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Kulturnachrichten

Donnerstag, 2. Januar 2020

Jüdische Akademie in Frankfurt

In Frankfurt entsteht voraussichtlich ab dem Spätsommer eine Jüdische Akademie. Wie der Zentralrat der Juden in Deutschland mitteilte, erteilte die Stadt nun die nötige Baugenehmigung. Sie wird zu dem Projekt drei Millionen Euro beisteuern. Ebenso viel wie das Land Hessen. Der Bundestag soll sieben Millionen Euro Zuschuss bewilligt haben. Nach Angaben des Frankfurter Gemeindevorsitzenden Schnabel soll die Jüdische Akademie den Diskurs über jüdisches Leben und jüdische Kultur in die Bevölkerung hineintragen. Ihr Seminar-, Konferenz-, Vortrags- und Fortbildungsangebot richte sich gleichermaßen an Juden und Nichtjuden.

Justizministerin distanziert sich von Punk-Liedtexten

Sachsens Justizministerin Katja Meier hat sich von einem gewaltverherrlichenden Liedtext ihrer ehemaligen Punkband distanziert. "Ich habe immer gesagt, nicht alle Texte, zu denen ich mit 16 Jahren Bass gespielt habe, teile ich über 20 Jahre später inhaltlich", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. So heißt es in einem Lied der Punkband Harlekins, in der Meier in den 1990er Jahren Bass spielte: "Advent, Advent - ein Bulle brennt, erst eins, dann zwei, dann drei." Die AfD hatte Meier mit Blick auf den Angriff auf einen Polizisten in Leipzig während der Silvesternacht für ihre Punk-Vergangenheit kritisiert und der Ministerin vorgeworfen, früher Gewalt befürwortet zu haben. Die Justizministerin hatte während des Wahlkampfes kein Geheimnis daraus gemacht, in einer Zwickauer Punkband Bass gespielt zu haben. Die Texte hat sie nach eigenen Angaben weder geschrieben noch gesungen.

Meist verkaufte Bücher 2019: Fitzek an der Spitze

Sebastian Fitzek, John Strelecky und Bas Kast haben die meist verkauften Buchtitel des Jahres 2019 geschrieben. Millionenseller Fitzek führt mit "Das Geschenk" die Jahres-Rangliste 2019 bei der Belletristik an, wie das Fachportal börsenblatt.net mitteilte. Auf Platz zwei folgt "Herkunft" von Saša Stanišić; er hatte im Oktober den Deutschen Buchpreis gewonnen. Auf Platz drei steht "Kaffee und Zigaretten" mit autobiografischen Erzählungen, Apercus und Beobachtungen Ferdinand von Schirachs. Bei den Ratgebern liegt der US-Autor John Strelecky mit "Das Cafe am Rande der Welt" auf dem ersten Platz. Beim Sachbuch hat der deutsch-niederländische Wissenschaftsautor Bas Kast mit seinem "Ernährungskompass" den ersten Rang erobert.

Scheiben an Leipziger Thomaskirche eingeworfen

Unbekannte Täter haben in der Silvesternacht mit Pflastersteinen rund zwei Dutzend Scheiben der Leipziger Thomaskirche und des angrenzenden Thomashauses eingeworfen. Beschädigt seien auch mindestens vier wertvolle Buntglasfenster aus dem 19. Jahrhundert über dem Mendelssohn-Portal an der Westseite der Kirche, teilte die evangelische Gemeinde in Leipzig mit. Der entstandene Schaden könne noch nicht beziffert werden. Das Thomashaus ist den Angaben zufolge stärker betroffen als die Kirche selbst. Dort wurde demnach unter anderem ein Jugendstilfenster aus dem frühen 20. Jahrhundert zerstört. Das evangelische Gotteshaus ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Leipziger Innenstadt. Die Kirche ist Heimstätte des weltberühmten Thomanerchors. 1723 stand dem Chor für 27 Jahre der Barockkomponist Johann Sebastian Bach als Kantor vor.

Neues Museum von Plattner-Stiftung soll 2021 öffnen

In der zweiten Januarwoche 2020 beginnen die Umbauarbeiten am ehemaligen Terrassenrestaurant "Minsk". Das verfallene Potsdamer Restaurant aus DDR-Zeiten soll im Herbst 2021 als Museum für zeitgenössische Kunst wieder öffnen. Das Ziel sei ein weiterer "kultureller Hotspot" in Potsdam, in dem Werke von Gegengenwarts-Künstlern präsentiert werden, deren Schaffen unter anderem bis in die DDR zurückreiche, teilte die Stiftung des SAP-Mitgründers Hasso Plattner mit. Zugleich sei auch wieder ein Café mit Terrassenbetrieb geplant. Zunächst müssten Schadstoffe wie asbesthaltiges Material beseitigt und die Flächen entkernt werden, erklärte die Stiftung. Die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung hatte im vergangenen Jahr grünes Licht für das Museum gegeben. Das zweistöckige Terrassenrestaurant mit Flachdach war zu DDR-Zeiten sehr beliebt. Lange Zeit war geplant, das Gebäude abzureißen.

Vertrauliche Briefe von T.S. Eliot werden publik gemacht

Seit mehr als 60 Jahren unter Verschluss gehaltene Briefe des Dichters T.S. Eliot werden veröffentlicht. Brisant sind die etwa 1000 Schriftstücke, weil sie an Eliots enge Freundin Emily Hale gingen und einen Zeitraum von gut 25 Jahren abdecken. Über ihr Verhältnis spekulieren Forscher seit Jahrzehnten. Eliot gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des 20. Jahrhunderts. Wissenschaftler, Gelehrte und Studenten können die Briefe erst jetzt an der Princeton University Library einsehen, weil Hale verfügte, dass sie lediglich 50 Jahre nach Eliots oder ihrem Tod veröffentlicht werden dürften. Jetzt würden Literaturgelehrte aus der ganzen Welt in Princeton erwartet, um die Briefe zu lesen.

Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler wird digital

Das renommierte "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler" von Georg Dehio wird mit Mitteln aus dem Bundeskulturetat digital aufbereitet und erweitert, teilte
Kulturstaatsministerin Grütters mit. Das 22-bändige Referenzwerk zum baukulturellen Erbe in Deutschland umfasst rund 24.000 Seiten mit etwa 100.000 beschriebenen Bauwerken und ihren 200.000 Ausstattungsstücken. Es soll nun in eine für die Forschung und die Öffentlichkeit attraktive Online-Plattform überführt und um mindestens 150.000 Fotos ergänzt werden. Das Handbuch gilt seit über 100 Jahren als das einschlägige Referenzwerk für die Beschäftigung mit Baudenkmälern und ihrer Ausstattung in Deutschland.

Stasi-Unterlagenbehörde zieht kritische Zwischenbilanz

Rund 30 Jahre nach dem Mauerfall können zerrissene Stasi-Akten in Tausenden Säcken immer noch nicht ausgewertet werden. Die Papiere werden zur Zeit ausschließlich per Hand zusammengesetzt - die vor zwei Jahren gestoppte Rekonstruktion per Computer sei bislang nicht wieder in Gang gekommen, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der Deutschen Presse-Agentur. Knapp 20 Mitarbeiter in Berlin und mehreren Außenstellen der Bundesbehörde fügen laut Jahn derzeit in mühevoller Kleinarbeit Schnipsel zusammen. Von einst 16.000 Säcken mit sichergestellten Stasi-Papieren wurde bislang lediglich der Inhalt von 520 erschlossen, davon Papiere aus 23 Säcken am Computer. Die manuelle Rekonstruktion könnte noch Jahrzehnte dauern. In das Projekt zum virtuellen Puzzeln von Akten flossen bislang mehr als sechs Millionen Euro. Erwartet wurde eine schnelle und umfassende Zusammensetzung. Doch das Vorhaben wurde vor zwei Jahren auf Eis gelegt, weil die technischen Voraussetzungen für ein Massenverfahren nicht reichten und spezielle Scanner fehlten.

Darmstadt will Welterbetitel für Künstlerkolonie

Nach jahrelanger Arbeit und Millioneninvestitionen hofft Darmstadt auf den Welterbe-Status für die Mathildenhöhe. Die Künstlerkolonie ist einer von zwei Nominierungen in diesem Jahr mit deutscher Beteiligung. Gemeinsam mit Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und Tschechien schlägt Deutschland außerdem bedeutende europäische Bäder des 19. Jahrhunderts als Welterbe vor. Dazu gehören Bad Ems (Rheinland-Pfalz), Baden-Baden (Baden-Württemberg) und Bad Kissingen (Bayern). Im Sommer 2020 wird im chinesischen Fuzhou über die Welterbe-Bewerbungen beraten. Dann entscheidet sich, ob sich künftig die Mathildenhöhe mit einem neuen Ausstellungshaus, anderen um 1900 errichteten Gebäuden, Parkanlagen sowie einem noch geplanten Besucherzentrum Welterbe nennen darf. Für die Sanierungsarbeiten beziffert Oberbürgermeister Partsch die Investitionssumme auf insgesamt fast 44 Millionen Euro.

Berlinale zurückhaltend bei Virtual-Reality-Produktionen

Die neue Leitung der Berlinale will vorerst keine besondere Sparte für Virtual-Reality-Produktionen einführen. Zuschauer können bei solchen Filmen oder Computerspielen mit einer speziellen Brille in künstliche 3D-Welten eintauchen. Venedig habe eine Sparte für VR-Produktionen, aber das Festival habe dafür auch eine sehr gute Infrastruktur aufgebaut, sagte der künstlerische Leiter der Berlinale, Chatrian, der Deutschen Presse Agentur. In Berlin müsse man zunächst nach einem Ort schauen, an dem man das machen könnte. Zudem sei er nicht sicher, ob VR die Zukunft des Kinos sei, so Chatrian.

Rijeka und Galway Kulturhauptstädte 2020

Die nordkroatische Hafenstadt Rijeka und die irische Stadt Galway sind die Europäische Kulturhauptstädte 2020. Das an der Adria gelegene Rijeka, auch Fiume genannt, ist mit etwa 120.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Sie verfügt über eine Altstadt mit zum Teil prächtigen Gebäuden sowie sozialistisch anmutende Hochhäuser aus der Zeit, als Jugoslawien noch existierte. Die Stadt Galway an der irischen Westküste gilt als Hochburg für die traditionelle Musik des Landes. Galway ist für regelmäßige Festivals im Sommer bekannt. Als Kulturhauptstadt will sich die Stadt den Schwerpunkten Sprache, Landschaft und Migration widmen.

Der Karikaturist Rainer Bach ist gestorben

Der Chemnitzer Karikaturist und Cartoonist Rainer Bach ist tot. Wie seine Tochter der Nachrichtenagentur dpa sagte, starb der Künstler an Silvester im Alter von 73 Jahren nach langer Krankheit. Der 1946 in Freital geborene Bach überraschte seine Lehrer bereits im Alter von sechs Jahren mit Karikaturen im Lesebuch. Von 1979 an war er auf nationalen und internationalen Cartoonfestivals präsent. Bach veröffentlichte freiberuflich Karikaturen im Satiremagazin "Eulenspiegel". Auch für die Chemnitzer Tageszeitung "Freie Presse" zeichnete er. 2015 nahm ein Kosmonaut eine Zeichnung Bachs mit zur Internationalen Raumstation ISS ins Weltall.

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