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Montag, 20.05.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 20. Mai 2019

"Auf Wiedersehen, Game of Thrones"

Die preisgekrönte Fantasy-Saga "Game of Thrones" ist nach acht Staffeln und 73 Folgen Geschichte: Am frühen Montagmorgen strahlte der Pay-TV-Sender Sky das große Finale aus. Acht Jahre lang hatte "GoT" Fans auf der ganzen Welt gefesselt. Allein in Amerika erreichte die Serie laut dem US-Sender HBO pro Folge rund 43 Millionen Menschen. Traurig über das Ende sind nicht nur viele Fans, sondern auch die Protagonisten. So schrieb Emilia Clarke, die die Drachenkönigin Daenerys Targaryen spielte, auf Instagram, die Serie habe sie als Frau, Schauspielerin und Mensch geprägt. Sophie Turner, die Sansa Stark verkörperte, schrieb, sie sei mit der Serie aufgewachsen, habe sich in sie verliebt und werde nie vergessen, was sie ihr beigebracht habe. Auch wenn die finale Staffel von vielen Anhängern kritisiert und eine Online-Petition für neue Drehbücher von Hunderttausenden unterstützt wurde, gab es in sozialen Medien viel Lob für den Abschluss der Saga. In der 75-minütigen Abschlussepisode mit dem Titel "Der Eiserne Thron" zeigen die Serienmacher das Schicksal der noch verbliebenen Hauptcharaktere und beantworten die Frage, wer am Ende die Macht über den fiktiven Kontinent Westeros erhält.

Film-Institutionen präsentieren Fassbinder-Nachlass

Ein Großteil des Nachlasses von Rainer Werner Fassbinder wird ab heute öffentlich zugänglich sein: Das Deutsche Filminstitut und das Filmmuseum eröffnen am Nachmittag in Frankfurt das "Fassbinder Center". Es wird Drehbücher, Finanzierungspläne, Drehpläne, Verträge, Produktionsakten und Korrespondenzen des früh verstorbenen Regisseurs (1945 - 1982) präsentieren. Die Direktorin des Centers, Ellen Harrington, spricht von einer "herausragenden Sammlung". Das Zentrum soll vor allem eine Forschungseinrichtung sein, aber auch Raum für Vorträge und andere Programme bieten. Filmmuseum und Filminstitut nutzen die Eröffnung, um ihr 70-jähriges Bestehen zu feiern. Dazu werden auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) erwartet.

Film-Legende Alain Delon mit Goldener Palme geehrt

Der französische Schauspieler Alain Delon ist beim Festival in Cannes mit der "Goldenen Palme" für sein Lebenswerk geehrt worden. Die Auszeichnung wurde dem 83-Jährigen unter großem Applaus von seiner Tochter Anouchka überreicht. Delon zeigte sich gerührt und sagte, es sei lange her, dass er so viel geweint habe. Der Franzose war in den 60er- und 70er-Jahren unter anderem mit "Der eiskalte Engel" von Jean-Pierre Melville und "Der Leopard" von Luchino Visconti weltberühmt geworden. Die Verleihung der Ehrenpalme war von der amerikanischen Vereinigung "Women and Hollywood" kritisiert worden. Sie lancierte eine Petition gegen die Vergabe, weil Delon rassistisch, homophob und frauenfeindlich sei.

Alfred-Kerr-Darstellerpreis an Johannes Nussbaum

Johannes Nussbaum ist auf dem Berliner Theatertreffen mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis ausgezeichnet worden. Schauspieler Franz Rogowski entschied in diesem Jahr über den Preisträger. Er verlieh die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung an den 1995 in Österreich geborenen Nussbaum. Mit dem Preis wird jährlich eine junge Schauspielerin oder ein junger Schauspieler geehrt, der mit einer "herausragenden Leistung" in einem der eingeladenen Stücke aufgefallen ist. Nussbaum war als Darsteller in „Das große Heft“ vom Staatsschauspiel Dresden in Berlin zu sehen. Zum Berliner Theatertreffen werden jedes Jahr die zehn "bemerkenswertesten Inszenierungen" aus dem deutschsprachigen Raum eingeladen.

Mehrere niederländische Städte wollen ESC ausrichten

Mehrere niederländische Städte haben ihren Hut in den Ring geworfen, um den Eurovision Song Contest (ESC) im nächsten Jahr auszurichten. Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Maastricht bekundeten Interesse daran, Gastgeber der Mega-Veranstaltung im Jahr 2020 zu sein. Am Samstag hatte der große Favorit Duncan Laurence den diesjährigen ESC gewonnen. Traditionell findet der Musikwettbewerb im darauffolgenden Jahr im Gewinner-Land statt.

EBU kritisiert Polit-Provokationen beim ESC

Die EBU (European Broadcast Union) hat als Veranstalter des gestrigen Eurovision Song Contest politische Provokationen während der Show beklagt. Bei dem Auftritt Madonnas hatte ein Tänzer eine israelische Flagge und eine Tänzerin eine palästinensische Flagge auf dem Rücken. Ein EBU-Sprecher sagte: "Dieses Element der Show war nicht Teil der Proben, die von der EBU und dem israelischen Ausrichter genehmigt worden waren. Der ESC ist unpolitisch." Das habe man Madonna auch im Vorfeld klargemacht. Auch in israelischen sozialen Netzwerken wird die Aktion als naiv und bevormundend kritisiert. Auch die isländischen Vertreter, die Band "Hatari" zeigt die palästinensische Flagge. Die Europäische Rundfunkunion als Veranstalter erwägt Schritte, zumindest Islands Verstoß zu ahnden. Die palästinensische Organisation PACBI, die sich für akademischen und kulturellen Boykott Israels einsetzt, reagiert unzufrieden auf die Gesten der Solidarität. Die Künstler hätten sich mit ihren Acts trotz allem als "Feigenblätter" Israels missbrauchen lassen.

Kaschnitz-Preis geht an Angelika Klüssendorf

Die Schriftstellerin Angelika Klüssendorf hat den mit 7.500 Euro dotierten Marie Luise Kaschnitz-Literaturpreis der Evangelischen Akademie Tutzing erhalten. Sowohl Klüssendorfs Erzählungen als auch ihre Romane bestächen durch eine klare, direkte Sprache, die den Leser sofort in ihren Bann zieht, begründete die Jury ihre Entscheidung. Klüssendorf beschreibe Erfahrungen wie Liebe, Wut und die Würde des Einzelnen in einem fremdbestimmten Leben. Seit ihrem Debüt "Sehnsüchte. Eine Erzählung" schreibe sie aus der Perspektive von Schwachen und Gedemütigten, meist Mädchen und Frauen, mit literarisch von Buch zu Buch variierenden Mitteln. Klüssendorf steht laut Jury in der Tradition großer deutscher Erzählerinnen wie Marie Luise Kaschnitz, der Namensgeberin des Preises. Sie erhielt die Auszeichnung für ihr Gesamtwerk im Rahmen einer Literaturtagung am Wochenende in der Evangelischen Akademie.

Kontroverse um Voynich-Manuskript

Eines der geheimnisvollsten Dokumente der Geschichte soll nach 100 Jahren Rätselraten und Forschen entschlüsselt sein. Ein britischer Akademiker schreibt in der Fachzeitschrift "Romance Studies", er habe sowohl die mysteriöse Schrift als auch die Sprache des sogenannten Voynich-Manuskripts aus dem 15. Jahrhundert geknackt. Seit die Universität Bristol dies vergangene Woche bekannt gemacht hat, wächst allerdings die Skepsis unter Fachkollegen. Die Handschrift auf Pergament, 240 Seiten lang, sei in einer ausgestorbenen Sprache und einer heute unbekannten, aber einst üblichen Schrift geschrieben, sagte Gerard Cheshire, der es decodiert haben will. Die Sprache sei Protoromanisch, von der es bis heute keine andere Dokumentation gibt. Sie gilt als Verbindung zu heutigen romanischen Sprachen wie Spanisch, Französisch oder Italienisch. Fachkollegen weisen Cheshires Schlussfolgerungen aber zurück. Cheshire habe seine Thesen seit längerem an Fachkollegen verschickt und sei zwei Jahre lang nicht ernst genommen worden, sagte der Computer-Linguist Jürgen Hermes von der Universität Köln, der das Voynich-Manuskript 2012 in seiner Dissertation behandelt hat, der Deutschen Presse-Agentur.

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