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Sonntag, 15.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 15. Dezember 2019

Belgischer Künstler Panamarenko gestorben

Der belgische Künstler und Erfinder Henri Van Herwegen, bekannt als Panamarenko, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Dies meldete die Nachrichtenagentur Belga. Der flämische Kulturminister Jan Jambon würdigte Panamarenko als "einen unserer markantesten visuellen Künstler" und als Persönlichkeit, die so bald nicht vergessen werde. Panamarenko machte sich als Performance-Künstler, Maler, Bildhauer und Poet einen Namen, aber auch als von Wissenschaft und Technik faszinierter Erfinder. Er konstruierte vor allem eigenwillige Luftfahrzeuge. Seine Karriere begann er in den 1950er-Jahren mit einer Ausbildung an der Akademie der schönen Künste in seiner Heimatstadt Antwerpen. Seine Inspiration war die Pop-Art. In den folgenden Jahrzehnten stellte er seine Werke in aller Welt aus.

Bad Mergentheim feiert 800 Jahre Deutscher Orden

Mit einem Gottesdienst und einem Festakt hat Bad Mergentheim der 800-jährigen Präsenz des Deutschen Ordens im Taubertal gedacht. Ordenshochmeister Frank Bayard würdigte das Verhältnis zwischen Stadt und Gemeinschaft bis in die Gegenwart hinein als eine "Win-win-Situation": Die Gemeinschaft habe Mergentheim geprägt, "nicht nur baulich, sondern auch emotional". Oberbürgermeister Udo Glatthaar sah eine "Geschichte vom Segen und von Irrwegen". Zwischen 1525 und 1809 war dort die Zentrale der Gemeinschaft, die im Mittelalter im heutigen Baltikum über ein Gebiet mit der fünffachen Größe der Schweiz herrschte. Heute ist im Ordensschloss das Deutschordensmuseum untergebracht. Seine Türme prägen das Stadtbild von Bad Mergentheim.

Rechte Musikveranstaltung aufgelöst

In Sachsen-Anhalt hat die Polizei eine rechtsradikale Musikveranstaltung aufgelöst. Rund 50 Personen aus der rechten Szene hatten sich im Altmarkkreis Salzwedel in einer Scheune versammelt, teilte die Polizei mit. Dort sei Musik mit strafrechtlich relevantem Inhalt abgespielt worden. Die Polizei erteilte Platzverweise gegen die Besucher und stellte zahlreiche Tonträger sicher. Gegen den 33-jährigen Veranstalter wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Er habe bereits mehrfach rechtsradikale Konzerte organisiert.

Frauen protestieren mit Wandmalereien in Bagdad

Im Irak haben Frauen bei den seit Oktober andauernden Protesten gegen die Regierung eine führende Rolle übernommen. Sie äußern ihre Meinung durch Wandmalereien am Tahrir-Platz, dem Hauptschauplatz der Proteste in der Hauptstadt Bagdad. Die Kunstwerke sollen den Geist und die Stärke der Irakerinnen betonen und stehen symbolisch dafür, dass die Frauen ihre Zukunft aktiv gestalten wollen. Laut BBC lassen sich viele von ihnen trotz Sicherheitsbedenken ihrer Ehemänner und Eltern nicht davon abhalten, notfalls heimlich an den Protesten teilzunehmen. Beobachter werten es als bedeutende soziale Errungenschaft, dass im Irak inzwischen Frauen und Männer aus allen Gesellschaftsschichten Seite an Seite gegen die Regierung auf die Straße gehen. Bei den Protesten hat es bereits mehr als 400 Tote gegeben.

Thomas-Mann-Enkel Frido Mann hält Trump für krank

Der in den USA geborene Psychologie-Professor und Autor Frido Mann kritisiert US-Präsident Donald Trump als "Frankenstein mit psychischen Problemen": "Bei ihm weiß man nie, welche Entscheidungen er trifft. Es gibt lauter Entscheidungen, die man nicht ernst nehmen kann. Aber man muss sie ernst nehmen, weil er Präsident ist", sagte der Enkel des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann in der phoenix-Interviewreihe "Mensch, Amerika!"

Französische Schauspielerin Anna Karina gestorben

Die französische Filmschauspielerin Anna Karina ist tot. Der Nouvelle-Vague-Star, bekannt durch Filme des Regisseurs Jean-Luc Godard, starb am Samstag im Alter von 79 Jahren in Paris an den Folgen eines Krebsleidens. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Karinas Agenten. Die aus Dänemark stammende Schauspielerin hatte in den 1960er Jahren sieben Filme mit Godard gedreht, darunter "Eine Frau ist eine Frau" und "Elf Uhr nachts". Von 1961 bis 1965 war sie mit Godard verheiratet. Karina arbeitete auch mit anderen namhaften Regisseuren wie Jacques Rivette, Luchino Visconti, Volker Schlöndorff und Rainer Werner Fassbinder.

