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Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. Januar 2020

Oscar-Verleihung 2020 wieder ohne Moderator

Am 9. Februar werden in Los Angeles die Oscars vergeben, und wie schon im vergangenen Jahr wird niemand die Show moderieren. Das gab der US-Fernsehsender ABC bekannt. Man habe das gemeinsam mit der Oscar Academy entschieden, sagte ABC-Chefin Karey Burke. Die Oscar-Verleihung 2019 war die erste seit 30 Jahren, bei der es keinen Gastgeber gab. Und trotzdem oder gerade deswegen sahen fast 30 Millionen Amerikaner im Fernsehen zu. Zuvor war die Zuschauerzahl vier Jahre lang in Folge gesunken. Dieser Erfolg sei auch der Grund für die Entscheidung gewesen. Die Nominierungen für die Oscars werden am kommenden Montag bekanntgegeben.

Trauergottesdienst für Peter Schreier

In der Dresdner Kreuzkirche haben Freunde und Weggefährten Abschied von dem Sänger Peter Schreier genommen. In einem bewegenden Trauergottesdienst würdigte Kreuzkantor Roderich Kreile das Leben und Schaffen des weltbekannten und vielseitigen Künstlers, dessen Karriere in Dresden begann. Als Evangelist habe er die Musik Johann Sebastian Bachs lebendig gemacht. Seine äußerste Hingabe sei Vorbild für junge Menschen. Der weltbekannte Sänger sei zutiefst menschlich sowie seiner Familie und Heimat verbunden geblieben. Schreier war am ersten Weihnachtstag im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit in Dresden gestorben.

Bayerischer Ehren-Filmpreis für Heiner Lauterbach

Der Schauspieler Heiner Lauterbach bekommt in diesem Jahr den Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises. Er sei "einer unserer ganz großen Filmstars" und "ein wandlungsfähiger Charakterkopf", würdigte ihn Ministerpräsident Markus Söder.
Lauterbach hatte seinen großen Durchbruch 1985 mit Doris Dörries Film "Männer". Der Bayerische Filmpreis wird am 17. Januar im Rahmen einer Gala im Münchner Prinzregententheater verliehen. Vor Lauterbach haben unter anderen Roland Emmerich, Werner Herzog, Hannelore Elsner, Wim Wenders und Bruno Ganz den Ehrenpreis bekommen. Der Bayerische Filmpreis wurde 1979 zum ersten Mal vergeben. Er zählt zu den renommiertesten und bestdotierten Auszeichnungen in der deutschen Filmbranche.

Pina Bausch Tanztheater mit Stargästen

Ute Lemper und andere hochkarätige Solisten stehen im März beim Tanzabend "Die sieben Todsünden" von Pina Bausch in Wuppertal auf der Bühne. Für die Wiederaufnahme des zweiteiligen Brecht/Weill-Tanzabends habe das Tanztheater Wuppertal auch Meret Becker und Johanna Wokalek, die australische Künstlerin Melissa Madden Gray sowie die Schauspieler Erika Skrotzki und Steffen Laube engagieren können, teilte das Theater mit. Gemeinsam ist den meisten der Gäste, dass sie schon in Stücken der 2009 gestorbenen Choreografin Pina Bausch mitwirkten. "Die sieben Todsünden" waren vor zwei Jahren vom Pina Bausch Tanztheater neu inszeniert worden. Bauschs satirisches Ballett über käuflichen Sex und Macht mit Texten von Brecht und Musik von Weill war 1976 uraufgeführt worden. Es erinnert in Teilen an eine Nummernshow mit Gesang, Tanz, komischen und poetischen Elementen.

Niederlande geben Kulturgüter an Indonesien zurück

Die niederländische Regierung hat 1.500 historische Artefakte an die ehemalige holländische Kolonie Indonesien zurückgegeben. Es sei das erste Mal in der Geschichte Indonesiens, dass in die Niederlande verbrachte indonesische Kulturgüter zurückgegeben wurden, sagte Hilman Farid, Kulturdirektor des indonesischen Ministeriums für Bildung und Kultur, laut indonesischen Medien.
Der Rückführungsprozess begann symbolisch im November 2016 mit der Überreichung eines Dolchs der Volksgruppe der Bugis an Indonesiens Präsidenten Joko Widodo. Der sogenannte Bugis Keris sowie die restlichen der 1.500 Artefakte stammen aus dem 2013 geschlossenen Nusantara Museum. Das Museum war das einzige in den Niederlanden, das Kunst und kulturelle Objekte aus Indonesien sammelte und ausstellte.

