Seit 23:05 Uhr Fazit
Mittwoch, 21.04.2021
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Kulturnachrichten

Donnerstag, 24. Dezember 2020

Frauenrechtsaktivistin in Afghanistan getötet

In Afghanistan ist eine Frauenrechtsaktivistin bei einem Angriff getötet worden. Die 29-jährige Freschta Kohistani wurde in der Provinz Kapisa von bewaffneten Angreifern auf einem Motorrad erschossen, teilte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums mit. Dabei sei auch ihr Bruder getötet worden. Die Aktivistin hatte vor einigen Tagen auf Facebook mitgeteilt, sie habe die Behörden um Schutz ersucht, da sie Drohungen erhalten habe. Zugleich verurteilte sie in ihrem Beitrag die jüngsten Angriffe auf Journalisten und Aktivisten. In Afghanistan gebe es "keine Hoffnung auf Frieden", schrieb die 29-Jährige. Bekannte Politikerinnen, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten in Afghanistan sind zuletzt verstärkt ins Visier von Extremisten geraten. Trotz der Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den radikalislamischen Taliban haben die Angriffe in jüngster Zeit wieder zugenommen.

Erstmals wieder Konzerte in Notre-Dame

Erstmals seit dem Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame 2019 werden dort wieder Konzerte stattfinden. Wie das ARD-Studio Paris berichtet, soll Heilig Abend dort ein kleiner Teil des Gesangsensembles "Maitrise de Notre Dame" - das wie die Kirche seit dem 12. Jahrhundert besteht - Weihnachtsmusik vom Barock zur Gegenwart singen. Publikum ist nicht zugelassen und von den 150 Sängerinnen und Sängern werden nur acht singen. Man wolle optimistische Töne anschlagen, sagte Dirigent Henri Chalet. Auch der Elektronikmusiker Jean-Michel Jarre (72) wird ein Konzert zum Jahresende in Notre-Dame geben. Er präsentiert dort in der Silvesternacht eine virtuelle Performance. Das Multimedia-Spektakel mit der Simulation des Pariser Wahrzeichens ist live im Fernsehen, via YouTube sowie in Sozialen Netzwerken zu sehen. Es soll die wegen Corona abgesagte Silvesterparty auf den Champs-Elysées ersetzen.

BBC zeigt Fake-Queen mit Weihnachtsbotschaft

Der britische Sender BBC hat die Queen in einem Fake-Video gezeigt. Die alternative Weihnachtsbotschaft, in der die mittels sogenannter Deepfake-Technologie synchronisierte Königin Elizabeth II. in einem Twitter-Video spricht, solle auf die Gefahren von Fake-Inhalten hinweisen, so der Sender. In dem satirischen Video klagt die Queen unter anderem über den Abgang von Harry und Meghan. "Es gibt wenig schmerzhaftere Dinge, als wenn dir jemand sagt, dass er die Gesellschaft von Kanadiern bevorzugt", so die animierte Queen. Der Queen-Enkel Prinz Harry und seine Frau hatten sich vom Königshaus losgesagt und zeitweise in Kanada gelebt. Durch das Video habe es Beschwerden bei der Aufsichtsbehörde Ofcom gegeben, hieß es in einem BBC-Bericht. Die royale Autorin Penny Junor erboste sich laut "Telegraph" über die Parodie: wenige Dinge seien in heutigen Zeiten heilig - aber dies gehe zu weit.

