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Kulturnachrichten

Donnerstag, 9. Januar 2020

Werner Herzog erhält Ehrenpreis in Hollywood

Der in München geborene Regisseur Werner Herzog erhält in Hollywood einen Ehrenpreis des renommierten US-Verbands der Kameraleute ASC. Der 77jährige Filmemacher soll die Auszeichnung am 25. Januar in Los Angeles entgegennehmen. Wie der Verband mitteilte, sei Herzog ein "wahrhaft einzigartiger Geschichtenerzähler". Mit dem Ehrenpreis werden besondere Verdienste ausgezeichnet, die die Kunstform der Kameraarbeit fördern. Er geht explizit an Filmschaffende, die nicht an der Kamera selbst arbeiten. Zu früheren Preisempfängern gehören Schauspieler und Regisseure wie Angelina Jolie, Denzel Washington, Martin Scorsese und Steven Spielberg. Herzog hat mehr als 70 Spielfilme und Dokumentationen geschrieben, inszeniert und produziert, darunter unter anderem "Fitzcarraldo" oder "Cobra Verde" mit Klaus Kinski.

Jeremy Irons wird Jury-Präsident der Berlinale

Der britische Schauspieler und Oscar-Preisträger Jeremy Irons wird Jury-Präsident der diesjährigen Berlinale. "Die ikonischen Figuren, die Jeremy Irons verkörpert hat, und sein unverwechselbarer Stil haben mich auf meiner cineastischen Reise begleitet und mir die Komplexität der menschlichen Natur vor Augen geführt", würdigte der künstlerische Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin, Carlo Chatrian, den 71-Jährigen. Irons gilt als bedeutender Charakterdarsteller und erhielt 1991 einen Oscar für seine Darstellung von Claus von Bülow in "Die Affäre der Sunny von B." Zu seinen rund 90 Auftritten in Film und Fernsehen zählte auch die Rolle eines spanischen Jesuiten in "Mission" im Jahr 1986. Neben der Leinwand blieb Irons auch der Theaterbühne treu. Die 70. Ausgabe der Berlinale findet vom 20. Februar bis zum 1.März statt.

Brahms-Medaille für Christoph von Dohnányi

Der Dirigent und Intendant Christoph von Dohnányi wird mit der Brahms-Medaille ausgezeichnet. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher wird dem 90-Jährigen die Auszeichnung am Montag im Rathaus überreichen, wie die Senatskanzlei mitteilte. Mit der 1928 gestifteten Medaille ehrt die Hansestadt Personen, die hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Musik vollbracht haben. Dohnányi war von 1977 bis 1984 Intendant und Chefdirigent der Hamburgischen Staatsoper und Generalmusikdirektor des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Von 2004 bis 2010 war er Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters, des heutigen NDR Elbphilharmonie Orchesters. Er ist Sohn des NS-Widerstandskämpfers Hans von Dohnanyi, Vater des Schauspielers Justus von Dohnányi und Bruder des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi.

Endlos-Streit um Kraftwerk-Beat

Der Streit zwischen dem Musikproduzenten Moses Pelham und den Elektropop-Pionieren Kraftwerk um einen Zwei-Sekunden-Rhythmus bleibt auch nach mehr als zwei Jahrzehnten kompliziert. In der inzwischen vierten Verhandlung des Bundesgerichtshofs zeichnete sich heute zwar ab, dass Pelham den Kraftwerk-Beat wohl 1997 ungefragt kopieren und unter einen Song mit der Rapperin Sabrina Setlur legen durfte. Die Karlsruher Richter scheinen aber davon auszugehen, dass von 2002 an die Herstellung weiterer Tonträger wegen einer neuen Rechtslage nicht mehr erlaubt gewesen sein dürfte. Offen bleibt, ob die fraglichen Tonträger trotzdem vertrieben werden dürfen. Das Urteil soll erst in den kommenden Wochen bis Monaten verkündet werden. Das Verfahren wird in der Musikbranche mit Spannung verfolgt, weil es grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Kunstfreiheit und Urheberschutz aufwirft.