Werke von Anselm Kiefer in China wiedergefunden

Das Ludwig Museum in Koblenz hat einem Medienbericht zufolge sechs Kunstwerke von Anselm Kiefer wiedergefunden, die nach China verliehen wurden und dort verloren gingen. Der SWR bezieht sich auf Angaben der Museumsleitung, wonach sich die Arbeiten derzeit vollständig und im guten Zustand in einem Kunstlager in Shenzhen befinden. Monatelang sei der Verbleib der Kunstwerke unklar gewesen.Unter anderem sei darüber spekuliert worden, ob sie auf dem chinesischen Schwarzmarkt verschwunden seien. Die Direktorin des Ludwig Museums, Beate Reifenscheid, fand die Bilder nach eigenen Angaben nun in dem Lager in Shenzhen. Allerdings verzögere sich die Rückführung der Kunstwerke, weil die Eigentümerin des Lagers die Herausgabe blockiere. Jetzt soll dem Bericht zufolge das Rechtsamt der Stadt Koblenz die Hintergründe klären. Auch das Auswärtige Amt sei nach Angaben der Stadt eingeschaltet.

Der neue digitale "Spiegel" ist online

Der digitale "Spiegel" erscheint seit heute optisch und inhaltlich neu. Er heißt nun wie das gedruckte Heft "Der Spiegel", die Marke "Spiegel Online" gibt es nicht mehr. Die bisher getrennten Redaktionen für Print und Online wurden seit September 2019 zu einer Redaktion zusammengelegt. Der digitale "Spiegel" bleibe zwar eine Nachrichten-Plattform, soll aber "magaziniger" werden. Bewegtbild bekomme in Zukunft einen höheren Stellenwert: Mit Erklärvideos sollen komplexe Sachverhalte verständlich aufbereitet werden. Neue Reportageformate sowie Livestreams sollen eingeführt werden. Das Nachrichten-Magazin für Kinder, "Dein Spiegel", ist erstmals fester Bestandteil des Digitalangebots und hat einen eigenen geschützten Bereich. Die neue Plattform basiert auf einer komplett neu entwickelten technischen Infrastruktur.

Metallica will Opfern der Buschbrände spenden

Die Heavy-Metal-Band Metallica will den Opfern der verheerenden Buschbrände in Australien 750 000 US-Dollar zukommen lassen. "Die Zerstörung und die verheerenden Folgen - für alle Einwohner, Tiere, die Natur und das wunderbare Land in Australien - brechen uns das Herz", erklärte die US-Band in einem Statement auf Facebook und Twitter. Die vier Musiker riefen auch ihre Fans auf, sich an der Spendenaktion zu beteiligen. Das Geld will Metallica über ihre Stiftung "All Within My Hands" für Hilfsaktionen spenden. Die Musiker betreiben seit 2017 die bandeigene Organisation, die damit weltweit wohltätige Programme in Kommunen unterstützt. Elton John kündigte während eines Konzertes in Sydney an, eine Million Dollar zu spenden. Schauspieler Chris Hemsworth ("Thor") spendete nach eigenen Angaben eine Million australische Dollar (620 000 Euro).

US-Schriftstellerin Elizabeth Wurtzel ist tot

Die US-Schriftstellerin und Musik-Journalistin Elizabeth Wurtzel ist tot. Sie starb im Alter von 52 Jahren in ihrer Heimatstadt New York an den Folgen ihrer Brustkrebs-Erkrankung. Berühmt wurde Wurtzel mit ihrer Autobiografie "Prozac Nation" – auf deutsch "Verdammte schöne Welt: Mein Leben mit der Psycho-Pille" - die sie mit nur 26 Jahren verfasste. Darin schreibt sie über ihre Erkrankung an Depressionen, an denen sie während ihres Harvard-Studiums litt und die mit dem Medikament "Prozac" behandelt wurden. Das nicht unumstrittene Buch wurde 2001 mit Christina Ricci in der Hauptrolle verfilmt, der Film jedoch nie in den USA im Kino gezeigt. Nach ihrem Studium hat Wurtzel als Musikkritikerin für namhafte Magazine gearbeitet, ihre Reportage über Lou Reed gewann diverse Preise.