Grütters: Positive deutsche Geschichte besser würdigen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will zur Stärkung der Demokratie positive Seiten deutscher Geschichte mehr in den Mittelpunkt rücken. Das sagte sie der Deutschen Presse Agentur. Die Deutschen hätten sich intensiv mit den Abgründen ihrer Geschichte beschäftigt und täten dies auch weiterhin. Gleichzeitig würde es manchmal schwer fallen, die positiven Seiten der deutschen Geschichte angemessen zu würdigen, so Grütters. Als Beispiel nannte sie die jahrelange Diskussion um ein Einheitsdenkmal. Deshalb solle eine Erinnerungskultur für die positiven Momente deutscher Geschichte entwickelt werden. Grütters geht es dabei auch um die Verteidiung der Symbole der Demokratie, wie etwa die Deutschlandflagge. Diese dürfe nicht in Misskredit geraten, weil die Farben von Verächtern des demokratischen Gemeinwesens vereinnahmt werden. "Wir lassen uns diese Farben von niemandem streitig machen - schon gar nicht von Rechtspopulisten", sagte Grütters. Eine schweigende Mehrheit dürfe nicht einer lautstarken Minderheit das Feld überlassen. Die Farben Schwarz-Rot-Gold stünden für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte.

Himmelpfort: Rekordzahl an Weihnachts-Wunschzetteln

Kinder aus aller Welt haben an den Weihnachtsmann im brandenburgischen Himmelpfort so viele Wunschzettel geschickt wie noch nie. In der Weihnachtspostfiliale der Deutschen Post nördlich von Berlin sei im Corona-Jahr die Rekordzahl von 320 000 Briefen eingegangen, berichtete Unternehmenssprecherin Anke Blenn. Im Vorjahr waren es 294 000 Wunschzettel. Mit 21 000 Briefen aus 62 Ländern sei auch die Zahl der Einsendungen von Kindern aus dem Ausland in diesem Jahr höher als sonst. 2019 waren es 14 500. Angesichts der Corona-Beschränkungen hätten offensichtlich viele Kinder und deren Eltern das Briefeschreiben wieder entdeckt, um sich auf sehr persönliche Weise an den Weihnachtsmann zu wenden, sagte Blenn.

Kulturstaatsministerin verteidigt Corona-Beschlüsse

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) weist den Vorwurf zurück, die Bundesregierung habe bei ihren Corona-Beschlüssen die Belange von Kulturschaffenden übergangen. Niemand in der Bundesregierung greife "kalt lächelnd" in Grundrechte ein, es werde "auch niemand zum Bettler gemacht", sagte sie im Interview mit dem Mannheimer Morgen. Die Schließung der Kultureinrichtungen sei Ende Oktober in der Hoffnung vorgenommen worden, die Infektionszahlen zu senken: "Niemand treffe solche Entscheidungen leichtfertig. Ihr blute das Herz, wenn sie sehe, wie es "der Kultur an ihren Lebensnerv geht". Man tue alles dafür, um die finanziellen Folgen der Schließungen - etwa für Soloselbstständige - abzufedern.

Dresdner Philharmonie fährt wegen Corona "auf Sicht"

Die Dresdner Philharmonie will die kommende Spielzeit wegen der Corona-Pandemie nicht komplett durchplanen. Man fahre auf Sicht und arbeite mit Mehrfach-Szenarien, sagte Intendantin Frauke Roth im Deutschlandfunk. Mit Blick auf die Zukunft der Branche äußerte sie sich sehr besorgt, was freischaffende Musiker betrifft, die im Unterschied zu ihrem Orchester nicht städtisch abgesichert sind: "Dort verlieren wir junge Künstlerinnen und Künstler, die im Prozess waren, eine Karriere zu starten genauso wie Studienanfänger." Auch ganz große und bekannte Solisten erlebten große Unsicherheit. "Insofern kann man sagen, dass der freischaffende Künstler zur Zeit an jeder erdenklichen Front zutiefst verunsichert und in eine existentiulle Krise gestürzt ist", so Roth.

