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Kulturnachrichten

Dienstag, 7. Januar 2020

US-Schriftstellerin Elizabeth Wurtzel ist tot

Die US-Schriftstellerin und Musik-Journalistin Elizabeth Wurtzel ist tot. Sie starb im Alter von 52 Jahren in ihrer Heimatstadt New York an den Folgen ihrer Brustkrebs-Erkrankung. Berühmt wurde Wurtzel mit ihrer Autobiografie "Prozac Nation" – auf deutsch "Verdammte schöne Welt: Mein Leben mit der Psycho-Pille" - die sie mit nur 26 Jahren verfasste. Darin schreibt sie über ihre Erkrankung an Depressionen, an denen sie während ihres Harvard-Studiums litt und die mit dem Medikament "Prozac" behandelt wurden. Das nicht unumstrittene Buch wurde 2001 mit Christina Ricci in der Hauptrolle verfilmt, der Film jedoch nie in den USA im Kino gezeigt. Nach ihrem Studium hat Wurtzel als Musikkritikerin für namhafte Magazine gearbeitet, ihre Reportage über Lou Reed gewann diverse Preise.

Vorerst kein Direktor bei Berliner Bauakademie

Der SPD-Politiker Florian Pronold wird vorerst nicht Direktor der Berliner Bauakademie. Das Arbeitsgericht der Hauptstadt hat die Neubesetzung gestoppt.
Die Stelle dürfe bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache nicht mit dem bereits ausgewählten Bewerber besetzt werden, teilte das Gericht mit. Damit wurde dem Antrag eines unterlegenen Mitbewerbers stattgegeben. Eine Berufung gegen das Urteil kann eingelegt werden. Gegen die Ernennung von Pronold hatten mehrere hundert Architekten und Museumsfachleute mit einem Offenen Brief protestiert. Darin heißt es, der Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundesumweltministerium sei für das Amt nicht qualifiziert. Außerdem habe es dem Auswahlverfahren an Transparenz gefehlt.

Berliner Holocaust-Mahnmal mit Besucherrekord

In die Ausstellung unter dem Stelenfeld des Berliner Holocaust-Mahnmal kamen 2019 rund 480.000 Besucher. Damit hätte die Ausstellung den größten Zuspruch gehabt seit der Eröffnung im Jahr 2005, teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit. Mit mehr als 2700 Beton-Stelen wird an die rund sechs Millionen Juden erinnert, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten ermordet wurden. "In Zeiten, in denen unsere Erinnerungskultur an die Opfer des Nationalsozialismus und auch das Holocaust-Mahnmal von einigen offen in Frage gestellt werden, ist der Besucheransturm im Ort der Information ein gewichtiges Zeichen gegen Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus", so Direktor Uwe Neumärker. Die Stiftung wird jährlich mit 3,6 Millionen Euro aus dem Etat der Beauftragten für Kultur und Medien gefördert.

Kranichsteiner Literaturpreis erhält neuen Namen

Der Deutsche Literaturfonds verändert im 40. Jahr seines Bestehens seinen Literaturpreis. Er nimmt Abschied vom Kranichsteiner Literaturpreis und vergibt 2020 erstmals den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds. Damit verbunden sei auch eine deutliche Anhebung des Preisgeldes von 30 000 auf 50 000 Euro, teilte der Literaturfonds mit. Mit den Änderungen solle deutlich werden, dass es sich bei dem Preis um ein wichtiges literarisches Ereignis handele. Auch die Verleihung des Preises am 7. Oktober in Berlin ist ein Novum. Bisher war der Preis in Darmstadt, dem Sitz des Fonds, vergeben worden. Denkbar sei, dass für die Preisverleihung künftig jedes Jahr eine andere Stadt ausgewählt werde. Ziel des Deutschen Literaturfonds ist es, die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu fördern. Dazu vergibt er Stipendien und Projektzuschüsse.

Literaturkritiker Wilfried F. Schoeller gestorben

Der Literaturkritiker Wilfried F. Schoeller ist tot. Er starb nach langer Krankheit mit 78 Jahren in Berlin, wie seine Familie mitteilte. Schoeller war Mitbegründer der ARD-Kultursendung "Titel, Thesen, Temperamente" und rief auch die Sendung "Bücher, Bücher" beim Hessischen Rundfunk ins Leben. Der promovierte Germanist und Historiker war ab 1972 Literaturredakteur beim Hessischen Rundfunk und setzte sich dort vor allem für die Vermittlung ostdeutscher Autoren wie Uwe Johnson oder Christa Wolf an das westdeutsche Publikum ein. Zu Schoellers wichtigsten Werken gehören Arbeiten über Heinrich Mann, Theodor W. Adorno und Franz Marc. Als Herausgeber war er für das Gesamtwerk von Oskar Maria Graf und die Tagebücher von Klaus Mann verantwortlich. Zudem schrieb er zahlreiche Hörspiele und Fernseh-Drehbücher. 1990 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Von 2002 bis 2009 war er Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland.

Jüdisches Erbe soll auf Welterbeliste der Unesco

Der Antrag für die Aufnahme der jüdischen Vergangenheit von Speyer, Worms und Mainz ins Unesco-Welterbe soll am kommenden Montag bei der Weltkulturorganisation in Paris eingereicht werden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) werde den Antrag für die sogenannten Schum-Stätten am gleichen Tag in der Neuen Synagoge in Mainz offiziell unterzeichnen, teilte die Staatskanzlei mit. Schum bezeichnet die jüdische mittelalterliche Tradition von Speyer, Worms und Mainz. Das Nominierungsdossier stellt den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätten dar, der für die Aufnahme ins Unesco-Welterbe gefordert wird. In Speyer soll die um 1120 gebaute Mikwe, ein Ritualbad, den besonderen Unesco-Status erhalten. In Worms sind es neben einer etwas kleineren Mikwe und der Synagoge der Friedhof "Heiliger Sand". In Mainz gehört der ebenfalls mittelalterliche Friedhof "Judensand" zu den Stätten, die ins Welterbe aufgenommen werden sollen.

Britische Film Academy gibt Nominierungen bekannt

Die British Film Academy hat ihre Nominierungen für die BAFTA Awards bekannt gegeben. In elf Kategorien vorgeschlagen wurde dabei die US-Comicverfilmung "Joker" von Todd Philips. Die Netflix-Produktion "The Irishman" von Regisseur Martin Scorese wurde in zehn Kategorien ebenso wie Quentin Tarantinos "Once Upon a Time in Hollywood" nominiert. Tarantinos Film um einen alternden Filmstar war bereits am Samstag mit einem Golden Globe in Los Angeles ausgezeichnet worden. Zu den BAFTA-Nominierungen gehören auch das Weltkriegsdrama "1917" von Sam Mendes und die Tragikomödie "Parasite" des Südkoreaners Bong Joon-ho. Als beste Schauspieler wurden unter anderem Leonardo DiCaprio ("Once Upon a Time in Hollywood"), Adam Driver ("Marriage Story"), Scarlett Johansson ("Marriage Story") und Charlize Theron ("Bombshell") vorgeschlagen.

Pentagon schließt Angriffe auf Kulturstätten aus

Das Pentagon hat sich von der Drohung des US-Präsidenten Donald Trump distanziert, im Falle iranischer Angriffe auf US-Ziele auch bedeutende Kulturstätten im Iran zu attackieren. "Wir werden die Gesetze des bewaffneten Konflikts befolgen", hieß es bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von US-Verteidigungsminister Mark Esper und Generalstabschef Mark Milley. Auf die Frage, ob dies den Angriff auf Ziele mit kultureller Bedeutung ausschließe, hieß es weiter: "Das sind die Gesetze des bewaffneten Konflikts." Trump hatte nach der Tötung des iranischen Generals Soleimani angekündigt, man werde im Iran auch kulturell bedeutende Orte angreifen, falls die Regierung in Teheran die von ihr angedrohten Vergeltungsmaßnahmen umsetze. Die Drohung des US-Präsidenten hatte im In- und Ausland für Entrüstung gesorgt.

Facebook will manipulierte Videos entfernen

Facebook will künftig sogenannte Deepfakes und andere manipulierte Videos aus seinem sozialen Netzwerk entfernen. Davon ausgenommen seien Filme, bei denen es sich um Parodien oder Satire handele, erklärte das US-Unternehmen in einem Blog. Deepfakes sind mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz manipulierte Videos. Darin werden beispielsweise Gesichter getauscht, Menschen Worte in den Mund gelegt, die sie nicht gesagt haben oder Handlungen gezeigt, die mit den jeweiligen Personen nie stattgefunden haben. Vor der US-Präsidentenwahl im November stehen soziale Medien unter Druck, stärker gegen solche Filme vorzugehen. Im vergangenen Jahr hatte Facebook sich geweigert, ein manipuliertes Video mit der Politikerin Nancy Pelosi zu löschen. Darin wird sie lallend und sich immer wieder versprechend gezeigt.

Harvey Weinstein auch in Los Angeles angeklagt

Gegen den früheren US-Filmproduzenten Harvey Weinstein wird jetzt auch in Los Angeles wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen juristisch vorgegangen. Eine Bezirksstaatsanwältin hat Weinstein in zwei Fällen aus dem Jahr 2013 angeklagt. Er soll binnen zwei Tagen eine Frau vergewaltigt und sich an einer weiteren sexuell vergangen haben. In New York hat schon am Montag ein erstes Verfahren begonnen, in dem es um andere Vorwürfe sexueller Gewalt geht. Bei einer Verurteilung droht Weinstein eine lebenslange Haftstrafe. Der frühere Filmproduzent wies alle Anschuldigungen zurück.

"Charlie Hebdo"-Macher live im Fernsehen

Genau fünf Jahre nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" treten mehrere Redaktionsmitglieder erstmals wieder live im französischen Fernsehen und im Radio auf. Am 7. Januar 2015 hatten zwei schwer bewaffnete Islamisten die Pariser Redaktionsräume von "Charlie Hebdo" gestürmt. Sie töteten zwölf Menschen, darunter einige der bekanntesten Karikaturisten Frankreichs. Das Magazin hatte zuvor wegen seiner Karikaturen immer wieder Drohungen erhalten. Nach dem Anschlag ging unter dem Motto "Je suis Charlie" (Ich bin Charlie) eine Welle der Solidarität um die Welt.

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