Hunderte Schulleiterposten sind bundesweit unbesetzt

Bundesweit sind an mehr als 1000 öffentlichen Schulen die Leitungsposten unbesetzt. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Bildungsministerien zahlreicher Länder ergeben. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen waren demnach insgesamt 457 Stellen nicht besetzt, in Niedersachsen fehlen 170 Schulleiter und in Baden-Württemberg fast 250. Angespannt ist die Lage auch im Osten Deutschlands. Betroffen sind vor allem Grundschulen. In Bayern ist Schulleitermangel nach Darstellung des Kultusministeriums dagegen kaum ein Thema. Weniger als ein Prozent der Leiterstellen seien dort unbesetzt.

Archäologen entdecken Mini-Sphinx in Ägypten

In Ägypten haben Archäologen bei Ausgrabungen eine Miniatur-Sphinx entdeckt. Die sehr gut erhaltene Statue sei 35 Zentimeter hoch und habe eine Länge von 55 Zentimetern, sagte der für Mittelägypten zuständige Antiquitätendirektor Dschamal al-Samstaui am Samstag. Die feinen Details des Gesichts zeigten die Fähigkeiten der alten ägyptischen Künstler. Die Statue sei in der Nekropole Tuna al-Dschabal in der mittelägyptischen Provinz Minja gefunden worden. Die Sphinx ist ein ägyptisches Fabelwesen, häufig mit dem Körper eines Löwen und dem Gesicht eines Menschen. Die berühmteste Sphinx steht in Giseh bei Kairo nahe den Pyramiden. In den vergangenen Monaten hatten die Antikenbehörden des nordafrikanischen Landes immer wieder historische Ausgrabungsstücke präsentiert.

Oscar-Preisträgerin Sally Field bei Klimaprotest

Die US-amerikanische Schauspielerin Sally Field hat in Washington mehr Engagement gegen den Klimawandel angemahnt. "Wir können uns nicht in unseren Komfortzonen, auf unseren Sofas zurücklehnen und uns fragen: Was können wir tun?", sagte die 73-Jährige am Freitag, wo sie sich einer Protestaktion ihrer Kollegin Jane Fonda anschloss. "Wir können etwas tun", sagte Field. Die zweifache Oscar-Preisträgerin wurde im Zuge der Kundgebung vor dem Kapitol von der Polizei abgeführt, wie auf der Twitterseite der Aktion "Fire Drill Fridays" auf Videos zu sehen ist. Auch Fonda wurde in den vergangenen Wochen bei dem Klimaprotest festgenommen. "Fire Drill" bedeutet Brandschutzübung.

Chorfenster von Tony Cragg in Dorfkirche zu sehen

In der Dorfkirche von Großbadegast, einem Ortsteil der Stadt Südliches Anhalt, wurden am Samstag die neuen Chorfenster des britischen Künstlers Tony Cragg eingeweiht. Der Bildhauer war krankheitsbedingt nicht dabei. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hingegen nahm an der Zeremonie teil. Cragg habe in den vergangenen Monaten drei abstrakte Fenster in Blau- und Gelbtönen gestaltet und sich dafür an mathematischen Formeln und Symbolen bedient, teilte die Evangelische Landeskirche Anhalts in Dessau-Roßlau mit. Die Werke zeigten, dass Naturwissenschaft und Religion in einen Dialog treten könnten, hieß es. Cragg wurde im diesjährigen Ranking "Kunstkompass" als einer der wichtigsten Künstler weltweit aufgeführt. Der 70-Jährige stammt gebürtig aus Liverpool. Er lebt in Wuppertal, wo er den Skulpturenpark Waldfrieden schuf, in dem zahlreiche Werke von ihm und anderen bekannten Künstlern gezeigt werden.

Hausmusikkonzerte zu Ehren von Beethoven

Zum Auftakt des Beethoven-Jahres sind am Wochenende Konzerte in 100 Wohnzimmern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geplant. Bundesweit finden in knapp 700 Wohnzimmern Konzerte unter dem Motto "Beethoven bei uns" statt, wie die Beethoven Jubiläums GmbH mitteilte. Neben Hauskonzerten sind Auftritte in Museen, Bibliotheken, Kneipen, Yoga-Studios oder Bauernhöfen angekündigt. 2020 wird der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven (1770-1827) gefeiert. "Musik zu Beethovens Zeit fand vor allem in Privatsalons und Zimmern statt", hieß es weiter. Eröffnet werden soll das Beethoven-Jahr offiziell am Montag mit einem Festkonzert in Bonn, der Geburtsstadt des Komponisten.

Debatte um Klimaschutz prägt neue Wörter

Die Debatte um Klimaschutz hat neue Wörter des Jahres 2019 geprägt. Das zeigt das Wörterbuch der Neologismen. Dafür hat das Mannheimer Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) zum Jahresende eine ganze Reihe von Wortschöpfungen gesammelt. Im Wörterbuch findet man jetzt etwa den "Elektrotretroller", auch bekannt als "E-Scooter". Den nutzen Menschen, wenn sie etwa zum "Unverpacktladen" fahren, wo Lebensmittel und andere Waren lose angeboten werden. Dort könnte der umweltbewusste Einkäufer sich Produkte des "Urban Farming" besorgen. Das sind Gemüse oder Obst aus Anbau auf städtischen Flächen oder Hausdächern. Auch die "Flugscham" darf nicht fehlen, ein mulmiges Gefühl, wenn man - wissend um dessen Abgase - in den Flieger steigt.

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