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Kulturnachrichten

Mittwoch, 27. Januar 2021

Ausstellung "Resist! Die Kunst des Widerstands" in Köln

Das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum eröffnet seine neue Sonderausstellung "Resist! Die Kunst des Widerstands" digital. Ein 90-minütiger Film zur Ausstellung wird ab Freitag auf der Museums-Website abrufbar sein. Die Schau, die wegen des Lockdowns zunächst nicht für Besucher öffnen kann, soll bis zum 11. Juli dauern. Sie will 500 Jahre antikolonialen Widerstand im globalen Süden beleuchten - und die bis heute reichenden Folgen kolonialer Unterdrückung. Zu sehen sein werden Arbeiten von mehr als 40 zeitgenössischen Kunstschaffenden, die Geschichten von Rebellion, Krieg, Gewalt, aber auch von Überleben und Resilienz erzählen.

Schauspiel-Schule Ernst Busch bekommt neue Leitung

Die Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch bekommt eine neue Leitung. Anna Luise Kiss solle ihr Amt zum 1. Oktober antreten, teilte die Hochschule mit. Die Filmwissenschaftlerin habe sich bei der Wahl im Dezember gegen den bisherigen Rektor Holger Zebu Kluth durchgesetzt. Kiss war bisher unter anderem Schauspielerin, Dozentin und Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. An der schon zu DDR-Zeiten bekannten Hochschule Ernst Busch haben viele prominente Schauspieler und Schauspielerinnen ihr Handwerk gelernt, unter ihnen Nina Hoss, Devid Striesow, Corinna Harfouch und Jan Josef Liefers.

Aufklärung über den Holocaust auf Facebook

Der Jüdische Weltkongress (WJC) und Facebook wollen Internetnutzer über den Holocaust und seine Folgen aufklären. Die Kooperation, die sich zunächst auf den englischsprachigen Raum beschränkt, wurde heute gestartet, wie der WJC in New York bekanntgab. Nutzern, die nach Begriffen in Zusammenhang mit dem Holocaust oder auch seiner Leugnung suchen, soll auf Facebook die Seite "AboutHolocaust.org" vorgeschlagen werden. Dort hat der Jüdische Weltkongress in Zusammenarbeit mit der UNESCO Fakten über den Völkermord an Europas Juden und den massenhaften Mord an anderen nationalen, ethnischen oder politischen Gruppen zusammengestellt. "In einer Zeit von wachsendem Hass und Intoleranz ist es wichtiger denn je, sich Zeit zu nehmen und über das zu nachzudenken, was den Juden und anderen in Europa passiert ist", erklärte Facebook-Chefin Sheryl Sandberg. Seit Oktober intensiviert die Plattform ihre Bemühungen, Inhalte mit Verbindung zu Holocaustleugnung oder Antisemitismus zu löschen.

Finanzminister plant neue Corona-Hilfen für die Kultur

Bundesfinanzminister Olaf Scholz plant neue Hilfen für den von der Corona-Pandemie stark in Mitleidenschaft gezogenen Kulturbereich. Das teilte der Deutsche Kulturrat unter Bezugnahme auf ein Interview mit Scholz in seiner morgen erscheinenden Zeitung "Politik und Kultur" mit. Der Finanzminister sagt in dem Interview, sein Ministerium arbeite an einem neuen Hilfsfonds. Kleinere Kulturveranstaltungen, die wegen Corona mit deutlich weniger Publikum stattfinden müssen, sollten finanziell gefördert werden. Für größere Kulturveranstaltungen solle es eine Art Versicherung geben, die einspringe, wenn das Event coronabedingt abgesagt werden müsse. So sollten Kulturschaffende ermuntert werden, früh genug zu planen, damit nach Ende der Pandemie Konzerte, Lesungen und Theater bald wieder stattfinden können. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, begrüßte die Ankündigung des Finanzministers: Neue Programme für die Kulturveranstalter seien nun endlich auf dem Weg. Eine verantwortungsvolle Vorbereitung des Wiederanfahrens des Kulturbetriebs sei nur leistbar, wenn es für den Fall pandemiebedingter Absagen eine finanzielle Absicherung gebe, so Zimmermann.

Originalmanuskript Napoleons in Paris zum Verkauf

Ein Originaldokument des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte steht in Paris seit heute für eine Million Euro zum Verkauf. Es handelt sich um ein mit handschriftlichen Anmerkungen Napoleons versehenes Manuskript zur Schlacht bei Austerlitz im Jahre 1805. Napoleon diktierte seine Erinnerungen an die siegreiche Drei-Kaiser-Schlacht gegen Österreich und Russland, als er sich im Exil auf der Insel Sankt Helena befand. Das eng beschriebene Manuskript umfasst 74 Seiten. Es ist bis zum Ende dieser Woche in einer Galerie im Pariser Quartier Latin ausgestellt. Der Galeriebesitzer und Handschriften-Experte Jean-Emmanuel Raux nannte das Manuskript eines der "fabelhaftesten historischen Dokumente zur französischen Geschichte". Raux erstand es in den 70er Jahren bei einer Versteigerung von Napoleon-Erben.

Schwedens Regierung will Holocaust-Museum eröffnen

Die schwedische Regierung will ein Holocaust-Museum in der Hauptstadt Stockholm eröffnen. Das Museum solle im Juli 2022 seine ersten Besucher empfangen, schrieben Regierungschef Stefan Löfven, Bildungsministerin Anna Ekström und Kulturministerin Amanda Lind am heutigen internationalen Holocaust-Gedenktag in einem Beitrag für die Zeitung "Dagens Nyheter". Die Ermordung, Verfolgung und das schreckliche Leid von Juden, Roma und Millionen weiteren Nazi-Opfern habe in ganz Europa eine unauslöschliche Narbe hinterlassen, heißt es in dem Artikel. Auch wenn die Tötung nicht auf schwedischem Boden stattgefunden habe, habe Schweden das Geschehen beeinflusst und sei von ihm beeinflusst worden. "Der Holocaust ist auch Teil der schwedischen Geschichte", schrieben die Regierungsmitglieder.

Klassik Stiftung erwirbt Liszt-Partituren rechtmäßig

Die Klassik Stiftung Weimar hat einen weiteren Fall von Kulturgütern abgeschlossen, die während der NS-Zeit unrechtmäßig erworben wurden. Wie die Stiftung mitteilte, geht es um zwei bedeutende Notenmanuskripte des Komponisten Franz Liszt, die ihre jüdische Besitzerin Emma Frankenbacher 1937 an das Goethe-Nationalmuseum verkaufte. Dieses ist heute Teil der Klassik Stiftung Weimar. Viele Verfolgte hätten ihr Hab und Gut verkaufen müssen, um ihr Überleben zu sichern, um Zwangsabgaben zu leisten oder um ihre Emigration zu finanzieren, heißt es aus der Stiftung. Frankenbacher erhielt für die wertvollen Liszt-Manuskripte 150 Reichsmark. Sie starb im Konzentrationslager Theresienstadt. Ihrer Tochter gelang es, sich nach Argentinien zu retten. Dort hat die Klassik Stiftung Weimar die rechtmäßigen Erben der Partituren ausfindig gemacht. Den Angaben zufolge wurde diesen Monat ein Vertrag über die Rückerstattung der Notenhandschriften abgeschlossen und der Kauf der Liszt-Dokumente durch die Stiftung vereinbart. Nun werden diese rechtmäßig im zur Stiftung gehörenden Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrt.
Ein Team der Klassik Stiftung Weimar durchforstet die Bestände der Stiftung systematisch nach Gütern, die unrechtmäßig in die Sammlungen gelangten.

