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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. Januar 2020

Entschuldigung wegen Ordens für Al-Sisi

Die Verleihung des St.-Georgs-Ordens des Dresdner Semperopernballs an Ägyptens Präsidenten al-Sisi hat für eine Welle der Kritik und Empörung gesorgt. Noch gestern hatte Ballvereins-Chef Hans-Joachim Frey gesagt, man stehe weiter zu dieser Entscheidung. Heute kam dann die Kehrtwende. In einer Presseerklärung schrieb Frey: „Wir möchten uns für diese Preisverleihung entschuldigen und uns davon distanzieren. Die Verleihung war ein Fehler." Man nehme die Kritik und die vorgebrachten Argumente sehr ernst, so Frey. Er hatte die Auswahl zuvor damit gerechtfertigt, dass der Ball eine kulturelle und keine politische Veranstaltung sei. Al-Sisi sorge in Ägypten für Stabilität, für Kultur und Bildung, und er sei als Präsident der Afrikanischen Union die Stimme Afrikas. Der frühere General und Armeechef war 2013 nach einem Militärputsch an die Macht gekommen und 2014 als Präsident vereidigt worden. Seitdem geht er mit harter Hand gegen Oppositionelle und Kritiker vor, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind stark eingeschränkt.

Türkischer Kulturmäzen Kavala bleibt in Haft

Ein türkisches Gericht hat die Freilassung des seit mehr als zwei Jahren inhaftierten Intellektuellen und Kulturmäzens Osman Kavala erneut abgelehnt. Es bestehe dringender Tatverdacht und Fluchtgefahr, erklärten die Richter am Hochsicherheitsgefängnis Silivri. Sie stellten sich damit erneut gegen eine Forderung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), der im Dezember die Freilassung Kavalas angeordnet hatte. Kavala ist Chef des Kulturinstituts Anadolu Kültür, das auch mit deutschen Institutionen wie dem Goethe-Institut zusammenarbeitet. Den insgesamt 16 Angeklagten wird unter anderem ein Umsturzversuch im Zusammenhang mit den regierungskritischen Gezi-Protesten von 2013 vorgeworfen.

Ruhrfestspiele stellen Programm für 2020 vor

Unter dem Leitgedanken "Macht und Mitgefühl" setzen die Ruhrfestspiele in Recklinghausen in diesem Jahr erneut politische Schwerpunkte. Es sei wichtiger denn je, mit den Mitteln der Kunst einen politischen Blick auf die Welt zu richten, betonte Intendant Olaf Kröck bei der Vorstellung des Programms. Vom 1. Mai bis 13. Juni sind im Ruhrgebiet 90 Produktionen mit prominenten und internationalen Theatermachern und Schauspielern zu erleben. Das Schauspiel "Tao of Glass" von Phelim McDermott mit zehn neuen Kompositionen von Philip Glass eröffnet das Festival. Wolfram Koch und Ulrich Matthes stehen in "Don Quijote" auf der Bühne. Als Koproduktion zeigen die Ruhrfestspiele "Peer Gynt" in einer Inszenierung von John Bock und Lars Eidinger.

Jury des Theatertreffens präsentiert Stücke-Auswahl

Die Jury des Theatertreffens hat ihre Auswahl der zehn "bemerkenswertesten Inszenierungen" an den deutschsprachigen Bühnen bekanntgegeben. Dabei wurde auch die angekündigte Frauenquote von 50 Prozent in der Regieposition umgesetzt. Tatsächlich stammen sechs der zehn eingeladenen Stücke von Frauen. Die siebenköpfige Jury aus Theaterkritikern lud folgende Bühnen nach Berlin ein: das Schauspielhaus Hamburg, das Schauspielhaus Zürich, das Deutsche Theater Berlin, die Münchner Kammerspiele, das Münchner Residenztheater, das Schauspielhaus Bochum und das Schauspiel Leipzig. Außerdem sind zwei Koproduktionen mehrerer Bühnen beim 57. Theatertreffen dabei. Die Auswahl für den Stückemarkt des Festivals wird Ende Februar bekanntgegeben.

Mehr als 2000 Beschwerden über Medieninhalte 2019

Im vergangenen Jahr sind 2.058 Beschwerden oder Nachfragen zu Medieninhalten beim Portal Programmbeschwerde eingegangen. Das waren 64 Meldungen weniger als im Rekordjahr 2018. Die für das bundesweite Portal verantwortliche Landesmedienanstalt Saarland sprach von einem anhaltend hohen Zuspruch. Die Plattform programmbeschwerde.de versteht sich als Meldestelle für verdeckte Werbung oder unangebrachte Inhalte in Fernsehen, Radio oder Internet und ist für Kritik am privaten Rundfunk und die Aufsicht über Online-Angebote zuständig. Den Angaben zufolge galten 545 Eingaben privaten Veranstaltern, 276 Beschwerden zielten auf Online-Inhalte. Weitere 834 Beschwerden wurden an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten weitergeleitet.

"for future" ist Anglizismus des Jahres 2019

Der Ausdruck "for future" ist zum Anglizismus des Jahres 2019 gekürt worden. Das hat eine Jury rund um den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität Berlin entschieden. Dieser sagte zur Begründung, neben der Verbreitung kreativer Verwendungen im öffentlichen Sprachgebrauch habe der Begriff eine zentrale Bedeutung in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung zur Erderwärmung und ihren Konsequenzen. Zudem zeige die Geschichte des Ausdrucks "for future", dass Anglizismen ein globales, nicht auf das Deutsche begrenztes Phänomen sind, so Stefanowitsch. Ihre Entstehung und Entwicklung sei ein aktiver Prozess, in dem verschiedene Sprachgemeinschaften englisches Wortgut zur Bildung neuer Ausdrücke nutzen, hieß es. Der Ausdruck "for future" geht zurück auf das Ende 2018 von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg geprägte Schlagwort "Fridays for Future". Der "Anglizismus des Jahres" wird in Deutschland seit 2010 gekürt. In den vergangen Jahren holten unter anderem "Gendersternchen" (2018), "Influencer" (2017) und "Fake News" (2016) den Titel.