Grütters gibt weitere NS-Raubkunst zurück

Kulturstaatsministerin Monika Grütters gibt am 22. Januar drei weitere als NS-Raubkunst identifizierte Bilder an die rechtmäßigen Besitzer zurück. Im Bundeskanzleramt in Berlin übergibt sie das Aquarell "Dame im Abendkleid" und das Ölgemälde "Porträt einer Dame" von Jean-Louis Forain an die Erben Armand Dorvilles, wie ihr Büro mitteilte. Zudem erhalten sie die Zeichnung "Amazone mit aufbäumendem Pferd" von Constantin Guys zurück. Der Frage, ob es sich bei einem Gemälde und anderen Kunstwerken um NS-Raubkunst handelt, geht das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste nach. Es wurde Anfang Januar 2015 als Stiftung von Bund, Ländern und den drei kommunalen Verbänden gegründet. Es versteht sich national und international als zentraler Ansprechpartner zu Fragen unrechtmäßiger Aneignung von Kulturgut in Deutschland im 20. Jahrhundert.

Berlinale 2020: Jonas Dassler wird Shooting Star

Schauspieler Jonas Dassler wird auf der nächsten Berlinale als europäischer Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet. Der 23-Jährige gehört zu den zehn diesjährigen Shooting Stars, wie das Netzwerk European Film Promotion und die Auslandsvertretung des deutschen Films, German Films, mitteilten. Dassler spielte zum Beispiel in der Literaturverfilmung "Der Goldene Handschuh" von Regisseur Fatih Akin mit. Seine Rolle: ein Frauenmörder, der Leichenteile in der Dachgeschosswohnung versteckt. Dassler tauche tief "in die trügerischen Abgründe der menschlichen Seele" ein, erklärte die Jury. Dassler studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und arbeitet auch am Berliner Maxim Gorki Theater.

Buchmarkt mit leichtem Umsatzplus

Die Buchbranche hat das vergangene Jahr mit einem leichten Umsatzplus abgeschlossen. Nach vorläufigen Zahlen wurde 2019 ein Zuwachs von 1,4 Prozent verzeichnet, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilte. "Die positive Umsatzentwicklung zeigt: Die Relevanz des Buches in unserer Gesellschaft ist ungebrochen", sagte Börsenvereins-Vorsteherin Karin Schmidt-Friderichs. Die Zahlen basieren auf monatlichen Erhebungen über verschiedene Verkaufswege des Marktforschungsunternehmens Media Control. Genaue Zahlen zum Umsatz und dem Wachstum im Internethandel will der Börsenverein erst Mitte des Jahres veröffentlichen.

Limes auf Weg zum Weltkulturerbe

Die Grenzanlagen aus römischer Zeit in Nordrhein-Westfalen sollen Weltkulturerbe werden. Der Antrag für die Aufnahme des Niedergermanischen Limes in das Unesco-Welterbe wurde in Paris der Kulturorganisation der Vereinten Nationen übergeben. Der Antrag wird von NRW, Rheinland-Pfalz und den Niederlanden nach jahrelanger Vorarbeit gemeinsam eingereicht. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Niedergermanische Limes im Sommer 2021 das sechste Unesco-Welterbe in NRW werden, erklärte Bauministerin Ina Scharrenbach. Der "nasse Limes" läuft auch durch die Niederlande sowie Rheinland-Pfalz und verbindet römische Grenzanlagen, die bereits Unesco-Welterbe sind: den Obergermanisch-Raetischen Limes, der im rheinland-pfälzischen Bad Breisig südlich von Bonn beginnt, und den Hadrianswall in Großbritannien.

