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Mittwoch, 26.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 31. Januar 2019

Zweiteiler "Gladbeck" erhält Deutschen Fernsehpreis

Auszeichnung in mehr als 20 Kategorien vergeben

Der Zweiteiler "Gladbeck" hat beim Deutschen Fernsehpreis in Düsseldorf in den Kategorien "Bester Mehrteiler" und "Bester Schnitt" gewonnen. Zusätzlich wurde Darsteller Albrecht Schuch, der in "Gladbeck" zu sehen ist, als bester Darsteller ausgezeichnet. Die Banken-Serie "Bad Banks" mit Paula Beer und Désirée Nosbusch konnte dafür bei "Beste Regie" (Christian Schwochow) und in der wichtigen Kategorie "Beste Drama-Serie" die Jury überzeugen. Dort setzte sie sich auch gegen den U-Boot-Stoff "Das Boot" durch, die in neun Kategorien nominiert worden war. Am Ende gewann die Serie in "Beste Kamera" und stellte mit Vicky Krieps die beste Schauspielerin. Bei den Filmen setzte sich "Aufbruch in die Freiheit" durch. Der Ehrenpreis für das Lebenswerk ging an Jürgen von der Lippe.

KMK warnt vor Kürzung von Deutschstunden

Vorsitzender kritisiert Bevorzugung von Fremdsprachenunterricht

Fremdsprachenunterricht in der Grundschule kann auf Kosten des Deutschunterrichts gehen. Davor warnte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ralph Alexander Lorz in der Zeitung "Die Welt". An vielen Schulen seien Deutschstunden zugunsten von Fremdsprachen gekürzt worden, dafür habe man immer früher mit Fremdsprachen begonnen. Fremdsprachenvermittlung sei aber nicht die primäre Aufgabe der Grundschule. Der Fokus müsse auf dem Deutschen liegen, so Lorz. Dafür müsse es künftig wieder mehr Unterrichtsstunden geben.

Moskau: Gestohlenes Bild wieder in der Ausstellung

Tretjakoff Galerie hat Sicherheitsmaßnahmen verschärft

Nach dem aufsehenerregenden Diebstahl in der Moskauer Tretjakow-Galerie soll das gestohlene Ölgemälde wieder in die Ausstellung zurückkommen. Es werde von diesem Freitag an wieder zu sehen sein, teilte die Galerie der russischen Nachrichtenagentur Interfax mit. Die Sicherheitsmaßnahmen seien verschärft worden. So werde das Bild des russischen Landschaftsmalers Archip Kuindschi aus dem 19. Jahrhundert hinter speziellem Glas gezeigt. Eine Alarmanlage solle es sichern. Der Diebstahl hatte am vergangenen Wochenende für Schlagzeilen gesorgt. Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie der inzwischen festgenommene Verdächtige das Ölgemälde mit dem Titel "Ai Petri. Krim" vor den Augen der Besucher von der Wand nahm und aus dem Museum spazierte.

Lettland verbietet russischen TV-Sender

Vorübergehendes Ausstrahlungsverbot wegen angeblicher Hetze gegen die Ukraine

Lettland stoppt wegen angeblicher Hetze für drei Monate die Ausstrahlung des russischsprachigen Fernsehsenders Rossija RTR in dem baltischen EU- und Nato-Land. Der Kanal habe im vergangenen Jahr in zwei Sendungen zu Unruhen und Hass gegen die Ukraine angestiftet, begründete der Nationale Rat für elektronische Massenmedien (NEPLP) in Riga die Sperre. Sie soll nach Veröffentlichung der Entscheidung im Amtsblatt in Kraft treten. Die Sperre diene dazu, ausländische elektronische Medien dazu zu motivieren, künftig das lettische Recht einzuhalten. Lettland hatte - wie das benachbarte Litauen - schon in den Vorjahren befristete Sendeverbote gegen russische Fernsehkanäle wegen des Vorwurfs der tendenziösen Berichterstattung verhängt.

