Seit 15:05 Uhr Interpretationen

Sonntag, 16.06.2019
 
Seit 15:05 Uhr Interpretationen

Kulturnachrichten

Mittwoch, 30. Januar 2019

Peter Jackson macht Doku über die Beatles

Regisseur montiert Film aus 55 Stunden unveröffentlichtem Material

Der Regisseur Peter Jackson macht einen Dokumentarfilm mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen der Beatles im Studio. Der Regisseur von "Herr der Ringe" teilte mit, die Doku werde auf etwa 55 Stunden Filmmaterial basieren. Es zeige, wie die Band im Januar 1969 an neuen Songs arbeitete. Der Film wird in Zusammenarbeit mit den Beatles Paul McCartney und Ringo Starr und Yoko Ono und Olivia Harrison produziert, den Witwen von John Lennon und George Harrison.

Gemälde im Barberini unter NS-Raubkunst-Verdacht

Erben eines französischen Sammlers fordern Werk zurück

Ein Gemälde, das derzeit als Leihgabe im Potsdamer Museum Barberini gezeigt wird, steht unter Raubkunst-Verdacht. Die Erben eines französischen Sammlers fordern jetzt die Rückgabe des Werks des Neo-Impressionisten Henri-Edmond Cross (1856-1910). Beim Landgericht Potsdam sei eine einstweilige Verfügung beantragt worden, das Bild an die rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben, sagte ein Gerichtssprecher. Das Bild wurde vom Museum of Fine Arts in Houston für eine Cross-Ausstellung in Potsdam ausgeliehen. Hilfsweise solle das Bild "Regatta in Venedig" an einen Treuhänder übergeben werden, bis die Besitzansprüche geklärt seien. Das Museum Barberini habe jetzt zehn Tage Zeit, eine Stellungnahme abzugeben, sagte Gerichtssprecher Sascha Beck.

Kunsthistorikerin fordert Rückgabe von Saurierskelett

Direktor des Berliner Naturkundemuseums leht Vorschlag ab

Die Diskussion um die Rückgabe von Ausstellungsstücken an afrikanische Länder geht weiter. Die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy sagte der "Zeit", das weltweit größte montierte Saurierskelett, ein Brachiosaurus im Museum für Naturkunde Berlin, sollte an Tansania zurückgegeben werden. In dem ostafrikanischen Land war das Skelett unter deutscher Kolonialherrschaft ausgegraben worden. Das Museum wies die Anregung umgehend zurück. Der Generaldirektor des Berliner Museums, Johannes Vogel, kritisierte Savoy. Diese müsse deutlich machen, ob sie als Wissenschaftlerin spreche oder als Aktivistin. Die Leiterin des Stuttgarter Linden-Museums, Ines de Castro, forderte in der "Welt" die Auseinandersetzung mit der Kolonialzeit breiter in die Gesellschaft und in die Schulen zu bringen. Museumsbesucher wollten oftmals "wissen und verstehen - nicht nur staunen", so die Ethnologin. Museen müssten Objekte stärker in ihre historischen, kulturellen und sozialen Umfelder einbetten. Das betreffe nicht nur Bestände aus afrikanischen Ländern, sondern auch "Stücke, die in den 1970er-Jahren aus Notverkäufen bedrängter Geflüchteter stammen und in unser Haus kamen", sagte de Castro.

Goldener Löwe der Biennale von Venedig für Jens Hillje

Ko-Intendant des Maxim Gorki Theaters wird für Lebenswerk ausgezeichnet

Jens Hillje erhält für sein Lebenswerk den diesjährigen Goldenen Löwen für Theater der Biennale von Venedig, wie Biennale-Präsident Paolo Baratta bekanntgab. Jens Hillje vereine in seiner Arbeit alle Eigenschaften, die die Rolle eines zeitgenössischen Dramaturgen heute ausmachen, welche über Autorschaft oder die Erarbeitung von theatralen Texten, wie es bis in jüngster Vergangenheit noch verstanden wurde, weit hinausreicht, heißt es in der Begründung. Seit der Spielzeit 2013/14 ist Jens Hillje Ko-Intendant des Maxim Gorki Theaters und hat mit Shermin Langhoff die künstlerische Leitung des Gorkis inne. Die Verleihung des Goldenen Löwen findet im Juli während des 47. Internationalen Theaterfestivals der Biennale statt.

US-Künstlerin Susan Hiller ist tot

Multiscreen-Techniken ihrer Kunstwerke gelten als bahnbrechend

Die US-amerikanische Künstlerin Susan Hiller ist tot, wie die Zeitung "The Guardian" mit Bezug auf die Matt’s Gallery schreibt. Bekannt wurde sie ab den 1960er Jahren, ab da lebte sie vorwiegend in London. Seit 1980 wandte sie sich innovativen Experimenten mit audiovisuellen Techniken zu. Ihre Arbeiten beschäftigten sich mit den Grenzen der Wahrnehmung (u.a. "Dream Screens", 1996; "Resounding", 2014), wie ihre Werke zum Okkultismus oder zur Nahtoderfahrung und wurden unter anderem in der renommierten Londoner Tate Gallery gezeigt. Mehrfach war sie auf der documenta in Kassel vertreten. Hillers Installationen mit Multiscreen-Videos gelten als bahnbrechend und beeinflussten viele junge britische Künstler. Susan Hiller starb nach kurzer Krankheit im Alter von 78 Jahren.

Ruhrfestspiele mit Motto "Poesie und Politik"

Bezug zum Ende des Steinkohleabbaus

Die im Mai beginnenden Ruhrfestspiele werden den Umbruch der Region nach dem Ende des Steinkohlebergbaus thematisieren. Das sagte heute der neue Intendant Olaf Kröck bei der Vorstellung des Programms in Recklinghausen und erinnerte an die Gründung des Festival im Nachkriegswinter 1946, als Bergleute, Schauspielern Kohle besorgten, um die Theater zu heizen. Rund 90 Produktionen werden unter dem Motto „Poesie und Politik vom 1. Mai bis zum 17. Juni gezeigt. Dazu wird auch als Deutschlandpremiere "The Prisoner" des britischen Theaterregisseurs Peter Brook gehören, die Inszenierung des Brecht-Stücks "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" in der Regie von Heiner Müller und eine Gesprächsveranstaltung mit Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller.

Berliner Theatertreffen stellt Programm vor

Jury lädt zwei Inszenierungen aus Dresden ein

Bei der Bekanntgabe des diesjährigen Programms für das Berliner Theatertreffen haben die Juroren am Mittwoch die "zehn bemerkenswertesten" Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgestellt. Gleich zwei Inszenierungen kommen vom Staatsschauspiel Dresden: Sebastian Hartmanns Aufführung "Erniedrigte und Beleidigte" nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski und Ulrich Rasches Schauspiel "Das große Heft" nach dem Buch von Ágota Kristóf. Zu den zehn Produktionen die zum Theatertreffen vom 3. bis 19. Mai nach Berlin eingeladen werden, gehören auch das Antikenprojekt "Dionysos Stadt" der Münchner Kammerspiele, "Hotel Strindberg" vom Wiener Burgtheater und "Oratorium" vom Bühnenkollektiv She She Pop.

"Stern"-Fotoarchiv geht an Bayerische Staatsbibliothek

Bildmaterial dokumentiert 50 Jahre Zeitgeschichte

Rund 15 Millionen Fotoabzüge, Negative und Dias aus den Jahren 1948 bis 1997 schenkt das Hamburger Magazin "Stern" der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB). Das teilten der Verlag Gruner + Jahr und die BSB mit. Das Bild-Archiv sei eine der größten Fotosammlungen im deutschsprachigen Raum und der Verlag wolle die langfristige Existenz des Archivs sichern. "Dass wir diese beeindruckenden zeithistorischen Dokumente in Zukunft in Bayern zugänglich machen können, freut mich sehr", kommentierte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler die Schenkung. Die Bibliothek will das Archiv schrittweise, auch in digitaler Form, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gruner + Jahr wird die Sammlung im Frühsommer offiziell übergeben.

Bild im Museum Barberini unter Raubkunst-Verdacht

Ausstellungs-Leihgabe soll im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt worden sein

Das Gemälde "Regatten in Venedig" des französischen Neo-Impressionisten Henri-Edmond Cross (1856-1910) - derzeit als Leihgabe im Potsdamer Museum Barberini - steht unter Raubkunst-Verdacht. Beim Landgericht Potsdam sei vergangene Woche eine einstweilige Verfügung beantragt worden, das Bild an die rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben und es bis zur Klärung der Besitzansprüche an einen Treuhänder zu übergeben. "Das Gemälde ist eine Leihgabe des Museum of Fine Arts in Houston, USA, das sich aktuell intensiv um die Klärung des Sachverhalts bemüht", teilte das Museum mit. Es werde von den Erben eines französischen Kunstsammlers beansprucht, dessen Gemälde im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt worden seien.