Ditib bildet Imame nun auch in Deutschland aus

Der Islam-Verband Ditib bildet nach viel Kritik künftig einen Teil seiner Imame in Deutschland aus. Im Eifel-Ort Dahlem eröffnet die Spitze der Türkisch-Islamischen Union offiziell ihr neues Ausbildungszentrum. Siebzig Bachelor-Absolventen sollen den Anfang machen und in gut zwei Jahren zu Religionsbeauftragten ausgebildet werden. Sie hatten in Deutschland ihr Abitur gemacht und danach in der Türkei Islamische Theologie studiert. Die mehr als 1000 Ditib-Imame hierzulande kommen bisher aus der Türkei und werden alle von der Religionsbehörde Diyanet in Ankara bezahlt. Insbesondere bei dem eng mit dem türkischen Staat verwobenen Verband Ditib sorgte das in der Vergangenheit für Kritik. Die deutsche Politik fordert von Ditib seit längerem eine größere Unabhängigkeit zur türkischen Religionsbehörde Diyanet. Das Bundesinnenministerium wertet Pläne der Ditib für eine eigene Imam-Ausbildung in Deutschland als "wichtigen Schritt".

Netflix-Satire über Jesus in Brasilien verboten

Ein Gericht in Rio de Janeiro hat den US-Streamingdienst Netflix per einstweiliger Verfügung angewiesen, sein umstrittenes Weihnachtsspecial "The First Temptation of Christ" (Die erste Versuchung Christi) abzusetzen. Das berichteten örtliche Medien. Der brasilianische Film, der Jesus als homosexuelle Witzfigur darstellt, sorge in der "mehrheitlich christlichen Gesellschaft Brasiliens" für Unruhe, so der Richter. Nach einer Protestwelle gegen den Film war zu Weihnachten ein Brandanschlag gegen die Produktionsfirma in Rio de Janeiro ausgeführt worden. Die Polizei vermutet dahinter eine rechtsextreme Gruppe, die sich in der Tradition nationalsozialistischer Bewegungen aus Brasiliens 30er-Jahren sieht. Der von der brasilianischen Comedy-Truppe "Porta dos Fundos" (Hintertür) produzierte Film hatte bereits seit seiner Veröffentlichung Anfang Dezember für Kontroversen gesorgt. Eine Online-Petition gegen den Film fand mehr als zwei Millionen Unterstützer. Weder "Porta dos Fundos" noch Netflix äußerten sich bislang zu dem Urteil.

Oscar-Verleihung 2020 wieder ohne Moderator

Am 9. Februar werden in Los Angeles die Oscars vergeben, und wie schon im vergangenen Jahr wird niemand die Show moderieren. Das gab der US-Fernsehsender ABC bekannt. Man habe das gemeinsam mit der Oscar Academy entschieden, sagte ABC-Chefin Karey Burke. Die Oscar-Verleihung 2019 war die erste seit 30 Jahren, bei der es keinen Gastgeber gab. Und trotzdem oder gerade deswegen sahen fast 30 Millionen Amerikaner im Fernsehen zu. Zuvor war die Zuschauerzahl vier Jahre lang in Folge gesunken. Dieser Erfolg sei auch der Grund für die Entscheidung gewesen. Die Nominierungen für die Oscars werden am kommenden Montag bekanntgegeben.

Trauergottesdienst für Peter Schreier

In der Dresdner Kreuzkirche haben Freunde und Weggefährten Abschied von dem Sänger Peter Schreier genommen. In einem bewegenden Trauergottesdienst würdigte Kreuzkantor Roderich Kreile das Leben und Schaffen des weltbekannten und vielseitigen Künstlers, dessen Karriere in Dresden begann. Als Evangelist habe er die Musik Johann Sebastian Bachs lebendig gemacht. Seine äußerste Hingabe sei Vorbild für junge Menschen. Der weltbekannte Sänger sei zutiefst menschlich sowie seiner Familie und Heimat verbunden geblieben. Schreier war am ersten Weihnachtstag im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit in Dresden gestorben.