Flüchtling gewinnt australischen Literaturpreis

Victorian Prize for Literature für Text aus dem Gefängnis

Der iranische Kurde Behrouz Boochani bekam in Melbourne den Literaturpreis des Bundesstaats Victoria zugesprochen. Der Asylbewerber wurde für "No Friend But the Mountains: Writing from Manus Prison" (in etwa: "Kein Freund außer den Bergen: Texte aus dem Gefängnis Manus") ausgezeichnet, der auch als bestes Sachbuch prämiert wurde. Boochani konnte den Preis nicht selber entgegen nehmen, da er die Insel Manus nicht verlassen darf. Australien bringt dort seit 2013 Asylsuchende unter, die Bedingungen werden von Ärzten und Flüchtlingshelfern als menschenrechtswidrig angeprangert. Boochani schrieb das Buch nach Angaben seines Verlags mit SMS-Nachrichten, die er aus Manus an Helfer in Australien schickte.

Komische Oper: Barrie Kosky hört als Intendant auf

Er bleibt aber bis 2027 als Hausregisseur

Der Intendant der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, verlängert seinen Vertrag nicht über das Jahr 2022 hinaus. Er bleibe dem Theater aber verbunden, sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Während der fünfjährigen Sanierung des Hauses werde Kosky bis 2027 als Hausregisseur weiter wesentliche Impulse geben und jedes Jahr Regie bei zwei Neuinszenierungen führen. Damit sei in dieser schwierigen Phase die künstlerische Kontinuität gesichert. Kosky und Lederer unterzeichneten dafür einen neuen Vertrag. Ko-Intendanten werden die Geschäftsführende Direktorin Susanne Moser und Operndirektor Philip Bröking. Von 2022 bis 2027 soll die Komische Oper für 225 Millionen Euro von Grund auf renoviert werden. Das Ensemble wird während dieser Zeit in das Schiller-Theater ziehen, aber an verschiedenen Orten in der Stadt spielen.

Google gibt in Prozess um Impressum auf

Internetanbieter müssen per Mail kontaktiert werden können

Wer Dienste im Internet anbietet, muss im Impressum eine E-Mail-Adresse angeben, unter der Nutzer auch tatsächlich Kontakt aufnehmen können. Der US-Internetriese Google zog nach Angaben des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe die Revision gegen ein entsprechendes Urteil des Kammergerichts Berlin zurück. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen war gegen Google vorgegangen, weil Nutzer auf ihre Mails nur eine automatische Standardantwort mit Hinweis auf andere Kontaktmöglichkeiten erhalten hatten. Die eingehenden Mails wurden bei Google nicht gelesen. Das verstößt nach dem Urteil des Kammergerichts gegen das Telemediengesetz.

Konzert von R. Kelly in Sindelfingen scheitert an Protest

US-Sänger steht Verdacht des sexuellen Missbrachs

Zehntausende Menschen haben mit ihrer Unterschrift ein geplantes Konzert des Musikers R. Kelly in Sindelfingen bei Stuttgart verhindert. Die Missbrauchsvorwürfe gegen den Sänger hätten Stadt und Betreiber schon vor der Online-Petition beschäftigt, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Glaspalastvereins Sindelfingen, Uwe Dieterich. "Dann ist das Thema durch die Decke geschossen." Und man habe sich am Wochenende für eine Absage entschieden. Mehr als 38 000 Menschen haben mittlerweile unterschrieben, um die Konzerte in Baden-Württemberg und in Hamburg zu verhindern. Der Veranstalter steht nach eigenen Angaben bereits in Verhandlung zu alternativen Orten. R. Kelly habe nach der Entscheidung aus Sindelfingen klar bekräftigt, ein Konzert in Süddeutschland zu geben.

"Gremlins"-Schauspieler Dick Miller gestorben

Er spielte in über 100 Filme und Serien mit

Der aus Filmen wie "Gremlins" oder "Terminator" bekannte Schauspieler Dick Miller ist tot. Der US-Amerikaner starb im Alter von 90 Jahren, wie ein Sprecher der Familie dem "Hollywood Reporter" bestätigte. Miller spielte in über 100 Filmen und Serien mit, unter anderem in der Horrorkomödie "Das Vermächtnis des Prof. Bondi" (1959) und dem Horrorfilm "Das Tier" (1981). In den beiden "Gremlins"-Filmen 1984 und 1990 übernahm er die Rolle des Murray Futterman. Außerdem war er im ersten "Terminator"-Teil mit Arnold Schwarzenegger 1984 als Waffenverkäufer zu sehen. 2014 wurde Millers Karriere in der Dokumentation "That Guy Dick Miller" porträtiert.