Schriftstellerin Juli Zeh als Verfassungsrichterin vereidigt

Tätigkeit ist Ehrenamt

Die Schriftstellerin Juli Zeh ("Unterleuten") ist am Mittwoch als ehrenamtliche Verfassungsrichterin für Brandenburg vereidigt worden. Die 44-Jährige war unter ihrem bürgerlichen Namen Julia Barbara Finck im Dezember auf Vorschlag der SPD in das Ehrenamt gewählt worden. Zum Richterkollegium in Brandenburg gehört seit 2012 auch der Filmemacher Andreas Dresen. Juli Zeh zählt zu den bekanntesten deutschen Autorinnen der Gegenwart. Nach ihrem Erfolgsroman "Unterleuten" von 2016 erschien im vergangenen Herbst neues Buch "Neujahr".

Britischer Costa-Literaturpreis für Bart van Es

Biografie über ein jüdisches Mädchen als Buch des Jahres ausgezeichnet

Der niederländisch-britische Literaturwissenschaftler Bart van Es ist für sein Buch "The Cut Out Girl" (Das Mädchen mit dem Poesiealbum) in London mit dem Costa-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Die Biografie, die als "Buch des Jahres" prämiert wurde, priesen die Juroren als "tief bewegende Geschichte von Krieg, Familien, Verlust, Überleben und Freundschaft". In dem Buch beleuchtet van Es das Leben einer Jüdin namens Lien und damit auch Teile seiner eigenen Familiengeschichte: Lien kam als Mädchen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in den von Deutschland besetzten Niederlanden in die Obhut von van Es' Großeltern, die sie vor den Nazis versteckten. Der Costa-Preis wird seit 1971 verliehen und ehrt englischsprachige Werke von britischen und irischen Autoren. Die Auszeichnung "Buch des Jahres" ist mit umgerechnet rund 34 000 Euro dotiert.

US-Soulsänger James Ingram gestorben

Zweifacher Grammy-Preisträger wurde 66 Jahre alt.

Der US-amerikanische Soulsänger und Texter James Ingram ist tot. Seine "starke Stimme und seine meisterhaften Kompositionen" hätten die Musikszene nachhaltig geprägt, hieß es in einer Mitteilung der "Recording Academy", die alljährlich die Grammy-Preise verleiht. Die begehrten Musikauszeichnungen hatte Ingram in den 1980er Jahren für den R&B-Song "One Hundred Ways" und für sein "Yah Mo B There"-Duett mit Michael McDonald gewonnen. Er war insgesamt 14 Mal für einen Grammy nominiert gewesen. Weitere Hits nahm Ingram mit Patti Austin (Baby, Come to Me) und Linda Ronstadt (Somewhere Out There) auf. Er arbeitete auch mit Musikgrößen wie Ray Charles, Quincy Jones und Michael Jackson.

Humboldt Forum soll im November öffnen

Erste Teile des Baus im Berliner Schloss werden noch im Humboldt-Jahr nutzbar

Das Humboldt Forum im rekonstruierten Berliner Schloss soll im November eröffnet werden. Das kündigte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bei ihrem Jahresempfang in Berlin an. Zum 250.Geburtstag des Namensgebers und Forschers Alexander von Humboldt soll am 14. September ein Festakt im Schloss stattfinden. In dem für 600 Millionen Euro geplanten Kultur- und Museumszentrum sollen vor allem die ethnologischen und asiatischen Sammlungen der Stiftung gezeigt werden. Zudem wird der Bau von der Humboldt-Universität und dem Stadtmuseum Berlin bestückt.

Ben-Witter-Preis 2019 für Axel Hacke

Jury: Der Journalist ist ein Meister der funkelnden Glossen

Der Münchner Schriftsteller und Journalist Axel Hacke bekommt den mit 10.000 Euro dotierten Ben-Witter-Preis 2019. Die Jury ehre damit einen "brillanten Reporter, dessen Texte gänzlich ohne Glutamat auskommen und der zugleich als Welt- und Selbstbeobachter ein Großmeister der kleinen Form ist", teilte die Hamburger Zeit-Verlagsgruppe mit, die den Preis zum 25. Mal verleiht. Axel Hacke gehöre mit seinen frei schweifenden Betrachtungen und funkelnden Glossen zu den wahren Feuilletonisten der Republik, begründete die Jury. Der 1956 in Braunschweig geborene Hacke wurde vor allem durch seine Kolumnen und das "Streiflicht" in der Süddeutschen Zeitung bekannt.

Größtes Online-Lexikon für Deutsche Sprache geplant

Forscher aus vier Wissenschaftsakademien arbeiten zusammen

Der Sprachwissenschaftler Wolfgang Klein will in den kommenden Jahren mit Kollegen der Wissenschaftsakademien in Berlin, Göttingen, Mainz und Leipzig, sowie dem Institut für Deutsche Sprache in Mannheim den deutschen Wortschatz in einem digitalen Wörterbuch erfassen. Das Projekt "Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache" (ZDL) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zunächst für fünf Jahre mit elf Millionen Euro gefördert. Unter anderem sollen Studenten, Lehrer, Journalisten und Deutschlerner in aller Welt von dem kostenlosen Online-Lexikon profitieren, das auf aktuelle Sprachentwicklungen flexibel reagieren kann. Wie groß der deutsche Wortschatz genau ist, weiß niemand. Sicher ist laut Klein nur, dass derzeit mehr als fünf Millionen verschiedene Wörter tatsächlich genutzt werden. "Wir versuchen, schrittweise so viele Wörter wie möglich zu erfassen, die in unseren Daten vorkommen", erläutert Klein. Alle Wörter zu beschreiben, sei aber wegen ihrer Vielzahl unmöglich, da es Jahrhunderte oder gar Jahrtausende dauern würde.

Wirbel um Karl-Valentin-Orden für Andreas Gabalier

Museumsdirektorin: Die Haltung des Musiker ist rechtspopulistisch

Die geplante Verleihung des Karl-Valentin-Ordens an den österreichischen Musiker Andreas Gabalier in München stößt auf Kritik. Dessen Kunst habe nichts mit der von Karl Valentin zu tun, sagte die Direktorin des Münchner Valentin-Karlstadt-Musäums, Sabine Rinberger. Sie distanziere sich von der gesellschaftspolitischen Haltung Gabaliers, die rechtspopulistisch, homophob und frauenfeindlich sei. Die Faschingsgesellschaft Narrhalla, die den Orden verleiht, hatte die Ehrung damit begründet, dass sich der Komiker Valentin (1882-1948) als Volkssänger betrachtet habe und Gabalier ein "Volkssänger 2.0" sei. Der Sänger verstehe es wie kein anderer, volkstümliche Musik mit Stadionrock zu verbinden. "Texte von Künstlern sind vielseitig auslegbar und werden offensichtlich von bestimmten Personen je nach Neigung unterschiedlich wahrgenommen", erklärte das Vereinspräsidium. Man könne darum negative und oberflächliche Interpretationen weder nachvollziehen noch bestätigen. Von Gabalier gab es bisher keine Stellungnahme zur Kritik an der Ordensverleihung.

"Gendersternchen" ist Anglizismus des Jahres

Wortendung umfasst alle Geschlechter

Zum Anglizismus des Jahres hat eine Jury um den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität Berlin den Begriff "Gendersternchen" gekürt. Das Wort bereichere den deutschen Wortschatz, habe mit der sprunghaften Verbreitung im Sprachgebrauch und mit dessen zentraler Bedeutung zu tun, die es in der Auseinandersetzung über die sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter eingenommen habe, so die sechsköpfige Jury. Der Begriff "Gendersternchen" bezeichnet das typografische Zeichen (*), das bei Personenbezeichnungen zwischen der männlichen und der zusätzlich angefügten weiblichen Endung gesetzt wird, um neben Männern und Frauen auch Menschen mit anderer geschlechtlicher Identität miteinzubeziehen - zum Beispiel Freund*in. Das Wort "Framing" wurde als Publikumsliebling gewählt, "nice" erhielt den "Sonderpreis gesprochene Sprache".

Kulturnachrichten hören

Januar 2019
MO DI MI DO FR SA SO
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur