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Mittwoch, 22.05.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. Mai 2019

Verdienstkreuz für Aktionskünstler Kurzwelly

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Aktionskünstler Michael Kurzwelly für sein Engagement für ein "gelebtes Grundgesetz" mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Der 56-Jährige aus Frankfurt (Oder) war einer von insgesamt 16 Männern und Frauen aus jedem Bundesland, die anlässlich des 70. Jahrestages des Grundgesetzes ausgezeichnet wurden. Kurzwelly ist Gründer des Vereins Slubfurt, in dem sich seit 20 Jahren Menschen aus Frankfurt (Oder) und Slubice auf der anderen Seite des Flusses mit der Gestaltung eines gemeinsamen Stadtraums beschäftigen.

Camões-Literaturpreis für Chico Buarque

Der brasilianische Musiker, Schriftsteller und Dramaturg Chico Buarque erhält den diesjährigen Camões-Preis, die höchste literarische Auszeichnung der portugiesischsprachigen Welt. Die Jury in Rio de Janeiro würdigte das facettenreiche Werk des 74-Jährigen, bestehend aus Gedichten, Romanen, Theaterstücken und Liedtexten. Der aus Rio stammende Künstler sang einst politische Lieder gegen die Militärdiktatur in Brasilien (1964-1985) und wurde 1966 auch international mit dem Stück "A Banda" berühmt. Buarque schrieb auch Theaterstücke, etwa 1978 die "Ópera do Malandro", eine Version von Brechts Dreigroschenoper, sowie mehrere Romane. Zuletzt erschien auf Deutsch 2016 "Mein deutscher Bruder". Darin erzählt er von seinem Halbbruder in der DDR, den Sänger Sérgio Günther (1930-1981). Der mit 100 000 Euro dotierte Preis ist nach dem portugiesischen Dichter Luís de Camões (1524-1580) benannt. Er wird 1989 alljährlich abwechselnd in Portugal und Brasilien vergeben.

Dörte Hansen erhält Rheingau-Literatur-Preis 2019

Die nordfriesische Schriftstellerin Dörte Hansen erhält für ihren Roman "Mittagsstunde" den Rheingau-Literatur-Preis 2019. Der Roman sei nach den Worten der Jury eine bewegende Reise in die verlorene Zeit. Dörte Hansen lasse die untergehende Kultur einer norddeutschen Dorfgemeinschaft wieder lebendig werden. Der Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingau-Riesling dotiert.Er wird im Rahmen des Rheingau-Literatur-Festivals im September verliehen. Dörte Hansen, 1964 in Husum geboren, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als Redakteurin beim NDR und als Autorin für Hörfunk und Print. 2015 schrieb sie ihren Debütroman "Altes Land". Der Rheingau-Literatur-Preis wird in diesem Jahr zum 26. Mal verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Ulla Berkéwicz, Thomas Lehr, Robert Gernhardt, Ralf Rothmann, Ursula Krechel, Sasa Stanisic und Robert Seethaler.

Prinzessin-von-Asturien-Preis für Siri Hustvedt

Die amerikanische Schriftstellerin und Essayistin Siri Hustvedt wird in diesem Jahr mit dem renommierten spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur ausgezeichnet. Ihre Arbeit sei eine der ehrgeizigsten im aktuellen Literaturpanorama, so die Jury zur Begründung. Die 64-Jährige sei unter 28 Kandidaten aus 17 Ländern ausgewählt worden, teilte die Stiftung in Oviedo mit. Bekannte Romane von Hustvedt sind: "Die unsichtbare Frau", "Der Sommer ohne Männer" und "Die gleißende Welt". Dieses Jahr erschien das teilweise autobiografische Werk "Damals". Die angesehenen Preise sind nach der spanischen Thronfolgerin benannt und werden alljährlich in acht Sparten vergeben. Diesjährige Sieger waren neben Hustvedt der britische Regisseur Peter Brook in der Sparte Künste, das Madrider Prado-Museum in der Kategorie Kommunikation und Geisteswissenschaften, der US-Mathematiker Salman Khan für Internationale Kooperation und die Ex-Skistar Lindsey Vonn in der Sparte Sport. Alle Gewinner erhalten jeweils 50 000 Euro und die Nachbildung einer Joan-Miró-Statue.

Kenianischer Autor Binyavanga Wainaina gestorben

Einer der bekanntesten Autoren Afrikas, Binyavanga Wainaina, ist tot. Er sei im Alter von 48 Jahren in Nairobi gestorben, teilte ein Freund des Autors den Nachrichtenagenturen mit. Wainaina, der 2002 mit der Literaturauszeichnung "Caine Prize" für afrikanische Schreibkunst geehrt wurde, lebte offen schwul in Kenia, wo Homosexualität noch kriminalisiert wird. Er offenbarte außerdem, an HIV erkrankt zu sein. Bekanntheit erlangte er unter anderem mit seinem satirischen Essay "How to Write About Africa". Darin hieß es, in der Überschrift solle man immer Wörter wie "Safari" verwenden, in den Untertiteln Wörter wie "Massai", "Kongo", "Nil", "Trommel" oder "Sonne". Nach seinem Coming-out wählte ihn das Magazin "Time" 2014 zu einem der 100 einflussreichsten Menschen. Die Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie schrieb über Wainaina, er habe Homosexualität "entmystifiziert und vermenschlicht". Wainaina rief außerdem das Literaturnetzwerk Kwani Trust ins Leben, das Arbeiten von Kreativen und lokale Schriftsteller rund um Nairobi fördert.

Gestohlene Dokumente Max Brods an Israel übergeben

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat gestohlene Dokumente des Schriftstellers Max Brod (1884-1968) an Israel übergeben. Die teilweise über 100 Jahre alten Dokumente seien zwischen 2009 und 2012 aus der Wohnung der ehemaligen Sekretärin von Brod in Tel Aviv entwendet worden. Das BKA habe sie zufällig bei Ermittlungen gegen Kunstfälscher gefunden. Literaturexperten hätten die Authentizität geklärt. Max Brod war Freund und Nachlassverwalter von Franz Kafka. Die Dokumente umfassten Manuskripte, Bücher, Briefwechsel, Notizen und Fotografien. Auch eine von Kafka unterschriebene Postkarte befinde sich darunter.Ich freut es sehr, dass wir die Dokumente sichern konnten und sie nun einen würdigen Platz in der National Library of Israel bekommen", sagte BKA-Vizepräsident Henzler. Der Direktor der israelischen Nationalbibliothek, Oren Weinberg, nahm an der Übergabe teil.

Internationaler "Man Booker"-Preis für Jokha Alharthi

Zum ersten Mal ist eine arabische Autorin mit dem renommierten "Man Booker International Prize" geehrt worden. Jokha Alharthi aus dem Oman erhält die mit umgerechnet 57.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren Roman "Celestial Bodies". Die Hälfte des Geldpreises geht an Marilyn Booth, die das Werk aus dem Arabischen ins Englische übersetzt hat. Das bei Sandstone Press erschienene Buch erzählt die Geschichte dreier Schwestern, die im Oman nach dem Kolonialismus heranwachsen, als sich das Land neu definieren muss. Die Jury-Vorsitzende Betty Hughes sagte mit Blick auf Englands koloniale Vergangenheit: "Jokha Alharthis Buch überzeugt Kopf und Herz gleichermaßen. Es führt uns in eine Gemeinschaft, in der wir uns tiefgreifenden Fragen nach Zeit und Sterblichkeit und verstörenden Aspekten unserer gemeinsamen Geschichte stellen." Der "Man Booker International Prize" wird seit 2016 vergeben. Ausgezeichnet wird jährlich ein fremdsprachiger, ins Englische übersetzter und im Vereinigten Königreich veröffentlichter Roman oder Kurzgeschichtenband.

Filmemacher sagen Dreharbeiten in Georgia ab

Aus Protest gegen scharfe Regeln für Schwangerschaftsabbrüche im US-Bundesstaat Georgia haben mehrere Filmemacher ihre Dreharbeiten dort abgesagt. So werden die Schauspielerinnen und Autorinnen Kristen Wiig und Annie Mumolo ("Brautalarm") ihre geplante Komödie "Barb and Star Go to Vista Del Mar" nach Angaben eines Sprechers nicht in Georgia drehen, berichtet das US-Branchenblatt "Variety". Zudem gab die TV-Regisseurin Reed Morano ("The Handmaids's Tale") bekannt, keine Szenen für die geplante Thriller-Serie "The Power" in einem Staat zu drehen, in dem eine derart restriktive Abtreibungspolitik betrieben werde. In Georgia gilt seit kurzem ein Gesetz, das Abtreibungen verbietet, sobald ein Herzschlag des Fötus feststellbar ist. Es ist eine der schärfsten Abtreibungsregelungen in den USA. Durch Steueranreize und andere Lockmittel war Georgia in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Drehort für TV- und Spielfilmproduktionen geworden.

"Fix und Fax"-Zeichner Jürgen Kieser gestorben

Der Comiczeichner Jürgen Kieser ist tot. Das teilte der Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag in Berlin mit. Seine bekanntesten Schöpfungen sind die Mäuse Fix und Fax. 1921 geboren, begann Kieser seine Karriere als Zeichner von Bildergeschichten Anfang der 50er-Jahre in Magazinen und Zeitschriften der DDR. Generationen von Kindern wuchsen mit Fix und Fax auf. Deren Abenteuer erschienen von 1959 bis 1987 in 350 Folgen der Zeitschrift "Atze". Er sei "einer der beliebtesten ostdeutschen Comiczeichner" gewesen, würdigte der Verlag das Schaffen Kiesers. Er wurde 97 Jahre alt.

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