker Rio Reiser ("König von Deutschland") hatte sich in den 70er Jahren mit seiner Band Ton, Steine, Scherben dort zurückgezogen. Das Gebot lag laut Gericht bei 180 000 Euro - es sei das einzige gewesen. Im April war eine Zwangsversteigerung gescheitert, weil kein Gebot abgegeben worden war. Die Frau war nach Angaben des Gerichts nun über das Internet auf das Haus aufmerksam geworden. Das reetgedeckte Gutshaus in Fresenhagen bei Stadum hat laut Gericht einen Verkehrswert von fast 300 000 Euro. Reiser war dort auch bestattet, 2011 aber nach Berlin umgebettet worden. Nach seinem Tod war der Hof als Veranstaltungszentrum genutzt worden. Reisers Angehörige konnten die Kosten schließlich nicht mehr tragen und mussten verkaufen. Zuletzt war dort eine Jugendhilfeeinrichtung untergebracht.

US-Schauspielerin Misty Upham tot in Seattle gefunden

Todesursache noch unklar

Die amerikanische Schauspielerin Misty Upham ist im Alter von 32 Jahren gestorben. Ihre Leiche sei am Donnerstag (Ortszeit) in einer Schlucht in Seattle gefunden worden, wie eine Sprecherin der Familie dem "Hollywood Reporter" sagte. Ein Suchtrupp um Uphams Onkel habe die Leiche entdeckt, ihr Vater habe sie identifiziert, schrieb das Branchenblatt. Die Schauspielerin indianischer Abstammung war nach Angaben der Familie am 5. Oktober nach einem Besuch bei ihrer Schwester zuletzt gesehen worden. Die genauen Umstände ihres Todes blieben zunächst unklar. Ein Gerichtsmediziner will Medienberichten zufolge an diesem Freitag über die Todesursache informieren. Bekannt wurde Upham durch ihre Rolle als Menschenschmugglerin in dem Drama "Frozen River". In der Tragikkomödie "Im August in Osage County" spielte sie an der Seite von Meryl Streep und Julia Roberts eine Haushaltshilfe. "Es ist so so schade, diese Nachricht zu hören. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie und ihrer wunderbaren Seele", schrieb Streep dem "Hollywood Reporter" in einer Stellungnahme.

Stirling-Architekturpreis für Theater "The Ev" in Liverpool

Piano und Hadid standen auf der Shortlist

Der diesjährige Stirling-Architekturpreis 2014 geht an die Architekten des Everyman Theatre in Liverpool. Das britische Architekturbüro Haworth Tompkins bekommt dafür die renommierte Auszeichnung, wie das Royal Institute of British Architects mitteilte. Das für 13,3 Millionen Pfund (16,7 Mio Euro) neu gebaute Theater mit dem Spitznamen "The Ev" hatte das frühere Schauspielhaus ersetzt, das vor einem halben Jahrhundert in einem umgewidmeten Kirchengebäude entstanden war. Haworth Tompkins hatten aber einige alte Elemente wie ein vertrautes rotes Neonschild beibehalten und Original-Ziegel eingebaut. Aluminiumplatten auf der Vorderseite des Gebäudes zieren Bilder von Menschen aus der Stadt. Die Jury lobte den "außerordentlichen Beitrag für Theater und Stadt". Die Architekten hätten die "Seele" des Hauses erhalten. Projektleiter Steve Tompkins nannte den Stirling-Preis eine "enorme Ehre für unser Team und unsere Kunden". Der Stirling-Preis geht jedes Jahr an Architekten aus Großbritannien. Er ist nach dem britischen Architekten James Stirling (1926-1992) benannt, der auch die Neue Staatsgalerie in Stuttgart entworfen hat. Auf der Shortlist für die Auszeichnung standen in diesem Jahr unter anderem auch der Londoner Wolkenkratzer "The Shard" von Renzo Piano und die Schwimmhalle im Olympia-Park von 2012 von Zaha Hadid.

Werke von Gerhard Richter in London versteigert

Auch Bilder von Kiefer und Polke kamen unter den Hammer

Kunstwerke der Nachkriegszeit und Gegenwart sind in London für rund 50 Millionen Euro unter den Hammer gekommen. Am meisten brachte bei der Versteigerung am Donnerstag im Auktionshaus Christie's das Bild "The Heart of Old San Juan" (1959) des Schotten Peter Doig ein, das einem Bieter umgerechnet rund 5,7 Millionen Euro wert war. In der Auktion fanden auch Werke von Gerhard Richter, Anselm Kiefer und Sigmar Polke neue Besitzer. Für 5,6 Millionen Euro ersteigerte ein Bieter Richters "Waldstück (Chile)" (1932). Etwa die Hälfte brachte das Werk "Fiktion (Garten)" (1932) des deutschen Malers ein. Richter zählt bei Käufern von Gegenwartskunst zu den weltweit beliebtesten Künstlern. Bei einer Christie's-Versteigerung am Montag hatte sein vierteiliges Bild "Wolken (Fenster)" die Erwartungen allerdings enttäuscht. Auch einige Arbeiten jüngerer Künstler wie Adrian Ghenie sowie Skulpturen von Antony Gormley and Juan Muñoz wurden am Donnerstag bei Christie's versteigert.

Country-Star John Denver wird posthum mit Hollywood-Stern geehrt

Zwei seiner Kinder enthüllen den Stern

Der amerikanische Country- und Folksänger John Denver wird 17 Jahre nach seinem Tod mit einem Stern auf dem "Walk of Fame" geehrt. Am 24. Oktober sollen zwei von Denvers drei Kindern, Zak Deutschendorf und Jesse Belle Denver, die Plakette in Hollywood enthüllen, wie die Veranstalter am mitteilten. Dem Sänger wird der 2531. Stern auf dem berühmten Bürgersteig zuteil. Denver war 1997 bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückt. Der 53-Jährige saß selbst am Steuer der einmotorigen Maschine, die vor der kalifornischen Küste abstürzte. Zu seinen größten Hits gehören die Songs "Take Me Home, Country Road", "Rocky Mountain High", "Sunshine On My Shoulders" und "Annie's Song".

Schule aus Bremerhaven gewinnt Kurzfilmpreis in den USA

"Stolpern" setzt sich mit Judenverfolgung in Bremerhaven auseinander

Eine Schule aus Bremerhaven hat einen internationalen Kurzfilmpreis in den USA gewonnen. Die Schüler der Immanuel-Kant-Schule seien in Newark bei New York für ihren Beitrag "Stolpern" geehrt worden, der sich mit der Judenverfolgung in ihrer Heimatstadt auseinandersetzt, hieß es vom Preisstifter Panasonic. Mehr als 500 Schulen aus 23 Ländern hätten sich beteiligt, damit sei es der größte Kurzfilmpreis der Welt für Schulen. Er wurde zum 26. Mal vergeben. Das deutsche Team besteht aus 15 Schülern im Alter von 10 bis 15 Jahren. Sie hatten die Idee zu dem Film durch die Partnerschaft mit einer israelischen Schule entwickelt.

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