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Sonntag, 16.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 28. Januar 2019

Tretjakow-Galerie: Festnahme nach Bilderklau

Gemälde auf Baustelle gefunden

Die russische Polizei hat das nur einen Tag zuvor aus der berühmten Moskauer Tretjakow-Galerie gestohlene Bild sichergestellt und einen Verdächtigen festgenommen. Laut Innenministerium habe der Mann das Bild des berühmten russischen Landschaftsmalers Archip Kuindschi aus dem 19. Jahrhundert auf einer Baustelle nahe Moskau versteckt. Ersten Erkenntnissen zufolge sei es nicht beschädigt worden. Es war am Sonntag vor den Augen verdutzter Besucher von der Wand abgehängt und mitgenommen worden. Das Bild ist auf 1890 datiert und hat einen Versicherungswert von rund 175 000 Euro. Es ist eine Leihgabe des Russischen Museums in St.Petersburg. Der Fall löste in Russland eine Debatte über Sicherheitsvorkehrungen in Museen aus. Im vergangenen Jahr hatte ein angetrunkener Mann ebenfalls in der Tretjakow-Galerie mit einem Metallpfosten auf ein berühmtes Bild des Künstlers Ilja Repin eingeschlagen. Die Leinwand zerriss an drei Stellen.

Arno Geiger hat Bremer Literaturpreis erhalten

Förderpreis geht an den Münchner Autor Heinz Helle

Der österreichische Schriftsteller Arno Geiger ist mit dem Bremer Literaturpreis geehrt worden. Der 50-jährige Autor erhielt die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Roman "Unter der Drachenwand", in dem ein Soldat im Jahr 1944 im Mittelpunkt steht. Geigers Roman rage aus der Reihe der zeitgeschichtlichen Panoramen zur NS-Epoche heraus, urteilte die Jury. Die Literaturwissenschaftlerin und Jurorin Daniela Strigl sagte in ihrer Laudatio, der Autor habe mit seinem psychologischen Gebirgspanorama auf erhebende Weise gezeigt, wozu Literatur imstande sei, "was realistisches Erzählen jeder historischen Dokumentation voraushabe: die Überzeugungskraft der Erfindung". Einen mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis bekam der deutsche Schriftsteller Heinz Helle für seinen Roman "Die Überwindung der Schwerkraft". Der Bremer Literaturpreis ist einer der ältesten der Bundesrepublik und wird von der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung des Bremer Senats vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Elfriede Jelinek, Marcel Beyer, Alexander Kluge und Friederike Mayröcker.

Medienboard Berlin-Brandenburg: Führungsduo bleibt

Aufsichtsrat zufrieden mit der Arbeit von Kirsten Niehuus und Helge Jürgens

Das Medienboard Berlin-Brandenburg behält seine Führungsspitze: Kirsten Niehuus und Helge Jürgens sollen fünf weitere Jahre Geschäftsführer bleiben. Das habe der Aufsichtsrat bereits im Dezember beschlossen, teilte das Medienboard am Montag mit. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke lobten deren Arbeit: „Kirsten Niehuus und Helge Jürgens haben den Film- und Medienstandort auch für die Zukunft hervorragend aufgestellt. Die Herausforderungen der kommenden Jahre sehen wir bei ihnen in den besten Händen." Niehuus verantwortet seit 2004 die Filmförderung in der Region. Jürgens ist zum Beispiel für die Förderung von Handyinhalten und Spielen zuständig. Das Medienboard ist die gemeinsame Filmförderanstalt von Berlin und Brandenburg.

"Black Panther" holt wichtigsten Preis bei SAG Awards

Superhelden-Epos holt zwei Auszeichnungen

"Black Panther" hat bei der diesjährigen Gala des Hollywood-Schauspielerverbands SAG den wichtigsten Preis gewonnen. In Los Angeles bekam der Film um das fiktive afrikanische Reich Wakanda die Auszeichnung für das beste Filmensemble. Für "Black Panther" war es der zweite SAG Award des Tages: Die Produktion aus dem Hause Marvel Comics war vor der Zeremonie bereits als Film mit der besten Stunt-Besetzung geehrt worden. Der Preis für den besten Schauspieler ging an Rami Malek für seine Darstellung von Freddie Mercury in "Bohemian Rhapsody". Glenn Close wurde für ihre Rolle in dem Film "Die Frau des Nobelpreisträgers" ausgezeichnet. Die SAG Awards sind wie die Golden Globes ein wichtiger Gradmesser für die Oscar-Verleihung.