Navid Kermani kritisiert Kölner Kulturpolitik

Schriftsteller lehnt Entscheidung für neuen Schauspiel-Leiter ab

Navid Kermani kritisierte die Berufung von Carl Philip von Maldeghem zum neuen Chef des Kölner Schauspiels in einem Beitrag im Kölner Stadtanzeiger. "Ich kenne viele Theaterleute in Deutschland, mit vielen bin ich eng befreundet, und da gibt es nur ein allgemeines Kopfschütteln über die Wahl und, schlimmer noch, Mitleid." Mit dieser Entscheidung schreibe sich Köln selbst ab vom überregionalen Theaterleben. Er verstehe nicht, was in den Köpfen der Verantwortlichen vor sich gegangen sei. "Meine Vermutung ist: Der Kandidat ist bequem." Derzeit ist Carl Philip von Maldeghem Intendant des Salzburger Landestheater und soll ab der Spielzeit 2021/22 das Kölner Schauspielhaus leiten. Navid Kermani, der unter anderem den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhielt, wurde in Siegen geboren, lebt aber seit vielen Jahren in Köln.

"Hasty Pudding" Presiträger sind bekannt

Harvard Theatergruppe wählt Milo Ventimiglia und Bryce Dallas Howard

US-Schauspieler Milo Ventimiglia wird als "Mann des Jahres" mit dem "Hasty Pudding"-Preis ausgezeichnet. Dies gab die Theatergruppe der Universität Harvard, die den Preis nach alter Tradition im ironischen Rahmen verleiht bekannt. Ventimiglia ("Creed II", "This Is Us - Das ist Leben") soll den goldglänzenden Puddingtopf am 8. Februar in Empfang nehmen. Zuvor hatten die Organisatoren bereits die Nominierung von US-Schauspielerin Bryce Dallas Howard (37; "Jurassic World: Das gefallene Königreich", "Spider-Man 3") als "Frau des Jahres" verkündet. Sie soll am Donnerstag mit einer Parade durch die Straßen von Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts gefeiert werden.

Britische Künstler: BBC soll ESC in Israel boykottieren

Verletzung der Rechte von Palästinensern beklagt

Mehrere dutzend Kulturschaffende in Großbritannien haben den Sender BBC wegen "systematischer Verletzungen der Menschenrechte von Palästinensern" zum Boykott des Eurovision Song Contest in Israel aufgerufen. Ihr Brief wurde in der Zeitung "The Guardian" veröffentlicht. Unterzeichnet ist er unter anderem von den Musikern Roger Waters und Peter Gabriel, der Modedesignerin Vivienne Westwood, dem Regisseur Mike Leigh und dem Autor Yann Martel. Sie forderten die BBC auf, sich für eine Verlegung in ein anderes Land einzusetzen, da Satzung der BBC einen Einsatz des Senders für "Meinungsfreiheit" verlange. Eine BBC-Sprecherin gab zurück, der Eurovision Song Contest sei "keine politische Veranstaltung und übermittle keinerlei politische Botschaft". Es wäre "nicht angemessen, wenn die BBC ihre Beteiligung für politische Zwecke nutzen würde". Der europäische Sangeswettstreit wird normalerweise in jenem Land ausgetragen, das im vorangegangenen gewonnen hat. Letztes Jahr war die israelische Sängerin Netta Barzilai siegreich.

Peter Jackson macht Doku über die Beatles

Regisseur montiert Film aus 55 Stunden unveröffentlichtem Material

Der Regisseur Peter Jackson macht einen Dokumentarfilm mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen der Beatles im Studio. Der Regisseur von "Herr der Ringe" teilte mit, die Doku werde auf etwa 55 Stunden Filmmaterial basieren. Es zeige, wie die Band im Januar 1969 an neuen Songs arbeitete. Der Film wird in Zusammenarbeit mit den Beatles Paul McCartney und Ringo Starr und Yoko Ono und Olivia Harrison produziert, den Witwen von John Lennon und George Harrison.

Kunsthistorikerin fordert Rückgabe von Dino-Knochen

Direktor des Berliner Naturkundemuseums leht Vorschlag ab

Die Diskussion um die Rückgabe von Ausstellungsstücken an afrikanische Länder geht weiter. Die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy sagte der "Zeit", das weltweit größte montierte Saurierskelett, ein Brachiosaurus im Museum für Naturkunde Berlin, sollte an Tansania zurückgegeben werden. In dem ostafrikanischen Land war das Skelett unter deutscher Kolonialherrschaft ausgegraben worden. Das Museum wies die Anregung umgehend zurück. Der Generaldirektor des Berliner Museums, Johannes Vogel, kritisierte Savoy. Diese müsse deutlich machen, ob sie als Wissenschaftlerin spreche oder als Aktivistin. Die Leiterin des Stuttgarter Linden-Museums, Ines de Castro, forderte in der "Welt" die Auseinandersetzung mit der Kolonialzeit breiter in die Gesellschaft und in die Schulen zu bringen. Museumsbesucher wollten oftmals "wissen und verstehen - nicht nur staunen", so die Ethnologin. Museen müssten Objekte stärker in ihre historischen, kulturellen und sozialen Umfelder einbetten. Das betreffe nicht nur Bestände aus afrikanischen Ländern, sondern auch "Stücke, die in den 1970er-Jahren aus Notverkäufen bedrängter Geflüchteter stammen und in unser Haus kamen", sagte de Castro.

Gemälde im Barberini unter NS-Raubkunst-Verdacht

Erben eines französischen Sammlers fordern Werk zurück

Ein Gemälde, das derzeit als Leihgabe im Potsdamer Museum Barberini gezeigt wird, steht unter Raubkunst-Verdacht. Die Erben eines französischen Sammlers fordern jetzt die Rückgabe des Werks des Neo-Impressionisten Henri-Edmond Cross (1856-1910). Beim Landgericht Potsdam sei eine einstweilige Verfügung beantragt worden, das Bild an die rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben, sagte ein Gerichtssprecher. Das Bild wurde vom Museum of Fine Arts in Houston für eine Cross-Ausstellung in Potsdam ausgeliehen. Hilfsweise solle das Bild "Regatta in Venedig" an einen Treuhänder übergeben werden, bis die Besitzansprüche geklärt seien. Das Museum Barberini habe jetzt zehn Tage Zeit, eine Stellungnahme abzugeben, sagte Gerichtssprecher Sascha Beck.

Goldener Löwe der Biennale von Venedig für Jens Hillje

Dramaturg wird für Lebenswerk ausgezeichnet

Jens Hillje erhält für sein Lebenswerk den diesjährigen Goldenen Löwen für Theater der Biennale von Venedig, wie Biennale-Präsident Paolo Baratta bekanntgab. Jens Hillje vereine in seiner Arbeit alle Eigenschaften, die die Rolle eines zeitgenössischen Dramaturgen heute ausmachen, welche über Autorschaft oder die Erarbeitung von theatralen Texten, wie es bis in jüngster Vergangenheit noch verstanden wurde, weit hinausreicht, heißt es in der Begründung. Seit der Spielzeit 2013/14 ist Jens Hillje Ko-Intendant des Maxim Gorki Theaters und hat mit Shermin Langhoff die künstlerische Leitung des Gorkis inne. Die Verleihung des Goldenen Löwen findet im Juli während des 47. Internationalen Theaterfestivals der Biennale statt.

US-Künstlerin Susan Hiller ist tot

Multiscreen-Techniken ihrer Kunstwerke gelten als bahnbrechend

Die US-amerikanische Künstlerin Susan Hiller ist tot, wie die Zeitung "The Guardian" mit Bezug auf die Matt’s Gallery schreibt. Bekannt wurde sie ab den 1960er Jahren, ab da lebte sie vorwiegend in London. Seit 1980 wandte sie sich innovativen Experimenten mit audiovisuellen Techniken zu. Ihre Arbeiten beschäftigten sich mit den Grenzen der Wahrnehmung (u.a. "Dream Screens", 1996; "Resounding", 2014), wie ihre Werke zum Okkultismus oder zur Nahtoderfahrung und wurden unter anderem in der renommierten Londoner Tate Gallery gezeigt. Mehrfach war sie auf der documenta in Kassel vertreten. Hillers Installationen mit Multiscreen-Videos gelten als bahnbrechend und beeinflussten viele junge britische Künstler. Susan Hiller starb nach kurzer Krankheit im Alter von 78 Jahren.

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Fazit

Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Die Schauspieler Sascha Gluth (l-r), Harald Wieczorek und Alexander Klaws spielen eine Szene aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele in der Freiluft-Arena am Kalkberg.  (Frank Molter / dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

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