Bayerischer Ehren-Filmpreis für Heiner Lauterbach

Der Schauspieler Heiner Lauterbach bekommt in diesem Jahr den Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises. Er sei "einer unserer ganz großen Filmstars" und "ein wandlungsfähiger Charakterkopf", würdigte ihn Ministerpräsident Markus Söder.
Lauterbach hatte seinen großen Durchbruch 1985 mit Doris Dörries Film "Männer". Der Bayerische Filmpreis wird am 17. Januar im Rahmen einer Gala im Münchner Prinzregententheater verliehen. Vor Lauterbach haben unter anderen Roland Emmerich, Werner Herzog, Hannelore Elsner, Wim Wenders und Bruno Ganz den Ehrenpreis bekommen. Der Bayerische Filmpreis wurde 1979 zum ersten Mal vergeben. Er zählt zu den renommiertesten und bestdotierten Auszeichnungen in der deutschen Filmbranche.

Niederlande geben Kulturgüter an Indonesien zurück

Die niederländische Regierung hat 1.500 historische Artefakte an die ehemalige holländische Kolonie Indonesien zurückgegeben. Es sei das erste Mal in der Geschichte Indonesiens, dass in die Niederlande verbrachte indonesische Kulturgüter zurückgegeben wurden, sagte Hilman Farid, Kulturdirektor des indonesischen Ministeriums für Bildung und Kultur, laut indonesischen Medien.
Der Rückführungsprozess begann symbolisch im November 2016 mit der Überreichung eines Dolchs der Volksgruppe der Bugis an Indonesiens Präsidenten Joko Widodo. Der sogenannte Bugis Keris sowie die restlichen der 1.500 Artefakte stammen aus dem 2013 geschlossenen Nusantara Museum. Das Museum war das einzige in den Niederlanden, das Kunst und kulturelle Objekte aus Indonesien sammelte und ausstellte.

Werke von Anselm Kiefer in China wiedergefunden

Das Ludwig Museum in Koblenz hat einem Medienbericht zufolge sechs Kunstwerke von Anselm Kiefer wiedergefunden, die nach China verliehen wurden und dort verloren gingen. Der SWR bezieht sich auf Angaben der Museumsleitung, wonach sich die Arbeiten derzeit vollständig und im guten Zustand in einem Kunstlager in Shenzhen befinden. Monatelang sei der Verbleib der Kunstwerke unklar gewesen.Unter anderem sei darüber spekuliert worden, ob sie auf dem chinesischen Schwarzmarkt verschwunden seien. Die Direktorin des Ludwig Museums, Beate Reifenscheid, fand die Bilder nach eigenen Angaben nun in dem Lager in Shenzhen. Allerdings verzögere sich die Rückführung der Kunstwerke, weil die Eigentümerin des Lagers die Herausgabe blockiere. Jetzt soll dem Bericht zufolge das Rechtsamt der Stadt Koblenz die Hintergründe klären. Auch das Auswärtige Amt sei nach Angaben der Stadt eingeschaltet.

Metallica will Opfern der Buschbrände spenden

Die Heavy-Metal-Band Metallica will den Opfern der verheerenden Buschbrände in Australien 750 000 US-Dollar zukommen lassen. "Die Zerstörung und die verheerenden Folgen - für alle Einwohner, Tiere, die Natur und das wunderbare Land in Australien - brechen uns das Herz", erklärte die US-Band in einem Statement auf Facebook und Twitter. Die vier Musiker riefen auch ihre Fans auf, sich an der Spendenaktion zu beteiligen. Das Geld will Metallica über ihre Stiftung "All Within My Hands" für Hilfsaktionen spenden. Die Musiker betreiben seit 2017 die bandeigene Organisation, die damit weltweit wohltätige Programme in Kommunen unterstützt. Elton John kündigte während eines Konzertes in Sydney an, eine Million Dollar zu spenden. Schauspieler Chris Hemsworth ("Thor") spendete nach eigenen Angaben eine Million australische Dollar (620 000 Euro).

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