"Goldene Blogger" 2018 in Berlin ausgezeichnet

Jury würdigt in 18 Kategorien die Arbeit von Netzaktivisten

Mit dem Blog "Sterben üben" ist die Journalistin Jasmin Schreiber zur Bloggerin des Jahres 2018 gewählt worden. Für ihre Geschichten über die Tätigkeit als Sterbe- und Trauerbegleiterin erhielt Schreiber bei der Verleihung der "Goldenen Blogger" die meisten Online-Votes. "Der Preis feiert Authentizität", sagte die Journalistin Christiane Link, Mitorganisatorin der Preisverleihung, die zum zwölften Mal stattfand. Zum Hashtag des Jahres wurde #wirsindmehr gewählt. Der als Protestnote nach Übergriffen in Chemnitz entstandene Hashtag stehe für die breite Debatte über Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Hass, hieß es. Und per Videobotschaft bedankte sich Dieter Bohlen für den Titel als Bester "Social Celebrity". Die Anti-Auszeichnung als "Blocker des Jahres" nahmen zwei Offiziere der Bundeswehr für den Streit mit den Organisatoren der Internetkonferenz re:publica entgegen. Die Bundeswehr hatte sich öffentlich darüber empört, dass Soldaten in Uniform bei der Veranstaltung unerwünscht waren und dass ihr ein Rekrutierungsstand verwehrt worden war. Insgesamt wurden Blogs, Instagram- und Twitter-Auftritte in 18 Kategorien ausgezeichnet.

Prozess um weggeworfene Gerhard-Richter-Skizzen

Angeklagter nahm Blätter aus dem Papierkorb an sich

Ein Mann, der weggeworfene Skizzen des Malers Gerhard Richter aus dessen Altpapiertonne gefischt haben soll, muss sich nun wegen Diebstahls vor Gericht verantworten. Die für diese Woche angesetzte Verhandlung in dem Fall wurde jetzt allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben, da Richter erkrankt sei, teilte das Amtsgericht Köln mit. Der 49 Jahre alte Angeklagte wird nach Angaben des Gerichts beschuldigt, aus der Altpapiertonne vor Richters Haus in Köln vier Entwürfe an sich genommen zu haben. Anschließend habe er versucht, die Werke zu Geld zu machen, und dafür Kontakt mit einem Auktionshaus aufgenommen. Der Wert der Werke wurde auf 60.000 Euro geschätzt. Das Gericht habe nun die Frage zu klären, ob der Müll immer noch als Eigentum dessen betrachtet werden müsse, der ihn vor die Tür gestellt habe. Hier gebe es einen Unterschied zwischen einem Joghurtbecher und einem Werk von Richter, so die Sprecherin des Gerichts.

Songtexte werden seit den 1950ern immer düsterer

US-Studie hat 6.000 Hits ausgewertet

Songtexte in der Unterhaltungsmusik sind seit den 1950er Jahren tendenziell wütender und trauriger geworden. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Lawrence Technological University in Southfield (Michigan) hervor. Die Forscher haben die Texte von 6.000 Hits der Billboard-Hot-100-Charts aus sieben Jahrzehnten per Computer analysiert. Die Hitparade des Magazins "Billboard" beruht darauf, welche Lieder sich gut verkaufen und im Radio beziehungsweise bei Streaming-Diensten viel gespielt werden. Eine automatisierte Stimmungsanalyse von Songs, die zwischen 1951 und 2016 veröffentlicht wurden, sollte laut Mitteilung erfassen, welches Gefühl die Wörter und Phrasen des Textes transportieren. Demnach waren die Texte der 1950er Jahre eher fröhlich - und wurden seither tendenziell immer zorniger. Ausdrücke von Traurigkeit, Ekel und Angst hätten in Songtexten ebenfalls zugenommen. Die Veränderungen hätten vor allem damit zu tun, "was Musikkonsumenten jedes Jahr hören wollen", erklärte Mitautor Lior Shamir. Allerdings: Warum die Menschen offenbar immer mehr wütende oder traurige Texte hören wollen, haben die Forscher nicht ergründet.

Facebook-Tausch: Boris Palmer und Hasnain Kazim

Politiker und Journalist wollen mit einwöchigem Experiment die Filterblase verlassen

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer und der „Spiegel"-Redakteur Hasnain Kazim übernehmen ab Montag für eine Woche wechselseitig ihre Profile bei „Facebook". Den Tausch hatten sie am Ende eines öffentlichen Streitgesprächs vereinbart. Für beide ist es, nach eigener Aussage, der Versuch, die eigene Filterblase zu verlassen und ein anderes Publikum zu erreichen.

Deutsches Filminstitut und Filmmuseum in FaM

Zum 70igsten Jubiläum einheitliche Dachmarke plus Fassbinder-Center

Das Deutsche Filmmuseum und seine Partnerorganisationen rücken näher zusammen. Statt einzelner Namen für die verschiedenen Institutionen soll es künftig nur noch eine Dachmarke mit einheitlichem Design geben, wie Direktorin Ellen Harrington erklärte: Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, kurz DFF. Ziel sei, die vielfältigen Aktivitäten des Hauses besser sichtbar zu machen. Dazu gehören neben dem Museum auch ein Kino, Archive, Festivals, digitale Plattformen, Forschung und Bildungsprogramme. 2019 soll das geplante Fassbinder-Center Wirklichkeit werden. Damit wird der Nachlass des Regisseurs Rainer Werner Fassbinder für Forschung und die Allgemeinheit zugänglich. Der schriftliche Nachlass umfasst Drehbücher, Finanzierungspläne, Drehpläne, Verträge, Produktionsakten und Korrespondenzen. Dazu kommen als Dauerleihgabe das Werk-, Foto-, Audio- und Videoarchiv.

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