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Dienstag, 31.03.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 17. Januar 2020

Jury im Prozess gegen Weinstein steht

Die Jury im Prozess gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen steht. Der 12-köpfigen Jury, die über Schuld oder Unschuld Weinsteins entscheiden muss, gehören fünf Frauen und sieben Männer an. Sie wurden aus rund 700 potenziellen Kandidaten ausgewählt. Im Prozess beklagte sich Staatsanwältin Illuzzi-Orbon wiederholt beim Richter darüber, dass die Anwälte des Ex-Filmproduzenten systematisch junge weiße Frauen aussortieren wollten. Die Eröffnungsplädoyers sind auf kommenden Mittwoch angesetzt. Der Prozess soll bis zum 6. März dauern.

Bayerischer Filmpreis verliehen

Beim Bayerischen Filmpreis gibt es in diesem Jahr besonders viele Gewinner. Nicht, weil es mehr Kategorien als zuvor gibt, sondern weil die Jury die Preise in gleich zwei Kategorien diesmal aufgeteilt hat. Bora Dagtekin und Lena Schömann, konnten sich über eine Hälfte des Produzentenpreises (100.000 Euro) für den Film "Das perfekte Geheimnis" freuen. Die zweiten 100.000 Euro gingen an Peter Hartwig und die Brüder Weydemann für ihren viel gelobten Film "Systemsprenger". Auch der Preis für den besten Darsteller wurde in diesem Jahr aufgeteilt und ging an die Film-Kollegen Bjarne Mädel und Lars Eidinger für ihre Rollen in "25 km/h". Als beste Darstellerin wurde Anne Ratte-Polle für "Es gilt das gesprochene Wort" ausgezeichnet.

Brasiliens Kultursekretär imitiert Goebbels-Rede

Wegen einer Rede im Stil von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels ist der brasilianische Kultursekretär Roberto Alvim entlassen worden. Die Rede hatte in Brasilien Bestürzung ausgelöst. In einem Video sagte Alvim: "Die brasilianische Kunst des nächsten Jahrzehnts wird heroisch sein, und sie wird national sein. Oder sie wird nichts sein." Brasilianische Medien verglichen die Passage mit Aussagen Goebbels und stellten die beiden Stellen übereinander. Demnach hatte Goebbels 1933 vor Theaterleitern gesagt: "Die deutsche Kunst des nächsten Jahrzehnts wird heroisch, sie wird stählern romantisch sein, oder sie wird nichts sein." Später erklärte Alvim auf Facebook, die Übereinstimmung sei Zufall gewesen. Er habe nicht gewusst, woher der Satz stamme. Hätte er es gewusst, hätte er dies nie gesagt.

Dante bekommt in Italien Gedenktag

Italien wird am 25. März 2021 zum ersten mal im ganzen Land an Nationaldichter Dante Alighieri erinnern. Der Ministerrat in Rom beschloss den "Dantedì" 699 Jahre nach seinem Tod. Im Stile des "Bloomsday" für James Joyce und sein Epos "Ulysses" in Irland, solle künftig mit Initiativen in Schulen, Universitäten und Kultureinrichtungen an den Poeten erinnert werden, teilte das Kulturministerium mit. Der 25. März ist nach Meinung von Wissenschaftlern der erste Tag der Reise durch die drei Reiche des Jenseits, die Dante in seiner "Göttlichen Komödie" im Jahr 1300 beginnen lässt.

Bertolt-Brecht-Preis für Sibylle Berg

Die Schriftstellerin und Kolumnistin Sibylle Berg wird für ihre "messerscharfen Gesellschaftsanalysen" von der Stadt Augsburg ausgezeichnet - mit dem Bertolt-Brecht-Preis. Die 57-Jährige träfe den Nerv der Zeit und befände sich damit in bester brechtscher Tradition, so die Begründung. Sie sei eine Virtuosin der literarischen Kälte und der Klarheit. Außerdem eine Meisterin des nüchternen Blickes, die ohne Berührungsängste genreübergreifend arbeitet. Wie kaum eine andere verbinde sie dabei gesellschaftskritische Avantgarde und großes literarisches Können mit Popkultur. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird Sibylle Berg beim Brechtfestival am 18. Februar verliehen.

Gothaer Meisterwerke sind echt

Gut 40 Jahre nach dem spektakulären Diebstahl in Gotha sind letzte Zweifel wissenschaftlich ausgeräumt: Die fünf bedeutenden Gemälde von Frans Hals, Jan Brueghel dem Älteren, Anthonis van Dyck, Jan Lievens und Hans Holbein dem Älteren sind authentisch. Das ergab eine Prüfung im Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Kunstwerke galten nach dem Diebstahl 1979 als verschollen. 2018 wurden sie über einen Anwalt der Stiftung Schloss Friedenstein zum Kauf angeboten. Im September 2019 kam es dann zur Übergabe der Werke. Nun sollen die Bilder der niederländischen Alten Meister nach Thüringen zurückkehren.

Klimt-Bild in Italien ist das Original

Ein lange verschwundenes Gemälde, das vor kurzem in Italien wiederentdeckt wurde, stammt nach Überzeugung von Experten von dem österreichischen Jugendstilmaler Gustav Klimt. Gutachter hätten die Echtheit bestätigt, hieß es auf einer Pressekonferenz von Ermittlern und Fachleuten. "Bildnis einer Frau" war letzten Monat nach fast 23 Jahren im Garten des Museums Ricci Oddi in Piacenza aufgetaucht. Gärtner hatten es in einem Müllsack verpackt beim Aufräumen eines Verlieses in einer Hofmauer des Museums gefunden. Das Verlies war mit einer kleinen Metalltür verschlossen und von Efeu überwuchert. Klimt soll das Bild zwischen 1916 und 1918 gemalt haben.

