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Kulturnachrichten

Mittwoch, 28. Juli 2021

Limes und jüdisches Kulturgut werden Welterbe

Deutschland erhält zwei neue Welterbestätten. Zum ersten Mal zeichnete die UNESCO jüdisches Kulturgut in Deutschland aus, indem sie die Auszeichnung den sogenannten SchUM-Stätten Mainz, Worms und Speyer als Wiege des europäischen Judentums verlieh. Auch der Niedergermanische Limes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches wurde als neues Welterbe eingestuft. Das Welterbe-Komitee traf die Entscheidungen überraschend noch am Dienstag bei seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou. Nach der Auszeichnung der Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen gemeinsam mit acht anderen europäischen Bädern sowie der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt am Wochenende kann sich Deutschland nun mit vier neuen Welterbetiteln schmücken. Die SchUM-Stätten Mainz, Worms und Speyer in Rheinland-Pfalz sind Orte des jüdischen Mittelalters und werden auch "Jerusalem am Rhein" genannt. SchUM ist eine Abkürzung aus den mittelalterlichen hebräischen Anfangsbuchstaben der Städte. Der Limes war ein knapp 400 Kilometer langer Teil der Außengrenze des antiken Römischen Reichs. Er reichte vom heutigen Bad Breisig südlich von Bonn bis in die Nähe des niederländischen Katwijk. Archäologinnen und Archäologen aus beiden Ländern hatten den Antrag gemeinsam erarbeitet. Deutschland hat jetzt 50 Welterbestätten.

Auszeichnungen für Franz Schuh und Hubert Wolf

Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geht in diesem Jahr an den Österreicher Franz Schuh. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt am Dienstag mit. Eine weitere Auszeichnung, den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa, verleiht sie dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf. Die Auszeichnungen sind mit je 20.000 Euro dotiert und werden am 6. November im Staatstheater Darmstadt verliehen. Franz Schuh nehme mit seinen Essays "eine solitäre Position im deutschsprachigen literarischen Leben ein", lobte die Jury. 2021 erschien von ihm der Band "Lachen und Sterben". Hubert Wolf mache historische und politische Einflüsse auf die katholische Lehre transparent, hieß es. Der Kirchenhistoriker veröffentlichte zuletzt "Der Unfehlbare: Pius IX. und die Erfindung des Katholizismus im 19. Jahrhundert".

Juristische Nachschlagewerke verlieren NS-Namen

Einige Standardwerke der deutschen Rechtswissenschaft werden künftig nicht mehr nach Namensgebern aus der Zeit des Nationalsozialismus' betitelt. Betroffen sind zum Beispiel die Standardwerke "Palandt", der wichtigste juristische Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, und "Schönfelder", eine bekannte Gesetzessammlung. Beide Werke stammen aus dem Verlag C.H. Beck. Am Dienstag gab der Verlag bekannt, dass beide Bücher umbenannt werden: Der "Palandt" soll den Namen von Christian Grüneberg tragen, er ist seit 2006 Richter am Bundesgerichtshof. Auch die Gesetzessammlung "Schönfelder" bekommt einen neuen Namen. Sie wird künftig vom Präsidenten des Deutschen Juristentags, Mathias Habersack, herausgegeben und soll nach ihm benannt werden. Habersack ist Professor für bürgerliches Recht und Unternehmensrecht an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.

PEN-Zentrum will ständigen Rat mit polnischem PEN

Das PEN-Zentrum Deutschland hat seinem Pendant in Polen einen gemeinsamen ständigen Rat vorgeschlagen. Die PEN-Zentren beider Länder betonten anlässlich des 30jährigen Bestehens des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags in einem offenen Briefwechsel, welche enormen Verpflichtungen aus dieser Freundschaft erwüchsen. Ein gemeinsamer Rat wäre "ein wichtiger Teil der Freundschaft, die sich auch als deutsch-polnische Verantwortungsgemeinschaft versteht", so das deutsche PEN-Zentrum. Dessen Präsidentin Regula Venske und der frühere Vizepräsident Sascha Feuchert schrieben, es seien "gerade die Autorinnen und Autoren unserer beider Länder, denen die Verantwortung zukommt, sich mit aller Macht gegen die zu stellen, die die Demokratie auszuhöhlen versuchen, indem sie etwa die Axt an das Grundprinzip der Gewaltenteilung legen". In einer anderen Brief-Passage heißt es: „Die grundsätzliche Idee des PEN, die uns alle vereint, ist, dass Literatur eine gemeinsame Währung aller Menschen ist, eine, die Grenzen zu überwinden im Stande ist. In Zeiten, in denen der Frieden und die Demokratie gefährdet sind und erneut Nationalismen erstarken, ist es unsere Pflicht, uns zusammenzutun und gemeinsam zu agieren, damit unsere Stimmen noch deutlicher gehört werden.“

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