Joana-Maria-Gorvin-Preis für Regisseurin Andrea Breth

Die Theater-Regisseurin Andrea Breth erhält in diesem Jahr den Joana-Maria-Gorvin-Preis. Die Auszeichnung wird alle fünf Jahre durch die Berliner Akademie der Künste im Auftrag der Joana-Maria-Gorvin-Stiftung verliehen und würdigt die „überragende Leistung einer Theaterkünstlerin im deutschsprachigen Raum". Nach den bisherigen Preisträgerinnen Pina Bausch, Anny Schlemm, Anja Silja, Jutta Lampe und Kirsten Dene wird mit Andrea Breth erstmals eine Regisseurin ausgezeichnet. In der Begründung der Jury hieß es, Breth gelinge es überzeugend, Theater zu vergegenwärtigen. Sie hole mit ihren Inszenierungen Vergangenheit in die Gegenwart und sie verankere das Gegenwärtige im Vergangenen, um auch Zukünftiges ins Auge zu fassen und Theater als einen Ort des Träumens zu behaupten. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die 1952 geborene Andrea Breth hat an zahlreichen Schauspielhäusern im deutschsprachigen Raum inszeniert, unter anderem in Bremen, Bochum, Hamburg, Freiburg, an der Freien Volksbühne Berlin, am Berliner Ensemble und am Wiener Burgheater. Seit dem Jahr 2000 arbeitet sie auch als Opernregisseurin.

Ungewissheit bei Sommer-Rockfestivals wegen Corona

Bei der Planung der großen Sommer-Rockfestivals herrscht angesichts der derzeitigen Corona-Situation Unklarheit. Die konkreten Entwicklungen müssten abgewartet werden, sagten die Veranstalter von "Rock am Ring" am Nürburgring und "Rock im Park" in Nürnberg der Deutschen Presseagentur. Noch könne daher nicht gesagt werden, ob die Festivals stattfinden. Nach der coronabedingten Absage im vergangenen Jahr soll die diesjährige Ausgabe des Zwillingsfestivals eigentlich am zweiten Juni-Wochenende über die Bühne gehen. Auftritte von Bands wie "Green Day" oder "Volbeat" wurden von 2020 auf dieses Jahr verlegt. Auch der Veranstalter der Rockfestivals "Hurricane" und "Southside" sagte, er müsse zunächst einmal die Infektionszahlen und die Verfügbarkeit von Impfstoffen abwarten. Der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, betonte, für die Sommerfestivals müsse bis spätestens Mitte März feststehen, in welcher Form sie stattfinden können, weil sie eine Mindestzeit zur Vorbereitung benötigten.

US-Filmverband kürt Da 5 Bloods zum Film des Jahres

Das Kriegsdrama "Da 5 Bloods" von Spike Lee ist von dem renommierten US-Filmverband National Board of Review zum besten Film des Jahres 2020 gewählt worden. Das Drama "Da 5 Bloods" handelt von Vietnam-Veteranen, die in den Dschungel zurückkehren, um ihre Kriegserlebnisse aufzuarbeiten. Der Preis für die beste Regie ging ebenfalls an Lee. Das Schaupielteam um Chadwick Boseman und Delray Lindo bekam die Ensemble-Auszeichnung. Der im August vestorbene Bosemann hatte eine wichtige Nebenrolle. Zu den besten Hauptdarstellern kürte der Verband die Britin Carey Mulligan (35) für ihre Rolle in "Promising Young Woman" und ihren Landsmann Riz Ahmed (38) für "Sound of Metal". Der "National Board of Review"-Verband mit Filmhistorikern, Cineasten und Filmschaffenden zeichnet seit 1929 die jährlichen Favoriten aus. Im vorigen Jahr gewann das Mafiadrama "The Irishman" den Spitzenpreis als bester Film.