Sohn von J.R.R. Tolkien ist tot

Er war verantwortlich für die Bearbeitung und die Herausgabe eines großen Teils der Werke seines Vaters J.R.R. Tolkien: Nun ist Christopher Tolkien im Alter von 95 Jahren gestorben. Das teilte die Tolkien-Gesellschaft mit. Für die Welt, die sein Vater mit "Herr der Ringe" erfand, zeichnete der 1924 im englischen Leeds geborene Christopher Tolkien viele der Originalkarten von "Mittelerde". Nach dem Tod seines Vaters 1973 kümmerte er sich weiter um dessen Werk.

Thomas Guggeis offiziell neuer Berliner Staatskapellmeister

"Ich bin überglücklich und hochgeehrt." Mit diesen Worten hat Thomas Guggeis seine offizielle Ernennung zum Chef der Staatskapelle Berlin kommentiert. Der Wechsel von Stuttgart in die Hauptstadt vollzog sich Schritt für Schritt. Als 22-Jähriger wurde er Assistent von Daniel Barenboim, mit 24 Jahren Kapellmeister der Staatsoper Stuttgart. In den letzten zwei Jahren habe er mit der Staatskapelle Berlin in über 30 Vorstellungen und vier Konzerten das gemeinsame Musizieren erlebt, so Guggeis. Im Juni wird er das Berliner Klimakonzert des Orchesters des Wandels dirigieren.

Frühere SZ-Digital-Chefin Bönisch geht zu Stiftung Warentest

Die frühere Digital-Chefredakteurin der "Süddeutschen Zeitung", Julia Bönisch, geht zur Stiftung Warentest. Die 39-Jährige soll dort den digitalen Transformationsprozess des Verlagsgeschäfts vorantreiben, teilte die Verbraucherschutzorganisation mit. Bönisch hatte im vergangenen Oktober die "Süddeutsche Zeitung" verlassen, nachdem sie dort rund zwei Jahre Mitglied der Chefredaktion war. Zuletzt gab es interne Konflikte bei der Zeitung, da Bönisch im Mai 2019 im Medienfachmagazin "Journalist" unter anderem darüber schrieb, wie schwierig es sei, als Frau und Onlinerin einen Wandel in dem Haus voranzubringen und dass die strikte Trennung in Redaktion und Verlag bei der "Süddeutschen" aufgehoben werden müsse. Bönisch habe sich nach der Veröffentlichung vor ihren Kollegen für den Text rechtfertigen müssen.

Deutsches Museum München bekommt Doppelspitze

Das Deutsche Museum muss sparen. Denn die Sanierung des Hauses ist von geplanten 445 auf 745 Millionen Euro gestiegen. Um die Finanzen genau im Blick zu behalten, wird Generaldirektor Wolfgang Heckl ein kaufmännischer Direktor zur Seite gestellt. Der Sprecher des Museums bestätigte einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Das 1903 gegründete Deutsche Museum in München gilt als eines der größten Wissenschafts- und Technikmuseen der Welt.

Ferdinand Schmidt-Modrow ist gestorben

"Sturm der Liebe" und "Dahoam is Dahoam" waren seine Serien. Im Kinofilm "Die Welle" spielte er an der Seite von Jürgen Vogel und Frederick Lau. Wie der Bayerische Rundfunk bestätigte, ist der Schauspieler Ferdinand Schmidt-Modrow am Mittwoch mit nur 34 Jahren gestorben. Die Familie habe dies dem Sender mitgeteilt, sagte ein BR-Sprecher. Todesursache sei eine nicht erkannte Vorerkrankung gewesen.

Präsidentin der Grammy Awards kurz vor Gala beurlaubt

Die Präsidentin der Recording Academy, die die Grammy Awards verleiht, ist beurlaubt worden. Deborah Dugan sei von einer Kollegin eine Verfehlung zur Last gelegt worden, begründete der Vorstand der Akademie den Schritt. Dugan werde, bis der Vorfall abschließend von unabhängigen Ermittlern untersucht worden ist, durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Harvey Mason Junior vertreten. Dugan ist die erste Frau an der Spitze der Musikindustrieorganisation. Die Grammys gehören zu den renommiertesten Musikpreise weltweit. Die Gala findet wie geplant am 26. Januar statt.

Kritik an Handke von neuer österreichischer Regierung

"Die Entscheidung für den Nobelpreis an Peter Handke konnte ich nicht wirklich nachvollziehen." Das hat Österreichs neue Kultur-Staatssekretärin Ulrike Lunacek dem "Standard" gesagt. Die Art, sich zu politischen Themen zu äußern, wo zigtausenden Menschen großes Leid zugefügt wurde - das habe sie nicht verstanden, so die Grünen-Politikerin. Konkret erklärte sie in der "Tiroler Tageszeitung": Die "Rede anlässlich der Beerdigung von Slobodan Milosevic geht einfach nicht", so die 62-Jährige, die seit der Vereidigung der schwarz-grünen Koalition in Österreich Anfang Januar im Amt ist.

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Fazit

Finanzielle Hilfen für KünstlerEin Weg mit Hürden
Mit Hilfe einer Schnur produziert ein Mann hunderte bunter Seifenblasen.  (dpa / picutre alliance / Boris Roessler)

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