Zahnarzt wegen falscher Picassos vor Gericht

Weil er Experten von Kunstauktionshäusern gefälschte Picassos als Originale präsentiert haben soll, muss sich ein Zahnarzt aus Neuss seit heute vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Laut Anklage wusste der 52-Jährige, dass es sich um Fälschungen handelt. Die Anklage wirft ihm unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke und den Gebrauch unechter Urkunden vor. Für die Begutachtung der Bilder in einem Hotel an der Düsseldorfer Königsallee sollen Echtheitszertifikate gefälscht worden sein. Da es sich aber noch nicht um ein Verkaufsgespräch handelte, sieht die Staatsanwaltschaft keinen versuchten Betrug. Das Gericht hat für den Fall vier Verhandlungstage eingeplant.

Kunstsammler Ferdinand Neess gestorben

Der Kunstsammler Ferdinand Neess ist nach Angaben der hessischen Staatskanzlei im Alter von 90 Jahren gestorben. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) würdigten Neess in Wiesbaden als selbstlosen Kunstliebhaber, dem Hessen immer denkbar sein werde. Neess hatte dem Land Hessen im Frühjahr 2017 seine einzigartige Jugendstil-Sammlung geschenkt, die im Landesmuseum in Wiesbaden zu sehen ist. Die Sammlung umfasst den Angaben zufolge mehr als 500 Kunstwerke. Ihr Wert wird laut Staatskanzlei mit rund 42 Millionen Euro beziffert. Der ehemalige Kunsthändler hatte sie mehr als 40 Jahre lang privat in seiner Wiesbadener Jugendstilvilla zusammengetragen.

BBC mit neuer Nachrichtensendung für Jugendliche

Die britische BBC startet eine weltweit ausgestrahlte Nachrichtensendung für junge Zuschauer. Die Produktion der wöchentlichen, halbstündigen TV-Sendung "My World" leitet US-Schauspielerin Angelina Jolie, wie die BBC mitteilte. Das Angebot in englischer Sprache richte sich an junge Nutzer ab 13 Jahren und wolle eine Lücke bei verlässlichen und vertrauenswürdigen Informationen für junge Zuschauer in dieser Altersgruppe füllen, hieß es. In sozialen Medien würden Jugendliche oft nur unzureichend informiert, erklärte die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt. Sie seien besonders anfällig für Fake News und Desinformationen. "My World" wird neben der BBC auch auf einem gleichnamigen Youtubekanal ausgestrahlt.

Tunesische Bloggerin Ben Mhenni ist tot

Die tunesische Bloggerin und eine der Stimmen des arabischen Frühlings, Lina Ben Mhenni, ist tot. Sie starb im Alter von 36 Jahren, nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP an den Folgen einer langen, chronischen Erkrankung. Lina Ben Mhenni wurde im Zuge des Arabischen Frühlings weit über Tunesiens Grenzen hinaus bekannt. Sie wurde 2011 sogar für den Friedensnobelpreis gehandelt. Mit ihrem Blog "A tunisian girl" wurde sie zu einer der namhaftesten Chronistinnen des Umsturzes und brachte in der Folge auch ein Buch heraus. Zuletzt sagte Lina Ben Mhenni mit Blick auf ihre Erkrankung offen, dass sie einen schweren Leidensweg erlebe –und kritisierte dabei auch den Zustand der Krankenhäuser in der tunesischen Hauptstadt.

Roberto Cicutto wird neuer Biennale-Präsident

Der italienische Filmproduzent Roberto Cicutto wird neuer Präsident der Biennale in Venedig. Dies gab Kulturminister Dario Franceschini in Rom bekannt. Er dankte zugleich seinem Vorgänger Paolo Baratta für die geleistete Arbeit. Cicutto wurde 1948 in der Lagunenstadt geboren, zog nach der Schule nach Rom und begann eine Karriere im Filmgeschäft. Seit 2009 ist er Präsident des staatlichen Istituto Luce-Cinecittà, zu dem die berühmten Cinecittà-Filmstudios in Rom gehören. Unter dem Dach der Biennale werden verschiedene Festivals organisiert. Die bekanntesten sind die Kunstbiennale, neben der Documenta in Kassel die wichtigste Kunstausstellung der Welt, sowie die Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

Waltz lässt Verbleib beim Staatsballett Berlin offen

Die Tanzregisseurin Sasha Waltz hat offen gelassen, ob sie wie angekündigt die Spitze des Staatsballetts Berlin verlässt. "Ich erlaube mir, mir diese Zeit zu nehmen", sagte Waltz Journalisten. Die Bedenkzeit sei sie den Tänzerinnen und Tänzern schuldig. Von der Entscheidung ihres Co-Intendanten Johannes Öhman, das Staatsballett zum Jahresende zu verlassen, sei sie "überrumpelt" worden. Die beiden Co-Intendanten hatten am vergangenen Mittwoch nach nur wenigen Monaten an der Spitze des Staatsballetts erklärt, dass sie die gemeinsame Leitung zum Jahresende 2020 aufgeben. Sie hatten diese erst seit August 2019 gemeinsam inne. Ursprünglich sollten sie bis zum Ende der Saison 2024/25 bleiben. Waltz sagte, sie wolle nun überlegen, in welcher personellen Konstellation sie beim Staatsballett bleiben könne.

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