Autorin Roffey gewinnt britischen Costa Book Award

Die in Trinidad geborene britische Autorin Monique Roffey hat mit ihrem Roman "The Mermaid Of Black Conch: A Love Story" bei den diesjährigen Costa Book Awards gewonnen. Das gab die Jury des britischen Literaturpreises in einer Online-Zeremonie bekannt. Die Erzählung der 55-Jährigen, die in den 70er Jahren auf einer karibischen Insel spielt, handelt von der Liebesgeschichte zwischen einer Meerjungfrau und einem Fischer. Der Preis wird seit 1971 verliehen und ist mit umgerechnet etwa 34 000 Euro dotiert.

Nominierungen für die Spirit Awards bekanntgegeben

Schauspieler wie Frances McDormand, Riz Ahmed und posthum der verstorbene Chadwick Boseman haben in diesem April Chancen auf einen Independent Spirit Award. Die Nominierungen für Hollywoods Auszeichnung für Independent-Filme wurden in Los Angeles bekanntgegeben. Favorit ist mit sieben Nominierungen das Abtreibungsdrama "Niemals Selten Manchmal Immer", gefolgt von "Minari" mit sechs Gewinnchancen und je fünf für das Roadmovie "Nomadland" und "Ma Rainey's Black Bottom". Die Spirit Awards werden am 22. April, drei Tage vor der geplanten Oscar-Gala, zum 36. Mal verliehen. Ausgezeichnet werden Filmproduktionen, die nicht mehr als rund 18 Millionen Euro gekostet haben.

Die Kultur in Europa büßt mehr ein als die Wirtschaft

Die Kultur in Europa leidet unter den Einschränkungen der Pandemie mehr als die Wirtschaft. Das ist die Bilanz einer Studie im Auftrag der französischen Verwertungsgesellschaft für Autoren, Komponisten und Musikverlage (SACEM). Demnach brach der Gewinn im vergangenen Jahr um durchschnittlich rund 31 Prozent ein. Am stärksten seien die Bereiche Bühnenkunst und Musik mit 90 Prozent bzw. 76 Prozent weniger Einnahmen betroffen. Die Gewinne der Tourismus- und der Automobilindustrie gingen 2020 um 27 Prozent bzw. 25 Prozent zurück. 2019 hatte die europäische Kulturindustrie mit 4,4 Prozent noch mehr zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen als die Telekommunikation oder die Pharmaindustrie.

Jane Fonda wird bei Golden Globes geehrt

Die US-Schauspielerin Jane Fonda bekommt die höchste Auszeichnung der diesjährigen Golden-Globes-Verleihung. Fonda erhalte bei der Vergabe der Film- und Fernsehpreise am 28. Februar den Cecil B. DeMille Award für ihr Lebenswerk, teilte der Verband der Hollywood-Auslandspresse mit. Verbandspräsident Ali Sar würdigte die Karriere der 83-Jährigen und ihren "unnachgiebigen Aktivismus". Fondas "unbestreitbares Talent hat ihr das höchste Niveau der Anerkennung eingebracht". Die zweifache Oscar-Gewinnerin hat neben ihrer schauspielerischen Tätigkeit unter anderem Organisationen gegründet, um sich für Gleichberechtigung von Frauen und gegen Teenager-Schwangerschaften einzusetzen.

Lars Norén im Alter von 76 Jahren gestorben

Lars Norén ist tot. Der schwedische Dramatiker und Lyriker starb im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Covid19-Erkrankung. Der gebürtige Stockholmer, den die Tageszeitung "Dagens Nyheter" Schwedens größten Dramatiker nach Strindberg nennt, hatte seine ersten Gedichte in den 1960er Jahren veröffentlicht. Als Dramatiker wurde er mit seinen Stücken "Nacht, Mutter des Tages" und "Chaos ist nahe bei Gott" international bekannt. Nach dem Nordischen Preis der Schwedischen Akademie war Norén 2017 mit dem Selma-Lagerlöf-Preis ausgezeichnet worden.

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