Vorerst kein Direktor bei Berliner Bauakademie

Der SPD-Politiker Florian Pronold wird vorerst nicht Direktor der Berliner Bauakademie. Das Arbeitsgericht der Hauptstadt hat die Neubesetzung gestoppt.
Die Stelle dürfe bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache nicht mit dem bereits ausgewählten Bewerber besetzt werden, teilte das Gericht mit. Damit wurde dem Antrag eines unterlegenen Mitbewerbers stattgegeben. Eine Berufung gegen das Urteil kann eingelegt werden. Gegen die Ernennung von Pronold hatten mehrere hundert Architekten und Museumsfachleute mit einem Offenen Brief protestiert. Darin heißt es, der Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundesumweltministerium sei für das Amt nicht qualifiziert. Außerdem habe es dem Auswahlverfahren an Transparenz gefehlt.

Berliner Holocaust-Mahnmal mit Besucherrekord

In die Ausstellung unter dem Stelenfeld des Berliner Holocaust-Mahnmal kamen 2019 rund 480.000 Besucher. Damit hätte die Ausstellung den größten Zuspruch gehabt seit der Eröffnung im Jahr 2005, teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit. Mit mehr als 2700 Beton-Stelen wird an die rund sechs Millionen Juden erinnert, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten ermordet wurden. "In Zeiten, in denen unsere Erinnerungskultur an die Opfer des Nationalsozialismus und auch das Holocaust-Mahnmal von einigen offen in Frage gestellt werden, ist der Besucheransturm im Ort der Information ein gewichtiges Zeichen gegen Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus", so Direktor Uwe Neumärker. Die Stiftung wird jährlich mit 3,6 Millionen Euro aus dem Etat der Beauftragten für Kultur und Medien gefördert.

Literaturkritiker Wilfried F. Schoeller gestorben

Der Literaturkritiker Wilfried F. Schoeller ist tot. Er starb nach langer Krankheit mit 78 Jahren in Berlin, wie seine Familie mitteilte. Schoeller war Mitbegründer der ARD-Kultursendung "Titel, Thesen, Temperamente" und rief auch die Sendung "Bücher, Bücher" beim Hessischen Rundfunk ins Leben. Der promovierte Germanist und Historiker war ab 1972 Literaturredakteur beim Hessischen Rundfunk und setzte sich dort vor allem für die Vermittlung ostdeutscher Autoren wie Uwe Johnson oder Christa Wolf an das westdeutsche Publikum ein. Zu Schoellers wichtigsten Werken gehören Arbeiten über Heinrich Mann, Theodor W. Adorno und Franz Marc. Als Herausgeber war er für das Gesamtwerk von Oskar Maria Graf und die Tagebücher von Klaus Mann verantwortlich. Zudem schrieb er zahlreiche Hörspiele und Fernseh-Drehbücher. 1990 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Von 2002 bis 2009 war er Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland.

Kranichsteiner Literaturpreis erhält neuen Namen

Der Deutsche Literaturfonds verändert im 40. Jahr seines Bestehens seinen Literaturpreis. Er nimmt Abschied vom Kranichsteiner Literaturpreis und vergibt 2020 erstmals den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds. Damit verbunden sei auch eine deutliche Anhebung des Preisgeldes von 30 000 auf 50 000 Euro, teilte der Literaturfonds mit. Mit den Änderungen solle deutlich werden, dass es sich bei dem Preis um ein wichtiges literarisches Ereignis handele. Auch die Verleihung des Preises am 7. Oktober in Berlin ist ein Novum. Bisher war der Preis in Darmstadt, dem Sitz des Fonds, vergeben worden. Denkbar sei, dass für die Preisverleihung künftig jedes Jahr eine andere Stadt ausgewählt werde. Ziel des Deutschen Literaturfonds ist es, die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu fördern. Dazu vergibt er Stipendien und Projektzuschüsse.

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