NRW-Museumsverbände fusionieren

Die rund 800 Museen in Nordrhein-Westfalen werden künftig von einem einheitlichen Verband vertreten. Damit werde eine über 90 Jahre alte Struktur mit zwei regionalen Verbänden im Rheinland und in Westfalen abgelöst, teilte die Vorsitzende des Verbandes Rheinischer Museen, Regine Zeller, mit. Viele Museen stünden unter Druck - etwa, weil ihre kommunalen Träger wegen Finanzengpässen unter Haushaltssicherung arbeiteten. Die Probleme der ehrenamtlich betriebenen Museen seien durch die Corona-Pandemie noch einmal deutlich verstärkt worden. "Zukünftig wollen wir jetzt mit einer Stimme sprechen", erklärte Zeller. Der neue landeseinheitliche Museumsverband NRW sei bereits im Vereinsregister der Stadt Dortmund eingetragen. Dort werde auch die Geschäftsstelle eingerichtet. Vorläufiger Verbandsvorsitzender wird der Lüdenscheider Museumschef Eckhard Trox. Die reguläre Arbeit des neuen Verbandes werde voraussichtlich Mitte 2021 starten.

Christmette in Vatikan vorverlegt

Die traditionelle Christmette von Papst Franziskus an Heiligabend im Vatikan wird in diesem Jahr wegen der Corona-Ausgangssperre in Italien bereits um 19.30 Uhr stattfinden. So sollen Gläubige die italienische Ausgangssperre ab 22.00 Uhr einhalten können. Die Weihnachtsbotschaft am 25. Dezember und den Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") wird der 84-jährige Papst nicht von der Loggia des Petersdoms aus vortragen, sondern in der Benediktionsaula des Doms. Die Christmette um Mitternacht in Bethlehem, der biblischen Geburtsstätte Jesu, soll in diesem Jahr ohne Zuschauer stattfinden. Das Ereignis, zu dem normalerweise hunderte Gläubige in dem Dorf im Westjordanland erwartet werden, wird nach Angaben der palästinensischen Behörden online übertragen.

Corona-Jahr bringt Rekord an Sondersendungen

Die Corona-Krise sorgt für einen Rekord an Sondersendungen. 2020 wurde bisher 73 mal ein "ARD extra" zur Corona-Lage nach der 20-Uhr-Tagesschau ausgestrahlt. Auch das ZDF änderte häufig seinen Programmablauf. 60 "ZDF spezial"-Sendungen beschäftigten sich mit der Pandemie. RTL brachte bislang 30 Sondersendungen zu Corona mit dem Titel "RTL Aktuell Spezial". Reichweitenstärkste Sondersendung war ein "ARD extra" zum erneuten harten Lockdown Mitte Dezember mit fast 15 Millionen Zuschauern am dritten Advent.

Yad Vashem ernennt Übergangsvorsitzenden

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem setzt einen Übergangs-Vorsitzenden ein. Der Grund sind internationale Proteste gegen den ursprünglich geplanten Kandidaten Effi Eitem. Der ehemalige ultra-rechte Politiker hatte in der Vergangenheit die Vertreibung der meisten Palästinenser aus dem Westjordanland und die Entfernung israelischer Araber aus dem Parlament in Jerusalem gefordert. Gegen seine geplante Ernennung hatten hunderte Wissenschaftler und Mitarbeiter jüdischer Museen und Gedenkstätten einen Protestbrief unterzeichnet. Übergangs-Vorsitzender wird nun der Politiker Ronen Plot. Er löst am 1. Januar den bisherigen Leiter Avner Schalev ab, der nach 27 Jahren in den Ruhestand geht.

Jimmy Lai aus Gefängnis entlassen

Der Hongkonger Medienmogul und Aktivist Jimmy Lai ist aus dem Gefängnis in den Hausarrest entlassen worden. Das Oberste Gericht in Hongkong gewährte nach 20 Tagen Haft einen Kautionsantrag des 73-Jährigen. Er muss umgerechnet eine Million Euro hinterlegen. Lai ist Eigentümer der pro-demokratischen Boulevardzeitung "Apple Daily". Bereits im April hatte die Polizei die Geschäftsräume von "Apple Daily" durchsucht. Dabei hatten die Beamten Lai unter Berufung auf das umstrittene chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong wegen des Verdachts auf "geheime Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften" festgenommen. Außerdem wurde Lai von der Hongkonger Justiz bereits wegen seiner Beteiligung an den pro-demokratischen Protesten strafrechtlich verfolgt.

Kulturnachrichten hören

Januar 2021
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur